Bücherbummel 2025

Werbegrafik. Text: Save the date - Bücherbummel auf der Kö - 5. bis 9. Juni. Im Zentrum der Grafik ein Quadrat mit psychedelischen pinkfarbenen und roten Wellenmustern.

Vom 05. bis zum 09. Juni 2025 findet in Düsseldorf auf der Kö mal wieder der Bücherbummel statt. Das ist eine feine Sache, da kann man alte und neue Bücher kaufen und bummeln und es gibt auch Futterstände und vor allem Lesungen. Rundum gibt es auch ein wenig Grün zum Verschnaufen. Das komplette Programm geht in den nächsten Tagen online, aber ich verrate dir schon einmal: Ich bin auch wieder dabei. Mit einer Premiere. Denn ich lese zum ersten Mal aus Zuflucht in Schattenfall, das zu dem Zeitpunkt schon lange draußen sein sollte (ist es aber leider nicht, mein Fehler, die Geschichte hat sich gewehrt).

Auf jeden Fall findet die Lesung am 07. Juni von 15:45 h bis 16:15 h statt.

Stell dir das einmal vor: Du weißt dann schon vor Erscheinen mehr über das Buch als alle anderen! Gut, das wäre ein größerer Magnet, wenn ich schon reich und berühmt wäre. Aber es wird spannend (und vielleicht unheimlich), soviel ist sicher.

Das komplette Programm ist auf jeden Fall unglaublich vielseitig und hat auf jeden Fall für alle etwas zu bieten. Ich kann das sagen, denn ich durfte schon einen Blick drauf werfen. Und überhaupt brauchen wir alle viel mehr Bücher – du auch.

Die hupende Männlichkeit

CN: Fatshaming, Beleidigung

Wenn das Wetter es zulässt, fahre ich ja gern mit dem Rad. Und weil wir auf einem Berg wohnen, schiebe ich gegen Ende des Heimweges öfter mal ein Stück. So auch neulich Abend, nach einem langen Tag, es wurde allmählich dunkel.

Gelegentlich fahren auf dieser Straße auch Autos. Das ist kein Problem, der Geh-/Radweg ist baulich getrennt. An dem Abend kam von hinten ein weißer Audi mit Kennzeichen aus dem Umland, die Scheibe heruntergelassen, Uffzta-Musik auf den Lautsprechern. Und ich wusste schon, was da kommt.

„Schön weiterschieben, Fetti!“ Dreimal auf die Hupe drücken, Gelächter, aufbrüllender Motor und Abgang.

Ich bin ja nicht schüchtern, brülle also „FICK DICH!!!“ und schiebe weiter.

Ein paar Minuten später kommt mir dieses Auto entgegen. Selber Programm. Diesmal sehe ich den Fahrer. Er ist maximal zwanzig, blond, trägt ein Polohemd. Für ihn ist das ein Riesenspaß. Ich meine, klar. Der ultimative Beweis seiner Überlegenheit: Eine fremde Frau anpöbeln, die vom Alter her seine Mutter sein könnte. Da werden seine Freunde ihn für bewundern. Wenn er danach nicht direkt zum Alpha-Schrömpel aufsteigt, weiß ich auch nicht.

Im Ernst, ich kann diese pöbelnden Kinder auf der Suche nach der verlorenen Männlichkeit nicht ernstnehmen. Schnuppi, du hast gerade mal einen halben Bart, und der sieht aus, als sei eine Raupe auf deinem Gesicht verendet. Willst du nicht lieber erst ein wenig über die Welt lernen und dir vielleicht einen eigenen Wagen verdienen, anstatt aus Papis (oder Mamis) Leasinglimousine heraus schlechtes Benehmen über die Landschaft zu verbreiten?

Story, Story, Story!

Oder: Warum du mich bei Patreon unterstützen solltest.

Jetzt bettelt diese Frau schon wieder um Aufmerksamkeit. Und Geld! Ist das denn zu fassen? Gerade wird doch eh alles teurer!

