Vorsätze und so

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Ich habe mir ein paar Tage Zeit gelassen, um über meine Vorsätze und Pläne für das kommende Jahr nachzudenken. 2018 hatte ich Projekte: Die Bücher, den Strongman-Run. Habe ich auch alles geschafft, und ich war wahnsinnig stolz auf mich. (Bin ich immer noch.) Allerdings war es ein unglaublich dämliches Arbeitspensum, und als endlich alles geschafft war, habe ich die letzten zwei Monate des Jahres ziemlich unproduktiv herumgelegen.

Ich hatte mich offensichtlich übernommen.

Für dieses Jahr habe ich also durchaus einige Ziele – ich möchte das „Mantikor“-Manuskript (das in seiner finalen Fassung möglicherweise nicht einmal mehr Mantikore enthält) fertigstellen und vielleicht noch am Dämonenprojekt arbeiten; ich möchte wieder mehr Kurzgeschichten schreiben und für Wettbewerbe einreichen – aber vor allem habe ich diesmal Vorsätze.

Nämlich: Ich möchte darauf achten, regelmäßig mehr Dinge zu tun, die mir gut tun und/oder die mir Spaß machen. Am Ende von 2018 waren nämlich sämtliche meiner Batterien ausgelaugt. Das Tempo kann ich unmöglich für längere Zeit beibehalten. Also gilt für 2019 die Devise: Weniger ärgern, weniger hetzen, mehr spielen.

Mal schauen, wie lange ich das aushalte. ^^

Fremde Fenster

Wenn es zeitlich passt, gehe ich gerne zu Fuß. Nicht nur im Wald, sondern auch in der Stadt, so von Termin zu Termin. Und glücklicherweise gehört Bonn zu den Städten, in denen Gardinen eher verpönt sind. Vielleicht ist das auch so ein „Intellektuelle Jugend“-Ding, auf jeden Fall – blanke Fenster, wohin man sieht.

Jetzt bin ich ja ziemlich neugierig. Das ist eine Berufskrankheit für Autoren. Also schaue ich im Vorbeigehen gnadenlos, was man durch die Fenster sehen kann. Natürlich starre ich nicht, aber ich schaue schon hin. Was für Kunst hängt an den Wänden? Wie groß ist der Fernseher? Und vor allem: Habt ihr Bücher???

Manche Wohnungen sind in dieser Hinsicht ziemlich enttäuschend. Hübsch dekoriert, vielleicht noch voller Pflanzen – das entschädigt ein bisschen – aber kein einziges Schmökerwerk in Sicht. Gut, vielleicht stehen sie einfach auf der anderen Seite der Wohnung. Vielleicht haben die Bewohner einen Karton voller prall gefüllter eReader unter der Fensterbank stehen. Wer weiß? Und ich kann ja schlecht klingeln und nachfragen.

Andere Wohnungen lassen mein Herz höher schlagen: Buch neben Buch über Buch, ganze Wände voll. Mir ist völlig wurscht, was die Leute lesen, solange sie lesen. Liebesromane? Prima! Sachbücher? Hochinteressant! Thriller über Psychopathen, die ihren Opfern die Gedärme durch die Nase ziehen? Hauptsache, ihr habt Spaß beim Lesen!

In unserer Wohnung, falls denn jemand in den vierten Stock blicken könnte, findet man übrigens in beinahe jedem Zimmer mindestens ein Bücherregal – nur nicht im Bad. Dafür in Küche und Flur. Allerdings hapert es ein wenig mit der Sortierung. Und ich habe Bücherstapel neben dem Schreibtisch, vor dem Bett und unterm Gästebett. Aber das ist normal, oder?

 

Endspurt 2018!

Draußen nieselt es, drinnen düdelt die Musik im Hintergrund, Kaffee und Tee stehen links von mir. Offiziell hat das Büro heute geschlossen, aber für Notfälle und nervige Klienten gibt es eine Notbesetzung. Das bin heute ich. Gestern Abend haben wir noch auf den Geburtstag einer Freundin angestoßen, so richtig wach bin ich also nicht, doch das gilt für die anderen Abteilungen ganz ähnlich. Keine Ahnung, was die gestern alle getrieben haben. Mir kann’s recht sein, so kann ich in Ruhe arbeiten.

