Der Balkon, die Erde und der Grünabfallsammelcontainer bei Nacht

Freitag nach der Arbeit wollte ich es ganz ruhig angehen lassen – schließlich steht die LBM vor der Tür, und ich bin keine junge Hüpferin mehr. Mein Fuß macht mir aktuell ein wenig Sorgen, der tut wieder aus exotischen Gründen weh, wenn ich laufe. Also humple ich. Aber, dachte ich mir, eine winzige Kleinigkeit könnte ich doch schnell erledigen: Das neue Katzennetz aufhängen. Das war nämlich schon eingerissen und mit Kabelbindern „repariert“. (Eine Freundin und ich haben überlegt, ob es jetzt mehr oder weniger Löcher hätte als vorher, auf jeden Fall war es die falsche Zahl.)

Um das alte Katzennetz abzuhängen, musste ich sämtliche Möbel verrücken. Und wo ich schon einmal dabei bin, könnte ich doch fix einmal gründlich fegen und schrubben, und … – schwupps, ehe man sich versieht: Neuer Balkon. Wenigstens fühlt es sich so an. Im Schwung hab ich nämlich eine neue Holzbank für die Blumenkübel zusammengebaut, alles um- und teilweise wieder zurückgeräumt, gefegt, geschrubbt, die Lichterketten entwirrt, die Stühle abgeklopft und die alte Erde aus den Balkonkästen genommen. Insgesamt waren das etwa 100 Liter, also schon eine Menge. Drei große Einkaufstüten.

Jetzt haben wir keine Biotonne am Haus und keinen Platz für einen Kompost, aber es gibt vielleicht 300 Meter Luftlinie entfernt eine Grünabfallsammelstelle. Das ist, dachte ich mir, die richtige Anlaufstelle für die alte Erde. Ist ja quasi Gartenabfall. Also hab ich mir, über und über mit Staub und Erde verschmiert, wie ich war, Abends noch schnell die Tüten geschnappt und rübergeschleppt.

Es war ja schon dunkel. Und unsere Grünabfallsammelstelle hat eine klitzekleine Besonderheit: Sie steht auf dem Friedhof. So am Rand, aber man muss schon auf den Friedhof rauf und an den Urnenstätten vorbei, dann links hinter ein Gebüsch und beleuchtet ist natürlich auch nichts.

Kuschelige Atmosphäre. Vor allem für eine überaktive Fantasie wie meine. Aber wir haben den Container gefunden, ohne vor Angst zu sterben oder von Geistern entführt zu werden. Schnell auf das kleine Gerüst und die Erde in den Container gekippt. Dabei ist ein wenig daneben gegangen.

Zum Glück waren in der Ecke der Siedlung die Straßen leer. Denn stell dir vor: Du gehst Abends noch schnell mit deinem Hund (Katze, Maus, …) eine Runde um den Block und kommst am Friedhof vorbei. Zwischen den Büschen siehst du die Grablichter rot flackern. Ein Käuzchen ruft. Etwas raschelt im Unterholz. Plötzlich öffnet sich mit einem kichernden Quietschen das Friedhofstor, und aus der Dunkelheit erscheint humpelnd eine verlotterte Gestalt mit Schlamm unter den Fingernägeln, über und über mit Erde bedeckt …

Zombies werden traditionell enthauptet oder verbrannt, nicht wahr?

Aber außer mir war an dem Abend niemand unterwegs. Gerade noch einmal Glück gehabt. ^^

Und zur Entschädigung: Bilder vom „neuen“ Balkon.

ANKÜNDIGUNG: „13 mit Feder“-Lesung im Café Gold und auf der LBM

Die Autor*innengruppe 13 mit Feder, mit der ich auf der Leipziger Buchmesse bin, hält während der Buchmesse zwei Lesungen:

Die erste findet am Donnerstag, 27.03.2025, ab 18:30 h im Café Gold in Leipzig statt. Da bin ich dabei und lese aus „Willkommen in Schattenfall“. Es gibt aber auch andere Autor*innen mit schönen neuen Texten, die du genießen kannst!

Die zweite Lesung moderiere ich nur, und zwar am Sonntag, 30-03-3035, ab 14:30 h auf der Messe selbst in Halle 5 am Fachforum + Literatur Halle 5  (Stand G701/H700). Gelesen wird von zwei anderen federbewehrten Personen, und ich bin sicher, es wird interessant!

