Das Altenheim „Zum Grumpeligen Kater“

Ein weißer Kater mit roten Zeichnungen an Kopf und Schwanz, ziemlich zerzaust und hager, liegt in einer improvisierten Höhle aus verschiedenen Stoffen und Decken, die in einem Metallregal eingerichtet ist. Er wirkt mittelmäßig zufrieden. Hinten rechts in der Ecke ist eine Lücke in der Höhle, durch die man grüne Landschaft sieht.
„Und wo bleibt mein zweites Frühstück???“

So ist das also mit einem Kater, der seinen Lebensabend genießt. Draußen wird es kälter und endlich wieder nass. Am liebsten hätte ich ihn jetzt in der Wohnung, wo es wenigstens windstill und doch schon ein wenig wärmer als auf dem Balkon ist. Aber davon will Greebo nichts wissen. Er hat seit dem Frühjahr auf dem Balkon gewohnt, und das ändert er auf den letzten Metern auch nicht mehr.

Sein Lieblingsplatz ist das Regal, das hinter der Balkonbrüstung unter dem Kasten mit den Tomaten steht. Natürlich regnet es da drauf. Das ist mein persönliches Versagen, wenn ich seinen Blick in den vergangenen Tagen richtig interpretiert habe. Flauschedecke nass, Kater nass – Himmeldonnerwetter, dann leg dich doch einfach auf die andere Decke auf dem gepolsterten Stuhl?

Nein, das geht natürlich nicht.

Also haben wir improvisiert.

Die wasserdichte Laufjacke verwende ich doch sowieso nicht, ich bin Schönwetterläuferin. Die hängt an der Rückseite über das Regal und hält Wind und Regen ab. Oben drauf ein paar stabile Stücke Karton, um die Jacke zu beschweren und noch mehr Regen abzuhalten. Ein Sichtfenster in den Gemeinschaftsgarten darf natürlich nicht fehlen. Eine trockene Katzendecke, dazu ein ultrawarmer Schal zum Einkuscheln und ein Deckchen aus hundert Prozent Wolle, dass ich sowieso nur für ihn gehäkelt hatte. Greebo liebt den Geruch von Wolle, musst du wissen. Auf der linken Seite hält ein Handtuch mehr Wind und Regen ab.

Joah, so lässt es sich leben. Wenn nur die Snacklieferanten nicht so verdammt unzuverlässig wären!!!

Müde, aber glücklich

Manchmal muss man sich entscheiden: Erhole ich mich? Oder mache ich etwas, das garantiert glücklich macht, und bin danach so vital wie der platte Igel an der Endhaltestelle?

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Für so eine alte Frau wie mich war es ein lebhaftes Wochenende, und was jetzt von mir übrig ist, sabbert leise weinend (leise, haha!) auf die Tastatur. Zuwenig geschlafen. Zuviel bewegt. Gut gebechert. Lange Autofahrten.

Ein Teil von mir denkt: Puh, tu dir sowas doch nicht mehr an!

Ein anderer Teil denkt: Du musst sowas öfter machen, du bist gar nicht mehr im Training.

Und wir wissen ja alle, wer von beiden Recht hat.

Und damit es hier auch mal wieder ums Schreiben geht: Während eines Ausflugs hatte ich die phänomenale Erkenntnis, dass in meiner aktuellen Geschichte etwas Entscheidendes fehlt. Aber das kann ich leicht nachbasteln, wird anschließend gar nicht mehr auffallen.

Und jetzt entschuldige mich bitte, ich muss mich hart erholen, damit ich am Samstag tatsächlich durch den Schlamm kriechen kann.

Ach, die schreibt auch?

Ja, aber davon hört man im Moment nicht soviel.

Auf grauem Teppich liegt eine Person im schwarzen T-Shirt, die Arme in einer frustrierten Geste nach oben geworfen. Auf dem Gesicht liegt ein Ringbuch, auf dessen Cover ein großes Fragezeichen zu sehen ist, in der linken Hand hält die Person etwas, was ein Stift sein könnte.
Foto von Ryan Snaadt, gefunden auf Unsplash

Nach dem ganzen Chaos war es so schwierig, wieder in eine Schreibroutine reinzukommen und alles aufzuholen, was so aufgelaufen war, und ich bin noch ein wenig matschig von den letzten Monaten und meine ganzen Pläne sind natürlich im Eimer.

