Flächendeckendes Internet für ALLE! (Außer für uns.)

Na, hab ich euch eigentlich schon genug genervt mit unserem epischen Kampf um das Internet?

Falls nicht, ist hier ein schöner Artikel, der mir vorhin die Tränen in die Augen trieb. Bis 2018 soll es hier in der Gegend flächendeckend „schnelles Internet“ geben. Hurra, wir ziehen auf’s Land! Spätestens 2018, denn nach unseren bisherigen Erfahrungen werden wir dann in unserer Wohnung immer noch keinen Telefon- oder Internetanschluss haben.

Inzwischen haben wir uns frustriert an den Giganten mit dem großen T höchstselbst gewandt, der schließlich hier in der Stadt residiert – und sich etwas schämen sollte, dass er auf unserer Leitung hockt. Erst hieß es, VDSL sei kein Problem. In der schriftlichen Auftragsbestätigung war davon aber keine Rede mehr. Kurzer Anruf beim Kundenservice, der gebeutelt genug ist. Erklärung: Jaaaa, alle verfügbaren VDSL-Anschlüsse im Viertel seien vergeben, darum hätten sie uns das *blablablakomfortbla*-Paket gebucht. Das ist in etwa genau so teuer wie VDSL, mit weniger Leistung und 24 Monaten Mindestvertragslaufzeit. Als wir darauf bestanden, statt des aufgezwungenen Tarifs einen mit vergleichbaren Leistungen und kürzerer Laufzeit zu bekommen, verschob sich der „garantierte Anschlusstermin“ direkt noch einmal um ein paar Wochen, auf Ende Oktober.

Dass dieser Termin stattfindet, glaub ich ja erst, wenn der Typ in der Technikermontour im Keller steht und in die Kabel piepst.

Ach ja, das erste Mal die Hand aufhalten wollte die T. auch schon. Aber mal im Ernst, seit wann bezahlt man dafür, dass eine Leistung versprochen wird? Und eine Einzugsermächtigung kriegen die schon gar nicht, die können für den Anschluss schön artig eine Rechnung schreiben, wie alle ehrlichen Anbieter.

Unmoralische Charakterübung ^^

Wenigstens kann ich mich in diesem Fall damit rausreden, dass das alles nur der Erprobung meiner schriftstellerischen Fähigkeiten dient.

Ich habe einen Ex. Mit dem bin ich noch befreundet, aber wir haben nur sporadischen Kontakt.

Seit etwa einem Jahr habe ich eine neue Telefonnummer, die er bis zum letzten Wochenende nicht kannte.

Eine gemeinsame Freundin hatte mir seine aktuelle Nummer vor ein paar Wochen (mit seinem Einverständnis, das ist wichtig!) gegeben.

Was macht eine gute Schriftstellerin also an einem langweiligen Freitag Abend? Sie führt besagten Ex aufs Glatteis. Und das tut sie nicht einfach durch anonyme SMS, sondern indem sie einen detaillierten Charakter entwirft – der dann anonyme SMS verschickt. Dazu muss natürlich genau ausgeklügelt werden, was das für eine Person ist. Und wie man das mittels SMS kommuniziert. Ich sag euch, da steckt mehr Arbeit hinter, als man meinen könnte! Aber das Ergebnis hat sich gelohnt. Ich erspar euch den kompletten Blödsinn, der zwei Tage gedauert hat, aber es fing so an:

Ich: „hey süsser erinnerst du dich an mich ?“

Er: „Etwas mehr Info bitte ?? habe deine Nr nicht… neues Handy“

Ich: „wasn das für ne blöde ausrede ?“

Und es endete wie folgt:

Er: „Wer bist du?“

Ich: „und warum ? könnte dir ein bild von meiner pussy schicken dann weisstes bestimmt“

Er: „Ok“

An dieser Stelle dachte er wahrscheinlich, er hätte einen Glückstreffer gelandet.

Ich: „is aber nicht rasiert.“

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Da dämmerte ihm dann allmählich, dass die unbekannte Person mit beschränkter Syntax und einer Vorliebe für Computerspiele und illegale Substanzen wohl nicht real ist. Ja, meine Lieben, ich hab schamlos gelogen! Alles im Namen der Kunst, versteht sich…

(Ahem.)