Vom Los der Schusseligkeit

Schon als Kind war ich schusselig. Das können bestimmt viele Leute bestätigen, deren Namen mir gerade nicht einfallen. Mit manchen von ihnen bin ich verwandt. ^^

Im Ernst. Ich habe keine Kontrolle über mein Gedächtnis. Sinnbefreite Liedtexte aus den Neunzigern? Check! Die Tatsache, dass der eine Mitschüler aus dem Sprechkurs am Anfang manchmal klang wie Grönemeyer? Check! Den Namen dieses Mitschülers hingegen vergesse ich, auch wenn ich ihn erst vor ein paar Tagen auf dem Bildschirm gesehen habe. (Er ist sehr nett.) Auch Namen von Leuten, die mir gerade erst genannt wurden, gehen oft gleich wieder unter. Überhaupt, Namen … Schall und Rauch, wir wissen es.

Auch im Alltag äußert meine Schusseligkeit sich manchmal auf lustige Weise. Ich bin Meisterin darin, einen Raum zu betreten und mich zu fragen, was ich hier eigentlich will. Oder neulich erst, da hatte ich meine orangefarbenen Jeans verlegt. Ich wusste, ich hatte sie gewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Auf dem Wäscheständer waren sie allerdings nicht mehr, also musste ich sie weggeräumt haben. Nur: Wohin, zum Henker?

Kleiderschrank? Fehlanzeige. Wär aber auch zu einfach.

Der Stapel vor dem Schrank, wo all das Zeug wartet, das man eigentlich mal wieder wegräumen könnte? Auch nichts.

Jetzt sind so orangefarbene Jeans ja erstens durchaus eine Menge Stoff – und zweitens orangefarben. Die KANN man eigentlich nicht verlieren. Denkst du! Ich war mir nur sicher, dass sie trotz Beinen nicht weggelaufen wären. Irgendwann mussten sie wieder auftauchen.

Und weißt du, wo ich sie nach einer Woche gefunden habe?

Im Bücherregal. Logisch!

(Bücherregale enthalten alle Antworten. Und manchmal Jeans.)

Buchblogger*innen gesucht!

Haha, mit dem Gender-Sternchen treffe ich direkt die erste Vorauswahl! (Diabolisches Gelächter.)

Zurück zum Ernst der Lage – ich bin ja von vielen Social-Media-Plattformen verschwunden, weil ich mich persönlich nicht mehr dem Hass und Wahnsinn dort aussetzen will. Das bedeutet allerdings auch, dass noch weniger Menschen als vorher von meinen Büchern erfahren. Und das ist, wir wissen es alle, schade.

Da kommst du ins Spiel. Betreibst du ein Buchblog – egal, ob klassisch als Blog, auf einer der SoMe-Plattformen, über die ich immer schimpfe, oder gar dort, wo alte Leute wie ich gar nicht zugelassen sind? Oder rezensierst du einfach nur gern? Und hast du Interesse an Fantasy, die immer etwas anders, oft spannend und manchmal sogar lustig ist? Dann melde dich bei mir!

Ich vergebe für jedes meiner Bücher eine unbegrenzte Zahl an Rezensions-Ebooks und immer auch wenigstens eine Handvoll von Taschenbüchern, je nach Verfügbarkeit. Deine Followerzahl spielt keine Rolle. (Auch wenn ich mich über Interesse von Gigantomegablogs natürlich freuen würde.) Schreib mir einfach eine Mail an geschichtenquelle[at]gmail[dot]com oder hinterlass hier einen Kommentar mit einer Möglichkeit, wie ich dich erreichen kann.

Genres, die für dich interessant sein könnten:

Außerdem habe ich von vielen Anthologien, in denen ich Kurzgeschichten veröffentlicht habe, noch Taschenbuch-Exemplare, die ich natürlich auch gern zum Rezensieren vergebe. Da profitieren wir alle von.

Wie mich Kleber sozial radikalisiert hat

Auf einem aufgeschlagenen Buch liegt ein Lesezeichen aus dunkelblauem Tonkarton. Aufgeklebt ist eine hellblaue Feder mit vielen kleinen Details. Am oberen Ende des Lesezeichens gibt es ein Bändchen aus blauer Wolle.
Ein Lesezeichen für die „13 mit Feder“. Ist es nicht schön?

Am Wochenende wurde ich durch Klebstoff radikalisiert. Es war ein Versehen.

