Buchmessen und so!

Auf hellem Untergrund sieht man vier fröhlich-bunte Taschenbücher nebeneinander stehen, die Rücken zeigen zum Betrachter. Rechts daneben steht ein tannengrüner Becher mit schwarzem Kaffee, auf dem HYGGE steht. Ganz rechts liegen einige weiße Blüten.
Foto von Elin Melaas, gefunden auf Unsplash

Wen von euch sehe ich in Frankfurt?

Als Sorgenwandler*in findest du mich für einige Schichten am PAN-Stand (Halle 1.2,  Stand B33):

Donnerstag, 17.10.2024, 11:00 h – 13:00 h & 15:00 h – 17:00 h

Freitag, 18.10.2024, 11:00 h – 13:00 h & 15:00 h – 16:00 h

Außerdem findest du mich am Freitag von 14:00 h -15:00 h beim Chaospony-Verlag in Halle 1.2, Stand H20-22.

Uuuuuund weil ich nie “Nein” sage, bin ich Freitag Abend noch auf einer dritten Party, ab 17:30 h in Halle 1.2, Stand D52 (Signiertisch 1) – da stellt der BVJA die ganz frische Weihnachtsanthologie vor, in der ich als Quoten-Grinch natürlich auch vertreten bin.

Damit enden meine Frankfurter Abenteuer dann aber auch. Ich finde, das reicht. Natürlich kannst du mich Donnerstag und Freitag auch zwischen den Terminen irgendwo finden – wahrscheinlich in einer Ecke versteckt mit einem Buch und einem Kaffee in der Hand. Brauchen wir ein Codewort? Ich finde, wir brauchen ein Codewort. PUSTEBLUME!

Wer es nicht nach Frankfurt schafft, kommt vielleicht zum BuCon nach Dreieich? Auch dort bin ich als Sorgenwandler*in in Aktion am PAN-Stand, und zwar von 13:00 h – 14:00 h und von 17:00 h – 18:00 h. Dazwischen treibe ich mich bei Ständen und Lesungen herum, wie es sich gehört. Einmal mehr: Wer mich erkennt und ansprechen will – das Codewort lautet PUSTEBLUME!

(Ich werde das mit dem Codewort sofort wieder vergessen und ultimativ verwirrt gucken, wenn du mich damit ansprichst. Allein dafür sollte der Aufwand sich lohnen.)

Marke Eigenproduktion

Mein Tiktok-Feed – ein Meisterwerk des enthusiastischen Dilettantismus‘

Dieses Wochenende bin ich mit kaputtem Fuß außer Gefecht gesetzt. Was mache ich also? Rumliegen und Tiktok-Videos generieren.

Meine Videos sind immer ein Paradebeispiel für Authentizität. Beispielsweise schiebt in dem Video, das ich heute veröffentlicht habe, der Kater seinen Hintern durchs Bild. Es ist ein sehr flauschiger Hintern.

Natürlich könnte ich da professioneller rangehen. Den Kater rausschneiden. Mehrere Takes aufnehmen und zusammenschneiden. Vorbereiten, skripten, üben.

Aber weißt du was?

Das ist Tiktok. Social Media – Betonung auf „Social“. Nicht Klein-Hollywood. Und ich habe wirklich keine Lust, permanent online zu performen.

Ich meine, man sieht das immer öfter – und ich rede nicht von lustigen Tanzroutinen oder Memes. Leute fahren nicht irgendwohin, um etwas zu erleben, und posten dann Fotos und Videos – neien, sie fahren irgendwohin, wo es „instagrammable“ ist, um dort Fotos und Videos zu machen, ANSTATT etwas zu erleben. Das ist nicht meins.

Ich habe auf meinem Handy ungefähr eine Million Fotos vom selben Waldspaziergang, weil ich den Wald hinter unserem Haus wirklich liebe. Wanderungen suche ich nicht nach SoMe-Attraktionen aus, sondern nach Länge und Erlebnisfaktor. Und ja, meine Fotos und Videos online kommen mit einem Minimum an Editing und Filtern aus. Wenn ich damit nicht berühmt werde, ist mir das recht.