Ob ich das Hörbuch zu „Allerseelenkinder“ dieses Jahr im Oktober herausbringe? Wer weiß?

Wird „Willkommen in Schattenfall“, mein Cozy Fantasy-Roman, rechtzeitig vor Halloween fertig? Keine Ahnung!

Aber ich pflüge vorwärts. In winzigen Schritten. Mit dem Optimismus all jener, die keinen richtigen Plan und nur viel Begeisterung für ihre Projekte haben.

Der Sammelband für „Gruftgeflüster“ müsste mal zu Ende gehübscht werden. Eine meiner stärksten Schwächen.

Und da ist noch eine Handreichung für Autor*innen, die ich dieses Jahr herausbringen möchte – ironischerweise darüber, wie man unter widrigen Umständen und immer weiter schreibt, auch wenn die Deadline noch so aberwitzig aussieht. Mal schauen, ob ich da als gutes Beispiel vorangehen kann.

Auf jeden Fall – es geht vorwärts. Im September könnte ich meinen Newsletter mal wieder beleben, ich schulde der Welt ein paar Geschichten. ^^

Geschenke planen im Budget – It’s the final HOLIDAY countdown!

Dädädääädä! Dädädädädää!

Sorry, geht schon wieder. (Steckt Ukulele weg.)

In einem grünen Kaffeebecher stehen zwei kleine Dickblattpflanzen (ein Crassula-Geldbaum und eine ... äh, Dingens). Davor liegen zwei kleine Schieferplättchen mit silberner Aufschrift. Auf einer steht HAPPY, auf der anderen BIRTHDAY! - die zweite ist mit einer kleinen silbernen Blume verziert.
Sieht fast gar nicht selbstgemacht aus, oder? ^^

Das da oben schenke ich (u.a.) meiner besten Freundin zum Geburtstag. Ist niedlich, oder? Und jetzt zum Grund dieses Posts: Es war gar nicht teuer.

Dieses Jahr wird das Geschenkbudget für viele Leute eher schmal ausfallen, das ist uns, denke ich, allen klar. Deswegen möchte ich jetzt vorab schon ein paar Tipps zum Upcycling und „Sieht nicht gebastelt aus!“-Basteln geben.

Heutiges Thema: Tassen. Kriegt man sehr günstig, wahlweise neu oder auf Flohmärkten. Die da oben war Teil eines Sets, das ich für zwei Euro gekauft habe. Was kann man mit Tassen alles machen, so geschenkweise?

  • Leckeren Tee dazutun
  • Heiße Schokolade am Stiel basteln und in der Tasse verschenken
  • Blümchen reinpflanzen (s.o. – denkt dran, ein paar Kieselchen o.ä. als Drainage unten reinzulegen und Pflanzen mit ähnlichen Bedürfnissen zusammenzupflanzen).
  • Kerzen in der Tasse basteln – wahlweise mit oder ohne Duft (Achtung: Wenn ihr Dekokram reintut, passt auf, dass der nicht brennbar ist!)
  • Tasse mit handgemachtem Tassen-Cozy aufwerten – und wenn man sich richtig im Flow fühlt, macht man noch passende Untersetzer oder Topflappen dazu.
  • Backmischung für Tassenkuchen aus der Mikrowelle zusammenmischen und im Tütchen mit der Tasse verschenken, Rezept hübsch ausdrucken/aufschreiben und zusammengerollt an den Henkel binden (darauf achten, dass die Tasse mikrowellengeeignet ist!).