Möglicherweise hatte ich es noch nicht erwähnt, aber ich bin unter anderem mit dem Autor*innenzusammenschluss 13 mit Feder auf der Leipziger Buchmesse. Und da ich unglaublich enthusiastisch und schlecht mit Zeitmanagement bin, habe ich angeboten, als kleines Goodie Lesezeichen zu basteln. Ich hab nämlich so eine Präge- und Stanzmaschine zuhause und zufälligerweise auch Feder-Schablonen, das passt ganz hevorragend.

Wer mich nicht kennt, dem sei gesagt: Ich bin nicht gut im Basteln. Das wurde mir schon in der Grundschule bestätigt. Beispielsweise hatten meine Werkstücke immer sichtbare Kleberspuren. Gab natürlich schlechte Noten. Tja, dachte ich mir, das findest du jetzt wohl schnell raus, wie man Kleberspuren vermeidet. (Wie gesagt: Enthusiastisch und schlecht mit Zeitmanagement.)

Weißt du, wie man die vermeidet?

Man kauft den GUTEN Kleber. Den teuren, den meine Eltern sich nie leisten konnten. Nicht den für (damals noch) DM 0,99 für die 200 ml-Flasche aus dem Discounter, sondern den für (aktuell) € 6,99 für 50 ml. Ich wollte den einfach mal ausprobieren, und soooo viel Klebstoff brauche ich ja gar nicht. Um ehrlich zu sein, ich war überzeugt, mit dem höheren Preis kauft man in erster Linie ein Marken-Etikett.

Siehst du auf dem Foto oben, ob ich gekleckst habe? Nee, siehste nicht. Und ich schwöre, ich hab gekleckst. Nicht viel, ich war ja vorsichtig. Aber der verdammte teure Kleber, den meine Eltern sich nicht leisten konnten, trocknet tatsächlich einfach unsichtbar. WTF??

Na gut, eine Kunst- oder Werken-Note in der Grundschule ist nicht direkt weltbewegend, wenn man es auf das ganze Leben umrechnet. Trotzdem bin ich empört. Diese Ungerechtigkeit! Meine Mitschüler*innen waren gar nicht alle ordentlicher und sorgfältiger und besser im Basteln als ich – wenigstens nicht alle. Einige von ihnen hatten wahrscheinlich einfach den guten Kleber. Wer also, grob überschlagen, das vierfache (minus Inflation etc., umgerechnet auf den Literpreis) für Klebstoff zahlen kann, kauft sich damit einen Notenvorteil.

Außerdem wissen wir, dass das nicht beim Klebstoff Halt macht. In der Oberstufe hatte ich einen Mitschüler, der einfach in jedem einzelnen verdammten Fach wöchentlich Nachhilfe bekommen hat. Bis zum Abi. Wie teuer ist Nachhilfe aktuell? Sagen wir, der Einfachheit halber, 20 Euro/Stunde? Und wie viele Fächer hat man in der Oberstufe noch? Das Internet behauptet, es seien 12. Variiert wahrscheinlich von Bundesland zu Bundesland. Ich rechne mal großzügig zwei ab, Sport und Kunst. Und behaupten wir, es gibt noch zwei Fächer, die der Schüler vielleicht auch ohne Nachhilfe stemmt. Bleiben noch acht Stunden Nachhilfe pro Woche, à 20 Euro. Also 160 Euro pro Woche – für ein Kind. (Wir waren drei Kinder zuhause.) Wer sich das leisten kann, kriegt auch ein weniger schulisch begnadetes Kind durchs Abi. (Disclaimer: Der Schüler hatte keinen Einser-Schnitt. Auch keinen Zweier-Schnitt. Aber wer schaut, wenn du erst einmal erwachsen und im Beruf angekommen bist, jemals wieder auf die Abi-Note?)

Und so hat mich ein freiwilliges Bastelprojekt für die Leipziger Buchmesse noch ein wenig stärker radikalisiert.

Die kleberspurenfreien Lesezeichen gibt es auf der LBM übrigens am Stand E304 in Halle 5, etwa beim Buchkauf. Ein paar von meinen Büchern sind auch dort.

Ein Reiseführer für die Welt der Kurzgeschichten

Wo man Ausschreibungen für Kurzgeschichten findet, hab ich euch ja hier schon gezeigt. Jetzt stell dir vor, du hast eine Ausschreibung mit einem grandiosen Thema gefunden und auch direkt einen herrlichen Einfall für eine Geschichte, die du unbedingt schreiben willst. Aber was nun?

