Alle Jahre wieder … Weltfrauentag

Am Weltfrauentag passiert bei uns zu Hause eigentlich nicht viel. Wie jeden Tag versuche ich den Spagat zwischen Karrierehoppel, Selbstverwirklichung und Hausfrau. Das ist noch nicht ideal, aber auch nicht wirklich schlimm. Und über die frauen- und gleichberechtigungsspezifischen Probleme auf der Welt können andere Leute viel effizienter schreiben.

Aaaaaaber.

Heute morgen stieß ich in den sozialen Medien auf ein Gedicht zum Weltfrauentag, in dem sinngemäß gesagt wurde, wir lieben Frauen sollten doch zur Feier des Tages einmal nicht putzen, sondern uns das Frühstück von unserem Mann ans Bett bringen lassen.

Meine Güte, kann ich da nur sagen, der liebe Schreiber hat alle Probleme der Frauen haarscharf erkannt. Niemand würdigt uns beim Putzen und Kochen. Wir brauchen also dringend für unsere sensible Seele einen zweiten Muttitag, an dem auch Nicht-Muttis sich über Krümel auf den Laken freuen können. (Und anschließend wahrscheinlich selbst die Küche aufräumen.)

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen … als junger Mensch habe ich diese Gleichberechtigungssache total unterschätzt. Meine Eltern waren jetzt nicht direkt ultramoderne linksliberale Hippies, aber ich habe nie gehört, dass wir irgendwas tun oder lassen oder nur auf eine besondere Art tun sollten, weil wir Mädchen seien. Gut, vielleicht liegt das daran, dass meine Eltern mit vier Töchtern gestraft gesegnet waren. Oder daran, dass sie beide arbeiten MUSSTEN, um uns alle über die Runden zu bringen.

Die Jungs sind gemein zu dir – schlag nicht als erste zu, aber sorg bitte dafür, dass der andere keinen zweiten Schlag landet. Und wenn er größer und stärker ist, such dir einen dicken Ast.

Du willst den Führerschein machen? Prima – hier, ich zeig dir, wie man Reifen wechselt.

Abends ausgehen – immer doch, aber erschreck bitte niemanden.

Motorradführerschein? Warum nicht?

Ich weiß genau, dass du das halbe Werkzeug in der Hosentasche versteckt hast; wenn du damit spielen willst, kannst du mir genau so gut helfen. Halt das mal.

Irgendwann habe ich meinen Vater mal gefragt, ob er sich nicht doch einen Sohn gewünscht hat. Joah, vielleicht am Anfang mal, aber vermisst hätte er eigentlich nichts. Kann ich mir vorstellen, wir waren nämlich richtige Biester. ^^

Wir haben gelernt, dass wir niemandem auf der Tasche liegen sollen, dass wir immer den Mund aufmachen dürfen und dass es gar nicht wichtig ist, ob wir Schleifchen im Haar haben oder besonders niedlich sind. Geredet wurde über Filme, Tiere und Politik. Unter anderem.

Gleichzeitig haben wir natürlich auch mit Puppen gespielt (am Anfang) oder mit Schminke experimentiert (etwas später). Ich kann also nicht behaupten, dass wir gezielt in eine Richtung gedrängt wurden. Im Wesentlichen durften wir tun und lassen, was wir wollten.

(Das beinhaltete auch mal Eimer voller Regenwürmer. Tut mir leid!)

Tja, und je mehr ich mit der richtigen Welt in Kontakt kam, desto verwirrter wurde ich. Tiefausgeschnittene Blusen extra für die mündliche Abschluss-Prüfung? Hohe Absätze, obwohl einem davon nach wenigen Minuten die Füße weh tun? Blonde Frauen sollen in der Öffentlichkeit keinen Rotwein trinken? Meine Güte, wie viel Zeit meines Lebens hätte ich mit so einem Blödsinn verschwenden können! Und das sind noch nicht einmal die großen Probleme. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, gerechte Verteilung der Pflichten und Rechte in Haushalt und Gesellschaft, vielfältige Rollenvorbilder, … – alles Dinge, über die man sich besser nicht zu laut den Kopf zerbricht, sonst wird man gleich als untervögelte Bitter-Emanze abgestempelt. Denn das erklärte Lebensziel aller(!!) Frauen besteht darin, Mister Perfect zu finden, glücklich zu machen und geheiratet zu werden, ehe er eine bessere findet. Alles andere sind nur Hobbys für die Zeit zwischen Schule und Wochenbett.

