Es ist anstrengend, es ist schmutzig, es macht Angst

Die Rede ist natürlich vom Hot Foot Run (ehemals Strongman Run) in Köln, der am Samstag war – mein dritter Hindernislauf über die 10-Kilometer-Distanz, alle am Fühlinger See in Köln.

Vorher bin ich immer ein nervliches Wrack. Ich habe Höhenangst. Und da soll man klettern. o.o

Außerdem ist es anstrengend, den 10 Kilometer plus 20 Hindernisse – da kommt man ins Schwitzen.

Und man wird schmutzig: Mal geht es in den Schlamm, mal durchs Gras oder in den See, da wird durch Sand gerobbt. Vielleicht holt man sich an einer der Holzkonstruktionen sogar einen Splitter!

Okay, und warum mache ich das?

Zum einen – es macht riesigen Spaß. Letzten Endes ist es ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Zum anderen mag ich die Herausforderung. Wenn das Leben zu einfach ist, mache ich es mir offenbar gern selbst etwas schwieriger. Und zum dritten fühlt es sich wirklich, wirklich gut an, durchs Ziel zu kommen und etwas geschafft zu haben.

Ach ja, und die Stimmung ist wirklich toll. So viele Leute stehen am Rand und feuern einen an. So viele Leute motivieren einander auf der Strecke, helfen beim Klettern oder robben, schimpfen gemeinsam über die selbstgewählte Anstrengung – eigentlich bin ich kein Mensch für Events mit Menschen, aber gemeinsames freiwilliges Leid scheint mein Ding zu sein. Warum nur?

Anyway, die Anmeldung fürs nächste Jahr habe ich direkt losgeschickt, ehe die Vernunft wieder einsetzt. Vielleicht sind bei den Fotos, die der Mann gemacht hat, ein paar lustige dabei, die teile ich dann natürlich noch alle mit euch.

Soviel Aufriss, und das alles für ein T-Shirt und eine Holzmedaille. (^v^)

Marketing und Ehrlichkeit und so

Eigentlich ist es ja lustig – alle Experten erzählen, gutes Marketing sei Storytelling. Und gerade damit tu ich mich als Autorin schwer. Vielleicht habe ich noch nicht so ganz verstanden, was damit eigentlich gemeint ist, gut möglich.

Was ich aktuell viel sehe: Marketing-„Hacks“ (auch bekannt als „Trick 17“), mit denen auf einfache Art in Sociel Media viel Interaktion generiert werden soll. Beispielsweise schreiben Autor*innen aktuell auf Threads über ihr Buch und tun so, als beschrieben sie eine reale Lebenssituation:

Meine beste Freundin versucht, mit meinen Mann wegzunehmen. Dafür hat sie sogar mein Haus angezündet, während ich drin war. Soll ich ihr sagen, dass er sie gar nicht leiden kann?

Und im ersten Kommentar unter dem Post:

Lies, wie Klarabella Schnabumsepüdel aus der magischen Welt Kraichleaoichn-Oberfröpsel mit dieser Situation umgeht! [LINK]

Weißt du was? Ich hasse so etwas. Und es ist mir völlig egal, ob das gelungenes Storytelling ist oder nicht. Indem so getan wird, als gehe es um einen realen Vorfall und nicht um eine ausgedachte Geschichte, werden Klicks generiert – denn Leute in SoMe interessieren sich natürlich für die echten Leben echter Personen, sonst wären sie ja nicht da. Ob diese Klicks tatsächlich zu Buchverkäufen führen, da bin ich überfragt. Mich nervt es einfach nur. Das ist wie Klingelmännchen in digital.

Und gut, es ist schwierig. Man soll „authentisch“ sein und gleichzeitig das Gefühl vermitteln, das man beim Lesen der beworbenen Bücher verspürt. Aus seinem Leben erzählen, ohne langweilig zu wirken. Sich nicht ständig wiederholen. Bedenken, dass alle Leute angeblich nach den gleichen Mustern funktionieren – und dann diese Muster mit Werbung bedienen, die komplett total ganz anders ist als alle andere Werbung von allen anderen Autor*innen, die genau die gleichen Marketing-Artikel und -Bücher gelesen haben wie man selbst.

