Fröhlicher Welt-internationaler-Frauen-Kampf-Feminismus-Dingens!

Etwas spät zur Party. Ist auch eigentlich gar nicht wichtig.

Am 08.03. ist ja immer Weltfrauentag. Oder – und so ergab sich dieser Post – wie ich lieber sage: Feministischer Kampftag.

Über diese Begriffsverschiebung regte eine Freundin sich neulich im Gespräch mit mir nämlich auf. Sie fände es kacke, dass Frauen überall unsichtbar gemacht werden, jetzt sogar für das LGBTQI+-etc.-Gedöns, immer müssten Frauen zurückstecken und nie hätten sie etwas für sich selbst. Und ich Verräterin würde da mitmachen!

Okay, ja, gut, versteh ich auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite: Wenn wir vom „Weltfrauentag“ reden, stehen irgendwo gönnerhafte Schnödel und halten sich für superprogressiv, weil sie uns vor dem Supermarkt eine rote Rose schenken wollen. Am besten noch eine von den guten billigen, die so schlecht für die Umwelt sind.

Wenn man hingegen von „Feministischer Kampftag“ redet, kriegen die richtigen Leute so einen Ausdruck von Unbehagen.

Kampftag, das klingt nicht nach Pralinen und mit Schleifchen verpackter sexy Unterwäsche, weil als frauenliebender Mann habe man sich zum Dank dafür, dass man an den „Weltfrauentag“ gedacht habe, doch ein wenig was Nettes verdient.

Kampftag klingt nach: „Verfickte Kackscheiße, jetzt reiß dich endlich mal zusammen und krieg den Hintern hoch und fang an, dich um echte Gleichberechtigung zu bemühen. Und steck dir deine Rose an einen schattigen Ort!“

Manchmal müssen wir uns auch selbst daran erinnern, dass es mit einer Rose nicht getan sein sollte. Wir brauchen bessere Kinderbetreuung und angemessene Verfolgung von Femiziden, ausgeglichene Löhne für vergleichbare Arbeit und vor allem ein Update im Kopf bei allen Leuten, die immer noch glauben, dass Frauen von Natur aus halt sanfter und einfühlsamer seien und sich deswegen immer um alles und jeden kümmern müssten, während der Mann als guter Jäger ja schon die Kohle fürs Grillen erlegt hat, mehr könne man von ihm gar nicht mehr erwarten, du undankbare Ziege. (Und wenn sie irgendwann die Kinder nimmt und auszieht, weil er nicht einmal weiß, auf welche Schule die Kinder gehen oder wie die Waschmaschine funktioniert, kommt das nur für einen winzigen Teil aller Beteiligten überraschend.)

In diesem Sinne – jeder Tag ist feministischer Kampftag. Hoch die Tassen!


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Los, gebt es mir!