Zunächst einmal lohnt sich ein genauer Blick auf die Ausschreibung.

Wer schreibt aus? Ist es ein Verein, ein Verlag, eine Privatperson für ein Selfpublishing-Projekt? Geht es um einen Wettbewerb, ein Magazin oder eine Anthologie? Wie sehen die anderen Projekte der ausschreibenden Entität aus? Gibt es Rezensionen etc. zu älteren Projekten? Kennt du Leute, die Erfahrungen mit ihm*ihr*ihnen hat? Stöbere ein wenig durch die Website, falls es eine gibt, recherchiere die Initiatoren*innen. Da ich wenig Zeit für kleine Nebenprojekte habe, bin ich wählerisch mit der Teilnahme an Ausschreibungen. Wenn ein Verlag sich beispielsweise auf der eigenen Seite abfällig über inklusiv gegenderte Texte auslässt oder die verlegende Person im hauseigenen Blog über „Wokeness“ schimpft, kann sie das natürlich machen – aber wir sind dann kein gutes Gespann. Wenn andere Anthologien aus diesem Haus aussehen wie selbstgemacht (mit Covergrafiken aus dem Kindergarten) und vor Druckfehlern strotzen, möchte ich damit nicht unbedingt in Verbindung gebracht werden. Das sind subjektive Kriterien, klar. Aber sei dir darüber im Klaren, dass dein Name eventuell eine laaaange Zeit im Zusammenhang mit diesem Projekt auftaucht und manche Leute deinen Geschichten zum erstein Mal in einer Anthologie begegnen.

Danach lohnt ein ganz genauer Blick auf die Ausschreibungsbedingungen. Genre, Textgattung, Deadline, gewünschte Länge, Dateiformat, Einreichbedingungen? Was benötigen sie noch von dir: Eine Vita? Ein Foto? Soll die Einreichung anonym erfolgen? Wird es eine finanzielle Kompensation geben? Sollst du vielleicht stattdessen ihnen etwas zahlen? In welcher Form und wann soll das Projekt realisiert werden?

Ich persönlich reiche nirgends etwas ein, wenn ich dafür auch noch zahlen soll. Man wird hierzulande mit Kurzgeschichten nicht reich, das ist mir klar, und am liebsten ist mir, wenn ich ganz egoistisch denke, eine angemessene einmalige Zahlung für ein zeitlich begrenztes Exklusiv-Nutzungsrecht. Viele Verlage schütten stattdessen anteilig Tantiemen an alle Schreibenden aus – das ist fair, aber für den Verlag mit großen Aufwand verbunden für Zahlungen, die sich oft im einstelligen Euro-Bereich bewegen (oder gesammelt werden, bis nach mehreren Jahren wenigstens ein zweistelliger Betrag erreicht ist). Projekte ohne Kompensation mache ich nur, wenn ich zum einen wirklich Spaß daran habe – das ist einfach, ich schreibe gern – und dann am liebsten für den guten Zweck, wie bei dieser Spendenanthologie für den Tierschutz. Manchmal kommt es auch vor, dass andere Autor*innen mich für ein Projekt vorschlagen oder ein Verlag o. ä. direkt auf mich zukommt und nach einer Geschichte fragt, da sag ich eigentlich nie nein.

Damit sind wir auch schon bei einem weiteren wichtigen Punkt: Warum? Nicht für das Geld, das ist schon klar. Auch nicht für den Ruhm der hält sich meist in Grenzen. Das meiste machen wir Künstler*innen halt für die Kunst, weil es uns ein Bedürfnis ist, eine sinnstiftende Tätigkeit und eine Freude. Aber natürlich kann man über solche Projekte auch einen Einblick gewinnen, wie beispielsweise ein konkreter Verlag arbeitet. Wie organisiert sind die? Wie laufen Lektorat und Korrektorat ab? Wirst du gut informiert? Magst du mit der Person arbeiten? Bist du mit dem Endprodukt zufrieden? Manchmal ergeben sich aus solchen Projekten Anknüpfpunkte für weitere Projekte oder Möglichkeiten für gemeinsame Veranstaltungen. Es lohnt sich also, mitzumachen – und noch viel mehr lohnt es sich, freundlich und professionell aufzutreten. Dazu dann demnächst mehr.

Wohin mit meinen Geschichten?

Manchmal kommt es nicht zum Roman. Das ist okay. Doch wenn man eine Kurzgeschichte (oder eine Idee für eine Kurzgeschichte) hat, was kann man damit tun?

