Liebes Tagebuch …

… habt ihr das auch schonmal geschrieben? Tja, ich schon. Wie ungefähr jedes verdrehtes Teenager-Mädchen (und bestimmt auch eine Reihe Jungs). Glücklicherweise war ich irgendwann so schlau, die gesammelten Werke zu verbrennen. Im Ernst, wer würde jemals so einen prätentiösen Quark lesen wollen? Und falls ich jemals berühmt werde, wird die Nachwelt über meine frühen Jahre eben rätseln müssen. Ist wahrscheinlich besser so. ^^

notebook writing pencil start

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Bücher über Bücher über Bücher

Inzwischen kann man aus meiner Lesereise einige Rückschlüsse ziehen. Beispielsweise habe ich in den letzten drei Jahren jeweils etwas mehr als 40 Bücher pro Jahr gelesen. Das ist nicht einmal ein Buch pro Woche – eigentlich deprimierend, wenn man so drüber nachdenkt. Andererseits: Immerhin mehr als 40 Bücher pro Jahr. Auf diese Weise werde ich noch sehr, sehr lange Freude an meinen Beständen haben. (Natürlich kaufe ich trotzdem weiter Bücher. Wo kämen wir denn sonst hin?)

Außerdem zeigt sich eventuell ein Trend zu Themen und Genres. Die abgebrochenen Bücher, die mich nicht gepackt haben, stehen nicht drauf – sollte ich die vielleicht hinzufügen? Nee, eher nicht. Manchmal ist es einfach nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit bei der richtigen Person, das sagt wenig über das Buch aus und mehr über meinen Kopf.

Dieses Jahr habe ich keine Lese-Vorsätze, außer natürlich: Lesen! Und ich könnte an meiner Weltreise weiterbauen. Zum Glück haben die Nornen mit einer gigantischen Aktion zum Frauenwahlrecht (bald!) bereits einige interessante Buchvorschläge aufgetan, und den Nornenschuber gibt es ja auch. Da sollte ich ein wenig Anregung finden, um auch mal wieder über den Tellerrand hinauszuschauen.

Wie sieht es bei euch aus? SUB-Abbau in Angriff genommen? Wilde Eskalationen im Buchladen? Hochfliegende Pläne? Und wenn ihr neue Bücher habt, zeigt mir eure Schätze! ^^

Meine liebste Schwäche …

… ist meine Spontaneität. (Schreibt man das noch so?) Vor allem bei Schreibprojekten bin ich oft anstrengend sprunghaft. Wenn mir eine Idee kommt, möchte ich ihr am liebsten direkt ins Unterholz folgen, und ein verlockender Charakter könnte mich gerne an einem finsteren Abend in seinen Keller einladen, um mir seine Hundebabies zu zeigen. Mit anderen Worten: Am liebsten wäre ich komplett unorganisiert und verantwortungslos.

Da ich das weiß, halte ich mich meistens strikt an meine Pläne – die enthalten ein wenig Luft für alberne Zwischenprojekte und sind halbwegs flexibel, um auch den Alltag auszuhalten. Aus Zeitmangel sterben viele tolle Ideen leider trotzdem den kreativen Erstickungstod, aber das geht wahrscheinlich allen Autorinnen von Zeit zu Zeit so. Wäre ich doch nur organisierter!

Von all den Rückblicken krieg ich noch ein Schleudertrauma!

Deswegen liste ich hier lieber die Dinge auf, die im Jahr 2019 NICHT passiert sind:

  • Die Sonne wurde nicht von einem gigantischen Eisdrachen verschluckt.
  • Ich wurde nicht zur Königin des Rheinlands ausgerufen.
  • Meine Nase ist nicht in die Länge gewachsen.
  • Niemand hat ein unterirdisches Tunnelsystem voll merkwürdiger Wesen entdeckt.
  • Die Tierwelt hat sich nicht gegen die Menschen verbündet.
  • Keine Zombieapokalypse.
  • Kein Aufstand der Maschinen.

Wenn man sich das so betrachtet, war 2019 eigentlich gar nicht mal so übel – was meint ihr? In diesem Sinne: ALLES GUTE FÜR DAS KOMMENDE JAHR!

steel wool of fire cracker

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Wenn ich einmal reich wär …

… nein, der Gesellschaft komplett den Rücken kehren würde ich wahrscheinlich nicht.