Ein Tag „hinter den sieben Bergen“

Ein nicht ganz normaler Tag in Helenas Leben.

07:30h – Falk schläft noch. Irgendwie wirkt mein Kinderzimmer viel kleiner, wenn ein fremder Mann drin liegt. Leise in die Laufsachen schlüpfen.

07:45h – warum gibt es in dieser Küche keine Bananen? Wahrscheinlich ist meine Mutter wieder auf einem Kreuzzug gegen die Ausbeuter der Dritten Welt. Zu dumm. Ich mag Bananen.

07:50h – alles ist still, wie erwartet. Eine kleine Runde um den See, einmal die Felder hinauf und wieder hinunter, das sollte reichen. Schließlich wollen wir uns bald auf den Weg nach Hause machen. Keine Sekunde zu früh.

08:15h – WAS IST DAS? Im Unterholz liegt ein gehäuteter Kadaver. Ist das etwa…? Mir wird schlecht.

08:23h – Falk weiß, was zu tun ist. Natürlich, die Polizei rufen. 

08:35h – die Ordnungshüter sind auf dem Weg, und Aradia ist nicht glücklich mit mir. Das ist ja auch erst das tausendste Mal, seit die Pubertät eingesetzt hat. Da kommt sie auch drüber hinweg. Wir gehen dann lieber schonmal packen.

08:55h – Polizei auf dem Hexenhof, das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Die Beamten bestätigen meine Vermutung, worum es sich bei dem Fund handelt. Allerdings gibt es keine verwertbaren Spuren. Ich halte meinen Mund, aber ich hab da so einen Verdacht. 

09:20h – anstatt nach Bonn fahren wir also nach Berlin. Zu dritt, meine Mutter lässt sich nicht so einfach das Heft aus der Hand nehmen. Die Stimmung ist gedrückt. Der Botschafter hat uns informiert, dass Moire im Krankenhaus liegt. Was ist denn jetzt wieder passiert?

11:30h – Krankenhäuser deprimieren mich. Moire ist bewusstlos, die Ärzte wissen keinen Rat. Und die nächste Hiobsbotschaft lässt nicht lange auf sich warten: Die Kinder sind verschwunden.

12:00h – wie zum Henker hat Thomas es geschafft, einen Wagen zu stehlen und mit seiner Schwester zu verschwinden? Und das alles unter den Augen des Sicherheitsdienstes. Immerhin wissen wir jetzt, warum Moire krank ist – zwischen den Sofakissen steckt ein Stück Selkie-Haut. Das kann nicht gut gehen…

14:00h – Die Assistentin des Botschafters telefoniert alle Krankenhäuser ab auf der Suche nach den Kindern. Andreas und ein Vertreter des Druidenzirkels treffen ein. Jetzt kommt uns zugute, dass der Bann noch nicht aufgehoben wurde – mit seiner Hilfe haben wir eine Chance, die Selkie-Haut zu finden. Nur seltsam, dass es drei Spuren zu geben scheint. Am besten, wir machen uns direkt auf den Weg. Aradia bleibt in der Botschaft, für alle Fälle.

14:45h – unterwegs erreicht uns eine schlechte Nachricht. Moire geht es schlechter. 

15:30h – nach einer mittelschweren Geländetour finden wir ein Stück Selkie-Haut. Warum tut Thomas seiner Mutter so etwas an? 

16:45h – Aradia ist zurück im Krankenhaus und aufgebracht. Ein Seelsorger besteht darauf, Moire die letzte Ölung zu verpassen. Den Schlagabtausch würde ich gerne sehen!

17:20h – Erleichterung: Marlene ist wieder aufgetaucht. Thomas hat sie vor einem Jugendamt abgesetzt und ist wieder verschwunden, ehe jemand ihn aufhalten konnte. Zeugenaussagen zufolge wirkte er verstört. Die Polizei fahndet nach dem Wagen der Botschaft. Mir ist lieber, ich finde ihn, also lasse ich Falk mit dem Druiden alleine und miete einen Wagen.

