Ein kunstvolles Wochenende

Letztes Wochenende waren wir ja sowas von kunstinteressiert und intellektuell…. und mit WIR meine ich MICH. Und ein paar Leute, die ich mitgeschleppt habe. Ich dachte, das muss mal erwähnt werden. Voll bewundernswert.

Samstag Mittag war ich als erstes mit zwei Freundinnen im August-Macke-Haus in Bonn. Der hat hier nämlich mal gewohnt (und war mit einer Bonnerin verheiratet, wenn ich das richtig mitbekommen habe). Das Haus wird von der Uni Bonn betreut, wie ich das verstanden habe, und beherbergt im Moment auf drei winzigen Etagen eine Ausstellung mit ein paar Bildern von Macke selbst und seinen Freunden oder Zeitgenossen. Ich versteh ja von Kunst nicht viel. Das höchste, was ich sagen kann, ist: „Mag ich.“ Oder eben: „Mag ich nicht.“ Die Bilder da mochte ich überwiegend, die waren schön bunt. Am Ende wurden wir gebeten, unseren Eindruck zu der Ausstellung kurz festzuhalten – das lohnt sich bei so gebildeten Leuten wie uns ja ungemein. Wenigstens die eine Freundin hat irgendwann mal Kunstgeschichte studiert, die konnte ein wenig was kluges dazu sagen.

Zur Belohnung ging es dann zur Burgerjagd in Cowboys Saloon an der Beethovenhalle. Da waren wir schon öfter, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Hallo Cholesterin, ich mag dich.

Zwischendrin hab ich dann sogar ein wenig was produktives gearbeitet – ich übersetze gerade „Spiegelsee“ ins Englische* – und Sonntag nach Mittag ging es dann Richtung Mainz. Wir hatten nämlich Karten für „Bastian Pastewka und Komplizen“. Falls ihr die Chance habt – geht hin und guckt euch das an. Sehr, sehr sehens- (und hörens-)wert. Zu fünft wird da nämlich live das offenbar verschollene Hörspiel von 1949, „Paul Temple und der Fall Gregory“ aufgeführt. Komplett mit live verursachter Geräuschkulisse und zwischendrin Gesprächen auf der Meta-Ebene über das eben dargestellte, auf sehr kurzweilige Weise. Wir haben uns köstlich amüsiert.

(Davor gab es Indisch, das war nicht amüsant, sondern nur köstlich. Und ja, ich plane Abenteuer ums Essen herum.)

Tja, und jetzt lieg ich hier, mit dem Kopf auf der Schreibtischplatte, und versuche heldenhaft, nicht im Kaffee zu ertrinken. Ist schwieriger, als es aussieht.

* Fragt mal meine Familie – seit ich denken konnte (also seit dem späten Teenie-Alter) habe ich davon geträumt, Bücher zu schreiben und selbst zu übersetzen. Also mache ich das jetzt. Ist weniger glamourös, als ich mir zunächst vorgestellt hatte, aber immer noch ziemlich cool.

Urin und Fäkalien gehen ja immer

Hier ist sie also, die versprochene Kater-Geschichte.

Donnerstag beim Tierarzt bekam der Kater zwei Spritzen und ich einen Beutel mit einem weißen Plastik-Granulat. „Der sieht schon wieder ganz fit aus, aber um auf Nummer sicher zu gehen, hätte ich gerne am Montag eine Urinprobe.“ Jetzt sind Katzen ja wenig kooperativ, und in den Becher pinkeln sie erst recht nicht auf Kommando. Darum war der Plan: Katzenklo komplett säubern, ein wenig von dem Granulat rein, Kater dazu, abwarten. Das Granulat dient dazu, Katzenstreu nachzuahmen, denn die meisten Katzen sind Gewohnheitstiere und ein wenig eigen mit ihren Toilettengewohnheiten.

Sonntag Abend: Das eine Katzenklo schrubben, heiß ausspülen, zum Trocknen beiseite stellen. Die Katzen mit dem anderen Klo ins Wohnzimmer verfrachten, um Unfälle zu verhindern. Die sind das gewohnt, dass die Wohnzimmertür nachts zu ist. Kein Problem.

