Gegensätze ziehen sich an … glaube ich

Manchmal muss es eben ein Fertiggericht sein. Lasagne zum Beispiel. Die mache ich mir am liebsten in der Mikrowelle warm wegen der schönen Käseknusperkruste. Der Mann isst sie lieber aus der Mikrowelle. Im Ofen werden ihm die Ecken zu trocken.

Ich hätte am liebsten konstant die Fenster offen. Ihm kann es in der Wohnung nicht muckelig genug sein.

Als Morgenmensch bin ich abends ab neun zu nichts mehr zu gebrauchen. Da läuft er gerade erst zu Höchstformen auf.

Ich hasse Sauce Hollandaise, er kann nicht genug davon kriegen.

Dafür findet er Tomatensauce doof, in der könnte ich baden.

Wenn ich Abends einmal sitze, passiert nichts mehr, deswegen muss ich in Bewegung bleiben. Er hingegen braucht regelmäßige Pausen, über den Tag verteilt, und danach geht es zuverlässig weiter.

Ich möchte ein Motorrad kaufen. Das hält er für eine nicht nur dumme, sondern tödliche Idee.

Ein Leben ohne Hund kann ich mir nicht vorstellen. Er hat Respekt vor Hunden.

Ich mag Urlaube, in denen man viel erlebt und sieht, und lege an einem gewöhnlichen Sightseeing-Tag schnell mal zwanzig Kilometer zurück. Er ist mehr der Langschläfer und Genießer, wenn er denn man Urlaub hat.

Diese Woche ist unser erster Kuss zwölfeinhalb Jahre her. Wenigstens in unserem Fall scheint das mit der Überschrift also zu stimmen.

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Ein Omen!!!

Wenigstens interpretiere ich es so, wenn das erste „richtige“ Buch, das ich dieses Jahr auslese, ein Reiseführer ist … das klingt nach Spaß, was meint ihr?

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Ein Klassiker – der Baedeker Reiseführer

Die beste Freundin und ich wollen demnächst nach London – solange das noch einigermaßen geht – und wir haben inzwischen eine Art Planungsroutine: Ich besorge einen Reiseführer oder vergleichbare Touristenquellen und markiere alles, von dem ich denke, dass es spannend wäre. Dann geht das Ding an die beste Freundin weiter, die aus meinen und ihren Ideen Tripvorschläge bastelt, und wir entscheiden vor Ort spontan, was wir tatsächlich machen. Bei Unterkunft und tatsächlicher „Hin- und Wegkomm-Reise“ gehen wir ähnlich vor … ich sortiere vor, was es gibt, und wir suchen dann gemeinsam aus, ehe ich buche. Das hat sich in den letzten Jahren als ziemlich nützlich ergeben, und da wir meistens einen ähnlichen Geschmack haben, was Unternehmungen angeht, sind wir uns auch immer schnell einig.

Nur die berüchtigten Fish’n’Chips werde ich wohl alleine essen, da steht sie so gar nicht drauf.

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„Hauptsache, ihr habt genug Zeit für ein Nickerchen!“

Bei der Sichtung der Informationen gestern Abend hatte ich übrigens Unterstützung von Kurt.

Wo bleibt das Soziale in den Sozialen Medien???

Das ist eines meiner Schlachtfelder für dieses Jahr.

Denn ich fühle mich von den SoMe verarscht.

Ständig sehe ich Seiten von Produkten, die ich mal geliked habe. Oder Werbung. Oder Werbung von Produkten, deren Seiten ich geliked habe. Was ich nicht oder nur seltinösestens sehe, sind Beiträge von Freunden. Und da ist es egal, ob es um Facebook, Twitter oder Instagram geht. Gut, auf Twitter ist die Werbung noch(?) eher selten, aber das ist auch so schnelllebig, dass einem fix Dinge entgehen.

Also habe ich mit einem Putz angefangen.

Auf FB entlike ich jede Menge Seiten und interagiere mehr mit meinem Freundeskreis – also denjenigen, die noch nicht abgewandert sind.

Auf Instagram interagiere ich mehr, bevorzugt mit echten Personen und nicht mit Produktpflegeseiten.