Vielleicht hast du schon gemerkt: Marketing beschäftigt mich seit einer Weile, ich schreib da gerade viel drüber. Marketing ist nämlich wichtig, um Bücher zu verkaufen, und niemand versteht, wie Lesende eigentlich wirklich tatsächlich am Ende des Tages Entscheidungen treffen. Wobei mir diese Gedanken nicht helfen: Beim Schreiben.

Beim Schreiben will ich in meiner Geschichte stecken und höchstens überlegen, wie ich meinen Leser*innen das Herz zertrample, ohne sie zu verschrecken. Ich will nicht darüber nachdenken, ob diese Kurzgeschichte meinen Stil gut repräsentiert oder das Buch zum geplanten Cover passt, ich will nicht unbewusst schon auf Teaser und Schnipsel schielen.

Und wenn die Zeit knapp ist, so wie im Moment, will ich mich nicht zwischen Schreiben und Marketing entscheiden müssen, dann tu ich nämlich nichts von allem so richtig und sitze auf einem Haufen halbfertiger Ideenknödel und angebrochener Enthusiasmen.

Was mache ich also stattdessen? Bloggen. Schimpfen, jammern, beobachten, nachdenken, verdrängen. Am Samstag werfe ich mich ein weiteres Mal über einen Hinderniskurs, und danach geht es mit Volldampf im Manuskript weiter. Aber erst einmal ist Kurzgeschichtendeadline. Und wie unsere Wohnung aussieht, wollt ihr gar nicht wissen.

(Ist das ungefähr das Gefühl, das meine Bücher bei dir auslösen? Etwas snarky, ziemlich chaotisch und mit der einen oder anderen überraschenden Wendung, während eigentlich nichts passiert – oder falls doch, dann auf jeden Fall off-screen? Falls ja, mache ich meine Sache vielleicht gar nicht so schlecht.)

Ausschreibungen – warum und wie viele?

Eigentlich mag ich Kurzgeschichten-Ausschreibungen. Ich komm nur nie dazu.

Warum ich das gerade schreibe?

Weil eine meiner Geschichten, für die ich mir die Zeit genommen habe, in einer Anthologie gelandet ist. Und das freut mich. Es ist immer eine tolle Gelegenheit, mit neuen Leuten zusammenzuarbeiten und mehr über das Schreiben und das Veröffentlichen zu lernen.

(Nein, ich bin mit Lernen noch nicht durch. Passiert wahrscheinlich auch nie.)

Die Zeit ist halt immer das große Ding. Neben Job, Haushalt, Sport und ein paar sozialen Verpflichtungen ist nur wenig Schreib-Zeit, und die stecke ich eher in die „großen“ Projekte. Mein Alltag ist nicht strukturiert genug, dass ich sagen könnte: Ein Wochenende pro Monat geht für Kurzgeschichten drauf! Dabei ist das so eine gute Schreib-Übung!

Aber jetzt habe ich mir die Zeit genommen und die Geschichte war erfolgreich und ich denke gerade wieder, ich sollte das öfter machen. Mal schauen, wie das auskommt.

Eine – wahrscheinlich nicht vollständige – Auflistung meiner bisher veröffentlichten Kurzgeschichten findest du übrigens hier. Einige davon haben sogar Preise gewonnen. Aber ich mag sie alle, denke ich. Drück die Daumen, dass es bald noch ein paar mehr werden!

Wofür man eigentlich schreibt

Halt, zuerst muss man da unterscheiden.

Warum schreibt man?

Und warum veröffentlicht man?

Die erste Frage wird oft in Interviews gestellt, und ich mag sie nicht besonders. Auch nicht die Variationen: Wusstest du immer schon, dass du schreiben wolltest? Seit wann schreibst du? Viel spannender finde ich für alle anderen die Frage: Wann hast du aufgehört, dir Geschichten auszudenken? Denn das menschliche Gehirn ist wie gemacht dafür, alles in Geschichtenform zu gießen. Auf jeden Fall kann man diese Fragen auf unterschiedliche Weisen beantworten, und ich kann natürlich nur meine eigenen Antworten geben.