Montag Morgen: Das leere, saubere Klo an den üblichen Platz stellen, Granulat rein, den Kater aus dem Wohnzimmer lassen. Greebo ist das einfachste Haustier der Welt: Zunächst schläft er auf seinem Lieblingskarton in meinem Büro, dann frisst er, dann benutzt er ohne zu zögern das Granulat auf die vorgesehene Weise. Da das Zeug nicht absorbiert, kann ich danach das nasse Gold mit Hilfe einer Pipette aufnehmen und ordnungsgemäß verstöpseln für den Tierarzt.

Ihr erinnert euch, wir haben zwei Katzen. Und während Greebo ein Ausbund an „I AM THE CAT!“-Entspanntheit an den Tag legt, obwohl sich diverse Sachen geändert haben, dreht Ronja im Wohnzimmer (ihrer natürlichen Umgebung mit dem normalen Klo und den üblichen Futter- und Wassernäpfen) total auf. Zwei Stunden fast ununterbrochene Hektik. „Warum ist hier eine Tür? Wo bin ich? Wer bin ich? Was mache ich hier? Ach ja, das ist das Wohnzimmer. (Kurze Pause.) WARUM IST HIER EINE TÜR???“ Ich sag’s euch, die Miezi ist, wenn man sie von ihrem Bruder trennt, sogar zu dumm zum Fressen. Fast schon niedlich.

Jetzt warte ich nur noch auf die Laborergebnisse vom Tierarzt und die Rechnung. Die Katzen haben unterdessen ihren üblichen Tagesablauf wieder aufgenommen: Schlafen, Fressen, Nerven. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Kleidergeister

Erinnert ihr euch noch an diesen Post? Sehr gut, denn ich habe die Fortsetzung für euch!

Anfang Januar hatte ich plötzlich Schlafanzughosen in der Wäsche, die keiner von uns beiden kannte. Damals dachte ich: Oh, die kommen wohl aus dem Einbauschrank, der in unserer neuen Wohnung war. Kann ja mal passieren, der Vormieter vergisst beim Räumen etwas in einer dunklen Ecke, und irgendwann kramt man das versehentlich hervor. (Dafür hat man Katzen.)

Wir haben also den Schrank einmal komplett ausgeräumt und bei der Gelegenheit gleich sauber gemacht. Kann ja nicht schaden.

Vorgestern Abend dann war ich auf der Suche nach den Katzen. Die verstecken sich gerne im Schuh-Fach des Schrankes und schnüffeln an meinen getragenen Ballerinas. Ich also auf die Knie und mit der Taschenlampe in das Fach leuchten. Und was finde ich?

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Das sieht doch verdächtig nach weißen Tennissocken aus!

Nein, keiner von uns trägt weiße Socken. Und ja, da bin ich mir ganz sicher.

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Hier der ausgerollte Beweis. Socken. Mit Tennis. Ich dachte, die seien in den achtzigern verboten worden?

Auf jeden Fall hab ich das direkt mal Richard am Telefon erzählt. Was soll er denn denken, wenn er nach Hause kommt und wir haben fremde Männersocken in der Wohnung liegen? Und wir haben angefangen zu spekulieren und eine Reihe aufregender Theorien aufgestellt:

  1. Auf dem Dach wohnt jemand, der in unserer Abwesenheit durch eine Luke in die Wohnung steigt, den Kühlschrank plündert und seine Socken bei uns wäscht.
  2. Ein Stalker mit nachgemachtem Schlüssel reibt sich in unserer Abwesenheit an meinen Schuhen, wie der Kater. Warum er dabei die Socken auszieht? Fragt mich was leichteres.
  3. Wir haben Kleidergeister.

Gut. Vielleicht wäre es auch möglich, dass wir die eine Ecke des Schrankes beim Ausräumen einfach übersehen haben. Aber die anderen Geschichten finde ich viel spannender!

Zugegeben, ein wenig gruselt es mich jetzt schon, unter der Woche allein zuhause zu sein… ^^

Freude über Freude

Die letzte Woche war ziemlich krass. Sagt man das überhaupt noch so? Bin ich noch hip? Egal, auf jeden Fall war hier der Bär los. Montag Kneipe, Dienstag Cocktailbar, Mittwoch Sushi, Donnerstag Treffen mit einer langjährigen Freundin (beinahe hätte ich „alte Freundin“ geschrieben… gerade noch am Fettnäpfchen vorbeigeschwommen, puh!). Kein Wunder, dass hier nix passiert ist. Wir sind uns noch nicht sicher, ob wir die Wohnung aufräumen oder verbrennen sollen…

