Biker4Kids

Wie versprochen, sag ich noch was zum Programm auf dem Lieblingsstücke-Markt am Freitag/Samstag in Siegburg. Nämlich zu den Biker4Kids (Ungeduldige klicken einfach auf den Link). Gesehen habe ich sie letztes Jahr schon einmal. Da wusste ich aber nicht, wer das ist. Auf dem Weg in die Stadt fuhren auf einmal fünf oder so Mototrräder mit voller Weihnachtsdeko und bunten Lichtern an der Kollegin und mir vorbei. Sah ziemlich cool aus, ich mag so Blink- und Glitzerdinge ja ab und zu.

Offenbar blinken sie nicht nur, sondern tun auch was Gutes. Sie sammeln Spenden für Kindehreime, Waisenhäuser etc., fahren in der Adventszeit als Nikoläuse verkleidet vor und beschenken die Kinder. Außerdem sammeln sie Geldspenden für die Einrichtungen, die sie anfahren.

Klingt ein bisschen wie das Gegenteil der Hells Angels, oder? (OMG OMG OMG, wahrscheinlich bringe ich mich damit gerade in grandiose Schwierigkeiten. Warum machst du das, Hirn?)

Auf jeden Fall sind die Biker4Kids am Samstag um 16:00 h auf dem Lieblingsstücke-Weihnachtsmarkt, falls du sie dir live und in Farbe anschauen willst. Und ich steh da auch irgendwo mit meinen Büchern und einem Stand, der natürlich blinken wird. (Hoffe ich, die Technik ist noch nicht abschließend geplant. Ich hab ja noch zwei Tage.)

Lieblingsstücke-Weihnachtsmarkt Siegburg

Poster mit leichtherzigen Zeichnungen im oberen Drittel (gefaltete Papierboote, eine Schildkröte mit Partyhut auf einem Regenbogen, Wolken, eine zufrieden dreinblickende Frau, Ornamente). Darunter Schrift: November, 21. & 22. - Ladies Night  - Familientag - Lieblingsstücke - Markt für Selbstgemachtes - Gasrtencenter A&S, Hauptstr. 436, 53721 Siegburg

Noch eine Woche, dann ist es soweit – ich starte das Experiment Weihnachtsmarkt. Erst einmal nur an einem Tag – wenn du also mich persönlich sehen willst, komm am besten am Samstag vorbei. Aber der Freitag ist bestimmt auch ganz toll (nur eben ohne mich). Ich bringe eine bunte Mischung meiner Bücher mit, von Schattenfall über neue und ältere Anthologien bis hin zu Andrea und Helena. Wenn dir ein bestimmtes Buch fehlt, sag mir unbedingt vorher Bescheid. Dann tu ich mein Bestes, es auch tatsächlich für dich dabei zu haben.

Programmpunkte für Ladies Night (21.11.2025, 17-21 h), u. a. Adventskranz-Workshop, Live-Musik etc.

Familientag (Samstag, 22.11.2025 12-19 h) u. a. mit dem KiJuChor Lohmar und Besuch der Biker4Kids Rhein-Sieg, Kinderschminken etc.

Bislang war ich noch nie auf regionalen gemischten Märkten – ich habe mich mehr an explizite Buchveranstaltungen gehalten. Aber ich mag gern neues probieren, und ich mag Handgemachtes. Wahrscheinlich hab ich auch mein Häkelzeug am Stand, damit meinen Fingern nicht kalt wird. Nächste Woche soll es endlich frisch werden!

(Zeit, vorher die Büsche und Bäume zurückzuschneiden!)

Ankündigung, Text: ÜBERDACHT - Auf dem Gelände von: Gartencenter A&S, Hauptstr. 436-440, 53721 Siegburg - Anmeldung für den Adventskranz-Workshop: www.momoevents.de

Wo wir gerade vom Wetter reden: Der Markt ist überdacht. Zieh dich trotzdem warm an, denn heiße Getränke kommen nicht an alle Körperstellen!

