Fröhlicher Welt-internationaler-Frauen-Kampf-Feminismus-Dingens!

Etwas spät zur Party. Ist auch eigentlich gar nicht wichtig.

Am 08.03. ist ja immer Weltfrauentag. Oder – und so ergab sich dieser Post – wie ich lieber sage: Feministischer Kampftag.

Über diese Begriffsverschiebung regte eine Freundin sich neulich im Gespräch mit mir nämlich auf. Sie fände es kacke, dass Frauen überall unsichtbar gemacht werden, jetzt sogar für das LGBTQI+-etc.-Gedöns, immer müssten Frauen zurückstecken und nie hätten sie etwas für sich selbst. Und ich Verräterin würde da mitmachen!

Okay, ja, gut, versteh ich auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite: Wenn wir vom „Weltfrauentag“ reden, stehen irgendwo gönnerhafte Schnödel und halten sich für superprogressiv, weil sie uns vor dem Supermarkt eine rote Rose schenken wollen. Am besten noch eine von den guten billigen, die so schlecht für die Umwelt sind.

Wenn man hingegen von „Feministischer Kampftag“ redet, kriegen die richtigen Leute so einen Ausdruck von Unbehagen.

Kampftag, das klingt nicht nach Pralinen und mit Schleifchen verpackter sexy Unterwäsche, weil als frauenliebender Mann habe man sich zum Dank dafür, dass man an den „Weltfrauentag“ gedacht habe, doch ein wenig was Nettes verdient.

Kampftag klingt nach: „Verfickte Kackscheiße, jetzt reiß dich endlich mal zusammen und krieg den Hintern hoch und fang an, dich um echte Gleichberechtigung zu bemühen. Und steck dir deine Rose an einen schattigen Ort!“

Manchmal müssen wir uns auch selbst daran erinnern, dass es mit einer Rose nicht getan sein sollte. Wir brauchen bessere Kinderbetreuung und angemessene Verfolgung von Femiziden, ausgeglichene Löhne für vergleichbare Arbeit und vor allem ein Update im Kopf bei allen Leuten, die immer noch glauben, dass Frauen von Natur aus halt sanfter und einfühlsamer seien und sich deswegen immer um alles und jeden kümmern müssten, während der Mann als guter Jäger ja schon die Kohle fürs Grillen erlegt hat, mehr könne man von ihm gar nicht mehr erwarten, du undankbare Ziege. (Und wenn sie irgendwann die Kinder nimmt und auszieht, weil er nicht einmal weiß, auf welche Schule die Kinder gehen oder wie die Waschmaschine funktioniert, kommt das nur für einen winzigen Teil aller Beteiligten überraschend.)

In diesem Sinne – jeder Tag ist feministischer Kampftag. Hoch die Tassen!

Blumendecke, Blumenvase, Blumen-Group

Stell dir vor, du gehst in ein Geschäft. Du weißt schon, was du willst, deswegen sollte das eigentlich ganz fix gehen.

„Guten Tag, ich hätte gerne eine Decke mit Blumenmotiv.“

„Das freut mich zu hören. Hier ist diese wunderbare Vase.“

„Aber ich möchte eine Decke.“

„Haben Sie nicht gesagt, Sie mögen Blumen? Dann brauchen Sie bestimmt diese Vase. Hier, nehmen Sie!“

„Nein, danke. Ich hätte gerne eine Decke, auf der Blumen zu sehen sind.“

„Ah ja. Decke, Decke – hier, dieser Teppich ist doch wirklich schön, oder?“

„Ja, das ist er, aber …“

„Nehmen Sie! Da sind Blumen drauf! Zwanzig Prozent Rabatt, wenn Sie in den nächsten siebzehn Minuten kaufen! Es sind nur noch drei Stück da!“

„Ähm, hinter Ihnen ist ein ganzes Regal voll mit genau diesen Teppichen.“

„Zwanzig Prozent Rabatt!“

„Danke, aber ich hätte doch lieber eine Decke.“

„Decke? Warum sagen Sie das nicht gleich? Wir haben Decken! Bettdecken, Hundedecken, Decken mit Fransen und welche aus wasserdichtem Material für Sie-wissen-schon, Decken mit Mustern und Decken aus Eichhörnchenfell und …“

„Eichhörnchenfell?“

„Oder wenigstens etwas, das wie Eichhörnchenfell aussieht. Aus zehn Meter Entfernung mit schmutziger Brille. Riecht etwas künstlich und wird Ihnen, wenn Sie heute bezahlen, in den nächsten sechs Wochen geliefert.“

„So lange? Kommt die aus China oder was?“

„Wie kommen Sie nur darauf? Sehen Sie doch, dieses Geschäft ist komplett real und steht in Deutschland! Nur die Decke kommt … also, das dauert eben. Gar nicht verdächtig.“

„Haben Sie denn jetzt auch Decken mit Blumenmuster?“

„Bestimmt. Apropos Blumen, haben Sie Interesse an dieser Vase?“

An dieser Stelle verlässt du lieber den Laden, ehe du der Verkaufsperson die Vase über den Schädel ziehst.