Jaaaa, ich weiß. Ich hab auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Dennoch wollte ich einmal mehr erzählen, warum Patreon so ein tolles Ding für Künstler*innen ist:

Das Modell kennst du wahrscheinlich. Falls nicht: Bei Patreon kann man quasi Mitglied einer kreativen Person werden. Die Betreibenden legen verschiedene Level fest, auf denen man sie unterstützen kann (freie Mitgliedschaft, 1 Euro, 10 Euro, …) und haben die Option, für die verschiedenen Unterstützungslevel unterschiedliche Arten von Posts freizugeben.

Zunächst einmal: Das mit den unterschiedlichen Levels und dem gestaffelten Zugang zu Dingen mag ich für meinen Kanal nicht. Ob für einen Euro oder für fünfzig (das ist das absurdeste Level, das mir nicht unmoralisch vorkam), alle sehen aktuell die gleichen Dinge und haben das gleiche Mitspracherecht, wenn ich etwas zur Auswahl stelle. Bei der freien Mitgliedschaft kann man manches lesen, aber nicht alles.

Einige Künstler*innen reden bei Patreon über ihr Leben und ihren Schaffensprozess. Manche verschicken an ihre Unterstützenden regelmäßig kleine Überraschungen. Einige nehmen Bonus-Podcast-Episoden auf oder zeigen Zusatzmaterialien zu den Comics, die sie zeichnen. Einige haben einen Plan für ihre Posts, andere improvisieren (hallo!).

Auf jeden Fall bedeutet Patreon für diese Künstler*innen ein regelmäßiges festes Einkommen. Das ist für uns keine Selbstverständlichkeit! Die Geldsorgen werden etwas gemindert, der Kopf ist wieder frei(er) für Kunst und Leben.

Ich habe bei Patreon ursprünglich meine Hörbuch-Experimente geteilt. Die kann man da auch immer noch hören. Der Prolog von „Allerseelenkinder“ beispielsweise ist frei verfügbar, damit niemand den Drachen im Sack kaufen muss. (Inzwischen bin ich viel besser geworden!) Leider habe ich im Moment nicht die Zeit, regelmäßig aufzunehmen, aber ganz selten mache ich Lesungs-Videos. Außerdem gibt es bei Patreon Kurzgeschichten, Vorab-Ausblick auf neue Buchcover … und vor allem neue E-Books, wenn ich etwas im Eigenverlag veröffentliche. „Zuflucht in Schattenfall“ ist hoffentlich nächsten Monat oder spätestens im Juli fertig, zu dem Zeitpunkt lohnt sich das also auf jeden Fall. Aber auch sonst … der Kanal läuft ja schon eine Weile, da kann man stöbern und Dinge finden. Diese Woche erst gab es eine blutrünstige Neuinterpretation einer Sage, die ich lahm fand. ^^

Außerdem rede ich über das Schreiben, teile ab und zu Kateznfotos und, wenn ich mal etwas mache, was man auch anfassen kann, verschicke ich das an alle Mitglieder, die wollen. Das sind so Kleinigkeiten wie Postkarten oder Lesezeichen-Experimente.

Das Geld fließt übrigens alles in die Ausgaben fürs Schreiben: In neue Cover, in Aufnahme-Equipment, in Buchmesse-Reisen und mehr Regale. Ist jetzt nicht so, als würde ich mich dekadent bereichern.

Langer Rede kurzer Sinn: Falls dir meine Geschichten gefallen und du etwas verfügbares Geld in Kunst investieren kannst, überleg dir doch, ob du mich nicht bei Patreon unterstützen willst.

Leseflaute

Wer meiner Lesereise folgt, wundert sich gerade eventuell. Letztes Jahr war sie so fleißig, und jetzt? Kein einziges Buch in drei Wochen?

Ich kann dir versichern: Es liegt nicht daran, dass ich nicht lese.

Stattdessen hatte ich einige Flops hintereinander, und die abgebrochenen Bücher zähle ich natürlich nicht mit. Aber so summieren sich die Seiten, ohne dass die Liste wächst.

Ein britischer Krimi klang sprachlich, als hätte der Autor Oxford-Verstopfungen – sprachliches Geschwafel der übelsten Kategorie, nicht mehr als fünfzig Seiten auszuhalten.

Ein amerikanischer Frauenroman aus dem Bücherschrank zerfiel beim Lesen und roch so seltsam, dass ich es nur drei Kapitel ausgehalten habe.