Und ehe jemand schimpft – Leute, die sich gern für 90-Sekunden-Clips stundenlang zurechtmachen, um dann genau so lange zu filmen und zu editieren, sollen das um Himmels Willen bitte tun. Wir brauchen alle alberne Hobbys. (Ich schreib Bücher, hatte ich das erwähnt?) Aber das sollte nicht die Grunderwartung für jeden einzelnen verdammten Post da draußen sein.

Mich persönlich interessiert hyperproduzierter Content beispielsweise nicht. Ich sitze dann da und gucke zu und denke mir: Leb, verdammt nochmal! Erleb was und erzähl davon, anstatt nur zu überlegen, was der nächste virale Content sein könnte!

Ach, vielleicht ist das alles nur das Gemecker einer alten Ziege. Vielleicht sind wir längst alle schon auf unseren Entertainment-Wert abgeklopft und kategorisiert, und vielleicht meckere ich nur, weil Katzenpöter keine Buchverkäufe generieren.

Andererseits schreibe ich ja auch hier nicht das, was die meisten Klicks bringt. Die Chancen stehen also gut, dass ich tatsächlich so genervt und motzig bin.

Was ist dein unbeliebter Social-Media-Take?

Diese Vorhersehbarkeit ödet mich an!

CN: Erwähnung von Gewalt, Körperteilen, Blut, sexueller Gewalt; Schimpfwörter

Großaufnahme mehrerer bunter Tarotkarten, die durcheinander mit der Bildseite nach oben auf einer hellen Fläche liegen (Rider-Waite-Tarot).
Foto von Viva Luna Studios, gefunden auf Unsplash

Früher habe ich viele Thriller und Krimis gelesen, doch irgendwann hatte ich das über.

Zum einen wegen der immer absurderen Gewalt-Exzesse: In wie viele Teile können wir die Leiche diesmal schneiden? Findet der Kommissar den Augapfel diesmal im Kaffee oder im Dessert? Wie viel PS braucht die Kettensäge, mit der wir den fiesen Chef der Ehefrau umbringen, und wie weit spritzt das Blut? Es werden Wetten angenommen!

Zum anderen nervt mich diese unglaubliche Vorhersehbarkeit – was die Charaktere angeht (geschiedener Ermittler mit Alkoholproblem und komplizierter Beziehung zu seinem Kind, anyone?) und in Bezug auf die Fälle. Es kann doch nicht sein, dass JEDER bei der Polizei einen Erzfeind aus Kindertagen hat, der jetzt als Psychopath hackstückelnd durch Buxtehude zieht???

Ein besonderes Ärgernis betrifft hierbei die Behandlung von Frauen. Ja, jetzt fängt sie wieder mit DEM Thema an. Aber bleibt mal dran, das ist vielleicht wichtig. Möglicherweise hab ich darüber auch schon geschimpft, ich ärgere mich schon seit längerem.

Also.

Wenn eine Frau – und es ist beinahe egal, ob sie jetzt Protagonistin oder Sidekick ist, Opfer oder Bösewichtin – irgendwie definiert werden soll, wird sie eben fix vergewaltigt. UND DAS ÖDET MICH AN! Nicht, weil das so abwegig wäre (wir alle kennen die Statistiken), sondern weil es so viel mehr gibt, was man Frauen antun kann, um ihren Charakter zu formen! Klar, schon beim Ermittler gibt kaum noch wer sich Mühe, aber die Zahl der Frauen, die sexuelle Übergriffe erlebt haben und das (NUR DAS!) als prägendes Erlebnis haben, quasi als Zentrum ihres Charakters, wie er geschrieben steht, ist lächerlich. GEBT EUCH MÜHE.

(Die nächsten Abschnitte enthalten Spoiler für das Buch „The Sanatorium“ von Sarah Pearse)

Neulich beispielsweise habe ich einen Thriller gelesen: Spannend geschrieben, interessantes Setting, toller Sprachgebrauch. Wirklich eine Lese-Empfehlung … und das trotz der Sache, über die ich jetzt schimpfen werde.