Natürlich erzähl ich anschließend, wie es war. Und wenn ich drank denke, poste ich die Tage auch noch mehr zum Programm.

Die Kopfkrippe

Ich bin eine schlechte Hexe.

Nicht, weil ich die Mond- und Jahresfeste ignoriere, nein! Damit kann ich leben, das meiste ist eh alles vor hundert oder so Jahren ausgedacht. Auch der Mangel an Warzen im Gesicht bereitet mir noch kein Kopfzerbrechen.

Was ist meine unverzeihliche Sünde?

Ich wünsche mir eine Krippe.

Weihnachten ist eigentlich nicht so mein Ding. Ich hab Halloween, der Mann hat den Xmas-Lichterpuff. Und das ist auch gut so. Er ist nicht besonders religiös, also machen wir einfach alles bunt und glitzerig. Und die meiste Weihnachtsdeko ist ja auch folkloristisch oder – siehe Engel – so hart folkloristisch vereinnahmt, dass es eigentlich keinen Unterschied mehr macht. Viele Weihnachtsbräuche haben angeblich auch heidnische Wurzeln oder lassen sich wunderbar hexisch aufbereiten, wenn man das möchte.

Aber eine Krippe?

DIE Szene aus dem Neuen Testament, die wirklich jeder kennt, dem mal eine Bibel in die Hand gedrückt wurde? Die einzige Kirchendeko, die die meisten deutschen Familien jährlich zu sehen bekommen? Inbegriff jedes zweiten mittelprächtigen Kinder-Weihnachtstheaters?

Ja, genau die.

Als ich klein war, hatten wir eine sehr kitschige und nicht sehr teure Krippe aus Holz. Also, der Stall war aus Holz, und das Moos haben wir selbst ersetzt, wie es nötig wurde. Die Figuren waren bunt bemalt und aus Gummi. Die stand jedes Jahr an einem prominenten Ort und wurde passend zum Datum umgestaltet – das Christkind kam natürlich erst an Heiligabend in die Futterkrippe (nachdem das Original verloren war, wurde es durch einen LegoDuplo-Futtertrog ersetzt), die Heiligen Drei Könige näherten sich dem Stall von Anfang Dezember bis zum sechsten Januar, manchmal durchs ganze Wohnzimmer reisend. Der Engel tauchte zuerst bei den Hirten auf.

Und ehe mich jemand falsch versteht – meine Familie ist nie besonders religiös gewesen. Aber die Krippe und unser Krippen-Spiel gehörten einfach zur Weihnachtszeit dazu. Wir durften uns da auch kreativ austoben – beispielsweise kamen Holzpuzzle-Tiere und ein amerikanischer Ureinwohner aus rotem Plastik zum Zug, oder selbstgebastelte Wochenbett-Besucher aus Papier und Tesafilm. Ich stelle mir vor, für die jungen Eltern (und Josef) war das eher stressig, doch wir hatten eine Menge Spaß.

Wahrscheinlich ist die Krippe deswegen für mich so positiv besetzt. Es hält mich auch kein Gesetz der Welt (und nur zum Teil mein Geldbeutel) davon ab, einfach loszuziehen und eine Krippe zu besorgen, die mir gefällt. Nicht einmal der Mann wäre ein Hindernis, der fände das wahrscheinlich hinreißend – und die Katzen erst!

Was mich zurückhält, ist mein eigener Kopf. Der sucht nach einem Weg, eine Krippe hexisch aufzubereiten, so dass sie meinen aktuellen Bedürfnissen genügt. Die Geschichte von der wiedergeborenen Sonne zur Wintersonnenwende ist nahe genug an der regulären Krippengeschichte dran, dass man da etwas basteln könnte. Aber wie gestalte ich den Rest? Wer kommt zu Besuch?

Ich weiß es einfach nicht. Also bleibe ich vorerst krippenlos und mit dem dumpfen Gefühl, dass ich tief in mir drin möglicherweise eine schlechte gute Hexe bin.

Wie stehst du zur Krippe? Kennst du vielleicht sogar schöne heidnische oder moderne Varianten? Ich bin für Inspiration offen!