18:10h – Anruf von Falk: Sie haben ein zweites Stück Haut gefunden. Allerdings ist es in schlechtem Zustand, die Rückseite ist vertrocknet und brüchig. Es sieht nicht gut aus für Moire.

21:00h – Anstatt den Bann aufzuheben, verstärkt der Druidenzirkel ihn aus der Entfernung. Wenn Moire von ihrer Haut getrennt ist, sind die Schäden vielleicht geringer. Kurz darauf der Anruf: Moire ist wieder bei Bewusstsein, aber ihr Zustand ist bedenklich.

21:10h – Thomas hat das Navi des Wagens eingeschaltet. Jetzt können wir ihn per GPS orten. Seine Route wirkt erratisch. Ich lasse mich von Falk am nächsten Flughafen abholen. Dem Druiden scheint die Schnitzeljagd zuzusetzen. Soviel Aufregung haben die bei sich auf dem Dorf sonst wohl nicht. 

21:40h – Gegen die Empfehlung der Ärzte verlässt Moire das Krankenhaus. Aradia und Andreas wollen sie an einen Ort bringen, an dem wir sie treffen können. Die Assistentin des Botschafters wird sie fahren. Es geht Richtung Norden.

23:45h – ich habe keine Ahnung, was Thomas vorhat, aber wenigstens weiß ich, wo er hin will. Hoffentlich kommen wir nicht zu spät…

 

Ein ganz normaler Tag

5:55 – Wecker klingelt. Bon Jovi säuseln mich wach. Drei „Aufwachseiten“ von Hand schreiben. Mit dem Kugelschreiber nach dem Kater werfen, der randaliert am Fenster. Von innen natürlich, ich bin ja kein Unmensch. Trotz Wurfattacke.

07:30 – Frühstück und Bürofutter sind gepackt, jetzt kann geschrieben werden. Mindestens fünfhundert Wörter bitte, wir haben Pläne. (Am Ende sind es 783, nicht übel.)

08:15 – etwas früher aus dem Haus als sonst, der Papiermüll braucht ein neues Zuhause. Im Container vor dem Kindergarten.

09:00 – Arbeitsantritt im Büro. Die nächsten sieben Stunden sind angefüllt mit Übersetzen, Wahnsinn und Kaffee. Alles ganz normal.

16:00 – ultrapünktlicher Heimweg. Wenn alles genau so klappt, wie es soll, kann ich laufen gehen, duschen UND noch pünktlich Andrea treffen, wir haben einen Gutschein für den Mongolengrill in der Innenstadt.

16:32 – Haustür auf, Klamotten vom Leib gerissen, Laufzeug übergeworfen. Katzen beruhigt, die soviel Bewegungsdrang von mir nicht gewohnt sind. „Zombies, run!“ starten und – genau, loslaufen (16:42).

17:17 – Dehnen, Duschen, losDüsen. Die berüchtigten drei D.

17:35 – auf dem Weg in die Stadt fällt mir ein, dass die B9 natürlich dicht ist wegen akuter Baustelleritis. Dann nehmen wir das andere Parkhaus. Das am Bahnhof, mit nur fünf Minuten Fußweg zum Mongolengrill. Dann bin ich noch fast pünktlich.

17:53 – Stau vor dem Bahnhof. Nix geht mehr. 

18:00 – das Radio klärt mich auf: Es gab eine Bombendrohung am Bahnhof. Ausgerechnet heute. Wenigstens bin ich mit dem Auto, denn Bahnen etc. tun gar nix. Immerhin rollt es wieder, die Sperrung wurde aufgehoben. Schnell ins Parkhaus.

18:13 – zum Glück ist Andrea gewohnt, dass ich spät dran bin.

18:20 – Auftakt zur heißen Schlacht am kalten Buffet. Ich probiere Känguru, bin aber nicht beeindruckt. Schmeckt nett, ist aber ziemlich zäh. Später sagt Richard dazu: „Vielleicht hattest du ein Stück Beutel erwischt.“ – ehrlich, was soll ich mit diesem Mann nur machen? (Füttern und liebhaben.)