Freitag Abend ging es dann allerdings gleich munter weiter. Die liebe Sabine war auf der RingCon hier in Bonn, und spontan, wie wir sind, haben wir uns zum Abendessen getroffen. Ich fand es total aufregend, sie endlich live und in Farbe zu sehen! Und natürlich ihren Mann, der diese verrückten Schriftsteller-Weiber mit großer Geduld erträgt. Und schaut mal, was ich bekommen habe!IMG_0377.JPG

„Der vierte Wunsch“, frisch gedruckt und extra signiert. So cool! Ich durfte das Manuskript vorab lesen und ein wenig mäkeln – aber es war natürlich schon vorher so großartig, wie ihr es jetzt in Händen halten könnt! Und dann hat sie mir, lieb wie sie ist, auch noch eine Halskette und ein Paar Ohrringe gemacht, die ich natürlich sofort tragen musste. (Es gab auch noch Gummibärchen, aber die sind auf mysteriöse Weise verschwunden. Ich wittere einen Fall für den Investikater… und das versteht jetzt wieder niemand, ist aber wurscht. Kommt Zeit, kommt Erleuchtung.)IMG_0376-0.JPG

Samstag war etwas ruhiger, aber Sonntag hüpften wir direkt freudestrahlend um sechs aus dem Bett – gut, ich hüpfte und zog Richard hinter mir her, der nur leise grummelte – denn der große Tag war da! Unser erster Zehn-Kilometer-Lauf! Ich hatte ihn natürlich direkt mit angemeldet für den Drei-Brücken-Lauf hier in Bonn, damit ich nicht in Versuchung komme, im letzten Moment abzusagen. Das ganze war für einen guten Zweck, mit Spenden zugunsten der Deutschen Krebshilfe, und findet im nächsten Jahr wieder statt, falls ihr jetzt extrem inspiriert seid. Wir sind dann nicht nur losgelaufen, sondern auch angekommen – Richard natürlich vor mir, er hat mich bei der Acht-Kilometer-Marke überholt, aber das soll mich an dieser Stelle nicht ärgern, denn ich hab meine angepeilte Zeit eingehalten: Eine Stunde und zehn Minuten. (Er war eine ganze Minute schneller, dieser Angeber. ^^ )

Den Rest des Tages haben wir verdienterweise mit Essen und Ausruhen verbracht: Zuerst mit Burgern aus dem „Godesburger“, sehr zu empfehlen, vor allem das Kirsch-Ketchup! Ich steh ja auf solche Perversionen…

Und zum Abschluss noch einmal im Detail – ist das kein hübsches Cover? ^^IMG_0378.JPG

Wie ein unaufmerksames Zimmermädchen beinahe ein bisschen unsere Beziehung gefährdet hätte

Vor ein paar Tagen war ich auf dem Sprung, Freunde und Familie besuchen. Richard war außergewöhnlich früh aufgestanden, um sich die PHOTOKINA anzuschauen, und ich wollte noch schnell seine Beraterwäsche aus dem Beraterkoffer in die neue Waschmaschine stopfen.

Beim Sortieren fand ich das da:

IMG_0327Ich kenn mich da ja nicht so gut aus, aber das sah nicht aus wie ein Produkt für Männer. Und meine war das auch nicht. Also fotografierte ich den Stein des Anstoßes und schickte Richard eine Nachricht: „Guck mal, was in deinem Koffer war. Bist du etwa heimlich ein Cross-Dresser“

Seine Antwort: „WTF?“

Ich wieder: „Ich weiß grad nicht, was ich denken soll. Wie fändest du das, wenn bei deiner Rückkehr fremder Leute Boxershorts in der Wohnung lägen?“

Er: „Keine Ahnung, glaub ich.“

Ja, wir sind sehr eloquent. Auf jeden Fall musste ich los, und die Unterhaltung wurde erst einmal auf Eis gelegt. Was natürlich nicht ganz einfach war. Zwar bin ich 99,99785% sicher, dass Richard mir auf ewig treu ergeben ist. Zumal, als wir damals zusammenzogen, ich mit Katzen- und X-Box-Entzug gedroht habe, sollte er mich jemals hintergehen.

(Ich weiß, wo es richtig wehtut.)