Und darum sage ich es an dieser Stelle noch einmal: Haut rein. Tut, was ihr wollt. Und denkt ja nicht dran, euch für irgendwas zu entschuldigen, nur weil jemand anders findet, „das gehört sich nicht“.

 

 

Rezension: Bernsteinherz

Eine kurze Geschichte. Über Liebe und so Gedöns. Lese ich eigentlich nicht. In diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht, weil die Autorin mich bislang nicht enttäuscht hat. Und was kann ich sagen? Sie liefert verlässliche Qualität. Keine bebenden Herzen oder Lenden. Ein ordentlicher Schuss Romantik – na ja, ab und zu vertrage ich das wohl. Die Geschichte ist kurzweilig und in großen Teilen so geschrieben, dass man sich direkt vorstellen könnte, dass es tatsächlich so passiert sei. Und mit den Charakteren fiebert man auch direkt mit. Also: Alle fünf Daumen hoch!

Link

Rezension: „Vampirromane sind zum Kotzen“

Vampir-Romane sind echt zum Kotzen … – aber nicht dieser. Endlich ein neuer Blick auf die ganzen Blutsauger mit ihrem hypnotisierenden Wesen und ihren finsteren Bedürfnissen. Wusstet ihr, dass Vampire Katzen mögen? Wartet, das klingt ganz falsch. Einige winzige Details bleiben ungeklärt, das ist für die Geschichte nebensächlich, aber aufgefallen ist es mir dann doch. Trotzdem eine definitive Lese-Empfehlung.

Link

Neues Jahr, neue Challenge

So neu ist das neue Jahr schon gar nicht mehr, ist mir auch klar … aber ich wollte euch ein wenig von meiner Challenge für 2016 erzählen.

Mehr Abenteuer!!!

Vor allem will ich öfter Dinge ausprobieren, die außerhalb meiner „Comfort Zone“ liegen.

Das erste Experiment war ein Treffen mit anderen Leuten, die ich nur über Facebook kenne. Da ich wenig sozial bin und beim ersten Treffen in Person auch unglaublich schüchtern und zurückhaltend (hört gefälligst auf zu lachen!!), wäre das außerhalb meines Wohlfühlbereichs gewesen, eindeutig.

Ich bin dann doch nicht hingefahren. Aaaaber ich habe eine gute Ausrede. Grund, ich meinte Grund!

Um alles besser zu organisieren, wurde eine Whatsapp-Gruppe gegründet. Etwa ein Dutzend Leute, bunt gemischt, von denen die meisten einander noch nie gesehen haben.

Und irgendein Witzbold fängt prompt an, Bilder von irgendwelchen Geschlechtsteilen zu schicken. Das ist ja auch immer meine erste Reaktion, wenn ich nervös bin, ich zieh mich aus. Angeblich sollte das alles witzig sein, und schaukelte sich dann auch eine Weile hoch. Aber nachdem ich mir das einen Abend angeguckt hatte, war mir die Lust auf ein Treffen mit diesen Leuten irgendwie vergangen. Also habe ich ihnen freundlich, aber deutlich gesagt, dass es bei ihnen wohl hackt und dass ich leider absagen muss, denn für Peniswitze sind mir meine Wochenenden zu schade.

Komischerweise war ich dann diejenige, die sich albern benimmt.

Aber das war dann auch mal was Neues – Leute, die sich unmöglich benehmen, einfach mal freundlich anmotzen. Eigentlich bin ich für so etwas nämlich viel zu nett. (Lacht ihr etwa schon wieder?)

Auf jeden Fall habe ich aus diesem Vorfall gelernt, dass offenbar jeder Mann Peniswitz-Bilder auf seinem Telefon gespeichert hat, für peinliche Gesprächspausen. Gerade im Winter will man ja nicht die Hose runterlassen und fragen: „Kennen Sie den schon?“

(Weitere Abenteuer folgen.)

Wenn man sich an den Kopf fasst, dann doch bitte an den eigenen!

Immer mal wieder verfolge ich mit großem Erstaunen, wie ein Plagiatsfall nach dem anderen die Bücherwelt erreicht. Da werden Mangas abgeschrieben, Szenen aus fremden Büchern als „Platzhalter“ verwendet und alte Manuskripte veröffentlicht, von denen man nicht sicher weiß, ob man die selbst verfasst oder vielleicht doch vor dreißig Jahren einfach nur zu Übungszwecken abgetippt hat. Oder man gibt ein Manuskript, das eine Freundin geschrieben hat, einfach als eigenes aus.