So ähnlich fühlt es sich inzwischen an, wenn man online etwas kaufen möchte. Du musst wissen, oder vielleicht habe ich es gelegentlich schon erwähnt – ich gehe nicht gern shoppen. Es nervt. Ich will nicht stundenlang durch Geschäfte hoppeln und Regal durchwühlen und hoffen, dass es irgendwo genau das gibt, was ich brauche. (Eine Ausnahme sind Buchläden, da stöbere ich gern und stundenlang und gebe immer zuviel Geld aus.) Deswegen kaufe ich viele Dinge lieber online. Lange hat das auch gut funktioniert. Ich weiß, was ich brauche, möglicherweise sogar mit bevorzugter Marke. Ich gebe die entsprechenden Begriffe im Suchfeld ein, wähle einen der Top 3 Treffer, bezahle und warte auf den Paketdienst.

Ja nee, so ging das mal. Inzwischen kriegst man in beinahe allen größeren Shops erst einmal Werbung angezeigt. „Gesponsorte Produkte“ nennt sich das öfter mal. Da zahlen die Anbieter dafür, dass ihr Produkt bei bestimmten Suchbegriffen angezeigt wird, auch wenn es nur am Rand mit dem Gesuchten zu tun hat. Man könnte rein theoretisch eine benutzte Klobürste mit „Harry Potter“ verschlagworten, der Plattform dafür ausreichende Mengen Geld geben und taucht dann auf Seite 1 der Suchergebnisse auf.

Schnell klicken und kaufen ist also nicht mehr. Dann gibt es die Großen Roten Zahlen(TM), die einen zum Kauf verleiten, weil sie eine gigantische Ersparnis und/oder einen anstehenden Mangel und/oder Zeitdruck suggerieren. Auch das meist gelogen und im Hintergrund getrickst.

Von all den KI-generierten Angebotsbildern will ich gar nicht erst anfangen. Das Produkt ist also so hässlich, dass ich es nicht vorab sehen darf? Prima, dann will ich es nicht. Seitenweise über genau das gleiche Produktbild für Bettwäsche scrollen, bei dem sich nur das Muster des Materials ändert, aber nicht einmal der Faltenwurf … kein Stückchen verdächtig. Nee, das ist garantiert alles echt und sieht genau so aus, wenn ich das bekomme.

Ein Gutes hat das ja – mein Konsumverhalten hat sich zum Positiven verändert. Ich will keinen Schrott kaufen, ich will nicht stundenlang scrollen und mich durch gefälschte Angebote oder künstliche Rabattschlachten wühlen. Ich will meist genau dieses Produkt (oder ein Produkt für genau diesen Zweck) zu einem realistischen Preis. Wenn ich dafür also in die Stadt fahren muss, dann ist das eben so.

Haushalts-Überraschungen der guten und der weniger guten Art

Foto eines Edelstahl-Ausgusses, rund, mit feinem Sieb.
Foto von Daniel Dan, gefunden auf Unsplash.

„Echt? Du hast den Geschirrspüler eingeräumt und angestellt?? WAS STIMMT MIT DIR NICHT???“

Mit dieser morgendlichen Begrüßung hat der Mann garantiert nicht gerechnet. Aber treten wir einen Schritt zurück.

Eigentlich müsste jeder Tag 28 Stunden haben. Deswegen entstopfe ich den Abfluss in der Küche, der „sich zusetzen“ als Hobby hat (16 Jahre alte Plastikrohre halten offenbar auch nicht ewig, diese Enttäuschung!), seit Wochen … was sage ich, seit Monaten! … immer so halbherzig mit dem Pömpel. Dann läuft das Wasser ab. Dann läuft es langsamer ab, und dann steht es wieder, bis ich mit dem Pömpel ankomme.

Weder die üblichen Hausmittel noch der von Stiftung Warentest hochgelobte gelförmige Rohrreiniger eines bekannten Discounters haben geholfen. Und das Pömpeln macht auch nicht so richtig Spaß. Aber meine Tage sind voll, die Energie ist begrenzt und meist läuft es ja. Irgendwie. Wenigstens ein bisschen.