2018 war, wenn man alles betrachtet, gar kein schlechtes Jahr. Ich habe eine Menge Dinge geschafft, von denen ich vorher nicht wusste, ob sie möglich sind – beispielsweise habe ich drei Bücher veröffentlicht und den kleinen Strongman-Run überstanden. Außerdem war ich auf der LBM und in Dublin. Die Sammelbände (Winter, Sommer, Anderswelt) waren ein ungeplantes Extra, genau wie die Lesung auf dem BuCon.

Was ich für 2019 geplant habe? Oh, da sind einige Ideen. Ich möchte mehr Müll vermeiden, Torten backen und dekorieren, viel laufen, viel schreiben und mir das eine oder andere Naturwunder hier in der Nähe anschauen. Außerdem hoffe ich, ein wenig mehr in der Welt herumzukommen und vielleicht dem einen oder der anderen von euch zu begegnen, beispielsweise auf der LBM 2019.

Märchenhafte Feiertage

Im Nornennetz steht der Dezember im Zeichen der Märchen, und ich habe mir direkt einen interessanten Link für euch gekrallt: Der deutsche Germanist und Erzählforscher Heinz Rölleke erzählt im Cicero, wie es angeblich mit den Märchen zugegangen ist. Wer von euch „Grimmwald“ gelesen hat, kennt natürlich die Wahrheit über den Ursprung der Grimm’schen Märchen. Aber das müssen wir ja nicht allen unter die Nase binden, nicht wahr?

Lesestopper

Oder vielleicht eher Lesestolpersteine? Egal, auf jeden Fall habe ich in den letzten Tagen eine ganze Reihe Bücher angefangen und wieder abgebrochen, und ich wollte einmal ein paar Gründe teilen, aus denen ich ein Buch abbreche. Als meistens missmutig motzende Muhme bin ich nicht besonders geduldig – ein Buch hat also nicht viel Zeit, mich zu überzeugen. Andererseits probiere ich (nicht nur beim Essen) eigentlich wirklich jeden Sch*** – also auch jedes Genre. Wiederholt. Ich lerne einfach nicht dazu.

Aber zurück zum Thema. Was hat mich dazu gebracht, Bücher ungelesen von meinem Kindle zu löschen?

  • Ein unsympathischer Charakter. Stört mich nicht, wenn Leute schlechtgelaunt sind, „böse“ Dinge tun oder sich ungebührlich verhalten – aber wenn der innere Monolog von Missgunst, Überheblichkeit und Gehässigkeiten geprägt ist, verliere ich schnell die Lust, eine Person auf ihrem Abenteuer zu begleiten.
  • Die große Liebe auf Seite drei. Üblicherweise ist es ein gutaussehender, mysteriöser Fremder, dem die Protagonistin mehr oder weniger zufällig begegnet und dem sie sofort verfällt, ohne zu wissen, ob er nicht vielleicht heimlich in der Nase bohrt oder immer Löcher in den Socken hat. Ich kann nicht einmal nachvollziehen, warum viele Leute sich so etwas wünschen oder so etwas für angemessene Unterhaltung halten. (Da schlägt das Griesgrämige in mir durch.)
  • Die berüchtigte Spiegelszene direkt am Anfang des Buches – die Protagonistin (wieder typischerweise eine Frau, auch wenn ich in letzter Zeit einen männlichen Charakter ebenfalls im Spiegel ertragen musste) steht vor dem Spiegel, beschreibt detailliert ihr Aussehen, das natürlich überirdisch schön ist, und krittelt parallel an sich herum. Jeder soll direkt wissen, dass sie sich für hässlich hält, während uns unter die Nase gerieben wird, dass sie nach normalen Massstäben ja wenigstens eine elf auf der GNTM-Jury-Richterskala ist. Wollt ihr wissen, was ich morgens vor dem Spiegel denke? Bittesehr:  Dieser Pickel wird auch immer größer. Ich muss gleich daran denken, den Katzen neues Wasser hinzustellen. Verflixt, ich bin spät dran. Wo sind meine Socken? Ob Richard schon wach ist? Und wo habe ich eigentlich gestern diesen Antrag hingelegt? Kein Wort über meine hinreißenden Sommersprossen , meine alabasterbleiche Haut oder die Tatsache, dass meine grünen Augen ja funkeln wie ein Maimorgen. Mache ich das falsch?
  • Rechtschreib- oder Grammatikfehler im Rudel. Tut mir leid, das reißt mich einfach raus. Zum einen erwarte ich von Autoren, dass sie ihr Handwerkszeug einigermaßen beherrschen, und zum anderen – wenn ihr das nicht könnt, müsst ihr das irgendwie kompensieren. Eure Geschichte kann die Geilste auf der Welt sein, ich werde das nie erfahren, wenn eure Fehler mir auf der ersten Seite bereits körperliche Schmerzen bereiten. (Allen karmischen Gesetzen zufolge müsste es in diesem Absatz mindestens einen Fehler geben. Das ist mir klar.)
  • Ewig lange Expositionen und Hintergrundinformationen. Die zehntausendjährige Geschichte des kasimuffischen Reiches kann ich später im Buch noch nachlesen, aber wenn ich sie kennen muss, um den Anfang der Geschichte zu verstehen, läuft etwas schief.

