Schreiben ohne Social Media – Zwischenbericht

Zunächst: Die Überschrift ist dramatisiert, denn ich bin ja noch auf einigen Social-Medial-Kanälen zu finden – etwa auf BlueSky, Mastodon und Tumblr. Die großen Plattformen, die man angeblich unbedingt fürs Marketing braucht (Facebook, Instagram, Threads, TikTok) hingegen vermisse ich immer noch nicht.

Jetzt haben mir, seit ich als Aussteigerin lebe, viele Marketing-Experten gesagt, der Abschied sei eine desaströse Entscheidung. Man könne heute leider einfach nicht mehr ohne diese Plattformen Dinge verkaufen, und auch für Verlage etc. seien Followerzahlen ja fast schon mindestens genauso wichtig wie die Manuskriptqualität. Und wenn sie mir schon raten, in die Hölle zurückzukehren, haben sie auch direkt die passenden Marketingpläne für mich parat. Für eine gewisse Gebühr, natürlich.

Ob das mit den Verlagen stimmt, weiß ich nicht. Das muss mir auch egal sein. Ich hab nur Geschichten zu verkaufen, keinen Personenkult. (Huldigt mir!)

Ersteres ist, wie ich allmählich feststelle, gar nicht mal so richtig. Nun hatte ich nie die aufregenden Verkaufszahlen, mit denen man reich und berühmt wird. Aber in den letzten Monaten sind sie auch nicht schlechter geworden – eher im Gegenteil. Ich habe im März/April mehr Bücher verkauft als in den sechs Monaten davor. Obwohl ich kein wirklich neues herausgebracht habe. (Lies den Hirschkönig! Er ist noch schöner als zuvor!) Ich muss mich nur daran erinnern, meine Bücher regelmäßig überall zu erwähnen. (Bücher!)

Außerdem experimentiere ich ein wenig mit bezahlter Werbung auf verschiedenen Kanälen. Ob das einen Effekt hat, kann ich nur indirekt beurteilen – die Platzierung eines eBook-Angebotes in einem themenspezifischen Newsletter hat keine zusätzlichen Verkäufe im Angebotszeitraum gebracht, das kann ich direkt sagen. Wahrscheinlich probiere ich es dennoch mit einem zweiten Buch, um zu schauen, ob es am konkreten Angebot lag oder ob die Newsletter-Reichweite sich für mich einfach nicht in Verkäufe umsetzen lässt. Bezahlte Anzeigen in einschlägigen Magazinen könnten zu Verkäufen geführt haben, aber das ist aufgrund der langsameren Verteilung für mich nur schwer einzuschätzen. Ich bin halt keine Expertin.

Was schließe ich daraus?

Zum einen geb ich den Brotjob nicht so schnell auf. Mit einem festen Gehalt in der Tasche kann ich genau das schreiben, was ich schreiben will – nur eben nicht so schnell, weil die Zeit begrenzt ist. (Bedingungsloses Grundeinkommen, wann???)

Zum anderen gönn ich mir noch ein wenig Budget, um mit anderen Formen bezahlter Werbung zu experimentieren. Wie das genau funktioniert, erzähl ich bei Gelegenheit. Aktuell überlege ich zu Radiowerbung und zur Präsenz auf lokalen Handwerksmärkten, beispielsweise im Weihnachtsgeschäft. Und nächstes Jahr mach ich vielleicht auch wieder mehr Messen etc. mit, wenn die Energie stimmt.


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