Und bei einem hochgelobten „literarischen Meisterwerk“ geht es um eine egozentrische Künstlerin, die sich in einen Handwerker verliebt. Möglicherweise tatsächlich Literatur, aber ich habe keine emotionale Bindung zu einer der Figuren oder deren unglaublich langweiliger Beziehung aufbauen können.

So geht das dann weiter. Und ich weiß nicht, wie das bei dir ist, aber je länger eine Leseflaute dauert, desto schwerer fällt es mir, mit dem nächsten Buch wieder warm zu werden. Da muss dann schon etwas ganz Besonderes kommen, oder ein geliebter Re-Read aus dem Regal mit den „Keinesfalls verleihen!“-Schätzen.

Immerhin kann ich mich bei dem guten Wetter auch schön anders ablenken. Eigentlich wird es höchste Zeit für die nächste Wandertour. Muss nur mal ein freies Wochenende auftun.

Was ist dein bevorzugtes Allheilmittel für Leseflauten und enttäuschende Lektüre?

Gefühle – lieber innen oder außen?

Diese Woche im Sprechkurs (damit ich euch schöne Geschichten auch schön vorlesen kann) haben wir uns mit Werbetexten beschäftigt. Das ist mein Endgegner. Die Anweisungen sehen in etwa so aus:

Wir suchen eine*n Sprecher*in für einen Werbespot von 60 Sekunden bei kleinem Budget. Der Spot soll enthusiastisch, informativ, empathisch und freundlich klingen. Er soll begeistern!

Und dann hast du da einen Text von 51 Wörtern, denn eine übermüdete und unterbezahlte Marketingperson („kleines Budget“) morgens um drei in die Tasten gehustet hat. Mit mehr Augenmerk auf „Werbesprech“ als auf schöner Sprache. Flow? Rhythmus? Nööööö, machenwa nich.

Jetzt bin ich wirklich introvertiert. Merkt man eventuell nicht, wenn man mir auf Messen oder so begegnet, aber ich trage meine Gefühle bevorzugt innen. Meine liebste Veranstaltung ist wirklich der stille Lesemorgen auf dem Balkon mit Kater. Ich kann auch hingebungsvoll tagelang mit niemandem sprechen. (Nächster Urlaub in der Mord-Wald-Hütte, wann???) Wenn ich also für so eine Sprech-Übung auf einmal all meine Gefühle hörbar außen tragen soll, und das auch noch werbetechnisch überzeichnet, fällt mir das schon schwer.

Kennst du meine Buchwerbung? Dann weißt du ja Bescheid.

„Kauf dieses Buch. Reden wir nicht weiter drüber.“ (Setzt Sonnenbrille auf und wandert aus.)

Deswegen waren im Sprechkurs dann auch alle – einschließlich meiner Wenigkeit – überrascht, dass der Werbetext richtig gut funktioniert hat. Natürlich werde ich das nie reproduzieren können. Vielleicht war ich kurzfristig vom Geist eines*er verstorbenen Profisprecher*in besessen. Falls ja … war gar nicht schlimm. Würd ich wieder machen.

Ooooooder möglicherweise habe ich in den letzten Jahren tatsächlich etwas dazugelernt. Dann müsste ich mir einen neuen Endgegner suchen. Live-Comedy, ich komme! ^^

So ein schönes Wochenende, ich könnt glatt noch eins

Soviel Erholung bin ich gar nicht mehr gewohnt, ich sag’s dir. Der Freitag fing ja gar nicht vielversprechend an – mit Arbeit. Die hielt sich glücklicherweise allerdings in Grenzen, und kurz vor Feierabend meldete sich eine Freundin: Das hübsche Kleid, das ich in ihrem Laden Anfang April bewundert hatte, sei in meiner Größe eingetroffen. Also hab ich spontan den Wocheneinkauf abgesagt und bin stattdessen in die Stadt gefahren. Kleid anprobiert, gekauft, ein paar Besorgungen erledigt und mit der Freundin noch ein Feierabend-Kaltgetränk konsumiert. Das Wetter war ja auch hinreißend. Gut, jetzt hatten wir nichts zu Essen im Haus, weil ich halt nicht einkaufen war. Ich musste also notgedrungen Indisch bestellen. ^^