Und falls dir so eine ranzige alte Tasse vom Flohmarkt zu schlicht ist, kannst du sie mit Porzellanmalstiften oder entsprechender Sprühfarbe leicht aufpeppen. Sobald ich dazu gekommen bin, zeig ich dir auch da ein paar Ideen. Und das Schöne ist, dass man viele dieser Dinge leicht in größeren Mengen machen kann. Also ja, es gibt am Anfang Anschaffungskosten für Zubehör wie Farbe oder Garn, aber das reicht dann auch für eeeewig. Mit der Sukkulenten-Erde und den Schieferstückchen, die ich für die Pflanztasse gekauft habe (insgesamt zehn Euro) kann ich noch mindestens zehn Tassen befüllen, wenn ich will. I. e. am Ende kommt so eine Pflanztasse mit Begrünung für weniger als vier Euro daher, und das geht noch günstiger, wenn man seinen Kies nicht kaufen muss oder die Erde in größeren Mengen nimmt – aber wo soll ich auf dem Balkon bitte mit einem Fass Blumenerde hin? ^^

Für Leute, die auf nutzlosen Dekokram zum Staubfangen stehen, gibt es übrigens auch unendlich viele Bastelideen, was man alles aus Tassen etc. machen könne, beispielsweise hier. Meine älteste Schwester hat man mit Fimo eine richtige Landschaft in eine gesprungene Teekanne modelliert, ich war sehr beeindruckt. Sowas kann ich definitiv nicht, aber vielleicht bist du fimovirtuos begabt?

In den kommenden Wochen gibt es hier noch ein paar weitere Tipps und Tricks für Geschenke im Budget. Hast du noch Ideen, was man alles mit Tassen machen könnte, wenn man zum Beispiel zufällig (RÄUSPER) drei Dutzend weißer Tassen zuhause stehen hat, weil man sich nicht bremsen konnte?

PS: Für viele dieser Ideen braucht man nicht unbedingt eine Tasse, eine Müslischale tut es oft zur Not auch. Wir sind ja flexibel.

Vorwärts!

Manchmal habe ich superdurchdachte und verplante Tage, mit festen Schreibzeiten und Tageszielen, die alle erreicht werden, und diesem Gefühl von „Accomplishment“, wenn ich Abends ins Bett gehe.

Aktuell sieht es meist eher so aus, dass ich wie wild mit allen acht Armen rudere, um von allem, was getan werden muss, wenigstens ein bisschen zu schaffen. Und dann sitze ich nach Mitternacht auf dem Sofa und tippe einen Blogbeitrag, der eigentlich total organisiert und wohldurchdacht und natürlich wunderschön ausformuliert sein sollte, damit niemand denkt, ich sei tot. Das Manuskript hat Verlustängste, weil es konstant vernachlässigt wird, die Kater haben den großen Aufstand gestartet und der Mann versucht sich zu erinnern, ob er nicht irgendwann mal mit einer Frau zusammengezogen ist, die regelmäßig gesunde Mahlzeiten kocht.

Das Leben ist halt nicht immer so, wie wir uns das denken.

Ist auch gar nicht so schlimm.

Hauptsache, wir machen weiter.

Über die Alternative denken wir am besten gar nicht nach.

Vorwärts!

Mondfeste? Windfeste? Taubenfest? Hauptsache feiern!

Heute geht es mal wieder um ein Schreibthema: Worldbuilding. Und da es gerade allenthalben ja etwas drisch ist, reden wir über etwas, was die meisten Leute mögen: Feste.

Große Feste, kleine Feste.

Was wird in deiner Welt gefeiert? Geburtstage? Religiöse Feste? Naturereignisse? Was ist in der Gesellschaft, in der deine Geschichte spielt, wichtig? Und warum? Wie äußert sich das? Und vor allem – was sind die Unterschiede?

Bestimmt gibt es bei dir in der Gegend (jetzt in der Realität, nicht in den Geschichten) Schützenfeste. Dann weißt du, wovon ich rede. Fünfzehn Kilometer entfernt wird das Schützenfest schon ganz anders gefeiert als bei dir im Ort. (Mit anderen Worten: Die amüsieren sich ganz falsch!)

Oder wenn du mal in einer anderen Gegend auf einer Hochzeit eingeladen warst – gab es Bräuche oder Spiele, die dich überrascht haben?

Häufig findet man in Fantasy-Geschichten nämlich in erster Linie sehr homogene Gesellschaften. Der ganze Kontinent ist ein Königreich, in dem alles überall immer gleich ist und jeder das Gleiche über Geschichte und Politik wissen.

Hast du mal miterlebt, wie die Kölner und Düsseldorfer sich über Karneval zerfleischen? Oder wie die Bonner und die Beueler traditionell streiten? Es gibt keinen Grund, warum das nicht in deiner fantastischen Welt genau so sein sollte. Das macht den Hintergrund lebendig und reich und kann zu lustigen zusätzlichen Verwicklungen und Missverständnissen führen.

