Social Spam

Eine Wand aus "Spam"-Dosen. (Spam ist Frühstücksfleich in so eckigen Konserven.)
Foto von Hannes Johnson, gefunden auf Unsplash

Wie kann es eigentlich sein, dass einem auf den „sozialen“ Medien soooooo unglaublich viel Spam begegnet? Und nein, ich meine damit nicht die ungelenken „Kauft meine Bücher!“-Posts, von denen ich selbst so gerne welche absetze. Vor allem auf Instagram kriege ich andauernd Nachrichten von Accounts die „sehr beeindruckt“ von meinem „tollen Account“ (mit sagenhaften 500 Followers) sind und unbedingt mit mir kooperieren wollen. Uns allen ist klar: Die wollen an mein Geld. Und das ist schade, denn davon hab ich gar nicht soviel. Fragt das Finanzamt! ^^

Auf jeden Fall habe ich den Eindruck, dass es besonders auf Instagram, aber verstärkt auch bei Twitter und bestimmt spätestens bald bei Facebook immer mehr Accounts gibt, deren Ziel es einzig und allein ist, anderen User*innen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dafür, dass sie ihren drölfzig Millionen „total echten“ Followers deine Katze oder dein Buch zeigen.

Joah, nee.

Ich meine, sogar wenn man naiv und von der Anfrage zuerst begeistert ist, schaut man sich doch die Followers des entsprechenden Accounts an und merkt schnell, dass das fast ausschließlich Bots und „Ich folge allen, weil ich selbst Gefolgschaft generieren will“-User sind.

Und ich habe den Eindruck, dass die Betreiber der SoMe-Plattformen gar nichts dagegen tun. Warum auch? Es schadet ihnen nicht, es kostet sie kein Geld – und spätestens bei Instagram bin ich sicher, dass den Betreibern der „soziale“ Teil von „Social Media“ total egal ist.

Gnah! Es geht mir auf den Keks. Aber was sind die Alternativen? Ich tausche mich gern mit Leuten aus. Bleibt also nur, die entsprechenden Accounts stumpf jedes Mal als Spam zu melden – vielleicht merken sie es irgendwann.

Welche Strategien habe ich übersehen?

Künstler*innen und andere Menschen

Wenn ich auf Messen oder Buchveranstaltungen bin, beobachte ich für mein Leben gern die anderen Menschen. Das ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für Charaktere – ich merke mir Gesprächsfetzen, beobachte Gesten und Interaktionen. Und ich finde, bei diesen Gelegenheiten ist so etwas besonders spannend. Viele Buchschaffende sind nämlich ein wenig eigen (ich nehme mich da gar nicht aus, keine Bange). Viele sind extrem schüchtern oder introvertiert. Andere haben eine Mission … eine Botschaft für die Welt, die sie unbedingt unter die Leute bringen wollen. Bei manchen merkt man den Willen, mit ihren Geschichten einen großen Eindruck zu machen. Und oft hat man den Eindruck, dass die Leute auf Buch-Events soviel Zeit in und mit ihren Büchern verbringen, dass direkte zwischenmenschliche Interaktion ihnen etwas schwer fällt. Aber das Schöne ist: Wir wissen das. Wir stecken ja selbst mit drin. Wir sind ja gar nicht anders. Deswegen geben alle sich, meiner Erfahrung nach, große Mühe, aufeinander einzugehen und die Situationen für alle Beteiligten angenehm zu machen.

Und dennoch bin ich heute ein wenig platt. Zwei verschiedene Events in zwei Tagen nach zwei Jahren Pause … ich bin komplett aus der Übung. Also liege ich heute nur rum, stricke und esse zur Abwechslung mal wieder etwas mit einem Vitamin. Eindrücke sacken lassen, meine neuen Buchschätze streicheln, Notizen sortieren … wie so ein merkwürdiger kleiner Drache mit seinem Schatz.

(Toll, und wer zeichnet mir das jetzt?)

Lasst mich über Verfehlungen reden! (Auf der FBM!) … und natürlich der BuCon!

Die Überschrift enthält zu viele Ausrufezeichen.

Ich bin ein wenig überdreht vor Vorfreude. Am Freitag, 21.10.2022, 11:30 h, darf ich beim Podium Rheinland-Pfalz (Halle 3.1, Stand G.48) über „Verfehlte Figuren: Stark ist nicht gleich stark“ reden. Wenn alles gut geht – es bleibt spannend – ist die wunderbare Sandra aus dem Chaospony-Verlag meine Gesprächspartnerin und sorgt dafür, dass ich nicht nur wie intelligentes Pappmaché wirke. An meiner Präsenz arbeite ich noch. ^^

(Falls du den Auftritt verpasst, gibt es alle Programmpunkte hier bei YouTube zu sehen.)

