Geben ist seliger als nehmen

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Das beste Geschenk, das ich je gemacht habe? Wahrscheinlich die Wackentickets für den Mann. 2018 waren wir da, und es hat viel Spaß gemacht – diesmal sogar ohne Schlamm. Insgesamt verschenke ich inzwischen lieber Events als Objekte, davon hat man mehr und sie sammeln keinen Staub (außer natürlich, ich finde DAS Geschenk).

Wie sieht’s bei euch aus? Womit habt ihr mal jemandem eine besondere Freude gemacht?

Schreibrituale

Eigentlich habe ich nicht viele Schreibrituale – aber ein paar Tricks, um schnell in die Materie zu kommen. Beispielsweise haben fast alle meine Bücher eine eigene Playlist. Wenn ich die einschalte, bin ich innerhalb weniger Takte wieder mitten in der Geschichte und kann direkt da weitermachen, wo ich aufgehört habe.

Wenn es schwer geht, nehme ich das Manuskript auch manchmal mit aufs Sofa und lasse im Hintergrund eine Serie laufen, die ich bereits kenne. Das lenkt die Innere Kritikerin genug ab, dass ich vor mich hin prödeln und einen schlechten ersten Entwurf schreiben kann – denn schlechtes Geschriebenes kann man zwar überarbeiten, aber brilliantes Ungeschriebenes bleibt leider ungelesen. Je nachdem, in welcher Sprach ich gerade arbeite, wähle ich als Tonspur eine andere, die ich verstehe, damit sich nicht Zitate aus der Serie in mein Manuskript mogeln.

Gegessen wird am Schreibtisch eher selten, aber eine Tasse Tee oder Kaffee habe ich gerne dabei, wenn ich länger sitzen bleiben kann. Und natürlich einen Kater, der mich alleine durch schnarchende Anwesenheit inspiriert.

Überraschung aus dem Nikolausstiefel

Nachdem die Miezi schon einige Wochen von uns gegangen war, begannen wir, nach einem neuen Kumpel für Greebo zu suchen. Die Idee, dass er ganze Tage hier alleine ist, wenn wir arbeiten, wollte uns einfach nicht gefallen.

Also habe ich angefangen, bei den lokalen Tierschutzorganisationen herumzufragen. Einige waren direkt raus, weil sie keine Katzen in reine Wohnungshaltung vermitteln. Andere hatten keine geeigneten Katzen, die in unsere Situation gepasst hätten. Aber schließlich hatten wir Glück – ein Katzenschutzverein hatte einen älteren Kater, der andere Katzen gewohnt war und aus Wohnungshaltung stammte. Wir schrieben ein paar eMails hin und her, um die Details zu klären, es gab die ersten Fotos. Dann vereinbarten wir einen Besichtigungstermin.

Der Mann war zunächst skeptisch – und das kann ich gut verstehen. Bei einer älteren Katze weiß man nie so recht, was sie vorher erlebt hat, welche Macken sie mitbringt, was es für gesundheitliche Probleme geben mag. Aber da er mich liebt und wir wussten, dass wir bald Gesellschaft für Greebo brauchten, kam er mit.

Und war sofort hin und weg, denn der Kater, der uns vorgestellt wurde, war direkt sehr zutraulich und verschmust und ließ sich von den anderen anwesenden Katzen keineswegs aus der Ruhe bringen. Trotzdem erbaten wir uns ein paar Tage Bedenkzeit, um alles zu besprechen.

Eigentlich war es ein No-Brainer. Und so zog letzten Freitag der flauschige und noch ein wenig schüchterne Kurt bei uns ein. Sagt hallo!

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Greebo ist noch nicht so richtig überzeugt, aber es hat keine Balgereien gegeben, und Kurt gibt sich redlich Mühe, sich anzufreunden. Außerdem genießt er es ganz offensichtlich, nach beinahe einem Jahr in der Pflegestelle endlich zwei Menschen ganz für sich zu haben und auf einem weichen Bett schlafen zu können und so richtig verwöhnt zu werden. Wir müssen noch ein paar kleine Benimmregeln festlegen – nein, er darf keine Chips aus der Tüte klauen, und das Futter kommt auch zu ihm, wenn er nicht versucht, es von der Anrichte zu angeln – aber im Großen und Ganzen sind wir überrascht und dankbar, wie gut die Vergesellschaftung geklappt hat.

Wieviel „ich“ ist in meinen Texten?

Puh, schwierige Frage … meine Charaktere sind eigenständige Figuren und oft nicht einer Meinung mit mir. Andererseits teilen wir schon viele der gleichen Werte und Ideen über das Leben. Ich bin nicht notwendigerweise mit meinen Charakteren befreundet, aber ich möchte keine Zeit mit Leuten verbringen, die ich im echten Leben aktiv verabscheuen müsste.