Ich schreibe, weil ich sonst unausstehlich werde. Wahrscheinlich würde mein Kopf irgendwann platzen. ^^

Und warum veröffentliche ich? Schließlich könnte ich meine Geschichten auch einfach löschen oder in die Schublade legen. Dann käme auch nie jemand an, um „gemeine Dinge“ drüber zu sagen.

Mit meinen Geschichten reich und berühmt zu werden wäre famos. Wir wissen alle, wie gering die Chancen sind, dass das passiert, aber ganz vom Tisch ist das natürlich nie.

Meine eigenen Geschichten als echte Bücher ins Regal zu stellen ist natürlich auch toll. Aber dafür könnte ich sie mir einfach selbst drucken und binden lassen.

Irgendwo tief in mir drin glaube ich tatsächlich, dass (nicht nur meine) Geschichten für andere Menschen wichtig sind. Denk mal eben an die Geschichten, die dich wirklich berührt haben. Von denen du getröstet wurdest, die dir etwas über die Welt und dich selbst beigebracht haben. Die deine Vorstellungen herausgefordert und geändert haben.

Auf den ersten Blick ging es in dem einen Buch vielleicht im Astronauten, die auf einem Planeten voller riesiger Heuschrecken überleben und den geheimen Multidimensionskristall finden müssen, um die Erde vor der Implosion zu retten.

In Wahrheit ging es vielleicht darum, in schwierigen Situationen mit Leuten, die man nicht mag, zusammenzuarbeiten und die eigenen Vorurteile beiseitezuräumen und alles zu riskieren, um Familie und Freunde zu retten – bis man merkt, dass die riesigen Heuschrecken, vor denen man von allen gewarnt wurde, gar nicht das echte Problem sind, denn die Firma(TM) hat gelogen.

Meiner Meinung nach erzählen die besten Geschichten im Kern etwas, was für Menschen zutiefst menschlich und nachvollziehbar ist. Das gilt für alle Kunst – das Bild da zeigt vielleicht einen riesigen Stapel Clowns, aber wichtig ist es wegen der Dinge, die hinter den Clowns versteckt sind. Künstler*innen teilen eigene Erfahrungen und Ideen und Erlebnisse mit anderen Menschen. Sie stellen Fragen, schlagen Lösungen vor, erzählen von dem, was ist und was sein könnte. Ob das ganze unter Schokolade, Ölfarbe oder einer Geschichte über klebrige Zombieschnecken versteckt ist, spielt dabei keine Rolle.

Und deswegen veröffentliche ich. Meine Geschichten haben oft Monster, Geister, mythische Kreaturen und die eine oder andere Körperflüssigkeit (Blut, ja, ich rede von Blut). Viel öfter haben sie aber Leute, die aus schwierigen Situationen in unmögliche Situationen kommen und versuchen, eine Lösung nicht nur für sich, sondern für alle zu finden. Meine Charaktere machen mal Dummheiten und sind leichtsinnig, sie müssen mit den Konsequenzen klarkommen und harte Entscheidungen treffen. Viele von ihnen hatten kein perfektes Leben. Meist wissen sie am Anfang der Geschichte weniger über die Welt als am Ende. Und sie gewinnen auch gar nicht immer, das wäre ja langweilig. Aber sie geben nie auf, und sie riskieren etwas für das, woran sie glauben.

Umso mehr freue ich mich, wenn diese Geschichten, in denen es nur auf den ersten Blick darum geht, wie viele Tentakel so ein Waschzuber entwickeln kann, eine begeisterte Leserschaft finden – auch wenn die klein ist. Das Gruftgeflüster beispielsweise dümpelt immer ein wenig vor sich hin. Klar. Dünne Bücher, schlichte Geschichten, wenig Werbung (komplett mein Fehler!), das ist nicht besonders attraktiv für viele Lesende. Dabei bin ich so stolz auf jede einzelne Geschichte – und auf das Gesamtwerk. In zwölf kurzen Geschichten konnte ich alle Arten von Horror besuchen, die mir Spaß machen: Kryptiden, Monster, Dämonen, Blutmagie, böse Wissenschaftler*innen, Werwölfe, Fae, Geister, unheimliche Dimensionen, Legenden, Hexerei und den schlimmsten Horror – andere Menschen. Zwölf verschiedene Arten, über Menschlichkeit zu schreiben und meinen Leser*innen gleichzeitig den Schreck ihres Lebens einzujagen. ^^