Den Einkauf hab ich am Samstag nachgeholt – nach einem geruhsamen Morgen mit etwas Häkeln, einem Spaziergang und Arbeit am aktuellen Manuskript. Den Haushalt hab ich auch irgendwie erledigt bekommen, war gar kein Aufriss. (Diesen Zaubertrick werde ich nie duplizieren können.) Abends, als der Mann unterwegs war, einen Kumpel zu treffen, hab ich erst Rote Bete eingekocht und danach weiter am Manuskript gearbeitet. Zur Belohnung hab ich mich danach mit einem Horrorfilm aufs Sofa zurückgezogen. Gut, da gab es einen kleinen Zwischenfall. Denn der Kater hatte offenbar beim Putzen zu viele Haare verschluckt. Erst hat er eine 5 cm-Haarwurst ausgekotzt. Dann hatte er ein Shit and Run, aber wegen all der verschluckten Haare ist ihm was am Hintern hängengeblieben.Das hat er schön einmal die Flurlänge entlanggerutscht. Ich hab also abends um elf noch fix die Kotze weggeputzt, die Katzenklos saubergemacht, des Katers Bremsspuren aufgewischt und desinfiziert und dem armen Tier den Hintern abgewischt. Hat er alles sehr geduldig über sich ergehen lassen.

Sonntag Morgen war dann so richtig dekadent. Ich hab Milchreis-Auflauf gemacht. Warme Süßspeisen esse hier im Haus nur ich, deswegen mach ich mir die Mühe nicht oft, doch da hatte ich richtig Lust drauf. Und der backt ja quasi auch von selbst, während ich es mir im Bad gemütlich gemacht hab. Danach etwas Lektüre, noch ein Spaziergang, ein wenig Balkonarbeit (ich hab endlich das Gemüse eingepflanzt!) und dann war es auch schon Zeit fürs Theater. Eine Freundin hat als Regisseurin mit einer freien Theatergruppe ein unglaublich lustiges Stück auf die Bühne gebracht, das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Und weil der Mann mutig mitgegangen ist, obwohl ihm so Klamauk meist zu klamaukig ist, gab es zur Belohnung Abendessen aus seinem Lieblings-Fastfood-Restaurant. Eingeschlafen bin ich dann mit dem Kater im Arm, um heute morgen überraschend frisch aufzuwachen.

So fühlt es sich also an, wenn man mal ausgeruht ist. Faszinierend.

Zum Schluss eine kleine Bildcollage. Die Hintergründe kennst du ja jetzt. ^^

Ankündigung: BonnTastik-Lesung im Quartiersmanagement Lannesdorf!

Ankündigungsplakat, Text: Tatjana Flade, Martin Welzel (Hrsg.) - Lesung, 28. Mai 2025, 19 Uhr - Autorinnen: Marita Bagdahn, Tatjana Flade, Heike Klein, Diandra Linnemann und M. C. Schulz  - Ort: Quartiersmanagement Lannesdorf/Mehlem, Ellesdorfer Str. 52, 53179 Bonn - Kostenlos. Kommen Sie einfach vorbei! - BonnTastik. Texte zu Bildern, Bilder zu Texten. Die Anthologie zur 5. BonnTastik.

Von der BonnTastik hatte ich bestimmt schon einmal erzählt. Die Bonner Regionalgruppe des BVjA schreibt seit einigen Jahren regelmäßig Kurzgeschichten zu den Bildern des Künstlers Martin Welzel. Diese Geschichten samt Bildern werden dann in einer Anthologie veröffentlicht.

Die Vorbereitungen für die sechste Ausgabe laufen bereits (mit einer neuen Künstlerin, mehr dazu bei anderer Gelegenheit). Bis dahin lesen einige von uns allerdings am 28.05.2025 ab 19:00 h im Quartiersmanagement Lannesdorf aus der BonnTastik V. Wer also Lust auf diese vielseitige Mischung aus Wort und Bild hat, sollte also unbedingt vorbeikommen! Der Eintritt ist kostenlos, und da der Tag danach regional ein Feiertag ist, ist es auch nicht schlimm, wenn wir alle etwas später ins Bett kommen.

(Nicht, dass wir vorhätten, euch über Gebühr zu beanspruchen!)