Die Idee ist komplex: Ein ehemaliges Sanatorium für Tuberkulose-Patientinnen in den Schweizer Alpen ist zu einem Hotel umgebaut worden, und durch einen Sturm werden die wenigen Gäste und Mitarbeiter*innen jetzt von der Außenwelt abgeschnitten. Das ist ungünstig, denn irgendwer fängt an, Leute auf grafische Weise zu ermorden. Natürlich ist eine aktuell beurlaubte Polizistin vor Ort, die eine komplizierte Beziehung zu gleich mehreren Leuten im Hotel hat. Die ermittelt und findet heraus, dass in dem Sanatorium damals unethische medizinische Experimente und möglicherweise auch sadistische Praktiken an den Insassinnen durchgeführt wurden, und das hat irgendwie mit den aktuellen Morden zu tun.

Nur LEIDER, LEIDER, LEIDER wird dieser Zweig kaum weiter verfolgt. Also ja, das wird erwähnt und jemand findet explizite Fotos von damals und die Leichen sind hergerichtet wie die Opfer der Ärzte vor hundert Jahren. Aber so richtig wichtig ist das nicht, denn der EIGENTLICHE Trigger für die Taten ist die Tatsache, dass die Person, die die Morde begeht, vor mehr als zehn Jahren von jemandem vergewaltigt wurde, der auch schon lange tot ist. Und das hat die Person jetzt wegen dieser Fotos irgendwie daran erinnert, dass Frauen ja oft Opfer sind, und deswegen wird jetzt gemetzelt.

Echt jetzt?

Es gibt massig historisch belegte „Vorbilder“ für unethische Behandlung und Experimente in einem medizinischen Kontext, über einige davon habe ich in meiner Diplomarbeit geschrieben. Und wer will, kann tonnenweise Literatur zum Thema finden. Es wäre also ein LEICHTES gewesen, aus diesem Erzählzweig eine richtig gute Motivation für die Täterperson zu schreiben, komplett ohne ihr an die Wäsche zu gehen. Also bin ich eh schon empört, dass die Vergewaltigung da quasi eben schnell reingeschrieben wurde, weil „das macht man halt so“ – und dann geht das eigentlich viel relevantere Thema daneben einfach komplett unter und wird mit „die armen Frauen!“ vom Tisch gewischt.

Das Buch ist übrigens dennoch gut. Wirklich. Lest es unbedingt, wenn es euer Ding ist, und rollt an der entsprechenden Exposition am Ende einfach mit den Augen. Und wenn ihr eigene Thriller oder Krimis schreibt, überlegt euch doch mal, was man Frauen alles Schlimmes tun kann, ohne sie dafür auszuziehen.

Don’t threaten me with a good time!

Auf einer gehäkelten Decke (viele bunte Kreise auf schwarzem Grund) liegt ein schwarzweißer Kater.

Eine Kollegin erzählte mir gestern, sie wolle ja schon seit vielen, vielen Jahren eine Katze haben. Eigentlich schon, seit sie ein Kind sei.

Ihr Mann kennt diesen Wunsch. Allerdings ist seine Meinung dazu – wenn sie eine Katze will, muss sie wohl ausziehen.

Jetzt gibt es viele Dinge, die man bedenken sollte, wenn man sich ein Haustier zulegt. Und tatsächlich gibt es nicht nur Argumente FÜR Katzen (verrückt, oder?).

Aber:

Hömma, mein Gutster. Du kannst nur hoffen, dass deine Frau nicht mit Nachdenken anfängt. Denn was ist wohl gemütlicher? Eine Wohnung mit Mann und Kind, die immer um einen herumwuseln und ständig etwas wollen – oooooder eine Zweizimmerwohnung, in der man nur selbst Chaos verbreitet, und eine Katze?

Ich sag ja gar nicht, dass sie dich verlassen könnte. Aber so eine Fernbeziehung mit zwei Straßen Abstand und einer Partnerperson, die sich verabschiedet und wieder geht, klingt manchmal gar nicht so verkehrt. ^^

(Womit wir wieder bei den Crazy Cat Ladies wären. Crazy Cat Lady ist ein Lebensziel.)