FeenCon 2024 Nachlese

Messestand - langer schmaler Biertisch, größtenteils mit einer dunkelgrünen Decke abgedeckt. Darauf, dicht gedrängt, diverse Bücher und etwas Deko und Werbematerial. Im Hintergrund ein Roll-Up: "Magie hinter den sieben Bergen". Links im Bild sieht man meine Standnachbarin Anja Bagus in Aktion.
Endlich ist der Stand einmal lang genug, um alle „Gruftgeflüster“ nebeneinander zu legen!

Eigentlich will ich dieses Jahr nicht so viele Messen und Cons machen, bin ja gerade zwischen Büchern. Allerdings wäre es schon eine Schande, nicht zur FeenCon zu gehen, die liegt ja vor der Haustür! Also habe ich mich angemeldet und nach einigem Hin und Her mit viel Glück nicht nur einen Stand, sondern auch einen Leseslot ergattert. Die FeenCon geht traditionell über zwei Tage und richtet sich in erster Linie an Rollenspieler und Fantasy-Fans. Also mein Publikum. (An dieser Stelle verrate ich: Ich habe noch nie rollengespielt, das klingt sehr anstrengend. ^^ )

Samstag Morgen war Aufbau, nachdem ich noch einige Dinge für den BVJA-Stand auf der anderen Seite der Halle abgeholt hatte. Zum Glück ist unser Auto groß genug! Stand-Aufbau geht bei mir ganz fix – ich hab ja kein Konzept, sondern staple einfach Bücher in die Gegend und mach Krimskrams drumherum. Vielleicht ändere ich da irgendwann noch etwas dran, andererseits … meh.

Meine Lesung war direkt am Samstag Mittag um zwölf, in einem Klassenzimmer mit hübschem Ausblick und guter Akustik. Ich habe mich super gefreut, dass Leute gekommen sind, die ich noch nicht kannte, und genau so sehr über die Leute, die ich kannte und entweder endlich mal wieder oder endlich überhaupt einmal treffen wollte. Es gab auch eine Überraschung:

Auf dem Buch "Willkommen in Schattenfall" (Herbstfarben und Hellblau, Schriftzug auf Holzplakette, Silhouette einer Gans links zu sehen) liegt ein Stickrahmen. In diesen Rahmen ist apfelgrüner Stoff gespannt, darauf eine gestickte Gans in Angriffshaltung mit einem Messer im Schnabel. Außerdem sieht man Autorinnenknie.
Die Gans zum Buch

Julia Stüber, die ich schon lange endlich einmal in Person treffen wollte, hat mir diesen Geronimo gestickt. Ist das nicht großartig??? Ich freue mich unglaublich, wenn meine Geschichten Leute zu eigener Kunst inspirieren – und noch mehr, wenn ich die zu sehen oder sogar geschenkt bekomme!

Nach der Lesung ging es weiter mit dem üblichen Messekram: Gespräche mit Leuten, ein paar Buchverkäufe, viel milder Unsinn. Dazu muss man wissen, wir standen in einer Turnhalle, bei prallem Sonnenschein. Du kannst dir vielleicht vorstellen, Luft und Kleidung waren eher gesättigt. Ich hatte eine Häkelarbeit dabei, die mich schon seit einer Weile ärgert, denn das Muster sieht zwar einfach aus, piesackt mich aber in einer Tour. Jedes Mal, wenn ich die in die Hand nehme, werden es weniger Reihen – aber ich geb nicht auf!

Abends haben Anja, Markus und ich auf dem Parkplatz noch ein wenig musiziert – nicht gut, aber dafür mit viel Freude. Einer Gitarre und zwei Ukulelen haben nicht einmal die Wettergötter etwas entgegenzusetzen. An dem fiesen Regen mit Gewitter, der später in der Nacht runterkam und einige Zelte auf dem Außengelände ganz schon eingeweicht hat, sind wahrscheinlich wir schuld. Jetzt sind wir angefixt und überlegen, wie wir das wiederholen und noch mehr Unheil anrichten können.