Hat der Tag nicht genügend Stunden, hilft nur eins: Früher aufstehen. Fiele mir eigentlich im Traum nicht ein, nur konnte ich heute morgen sowieso nicht mehr schlafen. Schon vor sechs saß ich senkrecht im Bett. (Gut, das ist gelogen, aber ich hatte sehr wach einen flauschigen Katerhintern im Gesicht.) Und ich dachte mir: „Zweieinhalb Stunden, ehe du aus dem Haus musst – die perfekte Gelegenheit, den Abfluss auseinanderzureißen und festzustellen, was mit dem nicht stimmt.“

Hüpfe aus dem Bett, ziehe ranzige Schlonzklamotten an, binde mir die Haare zurück, betrete die Küche – und der Geschirrspüler läuft.

Der läuft um die Zeit sonst nie.

Ich stell den Abends einmal an und räume ihn morgens aus. Wenn wir viele große Teile haben, stell ich den am Morgen ein zweites Mal an und räum ihn nach der Arbeit wieder aus. Ich habe ein System. Und meist genügend sauberes Geschirr. Es ist ein gutes System.

Wo wir davon reden – das saubere Geschirr vom Abend davor stapelte sich auf der Anrichte, wo es nicht hingehört. Wir wohnen hier erst seit 13 Jahren. Ich kann nicht erwarten, dass der Mann jetzt schon weiß, wo was in der Küche steht.

Derjenige welche saß übrigens auf dem Sofa. Und guckte angemessen verwirrt, als ich ihm zur liebevollen morgendlichen Begrüßung die eingangs zitierten Sätze vorhielt. „Da stand noch soviel Geschirr – ich dachte, du freust dich!“

Er kann ja nichts dafür. Niemand, wirklich NIEMAND konnte damit rechnen, dass ich morgens dem Haushalt direkt Gewalt antun will. So blieb mir nichts anderes übrig, als mir einen Tee zu machen und ein wenig zu lesen. So schade.

Der Abfluss in der Küche muss von dem ganzen Drama übrigens irgendwie mitbekommen haben. Der lief heute morgen so gut wie schon lange nicht mehr.

Das Küchenwunder! (Ein weiterer KI-Rant)

Im Hintergrund eine angeschnittene Schokoladentorte mit vielen bunten Zuckerstreuseln und bunten Buttercreme-Rosetten. Im Vordergrund ein einzelnes Stück Torte, leicht verunfallt und zermatscht.
Foto von Joshua Hoehne, gefunden auf Unsplash.

Erinnerst du dich an meinen KI-Keks-Rant? Das Problem wird immer schlimmer. Inzwischen kann man Pinterest wirklich gar nicht mehr für Rezepte verwenden, denn mindestens 70 % sind sichtbar (oder lesbar) KI-generiert. Alles für den Profit! Aus einen Sorbet-Rezept beispielsweise: „Mischen Sie Orangen-, Ananas- und Grapefruitsaft in einer großen Schüssel mit dem Zucker, bis er sich aufgelöst hat. […] Schichten Sie die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.“

Im Ernst, wenn ich DAS kann, kann ich mir auch Eis zaubern.

Der Mann übrigens, der wirklich ein KI-Fan ist, ist inzwischen von den Slopmaschinen genau so enttäuscht wie ich. Natürlich zeig ich ihm auch jeden dusseligen Ranz, den ich finde. Manchmal verraten die Beiträge sich durch Zutaten, die wie mit Photoshop aufgeklebt aussehen. Manchmal werden zwei komplett unterschiedliche Ergebnisse präsentiert (und nein, niemand backt für einen Blogbeitrag zwei komplett unterschiedliche Kuchen aus dem gleichen Rezept – vor allem nicht einen Blechkuchen und eine Torte). Manchmal sind es Kleinigkeiten im Text, die die Herkunft verraten.

Eine perfide Version sind übrigens „Kochblogs“, die massenweise automatisch Rezepte anderer Blogs übersetzen lassen, dazu Bilder generieren und das dann als eigene Kreation online stellen. Zum einen verrät sich das oft in der Wortwahl („Heißwürstchen-Drehstangen“, anyone??), zum anderen an den Mengenangaben („eine Unze Mehl“) oder verwirrenden Anweisungen. Das wird irgendwann schwieriger zu erkennen, wenn die Übersetzungs-KIs besser werden, aber aktuell … ein Wörterbuch in der Hand (oder im Server) reicht eben nicht für eine gute Übersetzung.