Habe ich die Chance, dich auf der FBM zu treffen? Oder möglicherweise auf dem BuCon am Tag danach? Kaffeewünsche dürfen jederzeit angemeldet werden! Auf dem BuCon darf ich übrigens eine Ultrashort-Lesung zum Thema „Erster Kontakt“ halten, ab 16:30 h im Pavillon. Es ist alles so aufregend!

Gänseklein

Beim Schreiben kommt man immer wieder mit überraschenden Themen in Berührung. Dieses Mal sind es für mich Gänse. Wahrscheinlich haben wir alle schon einmal eine Gans gesehen, vielleicht sogar schon eine gegessen. Aber was wissen wir landläufig über Gänse?

Ich weiß, dass Helga da Silva einen Ganter bei sich zuhause beherbergt. Das habe ich mir nicht ausgesucht. (Auf eine merkwürdige Weise suchen sich schreibende Personen nicht aus, worüber sie schreiben. Die Geschichten und Charaktere kommen zu uns – und woher, da sind sich Leute nicht einig. Im Zweifel schiebe ich alles auf mein verqueres Gehirn, aber das erklärt auch nur einen Teil der Probleme.) Und Helga weiß mehr über Gänse als ich. Das versuche ich aktuell zu ändern. Was fressen Gänse? Was brauchen sie zum Leben? Wie gesellig sind sie?

Zum Glück gibt es das Internet, sonst säßen wir zuhause schon knietief in Büchern über Gänsehaltung – und möglicherweise hätte ich schon nach einem Studienobjekt gesucht! Nicht, dass wir angemessenen Platz für eine Gans hätten, das ist mir klar.

Meine Familie hatte früher immer mal wieder Gänse. Sie fraßen Gras und Insekten und Fallobst, wenn ich mich richtig erinnere, hinterließen kleine matschige Kothäufchen … und ein Ganter hat meine jüngste Schwester einmal in den Teich hinterm Haus gejagt. Denn, und auch das wissen Leute oft nicht: Gänse (und Schwäne) sind furchteinflößend und haben keine Angst vor niemandem.

Welchen merkwürdigen Tieren bist du beim Lesen oder Schreiben schon begegnet?

Nachwirkungen

Halb im Bild ist eine junge Frau mit Brille und blonden langen Haaren, lachend. Sie trägt einen magentafarbenen Sweater. Auf ihrer Schulter sitzt ein winziger, beinahe komplett weißer Kater mit ein paar roten Zeichnungen an Kopf und Ohren. Das Bild ist grobkörnig und unscharf.
Das erste Bild, das ich von Greebo habe

Damals war Greebo noch der Kater meiner älteren Schwester. Erst einige Monate später würde er mit seiner Schwester zu uns ziehen, kurz nachdem der Mann und ich unsere erste gemeinsame Wohnung eingerichtet hatten. Der Mann war sich nicht sicher, ob Haustiere das Richtige für ihn seien. Aber Katzen, das sei keine große Herausforderung, nicht wahr?

Am Montag mussten wir Greebo einschläfern lassen. Das Lymphom hatte sich ausgebreitet, und durch die Metastasen im Bauchraum hatte sich soviel Wasser um Herz und Lungen gesammelt, dass er kaum noch atmen konnte. Ein letzter Versuch, ihn medikamentös zu stabilisieren, war nur kurzfristig erfolgreich gewesen.

In kleinen Schritten räume ich all die Besonderheiten weg, die wir für ihn eingerichtet hatten.

Meine Bürotür ist jetzt wieder ständig offen.

Der Pürierstab liegt nicht mehr konstant griffbereit, Katzenfutter in leicht zu schleckenden Brei zu verwandeln.

Ich habe die Decken gewaschen, mit denen wir ihm Nester gebaut haben.

Die Futternäpfe sind weggeräumt, genau wie die Spielzeuge, mit denen Kurt nichts anfangen kann.

Und wenn ich in den Drogeriemarkt gehe, schaue ich nicht als erstes, wie viele Packungen von den weichen Leckerlis und dem Rindfleischfutter, das er so mochte, sie haben.

Es fühlt sich seltsam an.

Manchmal erwarte ich, dass er mich anmaunzt, wenn ich in mein Büro gehe.