Der Sonntag war ähnlich ruhig, glücklicherweise nicht so heiß, und sehr entspannt. Es gab ein wenig Verwirrung darüber, ab wann abgebaut werden darf. Meist entwickelt so etwas dann eine Eigendynamik – eine Art Schwarm-Konsens. Und weil ich keine lange Anfahrt hatte, war ich pünktlich Abends zu Pizza und Bier auf dem heimischen Sofa, um das Messe-Hoch noch ein wenig zu genießen.

Ich denke, für dieses Jahr war es das mit Messen. Ich denke, dass man mich zeitweise auf der FBM am PAN-Stand finden kann, und den BuCon besuche ich vielleicht als Gast, aber ansonsten bin ich recht zufrieden damit, dieses Jahr nur zu schreiben und so. Und vorher ist überhaupt erst einmal Sommer, der soll ja auch genossen werden.

Alles muss raus!!! (Gewinnspiel)

In einer Plastikkiste sieht man ein knappes Dutzend Bücher mit dem Schriftzug "Diandra Linnemann: Willkommen in Schattenfall" auf dem Rücken, ein Exemplar liegt links auf der Kiste. Das Cover zeigt neben Titel und Autorinnennamen die Silhouetten von einer Gans, einem ratlosen jungen Mann, und einem Kürbis. Um den Kürbis winden sich magische Funken, im Hintergrund sieht man einen Herbstwald.
Die Reste vom Feste

Ich habe oft in meinem Leben unglaubliches Glück. Beispielsweise kenne ich viele liebe, motivierte Leute, die mich mögen und mir beim Schreiben mit all den Dingen helfen, die ich nicht kann (oder nicht machen will). Das tolle Cover da oben beispielsweise ist von Giusy von Magical Cover, die ihr unbedingt besuchen müsst – sie hat tolle Premade-Cover und arbeitet auch großartig auf Zuruf, sehr zuverlässig und zu jedem Schabernack aufgelegt. Und auf der FBM am PAN-Stand kam ich mit einem befreundeten Autor ins Gespräch, der mir Hilfe beim Buchsatz angeboten hat. Er hat das professionell gelernt und ich … sichtbar nicht. ^^ Deswegen (und wegen einiger Kleinigkeiten) gibt es „Willkommen in Schattenfall“ ja seit kurzem in der Zweitauflage, diesmal in schön und aussehend wie ein richtiges Buch, mit genau so viel Geschichte auf weniger Seiten.

Von der ersten Auflage habe ich noch die Exemplare übrig, die du da oben im Bild siehst. Verkaufen möchte ich sie nicht mehr, aber ich habe mir gedacht: Vielleicht kennen meine Leser*innen Stellen, denen ich die schenken kann – Schulbüchereien, Jugendclubs, … ? Und da kommst du ins Spiel – schreib mir in die Kommentare unter diesem Blogbeitrag, welcher Verein oder welche Gruppe sich über ein oder zwei Exemplar von „Willkommen in Schattenfall“ freuen würde. Falls ich mehr Vorschläge bekomme, als Bücher übrig sind, wird ausgelost. Das Gewinnspiel endet am 15.07.2024 um 23:59 h, bis dahin sammle ich hier Vorschläge.

Wer eins von den hübschen neuen Büchern kaufen möchte, kann mich dieses Wochenende auf der FeenCon in Bonn besuchen. Dort bin ich mit Stand und Lesung (Samstag, 12:00 h) vertreten. Es wird warm und lustig!

Wie funktioniert so ein Schreibgehirn?

(Spoiler: Nicht besonders gut! ^^ )

Eine Frage, die ich heiß und innig hasse: Woher nimmst du deine Ideen?

ICH WEISS ES NICHT!!!

Die sind halt einfach da. Manche sind gut, manche nicht. Oft reicht es, eine Winzigkeit im Alltag zu verändern und alle Folgen, die sich daraus ergeben, konsequent weiterzudenken und zu übertreiben, bis am Ende alle tot sind.

Ein Beispiel: Der Mann mag alles, was bunte Lichter hat – wie so eine Techno-Elster. Heute morgen hab ich ihm Werbung für eine bestimmte Art KI-gesteuerter bunter Lampe gezeigt, und er war sofort begeistert.