19:38 – nach drei Portionen Buffet war gerade noch Platz für Nachtisch. Ich will als gebackene Banane wiedergeboren werden. Vielleicht demnächst mit Erdnussbutter? Rückweg zum Auto.

20:29 – warum ist Tanken eigentlich so teuer? Unser Auto ist gerade offenbar im Wachstum, so wie das schluckt.

20:33 – mich überkommt die Sehnsucht nach neuen Abenteuern. Der Tank ist voll, ich könnte jetzt einfach losfahren und gucken, was passiert. Nach einem kurzen Kampf mit mir selbst fahre ich lieber nach Hause, denn die Katzen warten und ich muss morgen wieder um neun im Büro sein.

20:36 – auch die Sehnsucht nach einem Becher Ben&Jerry’s „Peanut Butter Cup“ wird unterdrückt. Leises Seufzen. Ab nach Hause.

20:59 – die Katzen tun, als hätten sie seit Monaten gehungert. Als das Futter vor ihnen steht, frisst Ronja genau drei Bröckchen, ehe sie vergisst, dass sie hungrig ist, und hinter einer Staubfluse herjagt. Ich räume kurz das nötigste auf.

21:20 – eine Folge „Dr. House (Staffel 6) und das Manuskript einer Freundin zum Überarbeiten.

22:17 – Zähne putzen, probehalber lächeln, mit dem Mann telefonieren. Er erzählt von dem Telefonanbieter in Mädchenfarben. Daraus könnte man gut einen satirischen Roman machen, hätten wir wenigstens nicht umsonst gelitten.

23:08 – schnell einschlafen, ehe die Katzen wieder randalieren. Bin ich erst einmal weg vom Fenster, könnten die mit einer Blaskapelle hier durchmarschieren.

Der Autor als soziales Wesen

Dass Autoren eher introvertiert sind, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Sonst würden sie ja nicht im sitllen Kämmerlein hocken und sich wirre Geschichten ausdenken, sondern auf Bühnen stehen und die Leute mit ihrer Brillianz in Person begeistern. Manche zeigen niemals jemanden auch nur eine einzige Geschichte, weil sie Angst vor negativen Kommentaren haben. Andere ertragen die Aufmerksamkeit, solange sie sich mit niemandem auseinandersetzen müssen. Für fast alle ist der Leser ein unheimliches Fabelwesen, von dem sie zu gleichen Teilen erschreckt, angeekelt und fasziniert sind. Die Leser-Autoren-Beziehung ist ein sehr empfindliches Ökosystem, das – bis auf in wenigen Ausnahmen – nur ein geringes Maß an Interaktion verträgt.

Dass Autoren auch miteinander häufig nur schlecht auskommen, wundert mich hingegen immer wieder. Wir tun uns schwer damit, Ideen zu teilen, konstruktive Kritik zu üben, Vorschläge zu machen, gemeinsame Werbe-Aktionen zu starten. Beispielsweise existieren viele Facebook-Gruppen offiziell zum professionellen Austausch, aber wenn man reinschaut, sieht man nur eine lange Liste von Werbung: „Kauft mein Buch!“. Und dann nix. In anderen, etwas erfolgreicheren Foren findet man schon die eine oder andere konstruktive Frage, aber nur wenige Reaktionen.

Sicher. Wir haben nur wenig Zeit, und die verbringen wir am liebsten mit Schreiben. Dann ist da das echte Leben, in dem Wäsche gewaschen und der Müll rausgetragen werden will. Wenn wir uns Zeit aus unserem Tagesplan nehmen, dann höchstens für die obligatorische Werbung, von der uns immer wieder gesagt wird, wie wichtig sie sei. (Und wenn ich noch einen Twitter-Account sehe, auf dem einfach dreimal pro Tag gepostet wird: KAUFT MEINEN ROMAN!, muss ich weinen.)

Aaaaaaber. Aus dem Austausch mit anderen Autoren habe ich schon unglaublich viel gelernt. Ich mag es, Ideen auszutauschen oder meine eigenen zwei Cent zu der Plot-Idee eines Freundes dazuzugeben. Ich diskutiere gerne Cover-Entwürfe oder wäge die Vorteile verschiedener Schreibprogramme gegeneinander ab. Und mal im Ernst, nicht einmal die Leute, die uns aufrichtig lieben, haben den Nerv, sich mit diesen Sachen stundenlang zu beschäftigen. Zu guter Letzt: Wer versteht die Verzweiflung über eine schlechte Rezension oder die Scham, wenn man beim Wieder-Lesen eines bereits veröffentlichten Werkes einen wirklich großen Schnitzer findet, besser als ein anderer Autor?