Er ist uns gerne auf den Rücken geklettert und hat dem Mann immer geholfen, die passende Krawatte auszusuchen. Sonst war er nicht sehr verschmust, aber immer gern dabei.

Seifenblasen waren ihm der größte Spaß. Irgendwo habe ich davon noch Fotos. Ich sortiere sie jahrgangsweise. Dreizehn Jahre mit Kater.

Ein zerzauster, beinahe weißer Kater mit wenigen roten Zeichnungen liegt zusammengerollt auf einer schwarzen Unterlage.
Eines der letzten Bilder.

Ich weiß, dass diese Situation dazugehört, wenn man sich für ein Haustier entscheidet. Nur wenige Tiere haben das Potenzial, ihre Familie zu überleben – zum Glück, möchte ich sagen, denn ich hätte ein schlechtes Gewissen, sie zurückzulassen. Und ich weiß auch, dass es einfacher wird, bis irgendwann nur die guten Erinnerungen übrig sind.

Bis dahin tröste ich mich mit dem Gedanken, dass Ronja bestimmt schon auf ihren Bruder gewartet hat. Jetzt können sie endlich gemeinsam das Jenseits unsicher machen.

Ein beinahe weißer Kater mit wenigen roten Abzeichen und eine beinahe weiße Katze mit wenigen schwarzen und weißen Abzeichen schmiegen sich, liegend, aneinander und sehen sehr zufrieden aus.
Geschwister.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Schlechte Neuigkeiten – ich glaube nicht, dass ich „Willkommen in Schattenfall“ in diesem Monat fertig kriege. Oder wenigstens nicht so, wie ich es euch präsentieren möchte. Das letzte Jahr hat gezeigt, ich kann schreiben und veröffentlichen wie eine Maschine, aber jetzt … die Luft ist raus.

Vor hellem, herbstlichem Himmel (am Rand sieht man bunte Laubbäume) ein Stopschild in groß: Rot mit weißem Rand, achteckig, das Wort STOP in Großbuchstaben).
Foto von Joshua Hoehne, gefunden auf Unsplash

Wir hatten einen Todesfall in der Familie.

Ein anderer Verwandter liegt seit Wochen im Krankenhaus, nachdem wir ihn monatelang notdürftig zuhause gepflegt haben, bis es ein freies Bett gab.

Und jetzt ist uns am Montag der Altkater gestorben (mehr dazu später, er verdient das).

Oben drauf eine Pandemie, ein Krieg, Aufstände, Wetterkatastrophen, … – wenn ich mich zum Schreiben hinsetze, ist es anstrengend. Ich schaffe vielleicht dreihundert Wörter oder überarbeite eine Seite, ehe ich erschöpft bin.

Offenbar muss man auch eine Maschine gelegentlich zur Generalüberholung schicken. Oder wenigstens ein bisschen ölen.

Am Wochenende beginnt mein Urlaub, und da habe ich genau das vor. Ein wenig erholen. Ein paar wichtige Dinge erledigen. Weiter am Buch feilen … im richtigen Tempo, damit ihr das schönste, beste, magischste Abenteuer bekommt, dass ihr euch vorstellen könnt. Ich will mich nicht selbst mit Deadlines hetzen und euch dann einen lieblos herausgeschnäuzten Text präsentieren nach dem Motto: Hauptsache fertig!

Nur schade, dass ihr es wahrscheinlich nicht zu Halloween in Händen haltet. Aber Halloween ist ja mehr eine Lebenseinstellung als ein Datum, hab ich recht? ^^

„Sie stand auf und ging hinüber ins Wohnzimmer“

Da können wir uns alle etwas drunter vorstellen, oder? Und da passiert ja auch nicht viel, muss man also nicht mehr schreiben.

Es sei denn, das Aufstehen verrät etwas über den Charakter, von dem wir gerade schreiben.