Hier ist die offizielle Ankündigung auf der Quartiersmanagement-Seite: LINK

Und wenn du andere Orte wüsstest, an denen ich (oder wir) lesen sollte(n), melde dich!

Schreibupdate und Zufälle, die es nicht gibt

Ich kämpfe immer noch gegen „Zuflucht in Schattenfall“.

Der Plot ist zu linear, es gibt zu wenig Konflikte.

Zwischendrin sitzt die Protagonistin für zwei Wochen nur auf dem Hintern, das ist zu langweilig.

Mein Endgegner ist eigentlich kein Endgegner, dazu mag ich ihn zu sehr.

Die ursprünglich geplante Lösung ist folglich zu grausam.

Und ich schwör, ich war drauf und dran, das Projekt auf Halde zu legen. Geht nur leider nicht, weil ich schon einen Lesungstermin Anfang Juni auf dem Bücherbummel in Düsseldorf habe. Da müssen wir jetzt also durch. Außerdem mag ich die Geschichte, ich hab sie halt nur nicht im Griff.

Dachte ich bis heute morgen.

Die Tage hatte ich schon Input von einer Testleserin eingeholt. Die hat wenigstens bestätigt, dass meine geplante Lösung sich organisch aus der Geschichte, wie sie bis jetzt schon ist, ergibt. Aber an den Lücken und Macken ändert das auch nichts. Also hab ich gewälzt. Und nachgedacht. Und alles immer wieder vorgekramt, um es von allen Seiten zu betrachten.

Und heute morgen hatte ich den Geistesblitz – eine Lösung, die perfekt in die Geschichte passt, aus dem Endgegner einen Endverbündeten macht, für zusätzlichen Konflikt sorgt, die Flaute in der Mitte beseitigt UND meinen Blickwinkel auf die geplante Grausamkeit ändert. So passt plötzlich alles perfekt zusammen.

Natürlich muss ich dafür hingehen und die ersten zwei Drittel des Buches umschreiben. Aber nicht sehr, ein paar Hinweise und eine oder zwei Szenen sollten reichen. Und dann sieht das aus wie dieses unglaublich komplexe Ding, das ich elegant aus dem Hut zaubere und das sich von der Thematik her jetzt noch viel besser in die Reihe eingliedert, als es eh schon der Fall war.

(Außerdem habe ich wichtige Details für Band 3 und 4, von denen es mir in den Fingern kribbelt.)

Damit ist wieder bewiesen, dass ich die chaotischste Plotterin bin, die ich kenne. Und bei „Magie hinter den sieben Bergen“ war das ganz ähnlich. Lauter winzige Details, die ich ohne Nachdenken in die Geschichten gestreut hatte, haben am Ende diese überzeugende Komplettlösung ergeben, die aussieht, als sei sie über neun Romane liebevoll aufgebaut worden. Dabei wusste ich zu Beginn gar nicht, dass es mehr als einen Roman geben würde.

Mein Unterbewusstsein plant viel besser als ich, soviel ist mal klar. In den meisten Fällen weiß ich genau das, was da am Ende auf dem Papier steht, und kein bisschen mehr. Aber irgendwo, weit außerhalb meiner Reichweite, ist die Geschichte schon fertig und durchgeplant und komplex und wartet nur darauf, mich beim Schreiben zu überraschen.

Das ist doch ein schöner Gedanke, nicht wahr? Und jetzt mache ich mich mal daran, die ersten zwei Drittel zu überarbeiten. Eigentlich soll das Buch nämlich bis Ende Februar März April fertig sein. (Weint.)

Sobald ich damit durch bin, gibt es natürlich das offizielle Cover-Reveal! Falls du schon vorher sehen willst, worum es geht … meine Patreons sind viel besser informiert als du und ich zusammen. ^^

Schreibideen sind wie Reis mit Bohnen

Auf einem runden Teller mit rotem Rand sieht man vorne links eine in Stücke geschnittene Tomate, rechts daneben ein in Stücke geschnittenes gekochtes Ei. Hinter dem Ei sieht man einige Stücke Avocado, oben links liegt ein Haufen Reis mit schwarzen Bohnen. Der Reis ist rötlich bis bräunlich, mit kleinen roten Stücken Tomate und Paprika untergemischt. von rechts ragt ein Löffel ins Bild.
Hab ich selbst gemacht. :-)

Was redet die jetzt wieder???