Vieles davon findet in der Self-Publisher-Welt statt. Und natürlich – wenn man nur auf „Hochladen“ klicken muss, ohne dass irgendwer jemals kontrolliert, ob man bei „Hiermit versichere ich …“ gelogen hat, ist die Hemmschwelle vielleicht besonders niedrig.

Trotzdem frage ich mich: Warum tut jemand so etwas? Zugegeben, sobald man ein wenig abstrahiert, gibt es auf der Welt nur ungefähr genau vier Geschichten. Alles, was geschrieben wird, ist zwangsläufig eine Variation einer dieser Geschichten. Aber zwischen „eine Grundidee einer Geschichte neu wiedergeben“ und „eine komplette Szene/Geschichte abschreiben“ besteht doch ein minimaler Unterschied – was man spätestens daran erkennt, dass einem bei den eigenen Geschichten irgendwann vor lauter Ideenjagen wohl mal der Kopf wehtut.

Also, warum tut man das? Für mich ist es überhaupt nicht attraktiv, mich mit fremden Federn zu schmücken. Sicher, auch ich hole mir Inspiration, und bestimmt ist noch in keinem meiner Bücher das Rad neu erfunden worden. Jedoch schreibe ich ja gerade die Geschichten, die ich selbst lesen möchte, aber nirgends finden konnte.

Überraschenderweise regen sich die meisten Leute über diese Plagiatsfälle sehr viel weniger auf als über die in jüngster Zeit ausufernde Diskussion darüber, ob es ein bezahltes Lektorat(1) braucht, um ein gutes Buch abzuliefern. Die plagiierenden Autoren werden entgegen der Beweislage in Schutz genommen, die Vorwürfe verharmlost oder man stellt die Behauptung auf, es sei doch „niemand zu Schaden gekommen“. So ganz nachvollziehen kann ich das nicht – geklaut bleibt geklaut. Und wer abtippen möchte, soll doch bitte einfach als Sekretärin arbeiten gehen.

Und um euch für diese unerfreuliche Geschichte zu entschädigen, hier ein Katzenbild. Gestern Abend konnte ich nämlich nicht ins Bett gehen – ich hatte einen Kater!

IMG_2648[1]

 

(1) Ich gehe hart davon aus, dass jedes Manuskript von einem guten Lektorat noch profitiert. Dass man die Qualität eines Lektorats davon abhängig macht, ob dafür Geld geflossen ist, erscheint mir merkwürdig.

Die Autorin privat und im Klischee

Heutzutage ist es unglaublich leicht, jeden Unsinn, der einem spontan in den Kopf kommt, direkt zu veröffentlichen. Auf Facebook oder Twitter, im Blog oder sogar als eBook. Und so mancher Autor hat sich dabei auch schon hübsch in die Nesseln gesetzt. Da wird geschimpft, gejammert, beschuldigt oder offensichtliches Fehlverhalten mit fadenscheinigen Ausreden beschönigt. Und viele merken erst, wenn es zum ersten Mal Gegenwind gibt, dass diese Strategie vielleicht keine so gute ist.

Natürlich wollen wir als Autoren menschlich wirken, damit die Leser sich freuen, mit uns zu kommunizieren, und vielleicht sogar eine Bindung zu uns aufbauen. Dabei vergessen wir dann allerdings gegebenenfalls, dass die Autorin, die so grandiose Bücher schreibt wie unsere, in den Köpfen der Leser vielleicht gar keine leidenschaftliche rheinische Fleischfachverkäuferin ist (oder Übersetzerin mit widerspenstiger Frisur und nicht zusammenpassenden Klamotten, auf denen sie Kaffeeflecken sammelt), sondern ein feinsinniges Wesen mit Armstulpen und klassischer Musik im Hintergrund.