Auf Twitter – ach, ich und mein großes Mundwerk. Manchmal ist das echt lesenswert.

Wo man sonst überall noch sein müsste, weiß ich gar nicht – das ist wohl eine der Gnaden des Alters. Der Mann meinte neulich, er wolle sich einen TikTok-Account machen, aber mal im Ernst … ach nö. Natürlich gibt es immer mal wieder Plattformen, die von sich selbst behaupten, DAS nächste Ding zu sein, zum Beispiel dieses Dingens von dem saudischen Prinzen, von dem vor einem Jahr oder so mal drei Tage lang jeder geschwärmt hat, um es dann nie wieder zu erwähnen.

Übrigens mag ich Postkarten sehr gerne. Das ist ja auch so ein soziales Netzwerk – man schickt Wörter und Bilder in die Welt hinaus und weiß nie, wo es ankommt und ob die Leute es lesen und was dann damit passiert. Außerdem finde ich die Idee schön, dass mein Freundeskreis nicht nur Werbung in ihren Briefkästen findet … nicht so wie in den SoMe.

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Liebes Tagebuch …

… habt ihr das auch schonmal geschrieben? Tja, ich schon. Wie ungefähr jedes verdrehtes Teenager-Mädchen (und bestimmt auch eine Reihe Jungs). Glücklicherweise war ich irgendwann so schlau, die gesammelten Werke zu verbrennen. Im Ernst, wer würde jemals so einen prätentiösen Quark lesen wollen? Und falls ich jemals berühmt werde, wird die Nachwelt über meine frühen Jahre eben rätseln müssen. Ist wahrscheinlich besser so. ^^

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Bücher über Bücher über Bücher

Inzwischen kann man aus meiner Lesereise einige Rückschlüsse ziehen. Beispielsweise habe ich in den letzten drei Jahren jeweils etwas mehr als 40 Bücher pro Jahr gelesen. Das ist nicht einmal ein Buch pro Woche – eigentlich deprimierend, wenn man so drüber nachdenkt. Andererseits: Immerhin mehr als 40 Bücher pro Jahr. Auf diese Weise werde ich noch sehr, sehr lange Freude an meinen Beständen haben. (Natürlich kaufe ich trotzdem weiter Bücher. Wo kämen wir denn sonst hin?)

Außerdem zeigt sich eventuell ein Trend zu Themen und Genres. Die abgebrochenen Bücher, die mich nicht gepackt haben, stehen nicht drauf – sollte ich die vielleicht hinzufügen? Nee, eher nicht. Manchmal ist es einfach nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit bei der richtigen Person, das sagt wenig über das Buch aus und mehr über meinen Kopf.

Dieses Jahr habe ich keine Lese-Vorsätze, außer natürlich: Lesen! Und ich könnte an meiner Weltreise weiterbauen. Zum Glück haben die Nornen mit einer gigantischen Aktion zum Frauenwahlrecht (bald!) bereits einige interessante Buchvorschläge aufgetan, und den Nornenschuber gibt es ja auch. Da sollte ich ein wenig Anregung finden, um auch mal wieder über den Tellerrand hinauszuschauen.

Wie sieht es bei euch aus? SUB-Abbau in Angriff genommen? Wilde Eskalationen im Buchladen? Hochfliegende Pläne? Und wenn ihr neue Bücher habt, zeigt mir eure Schätze! ^^

Meine liebste Schwäche …

… ist meine Spontaneität. (Schreibt man das noch so?) Vor allem bei Schreibprojekten bin ich oft anstrengend sprunghaft. Wenn mir eine Idee kommt, möchte ich ihr am liebsten direkt ins Unterholz folgen, und ein verlockender Charakter könnte mich gerne an einem finsteren Abend in seinen Keller einladen, um mir seine Hundebabies zu zeigen. Mit anderen Worten: Am liebsten wäre ich komplett unorganisiert und verantwortungslos.