Wichtig ist vor allem, dass die Feste und Gebräuche in deiner fantastischen Welt sinnvoll aufeinander aufgebaut sind. In manchen Konstellationen ergibt es mehr Sinn, den Beginn der Regenzeit zu feiern als den ersten Frühlingstag. Einige Völker werden das erste geschlüpfte Küken feiern, andere huldigen dem größten Weinstock. Nomadenstämme haben andere Prioritäten als Bauern, in den Bergen feiert man anders als am Meer – und wenn die halbjährlichen Überschwemmungen für die Bevölkerung überlebenswichtig sind, werden auch die gefeiert. Gibt es deutlich unterscheidbare Jahreszeiten?

Das wichtigste ist, überhaupt Gelegenheiten zum Feiern zu finden.

Von Flöhen und Märkten

Magst du Flohmärkte auch so sehr wie ich? Es ist einfach immer wieder spannend. Nicht so sehr, welche Schätze man findet, sondern vor allem, wovon Leute sich trennen. Das bedeutet nämlich auch, dass sie die Dinge, die sie jetzt so dringend loswerden wollen, irgendwann mal unbedingt haben mussten (oder geschenkt bekommen haben). Deswegen mag ich auch die echten Gebrauchtmärkte lieber als die semiprofessionellen Märkte, auf denen man vor allem günstiges Stückgut in neu bekommt. Was kann ich sagen? Als Autorin bin ich nun einmal besonders neugierig, und nirgends sonst kriegt man soviel Einblick in fremde Haushalte wie auf dem Flohmarkt.

Deswegen war ich am Samstag auch unterwegs. Es gibt in Bonn nämlich achtmal im Jahr, und zwar von Frühjahr bis Herbst jeweils am dritten Samstag im Monat, den Rheinauenflohmarkt. Der gehört angeblich sowohl zu den schönsten als auch zu den größten Flohmärkten Deutschlands, und er ist für mich sogar mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Ich glaube, ich habe es noch nie geschafft, wirklich den ganzen Markt abzulaufen. Irgendwann ist immer die Energie auf und der Fuß lahm, dann brauche ich dringend einen Kaffee und eine Portion Backfisch.

Meist kehre ich ohne besondere Ausbeute vom Flohmarkt nach Hause zurück. Wir haben eh schon genug Kram herumstehen. Aber Büchern kann ich (natürlich) nur schwer widerstehen, und manchmal findet man etwas, von dem man bis zu dem Augenblick gar nicht wusste, dass man es brauchen könne – einen hübschen Wenderock aus Indien oder die perfekte Holzente. Oft halte ich Ausschau nach Dingen, die ich für Bastelprojekte brauchen könnte. Aber ja, ein Buch ist eigentlich immer drin.

Als Kind habe ich das eine oder andere Mal auch auf Flohmärkten verkauft, aber das wurde mir immer schnell langweilig.

Wie stehst du zu Flohmärkten? Yay oder nay? Stöberst du gern oder ist das alles nur gigantische Zeitverschwendung? Gehörst du vielleicht sogar zu den verkaufenden Personen?

Vom Buch zum*r Autor*in

Schaust du ab und zu auf meine Leseliste? Zugegeben, so richtig aufregend ist die nicht. Nur eine Sammlung der Bücher, die ich ausgelesen habe. Immer mal wieder findet man da aber lustige Häufungen – meist mehrere Bücher von der gleichen schreibenden Person, dicht hintereinander gelesen. Das passiert immer dann, wenn ich eine neue schreibende Person für mich entdecke. Ich lese ein Buch, das mir gefällt. Dann schaue ich, ob es vielversprechende weitere Geschichten gibt, die mir gefallen könnten.

Manchmal merke ich, dass ich nur die eine Geschichte mochte, wegen der Geschichte.

Manchmal sind die Geschichten, die die Person schreibt, einander zu ähnlich, dann ist nach der zweiten üblicherweise Schluss.