Es ist anstrengend, es ist schmutzig, es macht Angst

Die Rede ist natürlich vom Hot Foot Run (ehemals Strongman Run) in Köln, der am Samstag war – mein dritter Hindernislauf über die 10-Kilometer-Distanz, alle am Fühlinger See in Köln.

Vorher bin ich immer ein nervliches Wrack. Ich habe Höhenangst. Und da soll man klettern. o.o

Außerdem ist es anstrengend, den 10 Kilometer plus 20 Hindernisse – da kommt man ins Schwitzen.

Und man wird schmutzig: Mal geht es in den Schlamm, mal durchs Gras oder in den See, da wird durch Sand gerobbt. Vielleicht holt man sich an einer der Holzkonstruktionen sogar einen Splitter!

Okay, und warum mache ich das?

Zum einen – es macht riesigen Spaß. Letzten Endes ist es ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Zum anderen mag ich die Herausforderung. Wenn das Leben zu einfach ist, mache ich es mir offenbar gern selbst etwas schwieriger. Und zum dritten fühlt es sich wirklich, wirklich gut an, durchs Ziel zu kommen und etwas geschafft zu haben.

Ach ja, und die Stimmung ist wirklich toll. So viele Leute stehen am Rand und feuern einen an. So viele Leute motivieren einander auf der Strecke, helfen beim Klettern oder robben, schimpfen gemeinsam über die selbstgewählte Anstrengung – eigentlich bin ich kein Mensch für Events mit Menschen, aber gemeinsames freiwilliges Leid scheint mein Ding zu sein. Warum nur?

Anyway, die Anmeldung fürs nächste Jahr habe ich direkt losgeschickt, ehe die Vernunft wieder einsetzt. Vielleicht sind bei den Fotos, die der Mann gemacht hat, ein paar lustige dabei, die teile ich dann natürlich noch alle mit euch.

Soviel Aufriss, und das alles für ein T-Shirt und eine Holzmedaille. (^v^)

Marketing und Ehrlichkeit und so

Eigentlich ist es ja lustig – alle Experten erzählen, gutes Marketing sei Storytelling. Und gerade damit tu ich mich als Autorin schwer. Vielleicht habe ich noch nicht so ganz verstanden, was damit eigentlich gemeint ist, gut möglich.

Was ich aktuell viel sehe: Marketing-„Hacks“ (auch bekannt als „Trick 17“), mit denen auf einfache Art in Sociel Media viel Interaktion generiert werden soll. Beispielsweise schreiben Autor*innen aktuell auf Threads über ihr Buch und tun so, als beschrieben sie eine reale Lebenssituation:

Meine beste Freundin versucht, mit meinen Mann wegzunehmen. Dafür hat sie sogar mein Haus angezündet, während ich drin war. Soll ich ihr sagen, dass er sie gar nicht leiden kann?

Und im ersten Kommentar unter dem Post:

Lies, wie Klarabella Schnabumsepüdel aus der magischen Welt Kraichleaoichn-Oberfröpsel mit dieser Situation umgeht! [LINK]

Weißt du was? Ich hasse so etwas. Und es ist mir völlig egal, ob das gelungenes Storytelling ist oder nicht. Indem so getan wird, als gehe es um einen realen Vorfall und nicht um eine ausgedachte Geschichte, werden Klicks generiert – denn Leute in SoMe interessieren sich natürlich für die echten Leben echter Personen, sonst wären sie ja nicht da. Ob diese Klicks tatsächlich zu Buchverkäufen führen, da bin ich überfragt. Mich nervt es einfach nur. Das ist wie Klingelmännchen in digital.

Und gut, es ist schwierig. Man soll „authentisch“ sein und gleichzeitig das Gefühl vermitteln, das man beim Lesen der beworbenen Bücher verspürt. Aus seinem Leben erzählen, ohne langweilig zu wirken. Sich nicht ständig wiederholen. Bedenken, dass alle Leute angeblich nach den gleichen Mustern funktionieren – und dann diese Muster mit Werbung bedienen, die komplett total ganz anders ist als alle andere Werbung von allen anderen Autor*innen, die genau die gleichen Marketing-Artikel und -Bücher gelesen haben wie man selbst.