Wie erkennt man solche Dreckschleudern denn nun? Ein Hinweis ist es, wenn ein Blog recht neu ist und schon 1.347 Beiträge hat. Ein anderer ist ein fehlendes Impressum, oder eine sichtbar KI-generierte „Person“ hinter dem Blog. Außerdem haben KI-Texte oft so eine weiche Wohlfühl-Note, ohne dabei tatsächlich etwas auszusagen. Letzten Endes werden diese Schwächen allerdings mit der Zeit verschwinden, und uns bleibt nur noch die Möglichkeit, uns an vertraute Quellen zu halten: Kochblogs mit Renommé (außer, sie erliegen der Faszination KI), persönliche Rezept-Empfehlungen und natürlich Kochbücher von Leuten, die einen Ruf zu verlieren haben, möglichst aus renommierten Verlagen, um nicht an gedruckten KI-Slop zu geraten.

Und wo wir gerade dabei sind: Meine Blog-Empfehlungen sind Skinnytaste (englisch), Jessica Gavin (englisch) und der Magische Kessel (deutsch).

Ich denke übrigens, das wird einer der Nebeneffekte der KI-„Revolution“ sein: Leute bleiben häufiger aus dem Internet weg und suchen sich ihre Informationen wieder offline. Oder wenigstens wäre das die positive Variante. (Ich bin Optimistin!)

Hast du ein Lieblings-Kochbuch (oder ein Lieblings-Kochblog), das ich mir unbedingt anschauen muss?

PS: Meine Bücher sind und bleiben KI-frei. Ich denke mir meinen Unsinn immer noch selbst aus!

UPS, WTF??? Oder: Die köstliche Odyssee

Von CrowdFarming habe ich euch ja schon öfter vorgeschwärmt. Die haben das beste reife Obst und Gemüse, das man sich innerhalb von Europa bestellen kann, mit besseren Bedingungen für die Produzent*innen. Eigentlich wollte ich mich dieses Jahr ein wenig zurückhalten, aber dann ging es doch nicht. Wir haben also eine Kiste Mangos bestellt.

Bestellt hatten wir die Mangos am 01.09., die Sendung wurde am 02.09. auf den Weg geschickt. Am 06.09. sollte sie ankommen. Das war ein Samstag, wie der Blick in den Kalender verrät, und ich war den ganzen Tag zuhause, weil ein Seminar geplant war.

Also war ich nur mittelmäßig überrascht, als am Freitag(!) ein Zettel im Briefkasten lag. UPS erzählte, sie hätten niemanden zuhause antreffen können – möglicherweise waren weder Mann noch Katzen in der Lage, die Tür zu öffnen – und würden es am nächsten Tag noch einmal probieren.

Soweit, so gut. Schließlich war der Samstag ja eh der geplante Liefertag. Ich saß also am Samstag und saß und saß und räumte ein bisschen auf und machte endlich mal meine Steuererklärung und saß ein wenig mehr, aber niemand klingelte. Irgendwann scannte ich also den QR-Code auf dem Liebesbrief von UPS und wurde zur Sendungsverfolgungsseite weitergeleitet:

„Yoah, wir kommen heute doch nicht. Wir kommen am Montag. Übrigens können Sie uns keine Abstellgenehmigung erteilen und auch keine Vollmacht ausstellen, denn wir hätten gern ein Autogramm.“

Mein erster WTF-Moment. Montags arbeite ich, und zwar im Büro. Was an diesen Mangos jetzt so wichtig ist, dass ich sie persönlich in Empfang nehmen muss? Keine Ahnung. Zugegeben, es sind sehr gute Mangos.

Natürlich gab es eine einfache Lösung für das Problem: Lassen wir die Mangos doch in den nächsten UPS-Paketshop (die heißen „Access Point“) umleiten. Die Website sagt, der ist 2,5 km entfernt, das müsste grob auf dem Weg von der Arbeit nach Hause liegen.

Pustekuchen! Nach Bestätigung zeigte mir UPS die Adresse des Access Points. Luftlinie sind es 2,5 km, ja, aber: Der Laden liegt auf der anderen Rheinseite, genau gegenüber von unserem kleinen Berg. Und da ich nicht fliegen kann, sind das mehr als 10 Kilometer Umweg.

Das war nicht die beste aller möglichen Welten, in der ich mich gerade befinde. Aber was will man machen? Es ging schließlich um Mangos! Die UPS-Sendungsverfolgung tat am Montag übrigens nicht, also schwang ich mich im Feierabendverkehr über die Rheinbrücke, durch einen Baustellenstau zum UPS Access Point.

Ratet, wo mein Paket nicht war. „Nee, das Paket gibt es nicht. Wirklich nicht. Oh, warte, das Paket gibt es doch, aber das ist noch im Zentrallager in Bonn. Das kommt morgen. Vielleicht.“

Zu diesem Zeitpunkt war ich etwas ungehalten, da konnte der Access-Point-Mitarbeiter jedoch nichts für. Unverrichteter Dinge nach Hause, eine Runde durch den Wald joggen und aus lauter Frust Kürbissirup kochen. (Zutaten für Mangosirup hatte ich ja nicht!!!)

