MPS Köln

 

 

Bauchfrei

Samstag haben wir uns mit ein paar Freunden einen schönen Tag gemacht, und zwar auf dem Mittelalter-Phantasie-Spectaculum in Köln. Das findet jedes Jahr am Fühlinger See statt, in einer wunderschönen grünen Freizeitanlage. Den meisten Spaß hat man, wenn man sich ebenfalls gewandet – und wer es richtig anstellt, kommt in den Genuss, kleine Kinder zu erschrecken.
^^

Auf rosa Wolken?

Wer hätte gedacht, dass einem das mit dreißig noch passiert: Im Halbschlaf packt man einen Arm voll Wäsche in die Maschine, wankt dann in die Küche weiter und macht sich für die Arbeit fertig. Die Wäsche kann man noch schnell aufhängen, ehe man zum Bus rennen muss. Aber was ist das? Pink allenthalben. Da habe ich wohl aus Versehen das LEUCHTENDROTE LEINENKLEID mit den Handtüchern zusammen in die Maschine gepackt.

Na gut, ich wollte immer schon rosa Handtücher haben. Nur gut, dass ich dafür das weiße Hemd unter dem Waschbecken übersehen habe, denn ich weiß nicht, ob Richard Rosa tragen würde. ^^

Interspirituelle Toleranz

In meinem Büro herrscht derzeit Ramadan. Das ist einerseits ganz praktisch, weil sich dadurch unsere Arbeitszeit verkürzt. Andererseits sind all meine muslimischen Kollegen tagsüber veritable Zombies. Gegessen und getrunken werden darf während Ramadan nämlich nur zwischen Sonnenunter- und -aufgang, und das ist gegenwärtig etwa zwischen 22:00h und 3:00h.

Wir Nicht-Muslime fasten natürlich nicht. Aber wir versuchen, unsere Kollegen so wenig Versuchungen und „Folter“ wie möglich auszusetzen. Alle treffen sich zur Mittags- oder gelegentlichen Teepause bei uns unten im Übersetzer-Zimmer, wo wir alle Vorräte gebunkert haben. Und die Tür bleibt zu, damit man nicht riecht, ob wir Kaffee kochen.

Ich bin ein großer Fan interspiritueller Toleranz. Natürlich in erster Linie aus Eigennutz – als Hexe gehöre ich sozusagen einer Minderheit an. Oder würde es, wenn wir uns jemals zu einer Minderheit organisieren könnten. (Die perfekte Mitgliederzahl eines Hexenzirkels ist Eins.) Für mich gilt: Jeder soll den Weg gehen, der für ihn am besten passt, solange er allen anderen das gleiche Recht zugesteht und niemand verletzt wird. Missionierung halte ich allerdings für extrem unhöflich, weil es in meinen Augen impliziert, dass der Missionierende seine Religion für grundsätzlich besser hält als die der anderen. (Was bei den großen monotheistischen Religionen ja irgendwie impliziert ist.)

Leider ist es während Ramadan so, dass auch die sonst mehr geerdeten Kollegen, wenn wir Pech haben, uns auf einmal händeringend davon vorschwärmen, wie toll doch Ramadan ist und dass wir das auch mal versuchen sollten, es sei eine großartige spirituelle Erfahrung, und überhaupt der Koran…

Neulich habe ich einer sehr netten Kollegin gegenüber freundlich abgelehnt mit Verweis darauf, dass ich es als heuchlerisch empfände, der Praxis einer anderen Religion zu folgen. Als sie dann jedoch nicht locker ließ, wurde es mir zu bunt. „Möchtest du nicht beim nächsten Vollmond nackt mit uns im Wald tanzen?“

Diesen Blick hättet ihr sehen sollen…

(Sie hat dann abgelehnt und ist gegangen.)

Wie wir auszogen, einen Staubsauger zu kaufen

Freitag abend wollte ich noch schnell staubsaugen, ehe Richard nach Hause kommt. Schließlich haben wir große rote plüschige Möbel und fast genau so große plüschige weiße Katzen. Da empfiehlt sich sowas.

Auf jeden Fall saugte ich so Staub vor mich hin, als es plötzlich einen Knall gab. Eine Duftwolke mit dem Aroma nageschmorter Elektronik stieg auf, und der Staubsauger ging aus.

Ich stutzte.

Dann stutzte ich noch etwas mehr. Prüfte die Sicherungen, die Steckdose – alles okay. Das einzige, was nicht okay war, war der Staubsauger.

Also blieben unsere Möbel haarig. Und wir überlegten, am nächsten Morgen einen neuen Staubsauger zu kaufen.

Mein natürlicher Instinkt trieb mich zu einem Elektronik-Händler. Nach einer halben Stunde gründlicher Suche – in der wir über die Vor- und Nachteile diverser Fernseher und Navigationsgeräte diskutierten – fanden wir auch schließlich die Haushaltswarenabteilung.

Standmixer, Toaster und Radiowecker.

Keine Staubsauger.

Notgedrungen fuhren wir also die paar Meter weiter zu einem großen Bastelladen/Gartencenter/Wohn- und Wohlfühlladen, mit der Überlegung, dass die uns ja auch vielleicht helfen könnten.

Und das Unglück nahm seinen Lauf.