Vielleicht hast du schon gemerkt: Marketing beschäftigt mich seit einer Weile, ich schreib da gerade viel drüber. Marketing ist nämlich wichtig, um Bücher zu verkaufen, und niemand versteht, wie Lesende eigentlich wirklich tatsächlich am Ende des Tages Entscheidungen treffen. Wobei mir diese Gedanken nicht helfen: Beim Schreiben.

Beim Schreiben will ich in meiner Geschichte stecken und höchstens überlegen, wie ich meinen Leser*innen das Herz zertrample, ohne sie zu verschrecken. Ich will nicht darüber nachdenken, ob diese Kurzgeschichte meinen Stil gut repräsentiert oder das Buch zum geplanten Cover passt, ich will nicht unbewusst schon auf Teaser und Schnipsel schielen.

Und wenn die Zeit knapp ist, so wie im Moment, will ich mich nicht zwischen Schreiben und Marketing entscheiden müssen, dann tu ich nämlich nichts von allem so richtig und sitze auf einem Haufen halbfertiger Ideenknödel und angebrochener Enthusiasmen.

Was mache ich also stattdessen? Bloggen. Schimpfen, jammern, beobachten, nachdenken, verdrängen. Am Samstag werfe ich mich ein weiteres Mal über einen Hinderniskurs, und danach geht es mit Volldampf im Manuskript weiter. Aber erst einmal ist Kurzgeschichtendeadline. Und wie unsere Wohnung aussieht, wollt ihr gar nicht wissen.

(Ist das ungefähr das Gefühl, das meine Bücher bei dir auslösen? Etwas snarky, ziemlich chaotisch und mit der einen oder anderen überraschenden Wendung, während eigentlich nichts passiert – oder falls doch, dann auf jeden Fall off-screen? Falls ja, mache ich meine Sache vielleicht gar nicht so schlecht.)

Ausschreibungen – warum und wie viele?

Eigentlich mag ich Kurzgeschichten-Ausschreibungen. Ich komm nur nie dazu.

Warum ich das gerade schreibe?

Weil eine meiner Geschichten, für die ich mir die Zeit genommen habe, in einer Anthologie gelandet ist. Und das freut mich. Es ist immer eine tolle Gelegenheit, mit neuen Leuten zusammenzuarbeiten und mehr über das Schreiben und das Veröffentlichen zu lernen.

(Nein, ich bin mit Lernen noch nicht durch. Passiert wahrscheinlich auch nie.)

Die Zeit ist halt immer das große Ding. Neben Job, Haushalt, Sport und ein paar sozialen Verpflichtungen ist nur wenig Schreib-Zeit, und die stecke ich eher in die „großen“ Projekte. Mein Alltag ist nicht strukturiert genug, dass ich sagen könnte: Ein Wochenende pro Monat geht für Kurzgeschichten drauf! Dabei ist das so eine gute Schreib-Übung!

Aber jetzt habe ich mir die Zeit genommen und die Geschichte war erfolgreich und ich denke gerade wieder, ich sollte das öfter machen. Mal schauen, wie das auskommt.

Eine – wahrscheinlich nicht vollständige – Auflistung meiner bisher veröffentlichten Kurzgeschichten findest du übrigens hier. Einige davon haben sogar Preise gewonnen. Aber ich mag sie alle, denke ich. Drück die Daumen, dass es bald noch ein paar mehr werden!

Wofür man eigentlich schreibt

Halt, zuerst muss man da unterscheiden.

Warum schreibt man?

Und warum veröffentlicht man?

Die erste Frage wird oft in Interviews gestellt, und ich mag sie nicht besonders. Auch nicht die Variationen: Wusstest du immer schon, dass du schreiben wolltest? Seit wann schreibst du? Viel spannender finde ich für alle anderen die Frage: Wann hast du aufgehört, dir Geschichten auszudenken? Denn das menschliche Gehirn ist wie gemacht dafür, alles in Geschichtenform zu gießen. Auf jeden Fall kann man diese Fragen auf unterschiedliche Weisen beantworten, und ich kann natürlich nur meine eigenen Antworten geben.