Vertrau mir.

Aaalso. Ich hab am Sonntag Abend einen Topf Reis mit schwarzen Bohnen gekocht. Etwas völlig Unspektakuläres also, was manche von euch zubereiten könnten, ohne das Haus zu verlassen. Nicht teuer, nicht exotisch, fast schon langweilig. (Falls du jetzt hungrig bist: Ich habe dieses Rezept verwendet.)

Aus diesem Reis mit Bohnen habe ich bis jetzt vier völlig verschiedene Mahlzeiten zubereitet.

Auf dem Bild siehst du heißen Bohnenreis mit Beilagen, perfekt fürs Büro.

Außerdem hab ich einige Löffel Reis und Bohnen in Rührei gefrühstückt.

Montag Abend gab es Wraps mit Bohnenreis, Rucola, Rindfleisch und Käse.

Heute habe ich den restlichen Reis in einen gemischten Salat geworfen.

Weitere Dinge, die man mit diesem Bohnenreis machen könnte: Ihn als Einlage in eine Suppe werfen, gebratenen Hähnchenfleisch untermischen, einen Auflauf mit Tomatensauce machen, Ofengemüse untermischen, Paprika (oder gebackene Süßkartoffeln) füllen, Unmengen Käse dranmischen, …

Siehst du langsam, worauf ich hinaus will?

Schreibideen sind oft nichts Besonderes – was wir draus machen, das ist das Spannende. Deswegen halte ich meine Schreib-Ideen auch nur selten geheim. Man könnte eine prima Anthologie daraus machen, 20 verschiedenen Autor*innen genau die gleiche Schreibidee („Prämisse“) vorzulegen, ihnen ein Wortlimit und drei Wochen Zeit zu geben und einfach abzuwarten. Mit welchen Genres kommen sie wohl zurück? Wird es romantisch, lustig, blutrünstig oder alles auf einmal?

Und jetzt hab ich leider Hunger bekommen und muss Mittag machen.

Erstes Fazit – es gibt ein Leben nach der Social Media-Hölle

Eine struppige, hügelige Landshcaft mit hüfthohem Gewächs und Büschen im Hintergrund. Im Zentrum des Bildes steht eine Hexe in schwarz mit langen blonden Haaren und Besen, die nach ihrem Hut greift. Der Himmel ist bewölkt und grau.
Foto von Šimom Caban, gefunden auf Unsplash.

(Ja, ja, BlueSky ist auch Social Media. Aber eben nicht die Hölle.)

Jetzt bin ich ja eine Weile bei Facebook, Instagram, Threads und Tiktok weg. (Bei Twitter sowieso schon.) Rein theoretisch habe ich mir als Autorin damit sämtliche aktuell geltenden Werbestrategien zerstört. Muss allerdings sagen – die Verkäufe sind nicht schlechter als vorher. Möglicherweise war ich bei Social Media einfach eine Marketing-Niete. Es ist etwas schwieriger, vielen Leuten einfach zu erzählen, dass da ein neues Buch ist. Der Hirschkönig wurde bis jetzt total ignoriert, was ich schade finde. Vielleicht liegt es am Buch, vielleicht liegt es an mir. So richtig wissen werde ich es erst nach zwei oder drei weiteren Büchern. Aber was ist denn dann jetzt der Vorteil?

Erstens fehlt mir die Doomscrolling-Plattform. Stattdessen „doomcrafte“ ich jetzt bei Pinterest, das macht viel mehr Spaß.

Zweitens habe ich nicht mehr andauernd das Gefühl, ich könnte etwas verpassen. Wahrscheinlich verpasse ich mehr als früher, aber dafür kriege ich viel mehr aus meinem direkten Umfeld mit.

Und drittens – weniger Rage Bait. Das ist das schönste. Natürlich ist die Welt nach wie vor kacke und der Scheißhaufen brennt auch noch an allen Ecken und Enden, aber ich sehe weniger Beiträge, in denen Leute sich absichtlich ignorant stellen oder einfach Mist erzählen, um Interaktionen zu generieren.

Also: Ich würd’s wieder tun. Das Leben als Sumpfhexe ohne Telefon klingt mit jedem Tag verlockender. Komm mit!