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Aber ich könnte mir schon vorstellen, ein wenig Abstand von dem ganzen Zirkus zu nehmen. Beispielsweise würde ich gerne meinen Brotjob eine Weile ruhen lassen, um zu schauen, wie es mir als Vollzeit-Schriftstellerin geht – und ob ich das überhaupt bringen würde. So eine Hütte im Nichts am Waldrand, mit einem Gemüsegarten und einem Sammelsurium seltsamer Tiere … hach, ich glaube, das wäre für ein oder fünf Jahre ganz schön. Ob ich dann wieder in die Stadt flüchte oder mir zum Ausgleich ein Hausboot kaufe, müsste ich ausprobieren.

Außerdem wäre es natürlich schön, ein fettes Sicherheitspolster zu haben – nicht nur für mich, sondern auch für Familie und Freunde, die in Not geraten könnten. Gefühlt sind wir alle immer nur zwei Gehaltsschecks und eine warme Mahlzeit von der Katastrophe entfernt, das würde ich gerne ändern. (Andererseits jammere ich auf hohem Niveau, das ist mir bewusst.)

Der schlechteste Schreibratschlag, den ich je bekommen habe

„Um Rechtschreibung und Zeichensetzung brauchst du dich nicht zu kümmern, dafür ist das Korrektorat da.“

Ja, so oder so ähnlich habe ich auch geguckt. Stellt euch vor, man würde einem angehenden Bäcker erklären, er brauche nichts von Mehlsorten oder Zusatzstoffen zu wissen, das würde heute eh alles automatisch gemischt!

Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind nun einmal das Handwerkszeug für Autorinnen. Wahrscheinlich ist man nicht perfekt, aber man sollte sich schon große Mühe geben, so gut zu sein wie eben möglich. Sicher wird trotz allem das Korrektorat noch einen Eimer voll Fehler zu Tage fördern, aber dennoch …

… oder stellt euch einmal vor, ihr wärt Verleger. Auf eurem Tisch landet ein Manuskript, das vielleicht genial ist -aber so genau weiß man das nicht, denn wegen der großen Anzahl an Fehlern ist das Ding einfach nicht deutlich lesbar. Würdet ihr euch die Mühe machen, in so etwas zu investieren?

Meine Rechtschreibung ist auch nicht immer tippitoppi – ich schludere beim Korrekturlesen, vertippe mich häufig und generell ist mein Wissen auf dem Stand der späten Neunziger, seitdem hat es gefühlt ein Dutzend Reformen gegeben. Im Großen und Ganzen, allerdings, hoffe ich schon, dass meine Texte lesbar und wenigstens fehlerarm sind. Und wenn ich ein Buch sehe, bei dem schon die ersten Seiten vor Fehlern nur so strotzen, lese ich, ehrlich gesagt, auch nicht weiter. Soviel Professionalität muss sein.

Was hat sechs Beine und ’nen Holzpopo?

Genau, unsere neuen Untermieter.

Neulich Abends auf dem weißen Kater entdeckt. Ein wuseliger schwarzer Punkt, der fix ins Unterfell verschwand. Bei näherer Betrachtung auf der Haut kleine rote Punkte.

Verdammt.

Da es schon spät Abends war, hatte ich natürlich keine Flohmittel zur Hand. Auf Anraten des allwissenden Internets verstreute ich großzügig auf allen Polstern Rosmarin, tropfte Minz- und Lavendelöl auf alles, was sich nicht wehrt, und rieb beide Kater mit Zitronenwasser ein. (Auf Kurt habe ich noch keine Hopser entdeckt, aber man weiß ja nie.) Gekämmt wurden sie auch, um die Springelinge möglichst direkt den Weg alles Irdischen zu schicken.

Als nächstes mussten natürlich alle Katzenlager, Decken und Kissen gewaschen und/oder eingefroren werden. In so einem plüschigen Haushalt wie dem unseren ist das eine ziemlich sportliche Aufgabe. Jedoch gilt es, Kreukontamination zu vermeiden. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war.

Seit ein paar Tagen habe ich nichts mehr hüpfen oder krabbeln sehen, aber die Eier dieser winzigen Pest können ohne weiteres Wochen und Monate überdauern. Es bleibt also spannend. Drückt uns die Daumen!