Vielleicht bin ich zu streng. Aber es gibt so viel mehr Bücher, als ich jemals werde lesen können, und ich möchte meine Zeit nicht mit Geschichten verschwenden, über die ich mich nur ärgern werde. Und jetzt mal im Ernst – es ist doch nicht so schwer, die gröbsten Schnitzer zu vermeiden. (Versuche ich demnächst auch.)

Habt ihr Dinge, die euch vor einem Buch oder Film die Flucht ergreifen lassen?

Experimente und Ärger

Wie ihr vielleicht gemerkt habt – ehrlich, mir wäre das als Leser gar nicht aufgefallen, aber ihr seid möglicherweise aufmerksamer als ich – bin ich mit den Sammelbänden von „Magie hinter den sieben Bergen“ statt zu CreateSpace zu BoD gegangen (kurz für „Books on Demand“, ein Anbieter, mit dem Selfpublisher ihre Bücher als eBook und Print für eine geringe Gebühr auf verschiedenen Plattformen anbieten können).

Einige befreundete Autorinnen hatten mir von BoD vorab erzählt, die meisten schienen zufrieden. Ab und zu gibt es immer Schwierigkeiten, von den wenigen negativen Anekdoten ließ ich mich also nicht abhalten. Man muss alles mal ausprobieren.

Das erste, was mich überraschte, waren die langen Wartezeiten. Auf das erste Exemplar von „Winter“ wartete ich mehrere Wochen, und auch bei den Folgebänden war das nicht viel besser. Das Einstellen des eBooks auf den entsprechenden Plattformen dauerte noch länger (obwohl das eigentlich leichter gehen sollte, da ist schließlich kein Druckvorgang involviert), und in deren hauseigenem Buchshop konnte ich mich selbst über die Suchfunktion auch mehrere Tage, nachdem ich (deren eMail zufolge) online sein sollte, nicht finden.

Gut, dachte ich mir, das liegt vielleicht an der Vorweihnachtszeit. Viele Autoren wollen ihr Projekt noch rechtzeitig für den Geschenkestrumpf fertigkriegen, vielleicht staut sich da einfach gegenwärtig alles.

Etwas später bemerkte ich einen Fehler in einer meiner Vorlagen. Komplett mein Fehler, die Seitenzahlen sind in Teilen der Datei falsch eingesetzt. Falls ihr „Anderswelt“ gekauft und euch gewundert habt: Ja, ich bin offiziell zu schlampig für einen ordentlichen Buchsatz. Es tut mir leid. Ich arbeite dran. Um dran zu arbeiten, musste ich den Support kontaktieren – kann ich eine geänderte Datei hochladen oder muss ich eine Neuauflage mit zusätzlichen Kosten starten? Die Kosten würde ich in Kauf nehmen, ist ja eigene Dummheit, aber vor allem – auf die Antwort auf meine Frage warte ich seit mehr als einer Woche. So stelle ich mir „Support“ bei einer vergleichsweise einfachen Frage nicht vor.

Könnte jedoch immer noch an der Vorweihnachtszeit liegen. Supportmitarbeiter sind auch nur Menschen mit zwei Armen und einem (hoffentlich) Achtstundentag. Da bleibt manches eben länger liegen.