Und manchmal bin ich „angefixt“. Wie aktuell bei T. Kingfisher – „A wizard’s guide to defensive baking“ hatte ich letztes Jahr schon gelesen und fand es gut, aber nicht überragend. Dann haben diverse Freundinnen mich unauffällig dazu gedrängt, „Nettle and bone“ zu lesen, und was kann ich sagen? Ich bin verliebt. Also wühle ich mich jetzt vorsichtig durch die weiteren Bücher. Und auch wenn nach meinem Geschmack keines der bis jetzt von mir probierten Bücher an „Nettle and bone“ heranreicht, sind sie alle gut geschrieben und abwechslungsreich. Ich glaube nicht, dass es deutsche Übersetzungen gibt, aber wenn du die Möglichkeit hast, schau dich da doch um.

So komme ich mit der Zeit zu den Autor*innen, bei denen ich definitiv ALLES lese, was rauskommt. So lange, bis sich mein Geschmack oder ihr Schreibverhalten ändert. Sowas kann passieren, ist keine Schande. Bis dahin habe ich lauter Bücher, bei denen ich recht sicher sein kann, dass ich sie lieben werde

Bist du schon einmal Hals über Kopf in die Bücher einer dir bis dahin unbekannten schreibenden Person gefallen? Und wo findest du deine Lieblings-Autor*innen?

Direkt noch ein Rant – Glas im Wald

Offenbar bin ich jetzt eine schimpfende alte Frau. Ist nicht so schlimm, ich freu mich da drauf.

Auf jeden Fall – es wird seit langem auch von Fachleuten kontrovers diskutiert, unter welchen Umständen man mit Glas einen Brand auslösen könne. Die meisten Versuche zeigen, dass handelsübliche Flaschenscherben wenigstens in dieser Hinsicht harmlos sind. Eine andere Sache ist das bei speziell geschliffenen Gläsern: In diesem Fall hat etwa eine Brille offenbar einen Brand ausgelöst. Einige von uns erinnern sich vielleicht noch an den Physikunterricht und den Brennglas-Effekt (man kann ein Feuer mit einer Lupe oder einem ähnlich konvex geschliffenen Stück Material entzünden). Auf jeden Fall sind sich nicht einmal Fachleute einig, und im Moment ist es draußen ja eher trocken.

Soviel zur Theorie.

Jetzt wechsle ich scheinbar das Thema, aber keine Bange, das kommt später alles zusammen: Ich bin ja eine Hexe. So eine langweilige „Moderne“, die keine Kinder isst (zuviel Fleisch ist schlecht für die Gelenke!) und die Umwelt mag. Die meisten von uns tun das. Und einige von uns führen auch Rituale in der freien Natur durch, das kann eine schöne Sache sein. Oft gehört zu diesen Ritualen, Dinge in der Natur zurückzulassen. Das finde ich weniger schön, wenn es sich nicht um biologisch abbaubare Materialien handelt. Aber jeder so, wie er mag, nicht wahr?

Nun weiß ich auch, dass es bei uns im Wald hinterm Haus noch mindestens eine Person gibt, die dort gelegentlich hext. Getroffen habe ich sie nicht, aber ich finde regelmäßig auf meinen Streifzügen eindeutige Hinweise – zum Beispiel selbst gefaltete Brigidskreuze im Februar. Das ist also eine von diesen „zurücklassenden Hexen“. Alles gut.

Bis Dienstag. Ich war joggen, das passiert gelegentlich mal, als mir an einem der Äste an einem Baum am Waldrand etwas auffiel:

Irgendeine Person, die offenbar nie Cartoons gesehen und im Physikunterricht aufgepasst hat, hat bei diesem trockenen Wetter mit hoher Waldbrandgefahr – wahrscheinlich völlig wohlmeinend – einen Talisman in den Wald gehängt. Einen aus einem Wollfaden, an dem mehrere prismenartige und konkav geschliffene Objekte hängen.

Ich wiederhole: In einen Wald. Bei Waldbrandgefahr. Am Waldrand, wo es noch viel trockenes Gras, Unterholz und vor allem SONNE gibt.

Gnah.

Echt jetzt?