Natürlich kann man sie ins Internet stellen. Da findet man schnell Leute, die sich interessieren. Aber es gibt auch etliche Ausschreibungen für Anthologien oder Wettbewerbe zu allen möglichen und unmöglichen Themen, in denen man sich austoben kann.

Oder man macht es genau umgekehrt – schaut auf Ausschreibungen und lässt sich von den Fragen und Themen zu Kurzgeschichten inspirieren, um die Feder zu wetzen.

Das hier sind einige Seiten, auf denen ich mich (viel zu selten!) über Ausschreibungen informiere. Vielleicht kennst du weitere, die ich dieser Liste hinzufügen sollte?

PAN informiert über Ausschreibungen von Mitgliedern, Föderverlagen und Partnern.

Bei WORTMAGIER habe ich schon viele toller Ausschreibungen gefunden.

Auch die AUTORENWELT veröffentlicht regelmäßig Aufrufe.

Der SCHREIBLUST VERLAG verweist nicht nur auf eigene Ausschreibungen, sondern auch auf die „Konkurrenz“.

Das Netzwerk SCHÖNE BÜCHER listet ebenfalls Ausschreibungen.

Das INSTITUT FÜR KREATIVES SCHREIBEN & AUTORENZENTRUM führt ebenfalls eine Liste,

… genau wie das LITERATURCAFÉ.

Das sind längst nicht alle Orte, an denen man sich informieren kann. Aber wenn du dir diese Links speicherst und regelmäßig stöberst, bist du auf jeden Fall schon einmal gut informiert. ^^

Demnächst erzähle ich noch ein wenig, worauf du achten solltest, wenn du eine Kurzgeschichte für einen Ausschreibung einreichen willst, und plaudere etwas aus dem Nähkästchen.

Was, bitte, ist „Bookshelf Wealth“???

Vor einer dunkelgrauen Wand stehen vier Bücherregale unterschiedlicher Größe. Die Bretter sind mit vielen dünnen bunten Büchern gut gefüllt, vielleicht 20 Prozent Raum ist noch frei. Auf den drei linken Regalen stehen graue Kästen, aus denen Efeu sich üppig über die Regale rankt und den Inhalt teilweise verdeckt. Die Bücher wirken gelesen.
Foto von Pawel Czerwinski, gefunden auf Unsplash

Manchmal, wenn ich im Tag 20 Minuten übrig habe, schaue ich wahllos Videos auf YouTube und streichle dabei den Kater. Und gestern bin ich dabei über etwas gestolpert, was angeblich 2024 ein Social-Media-Trend war. Ich krieg das ja nicht mit, ich bin über 40. Also, der Trend heißt „Bookshelf Wealth“, übersetzt „Buchregal-Wohlstand“, und worum geht es? Simpel gesagt: Bücherregale als bewusst gewählter Teil des Einrichtungs-Designs.

Jetzt war der Mensch, der diesen (und andere Trends) bewertet hat, nicht so recht angetan von „Bookshelf Wealth“. Sein Haupt-Argument: Niemand würde tatsächlich so viele Bücher lesen, also sei das nur Ramsch, den man teuer kauft, ein paar Mal abstaubt und irgendwann entsorgt.

Bitch, was???

Aus meiner 15-Quadratmeter-Studentenbude haben wir bei meinem Auszug 24 Kubikmeter Bücher mitgenommen (ein ganzes Kellerabteil voll, deswegen weiß ich das – etliche Bananenkartons). In unserer Wohnung gibt es in jedem Raum (außer im Bad – da liegen die Zeitschriften) mindestens ein Bücherregal, und die sind alle überfüllt – und ja, drei Viertel der Bücher habe ich bereits gelesen. Der Rest ist für den Fall, dass ich mal ein Jahr zuhause sitze und mich langweile.

(Bis 2019 hätte man über diesen Witz gelacht.)

In der Küche ächzt eine Kochbuchsammlung in einem 2 x 1-Meter-Regal.

Die Wörterbuch-Sammlung steht im Flur.

Das Schlafzimmer enthält ein Regal mit Nachschlagewerken und eines mit den Büchern, die ich entweder gerade gelesen habe oder als nächstes lesen will.

Mein Büro ist sowieso eine Bücherhalde, doch es gibt tatsächlich eine Wand, die nur aus Buchregal besteht (und eine für Bastelmaterial, weil ich mehr Enthusiasmus als Zeitmanagement betreibe).