Egal. Sonntag Abend hab ich ihm dann als erstes den Stein des Anstoßes vorgelegt. Richard hatte die Sache natürlich direkt vergessen. Wir haben dann zusammen überlegt, woher das Ding kommen könnte: Meine? Keinesfalls. Von einer der gelegentlich übernachtenden Freundinnen? Zu klein. Multiple Persönlichkeiten? Unwahrscheinlich. (Richard: „Ich hoffe nicht, das Ding sieht ziemlich unbequem aus!“)

Die Lösung war dann so simpel wie blöde: Der Schlüpper lag in Richards Hotelzimmer, in dem Fach, in dem er seine (überwiegend schwarze) getragene Wäsche sammelt. Und Donnerstag Morgen beim Packen hat er das Ding dann wohl unbewusst mitgeschleppt, auf dass es zuhause bei uns ein wenig für Abwechslung sorge.

„Das soll ich dir also glauben?“

– „Überleg doch mal, Schatz: Wenn ich dich betrügen würde, dann doch nicht mit jemandem, der so langweilige Unterwäsche trägt!“

Zugegeben, das klang logisch. Außerdem war er in der ganzen Angelegenheit so entspannt und offen überrascht, dass ich ihm die blöde Geschichte abkaufe – er ist ein ziemlich mieser Lügner. Vertrauensselig, wie ich bin, naiv und voll Glauben an das Gute in der Menschheit, glaube ich ihm also. Richard ist einer von den Guten, wirklich. Letztendlich lachten wir also über den Schrecken. Ich schlug vor, er solle sich beim Hotel beschweren und eine Wiedergutmachung verlangen, schließlich habe dieser Schlüpper fast seine Beziehung ruiniert. Das wollte er aber auch nicht: „Und was, wenn das Zimmermädchen dann meinetwegen Ärger kriegt?“

(Laaaaangweilig!)

Und die Moral von der Geschicht: Es ist nicht immer, wie es scheint. Manchmal muss man sich entscheiden, anderen zu vertrauen. Und: Es ist gut, von Zeit zu Zeit seine Drohungen zu erneuern. (Oder: Mach das Licht an, wenn du deinen Koffer packst.)

Premiere!

Gestern gab es eine kleine Premiere – ich hatte meine erste Lesung vor willigem Publikum! Also, damit meine ich, nicht vor den Katzen, die verstört in Kartons hocken und den Kopf schief legen: Warum tut sie das?

Die „Odd Fellows“ aus Koblenz hatten mich gebeten, bei ihnen in Neuwied erst eine Kurzgeschichte von mir vorzulesen, die in ihrer Anthologie veröffentlicht wurde, und dann aus meinen Büchern. Ich hab natürlich zugesagt, komplett ahnungslos, wie ich war, und hab mich dann auch nicht weiter vorbereitet, weil Arbeit und so.

Gestern nachmittag bin ich dann direkt nach der Arbeit überstürzt los, mit Kleingeld und Bücherkarton und Wasserflasche. Das einzige, was ich vergessen habe, ist natürlich die Kamera (tut mir leid!). Zum Glück war der Tag so hektisch, dass ich vorher gar keine Zeit hatte, nervös zu sein. Das kam dann auf der Autofahrt. Falls ihr gestern auf dem Weg zwischen Bonn und Neuwied also ein schmutziges Auto mit einer lauthals singenden Rothaarigen gesehen habt – das war ich.

Das Publikum war dann sehr nett, nicht zu groß, und glücklicherweise sehr interessiert. Auf Bitten las ich erst die Kurzgeschichte, über die wir dann kurz sprachen, und danach – auch angesichts der Zusammensetzung des Publikums – aus dem „Hirschkönig“. Bei der Gelegenheit stellte sich dann raus, dass ein Herr im Publikum sich brennend für Geschichte interessierte, und auch gerade für die Germanen hier am Rhein.

Fuck, dachte ich, der erzählt dir jetzt im Detail, was du alles falsch dargestellt hast.

Glücklicherweise scheine ich aber keine größeren Fehler gemacht zu haben – oder er war viel zu höflich, sie mir vorzuhalten.