Die Hexe und der Anti-Grinch

Es war einmal eine Hexe, die zu Frühlingsbeginn sämtliche Weihnachtsdekoration in den Keller verbannte.

Jepp, das bin ich. Schon im März will ich von Schneeflocken, Weihnachtsdörfern und dicken Männern in roten Mänteln nichts mehr sehen.

Ziemlich engstirnig, oder?

Der Mann ist allerdings ein richtiger Weihnachtsfan. Für ihn ist das die einzige schöne Zeit im Jahr.

Tja, das haben wir Hexen dem Rest der Bevölkerung voraus – für uns ist jede Jahreszeit feierwürdig.

Auf jeden Fall muss ich irgendwie das Weihnachtsdorf in den Keller kriegen, ohne dass er mir auf der Treppe auflauert.

Ist schon ungünstig, dass ausgerechnet ich an einen Anti-Grinch geraten bin!

Bei der Gelegenheit verstaue ich dann, der Fairness halber, auch die letzten Halloween-Dekorationen. Damit er nichts zu meckern hat. Dabei weiß doch jeder, dass das etwas ganz anderes ist! Halloween ist kein Feiertag, sondern ein Lebensgefühl.

Na ja, dann bin ich in den nächsten Monaten eben das Unheimlichste in unserer Wohnung.

Im Vordergrund ein schwarzer Plastik-Kessel mit einer abgetrennten Hand aus Gummi und einer riesigen künstlichen Spinne. Dahinter verschiedene Deko-Elemente mit weihnachtlichen Motiven: Eine Lichterkette, ein Windlicht, ein Türkranz, ein kleines Weihnachtsdorf aus Kunststoff mit einem Kabel. Dahinter Chaos.
Alles für den Keller

Fantastische Feiertage(1)!

Quadratische Grafik mit einer diagonalen Aufteilung (links oben nach rechts unten): Rchts eine gefrorene Seifenblase auf einem Bett aus Eiskristallen, überwiegend weiße und dunkelblaue Farbtöne. Lins grau-blauer Hintergrund, darauf weiße Schrift: "Fantastische Feiertage! Ich wünsche euch kalte Nasen, heiße Getränke und alles Gute für das kommende Jahr!"

Sagen wir es, wie es ist – das Jahr 2020 war … überraschend. Und nicht nur auf die gute Art. Wir hatten keine großen Buchmessen, wenig Sozialkontakte und ernüchternde Einblicke in die Bereitschaft unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, sich zum Wohl der Allgemeinheit einzuschränken. Aber es war nicht alles schlecht. Wir haben tolle Bücher bekommen, abwechslungsreiches Streamingprogramm und einen Vorwand, möglichst viele neue Brotrezepte auszuprobieren. Alle haben sich gesorgt: Um die eigene Existenz, um die Gesundheit von Familien und Freunden, um unsere kollektive geistige Gesundheit. Manche von uns hatten es dabei sicherer als andere, aber wir wurden alle auf eine Art erschüttert, die wir nicht vorhergesehen hatten. Konzerte wurden verschoben, Events abgesagt, Reisen storniert. Wir haben sehr, sehr viel Zeit daheim verbracht und sind unseren Haustieren auf den Sack gegangen.

Ich wünsche mir, dass ein Ende dieses internationalen Multi-Experiments nicht mehr lange auf sich warten lässt. Und ich wünsche euch trotz allem und mit allem ruhige, sichere Feiertage mit der nötigen Entspannung und dem Rückhalt, den wir alle gerade brauchen.

Nach den Feiertagen starten wir dann wieder durch. Schön mit Abstand, wie es sich gehört.

Passt auf euch auf!

(1) Meine Finger tippen immer „Feuertage“ und ich hoffe sehr, dass die nicht etwas wissen, das ich noch nicht weiß.

Lieblingstraditionen

Adventskrank aus Tannengrün in einem Metallkranz mit vier weißen Kerzen. In der Mitte sitzt ein Drache aus Ton.
So festlich geht es hier zuweilen zu.

