Verschenken ist nicht umsonst

Verschenken oder nicht – das ist eine bei Indie-Autoren weitverbreitete Frage. Meistens wird argumentiert, dass wir hart gearbeitet haben und dafür auch gerne irgendwie belohnt werden möchten. Klingt logisch, oder? Aaaber.

Ich mach ja ab und zu so Verschenk-Aktionen für meine Bücher bei Amazon (ab Donnerstag gibt es Spiegelsee umsonst!). Letzte Woche gab es den „Hirschkönig“, von Donnerstag bis Samstag. In dieser Zeit wurden 1.085 Bücher gratis heruntergeladen. Bücher, für die ich nie etwas sehe, außer einer Rezension – und die muss nicht einmal unbedingt positiv sein. Auch wenn wir uns das natürlich überhaupt nicht vorstellen können.

Allerdings – während solcher Gratis-Aktionen steigt auch die Zahl der verkauften Bücher. Nicht direkt astronomisch, aber ich finde, dass solche Verschenk-Aktionen eine nette Möglichkeit sind, die Aufmerksamkeit von potenziellen Lesern zu erreichen. Und die Erfahrung gibt mir Recht: Wem eines meiner Bücher gefällt, der ist offenbar gewillt, weitere zu kaufen. Wer hätte das gedacht?

Der Hirschkönig

Eine der ersten Geschichten, die ich jemals schreiben wollte, war die von Arminius, dem Cherusker, und seiner großen Liebe Thusnelda. Als ich zum ersten Mal von der Varusschlacht hörte, war ich etwa zehn Jahre alt. Und die historischen Hintergründe faszinierten mich so sehr, dass meine Fantasie seitdem damit beschäftigt war, eine Geschichte um die bekannten Daten und Fakten zu spinnen.

Vor zwei Jahren hatte ich dann endlich ein fertiges Manuskript, nach viel Forschung und Suche und Träumen. Mit der ganzen Naivität des jungen Autors schickte ich Leseproben etc. an diverse Verlage. Natürlich kam in den meisten Fällen nicht einmal eine Antwort. Vielleicht stellte ich mich einfach besonders dumm an?

Ein paar Absagen gab es auch. Fast hätte ich das Manuskript schließlich einfach gelöscht, aber es gab einen Lichtschimmer: Eine Absage erklärte, es gebe gerade einfach keinen Markt für diese Art historischen Roman, aber gut geschrieben sei er auf jeden Fall.

Vielleicht war das auch nur ein besonders freundlicher Standard-Absagetext, aber der „Hirschkönig“ blieb auf meiner Festplatte. Und nachdem ich letzte Woche schon einmal mit KDP-Self-Publishing spielen konnte, habe ich am Wochenende spontan beschlossen, dass ich euch auch diese Geschichte nicht vorenthalten will. Wer sich selbst ein Bild machen will, kann das jetzt also hier tun.

PS: Für alle, die kein Kindle ihr eigen nennen – ihr könnt die entsprechende Anwendung für Mobilgeräte oder den PC kostenlos herunterladen und dann trotzdem lesen, wovon ich hier gerade spreche. Und wer weiß, vielleicht versuche ich mich beizeiten auch noch an Print-on-demand, es geht schließlich nichts über ein echtes Buch…