„Und was, wenn der andere meine Idee klaut?“

Die Frage findet man immer wieder, und ich fürchte, sie ist die Wurzel allen Übels. Jetzt mal im Ernst. Erstens ist die eigene Idee höchstwahrscheinlich nicht die genialste seit der Erfindung der Currywurst, und der andere Autor wird in seine eigene Idee ungefähr genau os verliebt sein.

Zweitens bin ich davon überzeugt, wenn man zwei Autoren eine Ausgangssituation und drei Plot-Punkte gibt, werden sie zwei völlig unterschiedliche Geschichten schreiben. (Beispielsweise kamen damals „The Graveyard Book“ von Neil Gaiman und „Her fearful symmetry“ von Audrey Niffenegger ungefähr zur gleichen Zeit, beide hatten magische/übernatürliche Elemente und handelten von Kindern auf einem Friedhof; beides waren erfolgreiche Bücher, und vor allem völlig unterschiedliche.)

Und drittens: Natürlich kommt es vor, dass Geschichten gestohlen werden. Gerade in Zeiten des Internets. Ein Bekannter hat seinen Schwule-Vampire-Roman gerade auf einer Drittanbieter-Seite zum kostenlosen Download gefunden. Die Geschichte einer anderen Autorin, die sie als Fanfiction ins Internet gestellt hatte, wurde marginal verändert – ich glaube, man hat die Namen der Personen ausgetauscht – und dann bei Amazon als eBook angeboten. Falls einem so etwas auffällt, sollte man mit allen vorhandenen Mitteln dagegen vorgehen. Aber in diesen Fällen geschieht der Diebstahl meistens nicht durch Freunde und Bekannte, sondern durch zufällige Personen, die einfach eine günstige Gelegenheit nutzen.

Langer Rede kurzer Sinn – An alle meine kreativen und vor allem Schreib-Freunde: Ich liebe euch und würde euch um nichts in der Welt eintauschen! Mich mit euch austauschen, hingegen… möchte ich wirklich nicht missen.

Mens sana in corpore sano

IMG_0219[1]Ein kurzer Blick auf meine Kochbuch-Sammlung. Ich behalte nur die, die ich regelmäßig benutze.

Oder zu Deutsch: Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. Und selber zu kochen ist der beste Weg, einen leistungsfähigen und gesunden Körper zu bekommen.

Wisst ihr, woher ich das weiß? Falk kocht gerne – und jetzt schaut euch den mal an. ^^

Da Kochen ungefähr das einzige ist, was mich mit Falk verbindet, dachte ich, ich zeige euch heute mal meine Lieblingskochbücher:

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  1. Nadine Krüger: Meine leichte und schnelle Küche. Enthält genau das, was es verspricht, lauter Rezepte, die in maximal vierzig Minuten zuzubereiten sind, nicht zu sehr auf die Hüften auftragen und auch noch gut schmecken.
  2. Jamie Oliver: Jamies 15-Minuten-Küche. Fünfzehn Minuten ist vielleicht ein wenig übertrieben – wobei, mit ein wenig Übung könnte auch das machbar sein. Das Buch enthält in erster Linie komplette Mahlzeiten, die ausgewogen und gesund sind und auch noch gut schmecken. Im Moment nage ich mich gerade durch die Avocado-Sandwich-Ideen. (Früher konnte ich Avocado nicht ausstehen, aber seit einem Jahr bin ich ganz verliebt in die „Hoden der Natur“. ^^ )
  3. Jules Clancy: 5 ingredients, 10 minutes. Leider bislang nur auf Englisch erhältlich, aber ein ganz hervorragendes Buch. Teilweise komplette Mahlzeiten, teilweise Gemüsebeilagen (oder Desserts). Bei diesen Rezepten kann ich die zehn Minuten meistens einhalten, und vieles eignet sich auch, um schnell in der Büroküche zubereitet zu werden. Außerdem gibt es zu jeden Rezept mindestens drei Variationen, zum Beispiel für Vegetarier oder Veganer, nussfrei oder mit etwas mehr Wumms für den großen Hunger. (Hier findet ihr das Blog mit Beispielrezepten.)
  4. Dr. Oetkers Spar-Rezepte. Ein Klassiker. Schließlich muss es heutzutage nicht nur schnell gehen und gesund sein, sondern es darf auch nicht viel kosten. Überhaupt mag ich alle Dr.Oetker-Kochbücher, die ich bislang ausprobiert habe, nur das Vegetarisch-Buch war etwas lieblos…
  5. Parragon: Indisch. Der Parragon-Verlag ist bei Übersetzern wohl nicht so beliebt, aber die Kochbücher sind liebevoll gestaltet, die Rezepte gelingen immer und dieses Indisch-Kochbuch ist mein Favorit, um zuhause ein wenig „Taste of India“ zu zaubern.