Richtig gebauchpinselt fühlte ich mich dann, als eine Dame bat, ob ich nicht auch noch aus „Allerseelenkinder“ lesen wolle. Sie interessiere sich sonst nicht so sehr für Fantasy, aber eine fantastische Geschichte, die in der realen Welt spiele, das mache sie neugierig. Den Gefallen habe ich ihr dann also auch getan, und die Reaktionen waren durchweg positiv. Anschließend konnte ich einige Bücher signieren und mich noch angeregt unterhalten – über Schreiben, eReader, das Übersetzerhandwerk und südamerikanische Schriftsteller, für welche die Frau des Veranstalters eine Schwäche hat.

Leider musste ich gegen neun schon fort, um noch rechtzeitig Richard nach der Arbeitswoche am Bahnhof abzuholen, ich wäre gern noch länger geblieben. Als Dankeschön gab es dann noch zwei Flaschen Rheinwein, den ich zufällig vorher in meinem Buch schon gelobt hatte. Als erste richtige Lesung war es jedenfalls für mich eine großartige Erfahrung, und ich hoffe, dem Publikum hat es auch gefallen!

Dinge, die ich gestern gelernt habe:

  • Irgendwas vergisst man immer.
  • Wenn Leute dich zu einer Lesung einladen, sind sie tatsächlich interessiert. Hatte ich vorher so gar nicht überlegt. Ja, ich bin nicht immer die hellste.
  • Beim Laut-Lesen merkt man tatsächlich, wo es im Text noch hakt. Sollte ich nächstes Mal beim Schreiben ausprobieren und nicht erst, wenn die Exemplare fertig vor mir liegen. (Ich weiß, den Ratschlag hört man andauernd, aber manche Fehler muss man offenbar wirklich selbst machen.)

Endlich

So, nachdem ich mal wieder sporadisch vom Angesicht der Erde gerutscht bin – ist schon blöd, wenn man zuhause kein Internet hat. Wie in einem vorindustriellen Land… und die Ausreden erst, die man uns bislang aufgetischt hat! Zuerst war die Bundesnetzagentur schuld, dann waren die Leitungen marode, dann war unser Anschluss blockiert vom Anbieter der Vormieter, und der jüngste Klops: Die Telekom würde unserem Wunsch-Anbieter einfach keinen Übergabepunkt freiräumen. Außerdem habe die T* ein Recht darauf, mindestens einen Anschluss pro Haus mit einem eigenen Vertrag zu beliefern. Die Leute an den Kunden-Hotlines sollten lieber Bücher schreiben, bei soviel Kreativität!

Wie dem auch sei, ich war trotzdem nicht untätig… ab sofort könnt ihr meine beiden Bücher Der Hirschkönig und Allerseelenkinder auch als Taschenbuch erwerben. Alles mit viel Liebe und wenig Sachverstand selbst gestaltet, aber ich denke, ich bin zufrieden. Jetzt konzentriere ich mich völlig darauf, die nächsten beiden Episoden aus Helenas Leben auf den Weg zu bringen. Und alle, die sich lieber an Papier als am Bildschirm festhalten – kauft! KAUFT!

*hypnotischerkatzenblick*

„Schreibst du auch ECHTE Bücher?“

Ja, das wurde ich bereits mehrmals gefragt. Vor allem von Leuten, die sich unter enem eReader eine Art überdimensionalen Taschenrechner vorstellen.

All diesen Leuten kann ich jetzt sagen: Nach Umzug, Krankheit und diversen anderen Scherereien der letzten Monate bin ich nicht nur zurück, mit einem neuen und fast fertigen Manuskript – nein, ich plane auch eine Taschenbuch-Ausgabe, zunächst von „Allerseelenkinder“ (um einmal zu sehen, was passiert).

All diejenigen von euch, die also händeringend auf „echte“ Bücher warten, können sich schonmal freuen. Natürlich mit mehr Begeisterung als Sachverstand gemacht, aber das stört euch sicher nicht. Also, ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Mantra des Tages: Ich darf die Kundenhotline nicht anbrüllen. Ich darf…

… die Kundenhotline nicht anbrüllen.

Auch wenn ich gerne würde.

Das sind schließlich diejenigen, die am wenigsten dafür können.

Falls ihr euch wundert, dass man im Moment noch weniger von mir hört: Es begann mit unserem Umzug. Unser damaliger Telefon- und Internet-Anbieter ist nur in wenigen ausgewählten Gebieten/Häusern zu haben. Auf Anfrage konnte er sich über Monate hinweg nicht entscheiden, ob wir ihn an der neuen Adresse würden nutzen können. Ja – nein – vielleicht doch – wenn man das Kabel am Haus hoch legt – doch nicht – oder wohl?