Auf jeden Fall hab ich das Ding erst einmal so um den Ast gewickelt, dass die Glitzerdingsies auf jedne Fall im Schatten sind, denn ich war natürlich unbewaffnet unterwegs. Am nächsten Tag bin ich noch einmal hin, um das Ding mit Hilfe meiner praktischen kleinen Nagelschere aus dem Baum zu holen und angemessen zu entsorgen. Nur zur Sicherheit. Und unter Einhaltung aller mir bekannter magischer Höflichkeiten. Eigentlich ziemt es sich nämlich nicht, mit den magischen Objekten anderer Personen zu interagieren. Aber das hier ist einfach mal so gedankenlos, das geht nicht. Sogar wenn das Risiko eher gering ist – Hexen sind Naturliebhaber*innen und nicht Naturanzünder*innen. Dachte ich. Vielleicht hat sich da seit meiner Jugend ja einiges geändert?

Menschen, ey …

Weitere abenteuerliche Details

Ein geöffneter Rucksack, darin erkennt man ein grünes Portemonnaie und diverse Tüten mit Haribo-Süßigkeiten.
Lockstoffe

Es wäre ja blanke Zeitverschwendung, nur zu einer Brücke zu fahren, drüberzugehen und wieder heimzufahren, nicht wahr? Deswegen heute noch ein paar weitere Details zu meinem Wochenend-Abenteuer. Punkt 1: Die Verpflegung. Auch bekannt als „Nervennahrung“ oder „Damit kannst du andere Leute notfalls über den Abgrund locken“.

Auf einem Block aus Beton liegt eine kleine gelbe abgenutzte Stoffente, die Keilform hat. Im Hintergrund erkennt man unscharf mehrere Leute, die über eine Hängebrücke gehen, außerdem einen bewaldeten Hang.
ENTE!!!

Ja, die Brücke habt ihr schon gesehen. Aber die Ente auch? Die hat auf uns aufgepasst. KGE, wie wir sie zuhause nennen, war vor vielen Jahren ein Geschenk an den Mann und ist seitdem auf sehr vielen Urlaubsbildern gewesen.

Ein schattiger Waldpfad, es geht bergauf. Links sieht man mehrere Bäume an einem Hang wachsen, rechts schlängelt sich ein flacher Pfade zwischen weiteren Bäumen hindurch der Sonne entgegen.
Wanderpfade

Wer nicht über die Brücke wieder zurückgehen und dennoch zu seinem Auto zurück wollte, konnte alternativ durch das Tal unter der Brücke wandern. Es war sehr idyllisch, mit schmalen Pfaden, Liegestühlen und einem fröhlichen kleinen Bachlauf. Ein Nachteil: Man muss erst einmal ins Tal hinunter und dann auch wieder HINAUF wandern. Hat gutgetan.

Ein getupfte Rehkitz steht und sieht entspannt in die Kamera.
Bambi?

Weil nach der Brücke des Todes(TM) und der Wanderung noch ein wenig vom Tag übrig war, sind wir noch in den nahen Tier-Erlebnispark Bell gefahren. Das größte Erlebnis war, wenn man mal ein Tier gesehen hat – der Park ist eher klein (toll für Familien mit kleinen Kindern!) und die Tiere waren viel klüger als wir: Sie haben sich in den Schatten gelegt und gedöst. Aber man konnte u.a. durch das Dammwildgehege und zu den Känguruhs hineingehen. Und …

Ein Lemurenmännchen sitzt mit großen Augen auf dem Kiesboden dicht vor der Kamera. Im Hintergrund erkennt man Teile einer sitzenden Person, vorne rechts ein wenig Rucksack.
Ich möchte mit Ihnen über den Lemurengott reden.

… Lemuren! Wir haben eine ganze Weile im Gehege verbracht, auf dem Boden gesessen und die putzigen Biester beobachtet. Einige haben sich streicheln gelassen und waren auch sonst sehr interessiert. Am liebsten hätte ich einen im Rucksack mit hinausgeschmuggelt, aber das wäre natürlich nicht sehr vernünftig gewesen. (Ich habe es NICHT getan. Wir alle wissen, dass ich eine komplizierte Beziehung mit der Vernunft habe, aber hier habe ich mich diszipliniert.)

Der Rückweg hat dann übrigens aufgrund der Verkehrssituation eine Stunde länger gedauert als geplant, aber ich hatte es ganz gemütlich und bin mindestens fünf Minuten vor der von unterwegs aus bestellten Pizza zuhause angekommen.