Viele meiner Figuren sind Frauen – weil ich diese Perspektive besser verstehe und weil ich, ehrlich gesagt, denke, dass es schwierig ist, beim Schreiben das Geschlecht überzeugend zu wechseln. Viele Autor*innen, die ich bewundere, schaffen das sehr gut, aber immer wieder sehe ich auch Beispiele, bei denen Charaktere zu Klischees oder Karikaturen verkommen.

Nachdem ich das gesagt habe, fällt mir natürlich ein, dass in meinem unfertigen Manuskript der Protagonist ein Mann ist – vielleicht geht es deswegen so schleppend voran? Nah, eher nicht. Ich prokrastiniere einfach zu gerne. Ob Harald überzeugend ist, müsst ihr dann später für mich entscheiden.

Auf den Mund gefallen war bislang auch noch keiner meiner Charaktere, das haben sie definitiv von mir.

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Ich – einfach unverbesserlich? Wohl eher nicht … ^^

Eine Serie unvorhergesehener Ereignisse

… ach, eigentlich nicht. Ich überplane mich, nehme zu viele Aufgaben an, verliere den Überblick und werde dann im entscheidenden Moment vom Leben mit einer Breitseite erwischt. Das Übliche halt. Eigentlich macht es sogar Spaß. ^^IMG_3630

Vielleicht sollte ich mir ein Beispiel an meinen neuen Mitbewohnern nehmen … langsamer machen, öfter mal irgendwo gemütlich eingraben und regelmäßig unter die Terrariumsdecke kacken. ^^

 

Mein Lebensretter

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Habe ich euch den schon einmal gezeigt? Die Blogprompts fragen nach einem Gegenstand, ohne den ich nicht leben könnte. Und das ist tatsächlich am ehesten mein kleiner, langweiliger Papierkalender. Er regelt für mich Termine, zu beantwortende Post, Adressen, Deadlines, wichtige Informationen und sorgt dafür, dass ich alles, was ich mir aufschreibe, tatsächlich im Blick habe.

Aus irgendeinem Grund schaffe ich es nicht, auf digitale Organisation umzusteigen. Ist vielleicht aber auch gar nicht so schlimm. Wenn dieser Kalender abstürzt, liegt er nämlich einfach auf dem Boden.

Wie organisiert ihr euer Leben? Tipps? Tricks? Erfahrungen?

Sammelwut

Manche Leute sammeln Kronkorken. Goldmünzen. Briefmarken – der Klassiker.

Ich habe mir eine etwas andere Sammlung zugelegt.

Ich sammle ungebeten zugesandte Bilder von männlichen Genitalien. Penissen. Und nein, das ist keine Aufforderung. Ich bin auch keiner Perverse (oder wenigstens nicht perverser als der Durchschnitt, denke ich), und mir ist durchaus bewusst, dass man überall im Netz für lau beeindruckendere Fleischpalmen sehen kann, wenn man denn möchte.

Aber Penisbilder sind praktisch.

Was man damit macht?

Ich etwa schicke sie weiter – jeder, der mir ungefragt einen Penis schickt, bekommt einen anderen aus meiner Sammlung zurück. Merkwürdigerweise freuen sich die wenigsten über diese Art des Austausches. Kann mir gar nicht vorstellen, warum das so ist.

Was sammelt ihr merkwürdiges?

Der Alltag hat mich wieder

Allmählich ist alles Liegengebliebene aufgearbeitet, alles Liegengebliebene weggeräumt und alles Liegengebliebene verarbeitet. Der Alltag hat uns wieder. Nur manchmal erwische ich mich dabei, dass ich an einem der üblichen Plätze die kleine Miezi auftauchen sehe. Oder dass ich ein hübsches Kleidungsstück sehe und mir denke: „Das kannst du nicht kaufen, die Miezi wird alle Fransen abreißen.“ Erfahrungsgemäß wird das noch eine Weile dauern, das Herz ist offenbar ein Gewohnheitstier. Greebo, ihr Bruder, ist im Moment sehr anhänglich, aber ansonsten fängt er sich gut, denke ich. Wir müssen mal schauen, ob wir ihm beizeiten Gesellschaft adoptieren.

Und jetzt zurück zum Plan.

Und dann waren’s nur noch drei

Die Miezi hat es nicht geschafft. Oder vielmehr, sie hat es überstanden. Anfang der Woche haben wir eingesehen, dass ihr Körper sie inzwischen mehr hinderte, als dass er ihr hilfreich war, und haben sie gehen lassen.