Ob ihr es glaubt oder nicht, auch ich differenziere minimal zwischen Privat-Diandra und Autorin-Diandra. Beispielsweise kennt Privat-Diandra Schimpfwörter, von denen Autorin-Diandra sich nicht einmal träumen ließe. Und sie benutzt sie auch recht großzügig. In mehreren Sprachen. Außerdem trägt sie für ihr Leben gerne pinkfarbene Jogginghosen, wenn sie nicht gerade im Büro ist, aber auch diesen Anblick mutet sie der Öffentlichkeit nur selten zu. Und politische oder gesellschaftliche Rants lässt sie nur im Notfall los. Sie – also ich, wenn man es genau nimmt – tja, ich finde eben, dass Politik und die großen Gesellschaftsfragen im Büro nichts zu suchen haben. Und als Autorin ist das Internet oft mein Büro. Eine besonders gute PR-Fachfrau bin ich nicht, doch ich bemühe mich schon ein wenig, Beruf und Vergnügen Politik und Vergnügen zu trennen. (Natürlich ist das Autorendasein Beruf und Vergnügen gleichzeitig. Was denkt ihr denn? Dass ich das für den Ruhm mache? Pah!)

Ganz oft sitze ich also als Autoren-Diandra an der Tastatur, will irgendwen mit dem WLAN-Kabel würgen oder so lange mit Buchstaben-Bauklötzen bewerfen, bis er etwas Kluges schreibt – und verkneife mir dann doch (fast) jeden bösen Kommentar, weil das nichts ist, das ich mit meinem Autoren-Dasein assoziiert wissen möchte.

Und falls ich also doch mal etwas schreibe, was euch übel aufstößt, tröstet euch einfach damit, dass die analoge Version wahrscheinlich viel schlimmer klang als das, was ihr lesen musstet. (Glaubt ihr nicht? Fragt die Kolleginnen. ^^ )

 

Letzte Chance für Tolino-Nutzer!!!

Ihr Süßen, falls eine/r von euch einen Tolino hat oder jemanden kennt, der einen Tolino hat, sagt ihnen bitte ganz dringend Bescheid, dass meine Bücher in den nächsten Tagen aus den von Tolino Media belieferten Shops verschwinden. Das hat nichts damit zu tun, dass ich euch nicht mag, sondern mehr damit, dass Tolino Media sich für mich in den letzten Monaten nicht rentiert hat und ich keine Ahnung habe, wie ich die entsprechenden Leser noch erreichen soll. Für die buckligen kleinen Selfpublisher, die den ganzen Unsinn mit der Werbung selbst machen müssen, ist das eine ziemlich schwierige Sache – vor allem, da die meisten Autoren, so wie ich, eher schüchterne introvertierte Menschen sind.

In der näheren Zukunft werde ich also notgedrungen meine Bücher nur als Taschenbuch und bei Amazon als eBook anbieten. Es tut mir ein wenig Leid, dass ich das so handhaben muss, aber der zusätzliche Aufwand für Formatierung, Werbung etc. ist es echt nicht wert und nimmt mir nur von der ohnehin schon knappen Schreibzeit.

Natürlich lasse ich euch Leser mit anderen eBook-Readern nicht im Stich – falls ihr ein Nicht-Amazon-Format benötigt und euch nicht zutraut, eine eBook-Datei selbst zu konvertieren, könnt ihr mich jederzeit anschreiben und bekommt das eBook dann zum landläufigen Preis, falls gewünscht sogar mit Widmung. Dazu müsst ihr mir nur eine eMail schreiben, und den Rest kriegen wir dann schon geregelt. Ist das ein angemessenes Trostpflaster?

Office Zen (nicht von Microsoft)

Die Kollegin meint, ich hätte mein Office-Zen verloren – diese Gelassenheit gegenüber dem gewöhnlichen und außergewöhnlichen Wahnsinn, der einem begegnet, wenn man sich die Kaffeemaschine mit anderen Kulturkreisen teilt. Und an manchen Tagen merke ich es auch selbst: Ich kann ein richtiger kleiner Wüterich sein. Wie Rumpelstilzchen, nur in niedlich. (Pumuckl vielleicht? Das passt auch von den Haaren.)

Zwischen Tee und Apfelschnitzen habe ich überlegt, wo mein Office-Zen wohl hingekommen sein könnte. Man stellt sich so ein Zen ja immer entspannt auf einer Wiese sitzend vor, wie es an Blumen schnüffelt. Weißes Wallegewand, friedliches Lächeln, entspannte Lotuspose. Hatte meins wohl keinen Bock drauf. Ich glaube, es ist stattdessen unterwegs und erlebt große Abenteuer. Mein Office-Zen ist ein Pirat!