Ich schreibe, weil ich sonst unausstehlich werde. Wahrscheinlich würde mein Kopf irgendwann platzen. ^^

Und warum veröffentliche ich? Schließlich könnte ich meine Geschichten auch einfach löschen oder in die Schublade legen. Dann käme auch nie jemand an, um „gemeine Dinge“ drüber zu sagen.

Mit meinen Geschichten reich und berühmt zu werden wäre famos. Wir wissen alle, wie gering die Chancen sind, dass das passiert, aber ganz vom Tisch ist das natürlich nie.

Meine eigenen Geschichten als echte Bücher ins Regal zu stellen ist natürlich auch toll. Aber dafür könnte ich sie mir einfach selbst drucken und binden lassen.

Irgendwo tief in mir drin glaube ich tatsächlich, dass (nicht nur meine) Geschichten für andere Menschen wichtig sind. Denk mal eben an die Geschichten, die dich wirklich berührt haben. Von denen du getröstet wurdest, die dir etwas über die Welt und dich selbst beigebracht haben. Die deine Vorstellungen herausgefordert und geändert haben.

Auf den ersten Blick ging es in dem einen Buch vielleicht im Astronauten, die auf einem Planeten voller riesiger Heuschrecken überleben und den geheimen Multidimensionskristall finden müssen, um die Erde vor der Implosion zu retten.

In Wahrheit ging es vielleicht darum, in schwierigen Situationen mit Leuten, die man nicht mag, zusammenzuarbeiten und die eigenen Vorurteile beiseitezuräumen und alles zu riskieren, um Familie und Freunde zu retten – bis man merkt, dass die riesigen Heuschrecken, vor denen man von allen gewarnt wurde, gar nicht das echte Problem sind, denn die Firma(TM) hat gelogen.

Meiner Meinung nach erzählen die besten Geschichten im Kern etwas, was für Menschen zutiefst menschlich und nachvollziehbar ist. Das gilt für alle Kunst – das Bild da zeigt vielleicht einen riesigen Stapel Clowns, aber wichtig ist es wegen der Dinge, die hinter den Clowns versteckt sind. Künstler*innen teilen eigene Erfahrungen und Ideen und Erlebnisse mit anderen Menschen. Sie stellen Fragen, schlagen Lösungen vor, erzählen von dem, was ist und was sein könnte. Ob das ganze unter Schokolade, Ölfarbe oder einer Geschichte über klebrige Zombieschnecken versteckt ist, spielt dabei keine Rolle.

Und deswegen veröffentliche ich. Meine Geschichten haben oft Monster, Geister, mythische Kreaturen und die eine oder andere Körperflüssigkeit (Blut, ja, ich rede von Blut). Viel öfter haben sie aber Leute, die aus schwierigen Situationen in unmögliche Situationen kommen und versuchen, eine Lösung nicht nur für sich, sondern für alle zu finden. Meine Charaktere machen mal Dummheiten und sind leichtsinnig, sie müssen mit den Konsequenzen klarkommen und harte Entscheidungen treffen. Viele von ihnen hatten kein perfektes Leben. Meist wissen sie am Anfang der Geschichte weniger über die Welt als am Ende. Und sie gewinnen auch gar nicht immer, das wäre ja langweilig. Aber sie geben nie auf, und sie riskieren etwas für das, woran sie glauben.