Habe ich euch den Mund wässrig gemacht? Dann ist jetzt die beste Gelegenheit, euch zu revanchieren: Welches sind eure Lieblings-Kochbücher? Oder geht ihr lieber den Weg des geringsten Widerstandes, so wie Helena? Gerüchten zufolge ist Tiefkühl-Pizza ja eine ausgewogene Mahlzeit…

Schwarzes Gold

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Seelentröster auf der Arbeit

Helena und ich haben nicht viel gemeinsam. Sie ist eine unabhängige, starke junge Hexe mit einem erfolgreichen Kleinstunternehmen, die aufregende Abenteuer erlebt. Ich hingegen bin Schriftstellerin, Übersetzerin und etwas seltsam. Aber einige wenige Gemeinsamkeiten haben wir dann doch.

Beispielsweise wohnen wir beide mit überaus attraktiven jungen Männern zusammen. ^^

Und uns eint, Scherz beiseite, die Liebe zum Kaffee. Darum teile ich heute mal die verschiedenen Arten, wie ich zuhause Kaffee zubereite:

1. Kaffeemaschine
Der Klassiker. Wird allerdings nur hervorgeholt, wenn kaffeetrinkende Wilde (also meine Familie) einfallen. Vorteil: Der Kaffee macht sich quasi von selbst. Nachteil: Schmeckt nicht so gut, weil das Wasser nicht heiß genug wird. Wird auf der Warmhalteplatte schnell bitter.

2. Arabischer Kaffee
Besonders fein gemahlener Kaffee wird, manchmal mit etwas Kardamom und/oder Zimt, in einem kleinen Metalltopf auf der Herdplatte mit etwas Zucker aufgekocht. Vorteil: Der haut dir die Socken weg. Nachteil: Den trink ich nur selten, also steht der spezielle feine arabische Kaffee oft monatelang unangetastet im Kühlschrank und wird ranzig.

3. Pulverkaffee im Kochtopf
Eine Notlösung aus Studentenzeiten. Nicht so stark wie arabischer Kaffee. Vorteil: Kaffee. Nachteil: Knirscht zwischen den Zähnen. Sifft manchmal beim Einschenken.

4. Esspressokanne
Wasser im unteren Behälter, Kaffeepulver ins Sieb, ab auf den Herd damit. Mein zweitliebster Kaffee. Vorteil: Schmeckt hervorragend, auch mit regulärem Kaffeepulver. Nachteil: Hoher Energieverbrauch – und mir hat es einmal den Griff von einer Kanne geschmolzen.

5. French Press
Mein Favorit. Pulver in die Glaskanne, kochendes Wasser drauf, warten, drücken, fertig. Vorteil: Schmeckt hervorragend. Geringer Energieverbrauch. Wenig Equipment. Geht schnell. Nachteil: Spontan wüsste ich keinen.