Während wir durch die Reihen schlichen und überlegten, wo zwischen Tiernahrung, Gartenmöbeln und der Bastelecke man wohl am ehesten nach Staubsaugern schauen könnte, fiel Richard ein, dass er sich ja schon lange eine hölzerne Verpackung für die Tastatur zu seinem iPad bauen wolle. und wo wir schonmal da wären…

Also taperten wir los Richtung Holz. Fanden dünne Sperrholzplatten und Kanthölzer, wie gewünscht. Zuschnitt sei kein Problem, wurde uns versichert, dauere nur eine halbe Stunde.

Ist ja kein Ding, dachten wir. Gehen wir solange in die Gartenabteilung.

Langer Geschichte kurzer Sinn: Jetzt sind wir die stolzen (und planlosen) Besitzer eines Johannisbeerbaumes und einer Blaubeere, und haben genügend Hängevorrichtungen, um unseren Balkon endgültig in einen Dschungel zu verwandeln. Kostenpunkt: Fünfundsiebzig Euro.

Staubsauger hat der Laden übrigens nicht. ^^

Elfen und Island und Blumen und Musik

Das sind einige der Dinge, die mich in letzter Zeit beschäftigen.

Island, weil meine neue Antagonistin daher kommt. Sie heißt Lilja, ist ziemlich hart im Nehmen und hat nur vielleicht einen kleinen Sprung in der Schüssel.

Elfen wegen Islands Bezug zu Naturgeistern – ich bin sicher, das wird noch praktisch. Auch wenn die Elfen, die Liljas Gedankenwelt bevölkern, wohl nicht pastellfarben sind.

Blumen wegen des fröhlichen Gemüts meiner Protagonistin Anna. Die im Verlauf der Geschichte merkt, dass man mit Licht und Liebe nicht immer weiter kommt.

Und Musik, weil ich ja nicht nur schreiben kann. Deswegen war ich am Wochenende mit meiner Lieblings-Freundin in Hannover auf dem vielleicht einzigen Fury-in-the-Slaughterhouse-Reunion-Konzert (mit Tusq, Revolverheld und Cäthe als Vorbands). An 22. Juni geht es zu Bon Jovi nach Köln, und eine Woche später dann zu den Toten Hosen. Man gönnt sich ja sonst nichts, gell?

Interreligiöse Familientreffen

Heute wurde eine unserer zahlreichen Nichten getauft. Katholisch.

Wahrscheinlich wisst ihr schon, dass ich selber mit der Kirche nicht besonders viel am Hut habe und bereits vor Jahren ausgetreten bin. Ich hege keinerlei persönlichen Groll, es ist nur nicht der richtige Verein für mich. Also habe ich mich heute der Familie angeschlossen und lang genug zusammenzureißen, um niemandem peinlich zu sein*. Richard hingegen hat mit dem Pentagram, das er in seiner Freizeit eigentlich immer trägt, schon den einen oder anderen schrägen Blick geerntet. Da stehen wir natürlich drüber – solange das Weihwasser nicht Blasen wirft, wenn wir dran vorbeigehen, ist alles in Ordnung. ^^

Eine der Familien, in denen heute in dieser Gemeinde getauft wurde, stammt übrigens aus dem Irak. Deswegen wurde auch ein Teil des Gottesdienstes auf Arabisch und Aramäisch gehalten. Es hat mir sehr gefallen, dass der Priester dies möglich gemacht hat, denn ich denke, dass es dieser Familie schon wichtig war. Außerdem klingt Arabisch, ordentlich vorgelesen, unheimlich schön.

Und jetzt frage ich mich mal wieder, wie es wohl wird, wenn wir für unsere Kinder dereinst eine Segnung durchführen. Was dann die anderen sich wohl denken? ^^

 

 

* Als die Rede war von den Sünden der Kinder, für die Jesus gestorben sei, musste ich mir auf die Zunge beißen, um nicht zu fragen: „Und was sollen das bitte für Sünden sein? Goteslästerliche Windelbeschmutzung?“

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Himbeer-Ricotta-Kuchen

Seit ein paar Tagen sitze ich morgens ganz aufgeregt vor dem Bildschirm und trage Notizen und Ideen zusammen für ein neues Projekt. Wie ein Eichhörnchen grabe ich in den hintersten Ecken nach guten Einfällen, die ich irgendwann vielleicht einmal hatte, und wenn ich etwas finde, wird es von allen Seiten begutachtet, ob es in diese Geschichte passt. Die vier Charaktere, um die es geht, sind in meinem Kopf soweit gereift, dass ich eigentlich loslegen könnte. Und den Konflikt kenne ich auch schon. Meine Schwäche liegt darin, die ganzen Details auf dem Weg zum Höhepunkt auszuarbeiten.

Ja, ich bin ungeduldig. Nichts neues.

Jedenfalls gibt mit diese Geschichte einen hervorragenden Vorwand dafür, mich mit Eifersucht und schwarzer Magie auseinanderzusetzen. Natürlich nur zu Recherche-Zwecken. ^^

(Das Foto hat mit der Sache nichts zu tun. Ich hab mal wieder gebacken. Biskuitboden mit Himbeerpürree und Ricotta-Creme, mit Schokolade, essbaren Blüten, Gold-Glitzer und Baisers von meinem letzten Backversuch. )