Dienstag tat die UPS-Sendungsverfolgung. Und sie teilte mir mit: Der UPS-Fahrer konnte das Paket nicht am UPS Access Point zustellen, weil UPS nicht da war.

Während der Öffnungszeiten.

An einem Werktag.

Am fucking UPS Access Point.

Sie versuchen es am nächsten Werktag noch einmal.

Meine Kolleginnen, die dieses Drama verfolgten, schlossen Wetten darauf ab, was als nächstes passiert. Favorit: „Das Ende dieser Geschichte lesen wir in der Lokalzeitung, weil sie Amok läuft.“ Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Mittwoch hatte ich nach der Arbeit – ich bin eine Frau mit einem Leben, stellt euch das vor! – trotz allem ein kurzes Fenster, um noch einmal über den Rhein Richtung Süden zu fahren. Aber was sagt UPS? Letzte Aktualisierung der Sendungsverfolgung war um 03:59 h morgens. Danach Grillenzirpen. Stille. Nichts. Eine Steppenhexe(1) rollt durch das Internet.

(1) So heißen diese lustig herumwehenden trockenen Gebüschdingsies. Wirklich.

Eine Stunde vor Feierabend die Erlösung: IHR PAKET LIEGT IM UPS ACCESS POINT. HOLEN SIE ES GEFÄLLIGST ENDLICH AB. (Ich paraphrasiere.)

So richtig überzeugt war ich noch nicht, aber was sollte ich tun? Und tatsächlich, der Mensch im Shop hatte ein Paket für mich. „Ich war erst ganz überrascht, dass hier ein Paket ankommt. Aber das war ja gar nicht für mich.“ Ob der weiß, dass der für UPS arbeitet? So selten kann es doch nicht sein, dass Leute ihr Paket bei ihm abholen wollen. Wobei, nach dieser Erfahrung …

Trotz aller Verzögerungen sind die Mangos übrigens ganz wunderbar. Zum Glück haben wir nur eine kleine Kiste mit fünf Stück bestellt, die sind nämlich reif. Zwei sind schon verputzt, und als nächstes mache ich uns Mango-Lassis. Wollt ihr sie sehen?

Fünf wunderschöne reife rote Mangos in einer Pappkiste.

Dafür hat sich diese Odyssee doch mal gelohnt. Aber das nächste Mal, wenn mir jemand etwas mit UPS schicken will, bitte ich sie, das Zeug einfach mit einer Kanone grob in meine Richtung zu schießen.

Was Google KI aus „Zuflucht in Schattenfall“ macht

Screenshot: "ZUFLUCHT IN SCHATTENFALL" ist der Titel eines Buchs von Diandra Linnemann das am 10. Juli 2025 in BoD Buchshop erscheinen soll. Es handelt sich um den zweiten Band einer Serei, die im Genre Schience Fiction & Fantasy angesiedelt ist. Die Geschichte dreht sich um Rosalinda, die vor den Plänen ihrer Mutter flieht, aber unerwartet in Schattenfall, dem Dorf ihrer Erzfreinde, strandet. Das Buch hat 196 Seiten und ist auf Deutsch erhältlich.
Zusätzliche Informationen:
Genre: Science Fiction & Fantasy, Cozy Fantasy
Themen: Drache, Gestaltwandler, Hexe, Magie
Inhalt: Rosalidna flieht vor den Plänen ihrer Mutter und wird in Schattenfall, dem Dorf ihrer Erzfeinde, gefangen.
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2025
Verlag: BoD - Books on Demand
Seitenzahl: 196
Sprache: Deutsch
Slagwote: Drche, Gestaltwandler, Hexe, Magie, Cozy Fantasy

Deswegen, meine Lieben, soll man der KI nichts glauben. Gar nichts. Niemals. Unter keinen Umständen. Wenigstens nicht, ohne gründlich zu recherchieren, was da behauptet wird. Und um Ernst – wenn man das eh alles nachschlagen muss, kann man auch direkt selbst recherchieren. Wozu ist KI noch gleich gut???

Wer von euch hat „Zuflucht in Schattenfall“ gelesen? Wie gut passt das da oben zu dem Buch? Ich sehe wenigstens einen Fehler und mehrere Ungenauigkeiten.

(Jetzt könnte man argumentieren, dass die KI natürlich nur weiß, was über das Buch im Netz steht. Aber mein Problem mit KI ist, dass von Fans getan wird, als spucke die KI unzerstörbare Wahrheiten aus, anstatt einfach nur aus Textstücken, die sie intellektuell nicht versteht, etwas Neues zu rülpsen.)

Ach, ich reg mich ja nur ein wenig auf. Man reiche mir einen Kaffee.