Er: „Oh, so eine will ich! Die können passend zur Musik die Farbe wechseln und Sonnenaufgänge simulieren!“

Ich: „Gut. Wir stellen einfach eine in jede Ecke des Raumes und sterben dann an epileptischen Anfällen, wenn die KI böse wird und uns gezielt mit Blinkmustern umbringt. Die Katzen überleben, weil sie uns fressen, und erben alles. Allerdings können sie die Stromrechnung nicht bezahlen und kommen in den Knast. Mara wird Knast-Mafia-Boss und Kurt ihr Leibwächter, sie übernehmen den Laden, stürzen die Regierung und rufen eine Katzokratie aus, in der Menschen danach beurteilt werden, wie gut sie sich als Katzensklave machen – Friede, Freude, Eierkuchen!“

Er: „Das ist unrealistisch, Kurt und Mara können einander aktuell nicht leiden.“

Ich: „Zweckgemeinschaft!“

Ich schwör, das war das eine, was er unrealistisch fand. Und wenn ich ordentlich zeichnen könnte, würde ich euch jetzt „Knastkatzen“ servieren.

Ich bin zwar auf allen Hochzeiten, aber ich tanze nicht!

Meine Freund*innen können das bestätigen. ^^

Manche Leute finden es bewundernswert, wie ich alle möglichen SoMe-Profile bespiele – ob ich einen Plan hätte? (Pause für Gelächter.)

Nein, ich habe keinen Plan. Aber ich habe so etwas wie Gewohnheiten, und wer möglichst viel von mir mitkriegen will, tut gut daran, auf die verschiedenen Plattformen zu gucken.

Das Wichtigste vorab: Bei TwitterX bin ich schon lange nicht mehr, denn ich bin ein anständiger Mensch. Oder ich versuche es wenigstens.

Bei Facebook teile ich Bücher, Informationen, kurze Anekdoten etc.

Bei Instagram gibt es Bilder von allem – unter anderem von Katzen, Häkelzeug, Wanderungen, Essen und Büchern.

Threads und Bluesky teilen sich die Nische, in der vorher Twitter saß. Threads ist lebhafter, Bluesky freundlicher (oder ist das nur bei mir so?). Dort schreibe ich kurze Dinge, die mir einfallen, selten über Schreiben und Bücher, mehr über Alltag und Politik und Kram.

Hier bin ich immer dann, wenn ich einen längeren Gedanken habe. (Es ist total lächerlich, hier den Link zu meiner Homepage einzufügen, aber Ordnung muss sein. Da streite ich nicht mit meinem Gehirn.)

Und es gibt noch Patreon, wo man mir über die Schulter gucken kann, während ich an meinen Geschichten arbeite. Quasi „Blog Supreme“, mit gelegentlichen Kurzgeschichten und Hörschnipseln und so.

Wer das alles im Auge hat, hat einen semirealistischen Eindruck davon, wie ich als Person bin. Nur die großen Schimpfwörter, die gibt es höchstens live und in Person.

Terminorientiertes Arbeiten

Ein weißes Blatt ist in eine altmodische Schreibmaschine eingespannt. Nahaufnahme. Große Schrift: "Deadline".
Foto von Markus Winkler, gefunden auf Unsplash.

Manche Leute haben all ihre Projekte, Aufgaben und Pläne schön liebevoll sortiert. Die können parallel mehrere Sachen bearbeiten und wissen immer genau, was als nächstes kommt. Das stelle ich mir sehr entspannt vor.

Bei mir sieht das eher so aus: Mein Kalender enthält eine Liste von Aufgaben mit Deadlines. Einige sind Schreibaufgaben, andere organisatorischer Kram. Und die arbeite ich in der Reihenfolge ab, wie die Deadline sich nähert. Es ist auch egal, wie lange im Voraus ich weiß, was gemacht werden muss – fertig werde ich üblicherweise auf den letzten Drücker.

Letzte Woche war es erst wieder so.