Ich illustriere das mal mit meinem „Aufstehen und ins Wohnzimmer Gehen“ von heute morgen: Aufgewacht bin ich, als Kurt zu mir ins Bett gehopst ist, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Dann bin ich senkrecht, hab meine bequeme Hose angezogen und dachte mir: „Komm, mach dir mal einen faulen Morgen. Nach den letzten zwei Tagen hast du den verdient.“ (Der Gesundheitszustand des anderen Katers hatte sich kurzfristig derbe verschlechtert und es stand zur Debatte, ob wir ihn einschläfern lassen oder ob Medikamente noch einmal helfen, ihn zu stabilisieren; wir haben viel geflucht und wenig geschlafen, bis es wieder besser aussah.) Also ins Bad und ab zu den Katern. Die müssen nämlich morgens als erste versorgt werden. Parallel schnell die Küche aufräumen und ein paar organisierende Handgriffe in Wohnzimmer und Bad, damit alles wieder bewohnbar ist. Wäsche aufhängen, die wohnt sonst in der Waschmaschine, bis sie eine eigene intelligente Zivilisation entwickelt. Schnecken versorgen. Kaffee zubereiten. Bis ich dann tatsächlich auf dem Sofa saß und zu meiner entspannenden Handarbeit greifen konnte, um den faulen Tag zu beginnen, war eine Stunde vergangen.

Was sagt das über mich aus? Ich faulenze ganz falsch!

Andere Charaktere greifen möglicherweise als erstes zum Telefon oder zur Zigarette, werfen eine Schmerztablette ein oder malen sich schnell ein komplettes Gesicht, ehe sie den Tag beginnen. Vielleicht meditieren sie auch oder gehen hinaus in den Garten, Hühner füttern. Möglicherweise gibt es keine Küche, sondern nur Kaffee aus der Bäckerei auf der Ecke. Und einige Figuren gehen überhaupt erst ins Bett, wenn die Sonne aufgeht.

Manchmal kann man sich all diese lästigen Alltags-Handgriffe beim Schreiben (wenigstens für die Charaktere, wenn schon nicht für das eigene Leben) sparen. Manchmal kann man sie aber auch verwenden, um den Lesenden die Figuren auf eine neue Weise vorzustellen. Vor allem aber muss das, was man in solchen Situationen über die Figuren erfährt, zu dem passen, was man in actionreichen Szenen über sie erfährt. Es muss sich aber nicht unbedingt mit dem decken, was sie von sich selbst erzählen. Ich behaupte von mir selbst ja auch, ich hätte den Haushalt ganz gut im Griff. (HUST.)

Hast du mal darüber nachgedacht, was deine Lieblingsfigur morgens nach dem Aufstehen wohl als erstes tut?

Spooooooooooky!!!

Auf einer Abtropffläche aus Edelstahl steht eine schwarze Tasse mit einem Arbeiterskelett, das auf einer Mondsichel Pause macht. Dahinter, in einem Köcher aus Metall, tropfen zwei Spatel mit Spinnen-Aufdruck ab. An der Wand lehnt ein Schneidebrett, auf dem man verschiedene Totenköpfe in hell auf Grau und Blau sieht. Am Bildrand Radieschen.
An die Küchenarbeit!

Der Herbst ist da, und es wird unheimlich! Möglicherweise bin ich heute in einem Wohlfühlwarengeschäft ein wenig eskaliert – jetzt haben wir saisonal angemessene Tassen und Schüsseln, Handtücher und Katzenspielzeug. Ich habe keine Selbstkontrolle, wenn es um Halloween geht! Wenigstens kann ich mir einreden, dass ich das ja alles dringend für meinen Geburtstag brauche. 🎃

Endlich Herbst!

Nachtszene dicht über Bodenlevel fotografiert. In der Ferne sieht man verschwimmen rote, blaue und weiße Lichter vor schwarzem Himmel. Im Vordergrund liegt eine gekonnt geschnitzte Kürbsifratze, aus deren vielzahnigem Maul es hervorleuchtet.
Foto von Intricate Explorer, gefunden auf Unsplash

Der Mannn ist unglücklich. Die Wärme ist weg, die Sonne blendet nur noch, ohne zu verwöhnen, und alles stirbt.

Ich könnte glücklicher nicht sein!

Endlich Herbst!

Das Sommerende ist keine gute Zeit für mich, alles ist anstrengend und ich habe nicht so recht Schwung. Wenn dann der Nebel kommt und die Blätter bunt werden und die Luft morgens auf den Lippen knistert, lebe ich wieder auf.

Kein Wunder, dass ich Halloween so mag, oder? Gut, hinzu kommt noch der Spuk und die Geschichten und das Gruseln und die Kürbisse, aus denen man nicht nur tolle Suppe machen kann.

Wusstest du, dass Kürbislaternen eine Neuschöpfung sind? Also, „neu“. Ursprünglich machte man in Europa Laternen aus Rüben. Einige Beispiele kann man hier sehen. Als dann Leute in die USA auswanderten, nahmen sie Kürbisse, denn die gab es dort reichlich. Wer auf dem Land aufgewachsen ist, kennt Rübenlaternen vielleicht auch zu St. Martin. Rüben sind schwierig zu schnitzen und sehen irgendwie immer viel garstiger aus als die fröhlichen Jack’o’Lanterns. Findest du nicht?