Erfolg = Murks?

Durch eine Diskussion auf Mastodon habe ich mich heute wieder an eine Theorie erinnert, die gerade in der deutschen Literaturszene (und ich verwende „Literatur“ hier bewusst weitgefasst) sehr beliebt und weitverbreitet ist:

Wenn ein Buch kommerziell erfolgreich ist, muss es Murks sein.

Da kann gar nichts Gutes drin stecken.

Und garantiert hat die schreibende Person diesen Schund nicht aus Überzeugung verfasst, sondern mit dem Hintergedanken des „Cash Grabs“ – ohne Gewissen viel Geld kassieren und das Produkt dem Markt überlassen.

Wenn ich mit Autor*innen aus anderen Kulturkreisen kommuniziere, begegnet mir dieser Gedanke seltener. Da werden kommerziell erfolgreiche Bücher eher gehyped und analysiert: Was lieben die Leser*innen an diesem Buch? Ist es inhaltlich gut oder war es vor allem das Marketing? Was hat die schreibende Person getan, um diesen Erfolg zu manifestieren? Wie hat das Buch seine Zielgruppe gefunden?

In anderen Ländern, bilde ich mir ein herauszuhören, ist kommerzieller Erfolg durch Kunst wesentlich weniger verpönt als in Deutschland.

In Deutschland kannst du eigentlich nur Künstler oder erfolgreich sein.

Dein Buch wurde in der Woche nach Veröffentlichung tausendmal gekauft? Du Betrüger*in! Warum hasst du die Kunst so sehr???

Ja gut, ich übertreibe. Aber irgendwie scheint in den Köpfen vieler Schreibender diese Idee festzuhängen, dass „gute Literatur“ etwas ist, das keinen kommerziellen Erfolg hat. Und das zieht einige problematische gedankliche Rattenschwänze nach sich.

Etwa die Annahme, dass die breite Masse keine gute Kunst erkennen könne, weil das alles ungebildete, grobschlächtige Banausen sind. Klar, das Dschungelcamp ist immer noch erschreckend erfolgreich, aber manche Leute können Trash und Entertainment und Kunst parallel genießen. Schließlich haben wir alle nicht nur eine Grundeinstellung. (Ich mag Theodor Storm und Schlefaz, verklagt mich.)

Oder die Annahme, dass Geld etwas Schlechtes sei, denn es gilt als mit der „wahren Kunst“ unvereinbar. Dabei kann ich mir wenig elenderes vorstellen, als unter prekären Umständen in kompletter Unsicherheit Kunst zu schaffen. Deswegen habe ich halt einen Brotjob (eigentlich ist es sogar ein Kuchenjob, ich lebe sehr angenehm), so kann ich mich beim Schreiben auf den Spaß-Aspekt konzentrieren.

Bei „guter Literatur“ gibt es dann übrigens noch Abstufungen, aber das nur als fixer Exkurs, weil ich mich nicht kurz fassen kann. Wenn Leute sich über mehrere Werke an ähnlichen Themen abarbeiten, ist das keine Kunst, sondern eine Masche. Wenn Leute Themen bearbeiten, die marginalisierte Gruppen betreffen, ist das eine Masche für die Quote (denk nur an das „Frauengedöns“). An der Spitze der „guten Literatur“ stehen vergeistigte privilegierte Autoren, die das Banale ins Philosophische erheben. Die wollen nicht unterhalten, sondern … ich weiß nicht, aber irgendwer soll den Driss dennoch lesen? Keine Ahnung, ich sitz hier nur und schreibe.

Anyway.

Insgeheim, denke ich, ist die Aussage „Meine Bücher sind eben zu originell/gut/literarisch anspruchsvoll/…, um kommerziell erfolgreich zu sein!“ auch eine Art von Selbstschutz. Die meisten von uns schreiben nicht so gut, wie sie gerne wollen. Viele scheitern, wenn sie großartige Ideen in großartige Bücher (Serien, Videospiele) verwandeln wollen. Irgendwo hakt es doch immer. Und wenn das Buch noch so toll ist, müssen wir uns danach mit Marketing auseinandersetzen, das ist wieder ein anderes Glücksferkel, von dem viele keine Ahnung haben – ich ja auch nicht. (Apropos, kauft meine Bücher!) Ich könnte mir also einreden, dass „Andrea die Lüsterne“ nur deswegen keinen Bestseller-Sticker hat, weil ich eben ZU GUT bin. ZU KREATIV. Ein ZU GENIALES literarisches Wunderkind. Oder das Buch ist eben gut und lustig mit Schwächen und einer eher kleinen Leserschaft, weil nicht jeder auf sexarmen Tentakelhumor steht.