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Foto von CDC, gefunden auf Unsplash

Nehmen ist allerdings auch ganz schön

Eine schwierigere Frage. Das beste Geschenk, das ich je bekommen habe? Als ich noch klein war – und nach einem Jahr Jammern und Betteln – haben meine Eltern mir zwei Wasserschildkröten geschenkt. Ich nannte sie Harald und Schildi (ich war nicht so kreativ, verzeiht!) und liebte sie hingebungsvoll für die nächsten fünfzehn Jahre, bis auch Schildi an Altersschwäche (nehme ich an) starb. Das Schildkrötenaquarium begleitete mich zum Studium nach Bonn, erst ins Wohnheim, dann in meine erste eigene Wohnung.

Einige Jahre später kam ich in den Semesterferien nach Hause, und meine Eltern hatten Max adoptiert – einen sechsjährigen Boxer-Dalmatiner-Mischling. Das war nicht „mein“ Geschenk, aber eine tolle Überraschung. Trotz einiger gesundheitlicher Startschwierigkeiten lebte er die nächsten zehn Jahre bei meiner Familie und wurde bis ins hohe Alter sehr verwöhnt.

Und jetzt eben Kurt. Ein selbstgemachtes Geschenk, und genau das Richtige für uns. Der Mann hat sämtliche Vorbehalte gegenüber „Second-Hand-Tieren“ aufgegeben und verbringt Stunden damit, den Neukater zu verwöhnen. Tja, ich lebe jetzt eben in einem Drei-Männer-Haushalt. Fröhliche Feiertage!

 

** Jaa, ich weiß … Tiere sind kein Geschenk. Die Dame vom Katzenschutz sagte auch, sie würden eigentlich so kurz vor Weihnachten nicht mehr vermitteln, wegen der Hektik über die Feiertage und weil genau diese Katzen oft nur wenige Wochen später wieder bei ihnen landeten. Meine Familie hat allerdings eine lange Tierhaltertradition, da weiß man vorher, welche Verantwortung so ein neues Familienmitglied mit sich bringt. Egal, ob das jetzt Hamster waren oder Meerschweinchen, Spinnen, Schlangen, Ratten, Hunde, Katzen, Kanarienvögel, Hühner, Gänse, Ziegen, … alle wurden geliebt und versorgt, so gut es eben ging.

(Und wusstet ihr eigentlich, dass man Schnecken „kauen“ hören kann? <3 )

 

Ranzig gegen den Rest der Welt

Diesen Monat habe ich im Netz einen merkwürdigen Trend beobachtet. Reihenweise werden Kommentare geschrieben, in denen gegen bequeme (überwiegend) Frauenkleidung gestänkert wird.

High-Waist-Jeans machen Frauen „unfickbar“.

Jogginganzüge im trauten Heim sind ein Zeichen für gesellschaftliche Verwahrlosung.

Dass man als Frau über dreißig gefälligst keine Creolen mehr tragen solle, ist ja schon länger klar.

Und jetzt, ehe wir einander falsch verstehen: Ich finde, jede*r sollte sich so schön oder ranzig machen, wie er*sie bitte eben möchte.

Aber mein persönlicher Wert bemisst sich nicht daran, wie „fickbar“ ich im Alltag aussehe oder ob ich auf dem Sofa im Ballkleid herumhänge, in schlackerigen Yogahosen (die noch nie ein Yogastudio auch nur von fern gesehen haben) oder – GASP! – nackt. Und meine Beziehung scheitert auch nicht daran, wie hoch ich meine Hose ziehen kann, da ist der Mann Leid gewohnt. (Ich übrigens auch. Wenn er ein modisches Abenteuer begehen will, kauft er kein blaues Shirt, sondern ein blaues T-Shirt mit Muster.)

Einige meiner Freundinnen legen großen Wert darauf, in jeder Lebenslage stylisch auszusehen, und ich finde das toll. Andere haben es lieber bequem. Dritte wollen oder können einfach nicht viel Geld für ihre Garderobe ausgeben und/oder haben nicht die Zeit (oder Lust), sich umständlich aufzubrezeln.

Meine Philosophie ist ja meistens: Seid froh, dass ich nicht nackt bin.

Und das muss dann auch erst einmal reichen.