Aber ich lasse mich schon wieder ablenken. Herbst. Nebel, Geister, Spukgeschichten, Punsch im Isolierbecher, wenn man in der Dämmerung durch den Wald geht und versucht, sich vom Knacken und Rascheln im Unterholz nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Laub und Kastanien und Pilze, die irgendwie weder Tier noch Pflanze sind und viel mehr über uns wissen, als gut für sie ist. Deftige Eintöpfe und Apfelkuchen und lange Einkoch-Sessions, damit man im Winter einen Gruß aus dem eigenen Garten hat. Rauhreif auf den Blättern und Scheiben, pinkleuchtende Wolken und kahle Zweige wie knorrige Finger, die nach dem Himmel greifen. Krähen und ziehende Gänseschwärme und hektische Eichhörnchen.

Hatte ich schon erwähnt, wie sehr ich den Herbst liebe?

Strongmanrun Impressionen

Dramatischer Himmel, eine große natürliche Wasserfläche, im Vordergrund eine mit einem Metallgeländer eingezäunte Betonfläche zwischen Brombeerranken. Auf der anderen Seite des Sees düstere Bäume.
Die Stimmung.

Diesmal gibt es nur wenige Bilder – auf jeden Fall im Moment. Zum einen hat es eimerchenweise geregnet, und zum anderen hat der Mann an den Hindernissen eher Videos gemacht, aus denen er mir noch schöne Bilder generieren will. Auf jeden Fall könnt ihr sehen: Dramatischer Himmel, nasse Läufer. Zum Glück hatte ich das „If you can read this text, the wearer is still human“-Shirt von „Zombies, Run!“ an, sonst hätte man mich wahrscheinlich versehentlich eliminiert. ^^

Rückansicht der Autorin daselbst. Sie trägt schwarze Lauftights und ein T-Shirt mit der Rückenaufschrift: "By the order of the UK Emergency Government, you are commanded to provide the wearer with all necessary military supplies. IF YOU CAN READ THIS TEXT, THE WEARER IS STILL HUMAN."
Im Hintergrund viele Läufer im Startbereich, allgemeine Aufregung, alles ist schon ziemlich nass.
Das T-Shirt.

Zehn Kilometer um den Fühlinger See in Köln ist schon unter guten Bedingungen eine Herausforderung. Immerhin sind es zehn Kilometer. Wenn dann noch Regen hinzukommt – hatte ich erwähnt, dass ich eigentlich eine Schönwetterläuferin bin? Aber da fragt ja niemand nach. Und wenn dann auch noch Hindernisse dazukommen … über Holzhürden klettern, unter künstlichen Baumstämmen hindurchtauchen, über Netze von einem Container zum nächsten balancieren … wird es schwierig. Aber direkt nach dem Zieleinlauf habe ich schon überlegt, das nächste Ticket zu kaufen. Was lernen wir daraus? Genau, ich lerne nichts mehr. Zur Sicherheit habe ich mir erst einmal drei Wochen Sperre verordnet, ehe ich über die nächste Teilnahme auch nur nachdenken darf.

Porträt vor dem Lauf. Ich sehe zerknittert aus, etwas nervös und ein wenig vorfreudig - oder wenigstens rede ich mir das ein. Unscharf im Hintergrund erkennt man Läufer in Kostümierung mit roten Tüllröcken. Das Wetter ist immer noch nicht besser.
Die Vorfreude.

Auf jeden Fall habe ich mir den Knöchel angeschlagen, der ist jetzt dick. Am vorletzten Hindernis waren meine Arme taub, mein Rücken tut auf eine neue Art weh und irgendwann habe ich das Bein nicht mehr hoch genug gekriegt, um ohne Hilfe aus dem Wasserbecken zu klettern. Zum Glück sind die anderen Läufer extrem hilfsbereit – ich musste also nicht auf einem der Container campieren, bis die Abbau-Crew kommt. Jetzt weiß ich, in welchen Bereichen ich mehr trainieren muss.

Klatschnasse Läuferin in neongrüner (neongelber? Darüber streiten wir zuhause) Regenjacke jubelt auf den Parkplatz. Alles ist nass. Wirklich alles.
Das Nachspiel.

Okay, und wer kommt nächstes Jahr mit auf die Strecke?