(Ich prangere das übrigens an.)

Eigentlich möchten Leute, die so etwas sagen, den Spagat schaffen, ein einzigartiges, kauziges Originalbuch zu schaffen, dass auf wundersame Weise und ohne Markt- oder -Marketingkenntnis ein kommerzielles Meisterwerk wird. Wär mir ja auch ganz lieb. Das fällt aber in die Kategorie: „Ich will Prinzessin werden!“-Wunschdenken.

Eigentlich wünsche ich mir in erster Linie eine Welt, in der alle Leute genau die Kunst machen können, die sie machen wollen, ohne materielle Ängste im Rücken. Und dass diese Kunst dann genau die Leute findet, die sie brauchen.

Wahrscheinlich ist Prinzessin-Werden einfacher. ^^

Was für ein Müll!

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Du kennst doch die offiziellen Gelben Säcke? Die kann man nur mit einem Wort beschreiben:

GEFÜHLSECHT.

Folglich reißen die, wenn man sie nur ernst anschaut.

So gestern, als ich den Gelben Sack aus der Küche an die Straße stellen wollte für die Abholung. Wir haben so eine große Tonne, in die der Sack perfekt hineinpasst. Leider entwickelt sich manchmal Unterdruck, wenn man den Sack aus der Tonne zieht, weil nicht schnell genug Luft nachströmt. (Meistens dann, wenn man den Sack bis aufs Letzte vollgestopft hat, ich weiß.) Auf jeden Fall riss der Sack dann gestern.

Ich war schon in Sportsachen, denn ich war eigentlich aus erfreulichen Gründen auf dem Weg nach unten – zum Laufen. Meistens passt das Dienstags zwischen Büro und Sprechkurs1, wenn nichts außer der Reihe passiert, und ich bin wirklich ein erträglicherer Mensch, wenn ich laufe.

Wie dem auch sei, aus dem gerissenen Sack entleerte sich dann irgendeine Flüssigkeit und klebte Sack, Müll und das kurze Ende meiner Geduld in der Tonne fest. Umschütten war also nicht. Und so steckte ich mich selbst bis hinauf zur Schulter in den Verpackungsmüll, um das Zeug in einen neuen Sack zu verfrachten.

Ich hab vielleicht geflucht! Die Katzen kennen jetzt neue Schimpfwörter, soviel ist klar.

Die Aktion hat insgesamt eine gute halbe Stunde gedauert, inklusive ausgiebiger Armdusche und Ausspülen der Tonne, damit der nächste Sack nicht direkt wieder anklebt.

Laufen gegangen bin ich natürlich dennoch. Und der Frust hat sich auch gelohnt, ich war 10 Sekunden/Kilometer schneller als sonst dieses Jahr. Als Trainingsmethode würde ich „Müllklebe-Entsorgungsaktion“ jedoch nicht empfehlen. Nur fürs Kochen war keine Zeit, ehe ich in den Kurs musste. Haben wir halt notgedrungen gebratene Nudeln bestellt.

An die Menschen, die diese unpraktischen Säcke erfunden haben – und an die, die sie jedes Jahr noch einen halben Mikrometer dünner machen: Ich wünsche euch Juckreiz, den man in der Öffentlichkeit nicht kratzen kann!!!

  1. Im Sprechkurs habe ich für die Lesung beim Bücherbummel am Samstag, 07.06.2025, von 15:45 h bis 16:15 h aus „Zuflucht in Schattenfall“ lesen werde. Ich bin also vorbereitet! ↩︎

Von KI für KI mit KI wegen KI, weil KI

Heller Hintergrund. Im Zentrum der Oberkörper eines Spielzeugroboters, leicht retro, mit türkusfarbenem Körper und aufgedruckten Controls mit Zeigern und tasten. Er sieht irgendwie gestresst aus, ihm stehen die Haare (in Gestalt einer Spule) zu Berge.
Foto von Emilipothèse, gefunden auf Unsplash

Ich kriege tatsächlich nur Newsletter, die ich auch öffne und lese, da sortiere ich gründlich aus. Heute morgen kam ein Newsletter über Marketing, den find ich meist ganz spannend. Und es ging um eine neue große wilde Sache: KI. KI schreibt nämlich jetzt voll die krass guten Texte, da muss man kaum noch etwas selbst machen. Lass deinen Newsletter doch einfach KI-generieren (hier, mit diesem feinen Tool!).

Gleichzeitig arbeiten Leute an KI-Agenten, die deine Mails für dich lesen, das Unwichtige aussortieren und dir das Wichtige zusammenfassen.

Demnächst schreiben dann also KIs Mails, die von KIs gelesen (und wahrscheinlich aussortiert) werden.