Und dann bestellte meine unglaublich talentierte, liebe Autorinnenkollegin Brida Anderson ein signiertes Exemplar bei mir. Liefere ich natürlich gerne. Zwei Tage später bekomme ich dann eine eMail mit diesen Fotos von ihr:

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(C) Brida Anderson

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(C) Brida Anderson

Sie hatte parallel Exemplare über einen anderen Anbieter bezogen, um sie zu verschenken – und die haben ein anderes Cover! Zum einen sind die Farben leicht anders, und zum anderen sind die anderen Cover nicht „strukturgeprägt“ (diese lustigen Linien auf dem rechten Exemplar), sondern glänzend. Für das Leseerlebnis ist das eigentlich nebensächlich, aber: Ich habe ausdrücklich die strukturgeprägte Ausstattung bestellt, weil mir die besser gefällt. Das ist die einzige Variante, die BoD drucken sollte. Und sie ist auch noch teurer als die beiden anderen Varianten „matt“ und „glänzend“.

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(C) Brida Anderson

Hier kann man das noch einmal deutlicher sehen. Ich kann jetzt also nicht garantieren, dass Leserinnen, die sich alle drei Bände bestellen, auch eine einheitliche Ausstattung erhalten. Das sieht im Regal blöd aus. Und natürlich fühlen die sich dann auch zu Recht veräppelt – hat die Autorin sich etwa so wenig Mühe gegeben? Für wen hält die sich? (Ja, das mit den Seitenzahlen geht auf meine Kappe. Sobald ich das repariert habe, finden wir eine Lösung für alle, die das stört.) Hier allerdings habe ich explizit drauf geachtet, dass alle Umschläge die gleiche Ausstattung erhalten, damit das eben nicht passiert.

Selbstverständlich habe ich sofort BoD angeschrieben und gefragt, wie das passieren kann.

Auf die Antwort warte ich seit Anfang der Woche.

Wenn ich das mit meinen bisherigen Erfahrungen bei CreateSpace (Ableger von Amazon, zieht gerade zu KDP um) vergleiche – da hatte ich üblicherweise gleichbleibende Qualität und schnelleren Support ohne zusätzliche Kosten. So richtig empfehlen kann ich BoD im Moment nicht. Wenn ich das nächste Mal auf eigene Faust veröffentliche, probiere ich vielleicht noch andere Anbieter. Versuch macht „kluch“.

Und vor allem: Wenn ihr jetzt unterschiedliche Einbände oder ein Buch mit verkrüppelten Seiten zu Hause habt, tut es mir Leid! Vielleicht werden die irgendwann als seltene Fehldrucke wertvoll, mehr Trost habe ich im Moment leider nicht.

Wortschätze

Manche Wörter zaubern einem direkt ein Lächeln ins Gesicht, wenn man sie hört. Vor allem die, die kaum noch verwendet werden.

Die Kollegin und ich haben neulich beieinandergesessen und hübsche Alternativen für „schnell“ gesammelt:

  • Fix
  • Geschwind
  • Hurtig
  • Stante pede

Vor allem „hurtig“ hat es mir angetan – das klingt so gar nicht hektisch, sondern irgendwie effizient. Gut, vielleicht ist das auch nur in meinem Kopf. Die Kombination aus dem dunkel klingenden „u“ und dem gemächlich rollenden „r“ sorgt dafür, dass man einfach nicht in abgabefristinduzierte Panik verfallen KANN.

Fast schon bedauerlich, dass so viele schöne Wörter allmählich aus der Mode geraten.

Habt ihr Lieblingswörter?

Schlechte Angewohnheiten, Ticks und Macken

Wer von euch erinnert sich noch an die Serie „Monk“? Hach, was sind wir alle alt retro. Für die drei Küken, die sich nicht erinnern, und für die Trendverweigerer, die die Serie nie geguckt haben: Es ging um einen genialen Ermittler, der nach dem Tod seiner Frau diverse Macken wie Putzfimmel etc. entwickelt und das Leben nur mit Hilfe einer Assistentin meistern kann. Das führt in der Serie zu allerhand angeblich lustigen Momenten und wird auch irgendwie nie so konsequent durchgesetzt, wie man es sich wünschen würde.

Aber überhaupt, Macken. Eigentlich hat doch jeder welche. Ich suche mir etwa immer mal wieder Lieblingsformulierungen aus, die ich dann eine Weile exzessiv verwende. Und im Büro ist genau sortiert, welches die Kaffee- und welches die Teetasse ist. Ordnung muss sein. Und zu guter Letzt – das ist wirklich lästig – knibbele ich mir oft die Lippe auf, wenn ich gestresst bin. Das ist blöd und kindisch und tut weh, aber ich arbeite noch dran.