Schließlich hatten wir die Nase voll, haben mit Verweis auf den Umzug das Sonderkündigungsrecht genutzt und Anfang Dezember (als wir bereits in der neuen Wohnung saßen) einen anderen Anbieter beauftragt. Der bestätigte den Auftrag und vergab einen Termin, an dem der Techniker kommen sollte.

Wer nicht kam, war der Techniker. Also Anruf bei der Kundenhotline. Jaaaa, da gebe es Probleme bei der Nummernvergabe. Man werde sich melden, sobald es genaueres gebe.

Nach zwei weiteren Wochen ohne irgendwelche Informationen haben wir dann auch den Auftrag storniert. Schriftlich, per Fax und Post. Das war Anfang Januar.

Inzwischen hat Richard, der das Internet und das Telefon wirklich sehr vermisst, bei einem dritten Anbieter einen Anschluss beauftragt. Da hieß es erst enthusiastisch, die könnten das vor Ende Januar anschließen.

Ende Januar ist inzwischen vorbei, und jetzt ratet mal, was nicht passiert ist. Genau. Die Welt ist nicht untergegangen, und einen Telefonanschluss haben wir immer noch nicht. Heute also erst einmal bei unserem neuen Wunschanbieter nachgefragt, was da denn los sei. Einiges Hin und Her, dann: Jaaa, da habe wohl irgendwer anders unsere Leitung in Nutzung. Vielleicht der Vormieter. Oder die NSA. Oder der Hund der Putzfrau aus dem Gebäude am anderen Ende der Straße. Falls wir das in den nächsten fünf Tagen klären könnten, könnten wir bis Ende Februar (also drei Monate nach dem Umzug) einen Anschluss kriegen. Vielleicht.

Ich rufe also heute ganz enthusiastisch auf Verdacht bei unserem ehemaligen Wunschanbieter an und frage, wie das denn sei mit der Stornierung.

Jaaaa, die sei in Bearbeitung.

Seit Anfang Januar, oder wie? Wann wir denn mit einer Antwort rechnen könnten.

Vielleicht, aber nur vielleicht, und da könne er sich nicht festlegen, in einer oder zwei Wochen.

Ob sie denn die Leitung reserviert hätten?

Ja, den Unterlagen zufolge hätten sie das.

Ob das daran liegen könne, dass unser neuer Wunschanbieter die nicht nutzen könne?

Vielleicht, das könne er so genau nicht sagen. Aber wenn wir die Stornierungsbestätigung bekommen, sei die Leitung garantiert von ihrer Seite aus wieder frei.

Ob sie Probleme bei der Beantragung der Leitung gehabt hätten, konnte der mir nicht sagen. Und er war wirklich nett und bemüht und ertrug meinen Sarkasmus mit unglaublicher Geduld.

In seinem Büro hat Richard inzwischen wahrscheinlich mit dem Kopf eine tiefe Delle in die Tischplatte geschlagen. Ich bin dreimal in den zweiten Stock und zurück gerannt, um mich abzureagieren, und lehne heute jeden Kontakt zu unseren Klienten ab. Mein Geduldfässchen ist nämlich leer.

Betet mit mir: „Danke, dass Du mir diese Prüfung auferlegst.“

Weiß jemand, ob es einen zuverlässigen Lieferanten für Brieftauben gibt?

Lasst Blumen sprechen!

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Wie einige von euch vielleicht erraten haben, waren meine beste Freundin und ich in Prag. Ein Tag jeweils für An- und Abreise, blieben zwei Tage zum Sightseeing. Die Fotos erspare ich euch mal, denn ich bin eine ganz furchtbare Touristen-Fotografin. Es gibt Bilder von JEDER EINZELNEN STATUE auf der Karlsbrücke. Die könnt ihr auch im Internet angucken, erspart allen beteiligten viel Ärger und Mühe. Lasst mich nur sagen, wir sind viel zuviel gelaufen und haben sehr gut geschlafen.

Jedenfalls kehrte ich am Sonntag abend nach Hause zurück, und neben meinem Notebook stand dieses Blümchen. Und wollt ihr wissen, was Richard dazu sagte?

„Jetzt kannst du überall erzählen, dein Mann hätte dir ein Veilchen verpasst.“

Was für ein alter Romantiker. ^^