Im Wohnzimmer stehen die „hübschen“ Bücher – Bildbände, Sammlerausgaben, Kuriosa etc.

Der Mann versteckt seine Fachbücher in seinem Büro vor meinen gierigen Griffeln.

Und dabei sind die zigtausend eBooks gar nicht erwähnt, die sieht zum Glück niemand.

Übrigens behalten wir längst nicht alle Bücher, die wir je anschleppen. Nur die, die wir mögen. Der Rest landet in Bücherschränken oder bei lesenden Freund*innen.

Ehrlich gesagt, wenn ich in eine Wohnung käme, in der es keine Bücher gäbe, käme ich mir merkwürdig vor. Klar, nicht jeder ist so eigen wie wir und schleppt einfach ALLES an, aber … gar keine Bücher? Kein einziges? Nicht einmal eins mit Bildern?

Apropos, vor einigen Jahren gab es mal die Empfehlung, man solle Bücher nicht mit dem Rücken, sondern mit dem Buchschnitt nach vorn ins Regal stellen, damit es einen harmonischeren Anblick gäbe (das war vor Farbschnitten, ich fühle mich gerade alt ^^ ). Wie, zum Henker, soll man da jemals etwas wiederfinden???

Also: Bücher sind eines der günstigsten Laster, die man haben kann. Viel billiger als Rennwagen und gesünder als Koks. Lass dir also nicht einreden, dass man sich die Wohnung bitte gefälligst NICHT bis unter die Decke und in drei Reihen mit Büchern vollstopfen soll, die einen irgendwann im Schlaf erschlagen. Wir Bücherwürmer haben schließlich Standards.

Hätte ich mir doch nur gemerkt, was ich geschrieben habe!!!

Dann müsste ich in „Zuflucht in Schattenfall“ jetzt nicht andauernd Kommentare an den Rand schreiben, dass ich Beschreibungen, Namen etc. mit Band 1 abgleichen muss. Zum Glück weiß ich, dass das auch anderen Schreibenden so geht. Man braucht eine Weile, bis man in einer selbstgeschaffenen Fantasiewelt fest im Sattel sitzt. Und weiß, wie dieser Sattel aussieht, oder wie das Pferd heißt, auf dem er liegt … und ob das überhaupt ein Pferd ist.

Das war ja bei „Magie hinter den sieben Bergen“ so ein bisschen ein Vorteil – wenigstens die Schauplätze sind real, die musste ich mir nicht ausdenken und merken. Und ab Band 3, meine ich, waren auch die anderen Details in meinem Kopf verankert. Es lohnt sich also nicht, Serien zu schreiben, die weniger als drei Bände haben. Zum Glück ist „Schattenfall“ auf vier Bände ausgelegt, da lohnt sich das wenigstens. (Dieser Satz kann eine Spur Sarkasmus enthalten.)

Ich vermute ja, dass deswegen manche Autor*innen so endlose Serien mit wechselnden Charakteren in derselben Welt schreiben – wenn man sich endlich an Dinge erinnert, will man sie ja auch verwenden!

Irgendwann finde ich eine Geschichte, in der sich ständig ändernde Umgebungen, Haut- und Augenfarben als Bonus und nicht als Hindernis erweisen, dann hab ich gewonnen.

Wie kann das eigentlich sein, dass Leser*innen sich immer direkt an so einen Kleinkram erinnern, und für mich als Autorin ist es so eine Arbeit? Ich prangere das an! ^^

HIRSCHKÖNIG – eBook zum Einführungspreis!

Buchcover "Hirschkönig", Diandra Linnemann. Grün- und Schwarztöne, bewaldete Hügel. Vor einem Vollmond die Silhouette eines Mannes im Fellmantel mit Schwert, nach unten gerichtet, die in die Silhouette eines Hirsches übergeht. Über seiner Schulter kreist eine Krähe.

Der Titel sagt eigentlich schon alles. Ab sofort gibt es den „Hirschkönig“ auch als eBook, und für die nächsten vier Wochen zum Einstiegspreis von € 1,99. Dafür kriegt man keinen Kaffee, aber durchaus ein paar Stunden historisch-phantastisches Lesevergnügen. Am meisten hab ich davon, wenn du das Buch HIER kaufst, aber auch alle anderen Shops sollten es in Kürze haben. Ich erwähn das bestimmt auch noch öfter. Viel Freude beim Lesen!

(Und wenn du es gelesen hast, vergiss die Rezension nicht!)