Als Autor schaut man übrigens ganz anders auf die Exzentrizitäten seiner Mitmenschen. Man könnte sie nämlich durchaus entlehnen, um eigene Charaktere authentischer zu gestalten. Nur muss man dann darauf achten, dass  man das auch konsequent durchhält. Bei „Monk“ hat mich sehr gestört, dass Ticks und Macken nur mal auftauchten und wieder verschwanden, wenn sie keine weiteren Lacher generieren konnten. Helena in „Magie hinter den sieben Bergen“ mag etwa keine Anglizismen, allerdings habe ich das in den ersten zwei oder so Büchern nicht so konsequent durchgesetzt, wie ich es hätte tun sollen. Tja, was kann ich sagen? Ich lerne eben noch dazu. Vielleicht mache ich mal Neuauflagen, die dem Spleen Rechnung tragen …

Welche Eigenarten meine Protagonistin Sonja aus dem „Mantikor“-Manuskript hat, weiß ich selbst noch gar nicht so genau … da gucken wir in den kommenden Wochen drauf. Aber ich bin mir fast sicher, dass es mit Farben zu tun hat, oder mit Sortieren. Oder vielleicht mit beidem.

Und jetzt zurück. Habt ihr liebenswerte Macken oder kennt ihr Leute mit Eigenarten, die euch unglaublich auf den Keks gehen?

Das Geständnis

„Du, Schaaaatz … ?“

„Ja?“

„Erinnerst du dich, wie ich dir versprochen habe, kein neues Manuskript anzufangen?“

„Ja?“

„Du kannst dich freuen – das halte ich ein. Also, wenn wir  uns darauf einigen, dass ein Plot noch kein Manuskript ist.“

„Du plottest?“

„Mit Buntstiften auf Papier, das zählt nicht!“

„Und wann fängst du mit dem eigentlichen Manuskript an? Direkt am ersten Januar?“

„Spätestens – ich meine, frühestens! Schließlich habe ich dir das versprochen. Und bis dahin kann ich ja noch Weltenbau betreiben. Da tippe ich zwar, aber nur in die Rechercheablage.“

„Du bist bescheuert. Ich liebe dich.“

Das war ja gar nicht so schlimm. ^^

Es schweigt nicht nur, es weihnachtet auch

Völlig untypisch für mich, bin ich dieses Jahr bereits im November in Weihnachtsstimmung. Eigentlich sollte ich noch Halloween hinterhertrauern, aber stattdessen benutze ich bereits winterliches Briefpapier, habe die Grußkarten bestellt, die Füllung für den Adventskalender des Mannes eingekauft und sogar fast alle seine Geschenke zusammen – bei einer Kleinigkeit weiß ich noch nicht, ob die rechtzeitig erhältlich ist, aber das wäre sowieso nur ein zusätzliches Leckerli.

Sämtliche Halloweendekoration ist wieder in ihrer Kiste verstaut, der Winterkranz hängt an der Tür und die elektrischen Teelichte werden stetig mehr. An den kommenden Abenden werden wir unauffällig immer mehr winterliche Dekoration auf allen ebenen Flächen verteilen, und Fensterbilder gibt es dieses Jahr auch. Den Adventskranz muss ich noch zusammensetzen und aufstellen, aber die Einzelteile haben wir bereits hier.

Am Freitag hat hier der Weihnachtsmarkt aufgemacht, und mit dem Team von der Arbeit waren wir auch direkt Glühwein testen – in kompletter Montur mit Blinkemütze, Pinguinohrsteckern und Weihnachtspulli. Außerdem habe ich eine Liste mit Weihnachtsmärkten hier in der Nähe, die ich noch besuchen will.

Zwei Stollen und eine Portion Honigkuchenteig reifen in der Küche. Wir haben schon drei verschiedene Sorten Plätzchen. Auf der Fensterbank zieht Bratapfellikör. Und wenn ich ganz ehrlich bin, mache ich mir auch schon Gedanken darüber, was wir über die Feiertage essen wollen könnten.

Ich kann es nur auf beginnende Altersvereisung schieben.

Weihnachtselch, Weihnachtseichhörnchen und winterliche Tannen aus übriggebliebenem Eischnee.