Wie ich meinen Kaffee trinke, ist dann abhängig von der Zubereitungsart: Arabischen Kaffee schwarz mit Zucker, die anderen mit Milch und selten mit Zucker. Zuhause habe ich einen Beutel frisch gerösteter Kaffeebohnen im Gefrierschrank, aus dem ich mir immer gerade so viel mahle (in einer elektrischen Mühle, leichter zu reinigen), wie ich in dem Moment verbrauchen will. Manchmal gebe ich etwas Zimt oder „Aladins Kaffeegewürz“ von Sonnentor dazu. Und einer meiner Frühstücksfavoriten:

Nuss-Bananen-Kaffee
250ml frisch gebrühter Kaffee (aus der French Press)
1 Banane, in Stücken
1 gehäufter Teelöffel Nussbutter/mus (am besten ist Haselnuss-Mus, aber Erdnussbutter ist auch genial)

Alles in den Standmixer geben, kurz pürieren, direkt trinken. Funktioniert gut, wenn man spät dran ist für die Arbeit. (Achtung, wenn der einen Moment steht, sollte man kurz umrühren, denn der Bananenmatsch setzt sich oben ab.)

Leben mit Kritik

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Ab und zu passiert es – jemand liest meine Geschichten und mag sie nicht. Als guter Autor mit vergleichsweise überschaubarer Leserschaft passiert es natürlich gelegentlich (ungefähr einmal pro Woche *ahem*), dass ich schaue, ob es neue Rezensionen gibt. Und wenn dann eine Rezension mit weniger als vier Sternen eintrudelt, bin ich natürlich gleichermaßen untröstlich und empört.

Die jüngste Rezension für „Allerseelenkinder“ ist also erst einige wenige Tage alt, zwei Sterne schwach und vergleicht die Geschichte mit „Harry Potter“. Ich bin verwirrt. Es gibt weder Muggles noch eine Zauberschule. Was also tun?

Einige Indie-Autoren machen den Fehler und empören sich in den Kommentaren zur Rezension. Sie beschimpfen den Rezensenten und erklären im Detail, warum die Rezension Mist ist. So etwas ist natürlich verlockend, aber weder professionell noch hilfreich.

Betrachten wir es einmal anders – jemand nimmt sich tatsächlich die Zeit, das Buch nicht nur zu lesen, sondern auch zu bewerten. Das ist schonmal viel wert. Und Geschmäcker sind eben verschieden. Beispielsweise kann ich mit „Harry Potter“ rein gar nichts anfangen (nicht hauen!). Die Bücher hätten von mir, so ich über die ersten zwanzig Seiten des ersten Bandes hinausgekommen wäre, wahrscheinlich auch keine besonders gute Bewertung bekommen, und jetzt schaut mal, wer von euch gerade die Augen rollt ob meines mangelnden Leseverstandes. ^^

Also, was mache ich jetzt? Nichts. Oder, nicht direkt nichts. Stattdessen hol ich mir mal einen Kaffee und mach mich an die Arbeit. Der dritte Band ist nämlich erst zu 100 Seiten (20.000 Wörter) fertig…

Und so passiert es…

„Schau mal, da ist ein Weg! Wollen wir uns das ansehen?“ Meine Freundin wies auf einen schmalen Pfad, der sich zwischen Baumstämmen und Erdhügeln verlor.

„Sicher, so beginnen Horrorfilme!“

Enthusiastisch suchten wir uns unseren Weg über Baumwurzeln, die sich unter dem Laub des letzten Winters versteckten, und vulkanisches Gestein. Wir hatten uns fest vorgenommen, mindestens drei Hügel zu besuchen auf unserer Wandertour. Den ersten hatten wir bereits hinter uns, komplett mit Siebengebirgsdiplom. Der Tag war freundlich, nicht zu sonnig – perfekt für eine kleine Wanderung.

Der Weg war nicht besonders lang. Nach einer kleinen Kehre wäre ich beinahe über eine morsche Europalette gestolpert, die mitten auf dem Weg lag. Als ich den Blick wieder hob, blieb ich unvermittelt stehen.

Über unseren Köpfen rauschten die Wipfel der Buchen im Juni-Wind. Wir hatten einen kleinen Kessel gefunden mit einem Durchmesser von zehn, vielleicht fünfzehn Metern. Der Boden war überwuchert von kniehohem Unkraut, das zwischen schlanken Baumstämmen um jeden Sonnenstrahl kämpfte. Frühere abenteuerlustige Wanderer hatten schmale Pfade ins Grün getreten, denen wir folgten. Unsere Blicke huschten von einer Seite zur anderen. Soviel zu sehen!