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Das ist das älteste Foto, das ich von der Miezi gemacht habe. Damals wohnte sie noch bei meiner älteren Schwester, die sie aus einem Graben gezogen und mit der Flasche aufgepäppelt hatte. Ein knappes halbes Jahr später würden sie und ihr Bruder zu uns ziehen.

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Und das ist das letzte Bild, das ich von ihr habe. Aufgenommen am letzten Dienstag. Sie hat darauf bestanden, auf dem Balkon zu schlafen, also haben wir ihr ein kleines Nest gebaut.

Zwischen diesen beiden Bildern liegen beinahe genau elf Jahre. Ich bin dankbar für jeden einzelnen Tag dazwischen. Zurück bleiben zwei Menschen und ein Kater, die sie nie vergessen werden.

Kommt mal wieder anders …

Dachtet ihr schon, die Erinnerung an unsere ganze Romantik hat mich ausgehauen?

Nö, dem ist nicht so. Was für ein Glück.

Stattdessen geht hier gerade alles drunter und drüber, denn: Unsere Miezi ist krank. :-(

Angefangen hat alles Anfang letzer Woche, als sie nicht mehr fressen wollte (statt spärlich) und keinen Kot mehr absetzte. Wir also besorgt zum Tierarzt in die Notdienst-Sprechstunde. Gerade das Beste ist für unsere kleine Ziege gut genug. Und nach dem Drama mit der Schnur und der OP vor einigen Jahren sind wir da auch ein wenig neurotisch. Der Tierarzt bestätigte dann auch, dass sie schlecht atmet, das müsse dringend untersucht werden.

Also Aufbaumittel, Flüssigkeitsdepot, am nächsten Morgen direkt für Blutbild und Röntgen wieder einbestellt. Blutbild ging nicht, weil sie wohl zuviel Drama gemacht hat, aber Röntgen. Und siehe da: Nicht nur hatte sie ein vergrößertes Herz und Wasser in der Lunge, sondern auch eine diffuse Masse. Tierarzt tippte auf Lungentumor, aber im Röntgenbild lässt sich das schlecht sagen. Um das Atmen zu verbessern (denkt euch, Katzen funktionieren mit Sauerstoff viel besser!) entwässernde Tabletten. Außerdem bekamen wir die Adressen von zwei Spezialisten, um weitere Diagnostik für Herz und obskures Dingens machen zu lassen. Herz bitte zuerst.

Das half ein paar Tage, dann verweigerte sie wieder alles. Als sie am Sonntag erbrach, ging es wieder in die Notdienst-Sprechstunde, diesmal zu einer anderen Tierärztin. Ehrlich gesagt: Ich dachte, wir fahren ohne kleine Katze wieder heim. Die Tierärztin gab stattdessen ein Mittel gegen Übelkeit und mehr Flüssigkeitsdepot. Leider fraß die Katze auch danach nur unter Protest und nach längerem Malträtieren mit Malzpaste auf dem Löffel.

Gestern dann also der Termin bei einer lokalen Katzenherzspezialistin. Die machte noch mehr Untersuchungen, et voilà: Kein vergrößertes Herz. Auch kein Wasser in der Lunge. Ob die erste Diagnose falsch war oder die Medikamente zu einer Normalisierung geführt haben – wer weiß? Allerdings ist sie ziemlich sicher, dass diese merkwürdige Masse wirklich ein Lungentumor ist. Außerdem konnten wir diesmal ein Blutbild machen, und die Entzündungsparameter sind viel, viel zu hoch.

Gegen den Tumor kann man im Moment nicht viel machen, dazu ist der Gesamtzustand der Miezi zu schlecht. Aber man kann ihr Antibiotika geben und sie mit Aufbaupräparaten in Form tüddeln. Genau das machen wir im Moment, denn abgesehen von ihrem erhöhten Ruhebedürfnis ist sie immer noch fit und wehrig und macht nicht den Eindruck, als hätte sie das Schnäuzchen voll. Wenn diese Behandlung in absehbarer Zeit ein gutes Ergebnis bringt, können wir überlegen, was wir weitermachen. OP? Chemotherapie? Oder ersparen wir der Miezi den Stress und machen es ihr nur palliativ so lange möglichst bequem, wie es ihr gut geht?

Ich weiß noch nicht. Wir haben etwa zwei Wochen, um zu sehen, ob wir sie päppeln können, dann müssen wir eine Entscheidung treffen. Bis dahin werde ich sehr verdreht sein und wahrscheinlich nur wenig schlafen. Hauptsache, der kleinen Katze geht es bald besser.

Und jetzt zurück zum üblichen Programm.