Ich weiß ja nicht, ob das so wirklich der Sinn von Texten ist. Aber ich bin auch über 40, möglicherweise zählt meine Meinung da nicht.

Und ehe jemand mit den Augen rollt: Ich finde KI nicht per se schlecht. Nur verstehe ich nicht, warum man die spannenden, kreativen Dinge, mit denen man Verbindung zu anderen Menschen herstellt, an eine Maschine auslagern will. (Soll ja schon Leute geben, die echte Freunde durch KI ersetzen wollen. ICH BIN ALT!!!)

Off-Topic: Vor ein paar Tagen erst habe ich mehrere Screenshots von Romanausschnitten gesehen, die Leute mit KI überarbeitet hatten – und dann hatten sie vergessen, die Prompts resp. den promptresponsiven Teil der KI-Antwort aus dem Manuskript zu löschen, und niemand hat je wieder drübergelesen.

Schnuppi. Wenn dein eigenes Buch dich so wenig interessiert, dass du den finalen Text liest, warum sollte irgendwer sonst sich dafür interessieren?

Alles, was anstrengend ist, soll jetzt also an KI ausgelagert werden. Einen interessanten Text zu schreiben. Texte zu verbessern. Aufsätze über Schulthemen zu schreiben (und natürlich vorher alles zu recherchieren, wozu soll man da noch das eigene Gehirn für verwenden???). Buchcover zu generieren. Illustrationen anzufertigen. Fotos für Artikel zu erstellen. Und so weiter und so fort. Sobald nur ein Minimü kreativer Anstrengung gefragt ist, greifen Leute zur KI.

Ich glaube NICHT, dass das das Leben besser macht. Wenigstens nicht für mein Leben. Ich mag die Herausforderungen und die Verbindung. Ich schreibe gern Texte und überarbeite sie und scheitere dabei an meinen eigenen Ansprüchen, lese die dann möglichst gut (aber nicht perfekt) vor und schreibe viel zu selten Newsletter, in denen ich die Hälfte vergesse. Buchcover kann ich immer noch nicht, aber die macht mir dann eben ein andere Mensch und nicht die Maschine. Meine Fotos sind schief und meist nicht einmal mit Filtern nachbearbeitet. Gut, andererseits häkle ich ja auch mit großem Aufwand Dinge, die man für einen Zehner aus einer südostasiatischen Sweatshop-Massenfabrik kaufen kann. Vielleicht bin ich aus der Art geschlagen. ^^

Wohin wollte ich mit dem Rant? Keine Ahnung. Vielleicht kann eine KI mir das – ach nee, lieber nicht. Da zieh ich doch natürliche Verwirrung jederzeit vor.

Die hupende Männlichkeit

CN: Fatshaming, Beleidigung

Wenn das Wetter es zulässt, fahre ich ja gern mit dem Rad. Und weil wir auf einem Berg wohnen, schiebe ich gegen Ende des Heimweges öfter mal ein Stück. So auch neulich Abend, nach einem langen Tag, es wurde allmählich dunkel.

Gelegentlich fahren auf dieser Straße auch Autos. Das ist kein Problem, der Geh-/Radweg ist baulich getrennt. An dem Abend kam von hinten ein weißer Audi mit Kennzeichen aus dem Umland, die Scheibe heruntergelassen, Uffzta-Musik auf den Lautsprechern. Und ich wusste schon, was da kommt.

„Schön weiterschieben, Fetti!“ Dreimal auf die Hupe drücken, Gelächter, aufbrüllender Motor und Abgang.

Ich bin ja nicht schüchtern, brülle also „FICK DICH!!!“ und schiebe weiter.

Ein paar Minuten später kommt mir dieses Auto entgegen. Selber Programm. Diesmal sehe ich den Fahrer. Er ist maximal zwanzig, blond, trägt ein Polohemd. Für ihn ist das ein Riesenspaß. Ich meine, klar. Der ultimative Beweis seiner Überlegenheit: Eine fremde Frau anpöbeln, die vom Alter her seine Mutter sein könnte. Da werden seine Freunde ihn für bewundern. Wenn er danach nicht direkt zum Alpha-Schrömpel aufsteigt, weiß ich auch nicht.

Im Ernst, ich kann diese pöbelnden Kinder auf der Suche nach der verlorenen Männlichkeit nicht ernstnehmen. Schnuppi, du hast gerade mal einen halben Bart, und der sieht aus, als sei eine Raupe auf deinem Gesicht verendet. Willst du nicht lieber erst ein wenig über die Welt lernen und dir vielleicht einen eigenen Wagen verdienen, anstatt aus Papis (oder Mamis) Leasinglimousine heraus schlechtes Benehmen über die Landschaft zu verbreiten?