Da ich das weiß, halte ich mich meistens strikt an meine Pläne – die enthalten ein wenig Luft für alberne Zwischenprojekte und sind halbwegs flexibel, um auch den Alltag auszuhalten. Aus Zeitmangel sterben viele tolle Ideen leider trotzdem den kreativen Erstickungstod, aber das geht wahrscheinlich allen Autorinnen von Zeit zu Zeit so. Wäre ich doch nur organisierter!

Von all den Rückblicken krieg ich noch ein Schleudertrauma!

Deswegen liste ich hier lieber die Dinge auf, die im Jahr 2019 NICHT passiert sind:

  • Die Sonne wurde nicht von einem gigantischen Eisdrachen verschluckt.
  • Ich wurde nicht zur Königin des Rheinlands ausgerufen.
  • Meine Nase ist nicht in die Länge gewachsen.
  • Niemand hat ein unterirdisches Tunnelsystem voll merkwürdiger Wesen entdeckt.
  • Die Tierwelt hat sich nicht gegen die Menschen verbündet.
  • Keine Zombieapokalypse.
  • Kein Aufstand der Maschinen.

Wenn man sich das so betrachtet, war 2019 eigentlich gar nicht mal so übel – was meint ihr? In diesem Sinne: ALLES GUTE FÜR DAS KOMMENDE JAHR!

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Wenn ich einmal reich wär …

… nein, der Gesellschaft komplett den Rücken kehren würde ich wahrscheinlich nicht.

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Aber ich könnte mir schon vorstellen, ein wenig Abstand von dem ganzen Zirkus zu nehmen. Beispielsweise würde ich gerne meinen Brotjob eine Weile ruhen lassen, um zu schauen, wie es mir als Vollzeit-Schriftstellerin geht – und ob ich das überhaupt bringen würde. So eine Hütte im Nichts am Waldrand, mit einem Gemüsegarten und einem Sammelsurium seltsamer Tiere … hach, ich glaube, das wäre für ein oder fünf Jahre ganz schön. Ob ich dann wieder in die Stadt flüchte oder mir zum Ausgleich ein Hausboot kaufe, müsste ich ausprobieren.

Außerdem wäre es natürlich schön, ein fettes Sicherheitspolster zu haben – nicht nur für mich, sondern auch für Familie und Freunde, die in Not geraten könnten. Gefühlt sind wir alle immer nur zwei Gehaltsschecks und eine warme Mahlzeit von der Katastrophe entfernt, das würde ich gerne ändern. (Andererseits jammere ich auf hohem Niveau, das ist mir bewusst.)

Der schlechteste Schreibratschlag, den ich je bekommen habe

„Um Rechtschreibung und Zeichensetzung brauchst du dich nicht zu kümmern, dafür ist das Korrektorat da.“

Ja, so oder so ähnlich habe ich auch geguckt. Stellt euch vor, man würde einem angehenden Bäcker erklären, er brauche nichts von Mehlsorten oder Zusatzstoffen zu wissen, das würde heute eh alles automatisch gemischt!

Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind nun einmal das Handwerkszeug für Autorinnen. Wahrscheinlich ist man nicht perfekt, aber man sollte sich schon große Mühe geben, so gut zu sein wie eben möglich. Sicher wird trotz allem das Korrektorat noch einen Eimer voll Fehler zu Tage fördern, aber dennoch …

… oder stellt euch einmal vor, ihr wärt Verleger. Auf eurem Tisch landet ein Manuskript, das vielleicht genial ist -aber so genau weiß man das nicht, denn wegen der großen Anzahl an Fehlern ist das Ding einfach nicht deutlich lesbar. Würdet ihr euch die Mühe machen, in so etwas zu investieren?

Meine Rechtschreibung ist auch nicht immer tippitoppi – ich schludere beim Korrekturlesen, vertippe mich häufig und generell ist mein Wissen auf dem Stand der späten Neunziger, seitdem hat es gefühlt ein Dutzend Reformen gegeben. Im Großen und Ganzen, allerdings, hoffe ich schon, dass meine Texte lesbar und wenigstens fehlerarm sind. Und wenn ich ein Buch sehe, bei dem schon die ersten Seiten vor Fehlern nur so strotzen, lese ich, ehrlich gesagt, auch nicht weiter. Soviel Professionalität muss sein.