Umso mehr freue ich mich, wenn diese Geschichten, in denen es nur auf den ersten Blick darum geht, wie viele Tentakel so ein Waschzuber entwickeln kann, eine begeisterte Leserschaft finden – auch wenn die klein ist. Das Gruftgeflüster beispielsweise dümpelt immer ein wenig vor sich hin. Klar. Dünne Bücher, schlichte Geschichten, wenig Werbung (komplett mein Fehler!), das ist nicht besonders attraktiv für viele Lesende. Dabei bin ich so stolz auf jede einzelne Geschichte – und auf das Gesamtwerk. In zwölf kurzen Geschichten konnte ich alle Arten von Horror besuchen, die mir Spaß machen: Kryptiden, Monster, Dämonen, Blutmagie, böse Wissenschaftler*innen, Werwölfe, Fae, Geister, unheimliche Dimensionen, Legenden, Hexerei und den schlimmsten Horror – andere Menschen. Zwölf verschiedene Arten, über Menschlichkeit zu schreiben und meinen Leser*innen gleichzeitig den Schreck ihres Lebens einzujagen. ^^

FeenCon 2024 Nachlese

Messestand - langer schmaler Biertisch, größtenteils mit einer dunkelgrünen Decke abgedeckt. Darauf, dicht gedrängt, diverse Bücher und etwas Deko und Werbematerial. Im Hintergrund ein Roll-Up: "Magie hinter den sieben Bergen". Links im Bild sieht man meine Standnachbarin Anja Bagus in Aktion.
Endlich ist der Stand einmal lang genug, um alle „Gruftgeflüster“ nebeneinander zu legen!

Eigentlich will ich dieses Jahr nicht so viele Messen und Cons machen, bin ja gerade zwischen Büchern. Allerdings wäre es schon eine Schande, nicht zur FeenCon zu gehen, die liegt ja vor der Haustür! Also habe ich mich angemeldet und nach einigem Hin und Her mit viel Glück nicht nur einen Stand, sondern auch einen Leseslot ergattert. Die FeenCon geht traditionell über zwei Tage und richtet sich in erster Linie an Rollenspieler und Fantasy-Fans. Also mein Publikum. (An dieser Stelle verrate ich: Ich habe noch nie rollengespielt, das klingt sehr anstrengend. ^^ )

Samstag Morgen war Aufbau, nachdem ich noch einige Dinge für den BVJA-Stand auf der anderen Seite der Halle abgeholt hatte. Zum Glück ist unser Auto groß genug! Stand-Aufbau geht bei mir ganz fix – ich hab ja kein Konzept, sondern staple einfach Bücher in die Gegend und mach Krimskrams drumherum. Vielleicht ändere ich da irgendwann noch etwas dran, andererseits … meh.

Meine Lesung war direkt am Samstag Mittag um zwölf, in einem Klassenzimmer mit hübschem Ausblick und guter Akustik. Ich habe mich super gefreut, dass Leute gekommen sind, die ich noch nicht kannte, und genau so sehr über die Leute, die ich kannte und entweder endlich mal wieder oder endlich überhaupt einmal treffen wollte. Es gab auch eine Überraschung:

Auf dem Buch "Willkommen in Schattenfall" (Herbstfarben und Hellblau, Schriftzug auf Holzplakette, Silhouette einer Gans links zu sehen) liegt ein Stickrahmen. In diesen Rahmen ist apfelgrüner Stoff gespannt, darauf eine gestickte Gans in Angriffshaltung mit einem Messer im Schnabel. Außerdem sieht man Autorinnenknie.
Die Gans zum Buch

Julia Stüber, die ich schon lange endlich einmal in Person treffen wollte, hat mir diesen Geronimo gestickt. Ist das nicht großartig??? Ich freue mich unglaublich, wenn meine Geschichten Leute zu eigener Kunst inspirieren – und noch mehr, wenn ich die zu sehen oder sogar geschenkt bekomme!

Nach der Lesung ging es weiter mit dem üblichen Messekram: Gespräche mit Leuten, ein paar Buchverkäufe, viel milder Unsinn. Dazu muss man wissen, wir standen in einer Turnhalle, bei prallem Sonnenschein. Du kannst dir vielleicht vorstellen, Luft und Kleidung waren eher gesättigt. Ich hatte eine Häkelarbeit dabei, die mich schon seit einer Weile ärgert, denn das Muster sieht zwar einfach aus, piesackt mich aber in einer Tour. Jedes Mal, wenn ich die in die Hand nehme, werden es weniger Reihen – aber ich geb nicht auf!