Basaltnadel stachen aus dem Erdreich, das sich rings um uns her auftürmte. Auf einigen hatte sich eine grünliche Schicht gebildet. Ich musste den Kopf in den Nacken legen, um die oberen Kanten zu sehen. Verwachsene Bäumchen gruben ihre Wurzeln verzweifelt in jede noch so kleine Spalte im Fels.

„Wow“, murmelte meine Freundin und drehte sich einmal um die eigene Achse.

In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Das hier wäre der perfekte Ort für… das Szenario explodierte vor meinem inneren Auge.

Stimmen auf dem Wanderweg ließen uns erstarren. Kinder, viele Kinder, und ein kleines Rudel Erwachsener. Zwischen den Ästen hindurch konnten wir sie beobachten. Die Kinder tobten ausgelassen links und rechts des Weges, während die Erwachsenen die Köpfe zusammensteckten. Noch hatte niemand uns entdeckt. Trotzdem, besser nichts dummes machen. Schließlich wollten wir keinesfalls als schlechtes Beispiel gelten. Aber die Wanderer zogen an unserem Versteck vorbei, ohne uns zu bemerken. Seltsam, wie selten die meisten Menschen ihren Blick vom Weg vor ihren Füßen heben.

„Komm, wir schauen uns das ganze von oben an!“ rief ich. In leichtsinnigem Tempo lief ich über die Schulter des Kessels am Eingang, den wir genommen hatten, hinauf – und wäre beinahe ungebremst abgestürzt. Verflixt tief runter ging das! Vorsichtig balancierte ich an der Kante entlang, über Wurzeln und durch Brombeergestöber, bis zur anderen Seite. Meine Freundin war mir nicht gefolgt. Sie wartete am Eingang des Kessels. Höhen lagen ihr nicht. Stattdessen wartete sie geduldig darauf, gegebenenfalls den Rettungswagen zu rufen. Es dauerte nur wenige Minuten, bis ich unbeschadet und vor Aufregung strahlend wieder vor ihr stand. „Es ist perfekt!“

Wir setzten unseren Weg fort und schmiedeten finstere Pläne…

… und so entstand der erste Funken einer Idee für Helenas viertes Abenteuer! Einen Titel hab ich auch schon. Allerdings, ein bisschen gedulden müsst ihr euch noch, denn den dritten Streich kann ich ja nicht einfach auslassen.

(PS: „Spiegelsee“, das jüngste Abenteuer unserer Bonner Hexe, hat dieses Wochenende bei Amazon seine erste Rezension bekommen – und direkt fünf Sterne! Balsam auf die Künstlerseele… )

Verschenken ist nicht umsonst

Verschenken oder nicht – das ist eine bei Indie-Autoren weitverbreitete Frage. Meistens wird argumentiert, dass wir hart gearbeitet haben und dafür auch gerne irgendwie belohnt werden möchten. Klingt logisch, oder? Aaaber.

Ich mach ja ab und zu so Verschenk-Aktionen für meine Bücher bei Amazon (ab Donnerstag gibt es Spiegelsee umsonst!). Letzte Woche gab es den „Hirschkönig“, von Donnerstag bis Samstag. In dieser Zeit wurden 1.085 Bücher gratis heruntergeladen. Bücher, für die ich nie etwas sehe, außer einer Rezension – und die muss nicht einmal unbedingt positiv sein. Auch wenn wir uns das natürlich überhaupt nicht vorstellen können.

Allerdings – während solcher Gratis-Aktionen steigt auch die Zahl der verkauften Bücher. Nicht direkt astronomisch, aber ich finde, dass solche Verschenk-Aktionen eine nette Möglichkeit sind, die Aufmerksamkeit von potenziellen Lesern zu erreichen. Und die Erfahrung gibt mir Recht: Wem eines meiner Bücher gefällt, der ist offenbar gewillt, weitere zu kaufen. Wer hätte das gedacht?