Ihr wisst ja, ich bin ein Weihnachtsmuffel. Oder andersrum: Ich mag die Dinge, die zu Weihnachten gehören: Kerzen, Glühwein, Geschenke, Kekse, … – aber ich mag diesen Stress nicht, mit dem am Ende des Jahres plötzlich alles zum generellen Überfluss auch noch perfekt sein muss. Nichtsdestotrotz habe ich einige Lieblingstraditionen:

  • Weihnachtskarten – ich verschicke sie gerne und reichlich. Auch wenn ich dieses Jahr noch nicht dazu gekommen bin, welche zu bestellen. Aber vielleicht gibt es noch genug aus den letzten Jahren, muss gleich mal buddeln gehen.
  • Keksbäckerei – rein theoretisch kann man ja das ganze Jahr über Kekse backen, nur nehme ich mir irgendwie nie die Zeit dazu. In der Adventszeit suche ich aber immer einige Rezepte heraus, die ich ausprobieren möchte, und teile das Ergebnis mit Freund*innen und Kolleg*innen.
  • Wintergeschichten – es gibt winterliche Geschichten, die ich um diese Jahreszeit immer wieder gerne lese, beispielsweise „Wintersmith“ und „Hogfather“ von Terry Pratchett oder „Winterrose“ von Patricia A. McKillip
  • Winterfilme – da sind der Mann und ich unterschiedlicher Meinung. Während für ihn „Stirb langsam“ ein Muss ist, bin ich eher ein Fan von „Das letzte Einhorn“ oder der Muppets Weihnachtsgeschichte. Aber es ibt ja viele dunkle Abende, wir werden uns bestimmt einig.
  • Abendliche Spaziergänge – einige Nachbarn sind sehr ehrgeizige Dekorateure, und das weiß ich durchaus zu würdigen. Deswegen gehe ich gern im Dunkeln durch die Siedlung spazieren und bewundere die Lichtshow, ehe es zu Kakao und Keksen nach Hause geht.

Stille Nacht

Winterliches Dorf bei Nacht: Links einige mehrstöckige Gebäude mit Beleuchting, rechts ein bunt blikender Tannenbaum. Der Boden ist schneebedeckt, neuer Schnee fällt von oben, der Himmel ist nachtblau.
Foto von Roberto Nickson, gefunden auf Unsplash

Wahrscheinlich habt ihr euch schon damit auseinandergesetzt – die Chancen, dass wir ein ganz normales stressiges Weihnachtsfest mit allen Verwandten und Freunden feiern, bei dem alle zuviel essen und danach stöhnend auf dem Sofa liegen, sind dieses Jahr eher gering.

Einige Leute sind darüber bestimmt zu Tode betrübt, für andere ist das eine Erleichterung. Familie ist nichts für Feiglinge, da sind wir uns bestimmt einig.

Aber was machen diejenigen, die schon wissen, dass sie ihre Familie vermissen werden? Oder dass die Kinder untröstlich sind, wenn der Besuch bei den Großeltern o.ä. ausfallen muss?

Glücklicherweise gibt es einige moderne Lösungen – Videotelefonie, Gruppenchats, lustige Memes und Videos, die man teilen kann. Für andere Dinge – Weihnachtsmarktbesuche, Knobelmärkte, Lichterfeste – gibt es keinen guten Ersatz. Deswegen, so scheint es mir wenigstens, haben auch die muffeligsten Weihnachtsmuffel dieses Jahr ein erhöhtes Bedürfnis nach Deko, Filmen und Musik passend zur Jahreszeit.

Zum Glück gibt es einige Dinge, die man trotzdem tun kann, um den anderen Leuten nahe zu sein. Man kann Karten schicken oder Kekspäckchen, per Post wichteln oder sich coronakonform zu winterlichen Spaziergängen treffen, um die Beleuchtung der Nachbarschaft zu bewundern.

Was gibt es noch für Möglichkeiten, dieses Jahr die Weihnachtszeit bestmöglich zu gestalten?