Seit Mooooonaten weiß ich, dass wir von der lokalen BVJA-Gruppe Geschichten für die nächste BonnTastik-Ausgabe sammeln. Ich will auch unbedingt mitmachen. Die Bilder, zu denen wir schreiben (vom Bonner Künstler Martin Welzel) sind schon lange zur Verfügung gestellt worden, die Organisation läuft hervorragend. Viele Schreibende haben früh ihre Bilder ausgesucht und angefangen zu schreiben, tauschen sich auch aus.

Ich gucke immer mal wieder in die Galerie, aber es ist noch viel anderes zu tun, das erst fertig werden muss. Beispielsweise war am 06.06. eine Lesung, über die ich euch noch an anderer Stelle erzähle. Auf jeden Fall finde ich erst am 05.06. das Bild, zu dem ich schreiben will. Deadline ist der zehnte. Am 07.06. lege ich los. Schreiben, denken, planen, mehr schreiben, überarbeiten. Liegen lassen. Noch einmal draufschauen. Story ändern, weil sie in eine andere Richtung gewachsen ist. Letztes Mal draufschauen. Abgabe am 09.06., weil ich schon ahne, dass der Montag (der zehnte) voll mit Terminen und Aufgaben ist und ich Abends wahrscheinlich so müde bin, dass ich alles andere vergesse.

Als nächstes steht eine Überraschung an, die ich bastle. Ich bin nicht gut im Basteln, aber bis nächste Woche soll sie fertig sein. Also ist diese Woche nur für Fummeln und Fluchen blockiert. Und danach … wenn keine andere spannende Deadline auftaucht … stürze ich mich wieder voll auf Band 2 der Schattenfall-Serie. Der soll ja auch bis Oktober fertig sein, wird also höchste Zeit. ^^

Bist du eher Typ „Aaaah, die Deadline!“ oder eher so richtig erwachsen und organisiert?

Werbeversprechen

Eine Wolke goldglänzenden Glitters in warmem Licht.
Foto von Luke Besley, gefunden auf Unsplash

Du kennst doch diese Frauenmagazine?

Da kleben manchmal so kleine Pröbchen von allem möglichen drin. Außer von Käse (und ich prangere das an!)

Auf jeden Fall sammle ich die und verwende die ab und zu auch mal, damit nichts verschwendet wird.

Gestern hab ich wieder mal so ein Pröbchen aufgemacht, irgendein Vitaminserum-Creme-Gedöns für reife Haut. Und etwas später fiel mir auf, dass meine Hände glitzern.

Ich war natürlich erst einmal verwirrt. Hatte ich ein Einhorn gestreichelt oder mich illegal einem Basteltisch genähert? Nee, das musste die Creme sein.

Der Mann hat natürlich zuerst gespottet, ich würde mich in einen von diesen „Twilight“-Vampiren verwandeln.

Nachdem ich ihn NICHT getötet hatte, habe ich ihm erklärt, dass Cremes für reife Haut oft winzige reflektierende Partikel enthalten. Die sorgen dafür, dass weniger Schatten in den Falten liegen, also sehen die Falten flacher aus. Die gaukeln einem also vor, dass sie die Falten reduziert hätten, ohne dass sie wirklich etwas Sinnvolles für die Haut tun.

(Ob man jetzt unbedingt faltenfrei werden muss, ist eine ganz andere Frage.)

Daraus ergab sich eine längere Diskussion darüber, ob das irreführende Werbeversprechen wären, mit einem Abstecher in die Tiefen des furchtbaren Marketingsprechs. Da gibt es einige Dinge, die einen Nachts nicht schlafen lassen. Wie die Seitenbacher-Werbung. Werbung von Seitenbacher. Hmm, Seitenbacherwerbung! (Sorry!)

Auf jeden Fall kann ich dir versprechen, dass meine Bücher nichts gegen Falten tun. Aber sie verstärken die Lachfalten, und das ist doch das nächstbeste, was man erreichen kann.

(PS: Wer live lachen möchte, kommt am besten morgen Abend, also am 06.06.2024, um 19:00 h in die Ellesdorfer Straße 52 in Bonn, dort lese ich aus „Willkommen in Schattenfall“, bringe die Neuauflage des Buches mit und signiere auch sonst fast alles, was man mir unter die Nase hält.)