Abends haben Anja, Markus und ich auf dem Parkplatz noch ein wenig musiziert – nicht gut, aber dafür mit viel Freude. Einer Gitarre und zwei Ukulelen haben nicht einmal die Wettergötter etwas entgegenzusetzen. An dem fiesen Regen mit Gewitter, der später in der Nacht runterkam und einige Zelte auf dem Außengelände ganz schon eingeweicht hat, sind wahrscheinlich wir schuld. Jetzt sind wir angefixt und überlegen, wie wir das wiederholen und noch mehr Unheil anrichten können.

Der Sonntag war ähnlich ruhig, glücklicherweise nicht so heiß, und sehr entspannt. Es gab ein wenig Verwirrung darüber, ab wann abgebaut werden darf. Meist entwickelt so etwas dann eine Eigendynamik – eine Art Schwarm-Konsens. Und weil ich keine lange Anfahrt hatte, war ich pünktlich Abends zu Pizza und Bier auf dem heimischen Sofa, um das Messe-Hoch noch ein wenig zu genießen.

Ich denke, für dieses Jahr war es das mit Messen. Ich denke, dass man mich zeitweise auf der FBM am PAN-Stand finden kann, und den BuCon besuche ich vielleicht als Gast, aber ansonsten bin ich recht zufrieden damit, dieses Jahr nur zu schreiben und so. Und vorher ist überhaupt erst einmal Sommer, der soll ja auch genossen werden.

Alles muss raus!!! (Gewinnspiel)

In einer Plastikkiste sieht man ein knappes Dutzend Bücher mit dem Schriftzug "Diandra Linnemann: Willkommen in Schattenfall" auf dem Rücken, ein Exemplar liegt links auf der Kiste. Das Cover zeigt neben Titel und Autorinnennamen die Silhouetten von einer Gans, einem ratlosen jungen Mann, und einem Kürbis. Um den Kürbis winden sich magische Funken, im Hintergrund sieht man einen Herbstwald.
Die Reste vom Feste

Ich habe oft in meinem Leben unglaubliches Glück. Beispielsweise kenne ich viele liebe, motivierte Leute, die mich mögen und mir beim Schreiben mit all den Dingen helfen, die ich nicht kann (oder nicht machen will). Das tolle Cover da oben beispielsweise ist von Giusy von Magical Cover, die ihr unbedingt besuchen müsst – sie hat tolle Premade-Cover und arbeitet auch großartig auf Zuruf, sehr zuverlässig und zu jedem Schabernack aufgelegt. Und auf der FBM am PAN-Stand kam ich mit einem befreundeten Autor ins Gespräch, der mir Hilfe beim Buchsatz angeboten hat. Er hat das professionell gelernt und ich … sichtbar nicht. ^^ Deswegen (und wegen einiger Kleinigkeiten) gibt es „Willkommen in Schattenfall“ ja seit kurzem in der Zweitauflage, diesmal in schön und aussehend wie ein richtiges Buch, mit genau so viel Geschichte auf weniger Seiten.

Von der ersten Auflage habe ich noch die Exemplare übrig, die du da oben im Bild siehst. Verkaufen möchte ich sie nicht mehr, aber ich habe mir gedacht: Vielleicht kennen meine Leser*innen Stellen, denen ich die schenken kann – Schulbüchereien, Jugendclubs, … ? Und da kommst du ins Spiel – schreib mir in die Kommentare unter diesem Blogbeitrag, welcher Verein oder welche Gruppe sich über ein oder zwei Exemplar von „Willkommen in Schattenfall“ freuen würde. Falls ich mehr Vorschläge bekomme, als Bücher übrig sind, wird ausgelost. Das Gewinnspiel endet am 15.07.2024 um 23:59 h, bis dahin sammle ich hier Vorschläge.

Wer eins von den hübschen neuen Büchern kaufen möchte, kann mich dieses Wochenende auf der FeenCon in Bonn besuchen. Dort bin ich mit Stand und Lesung (Samstag, 12:00 h) vertreten. Es wird warm und lustig!