… einmal „Alter Falter!“
Nein, leider geht es nicht in den Urlaub. Dafür war ich letzten Samstag in Düsseldorf beim Bücherbummel auf der Kö, zum Lesen. Und auch darum geht es heute nicht.
In den Jahren davor war ich immer Sonntags beim Bücherbummel. Da ist die Kö ruhig, grün, entspannt, man kann ein wenig bummeln und in Ruhe Bücher gucken.
Dieses Jahr war ich am Samstag dort. Und Samstag ist offenbar SHOPPING-TAG!!!
Vielleicht gibt es in Deutschland gerade eine Wirtschaftskrise, in Düsseldorf merkt man davon nichts. Und die Königsallee ist ja schon ein teures Pflaster! Ich Hippietrampel kenne die meisten Marken nicht, schaue im Vorbeigehen in die Schaufenster und wundere mich, was man für Socken ausgeben kann.
Die Lesung läuft gut, aber es ist mir zu voll zum Stöbern. Auf dem Rückweg zum Auto sehe ich dann eine Schlange vor einem Laden. Was gibt es da? Waffeln? Hipsterdöner? Gratisdiamanten? Ein älteres Pärchen steht sogar mit Koffer an, die wollen offenbar ordentlich zuschlagen. Das Schaufenster kann ich wegen der Menschenschlange nicht sehen, ist aber auch schnuppe. Ich merke mir den Namen des Ladens und fahre heim.
Der Mann weiß mehr von der großen weiten Welt, der klärt mich Abends zuhause auf. Der Laden war nämlich Rimova, das ist wohl eine Koffermarke. Sehr teure Koffer. Für die man sich in eine Schlange stellt. Auf die gibt es auch lebenslang Garantie, erklärt der Mann. Dann schau ich mir das Preis-Koffer-Verhältnis mal online an.
Joah.
Man kann also mehr für einen Koffer ausgeben als ich für eine Woche Urlaub.
Das ist … eine Entscheidung.
Gut, lebenslange Garantie ist schon ein hehres Versprechen. Und nachdem der Mann in den ersten drei Jahren Dienstreise jährlich einen No-Name-Koffer gekauft hat, hält sein Samsonite-Koffer inzwischen auch seit mehr als zehn Jahren und hat sich lange rentiert (wir müssen mal die eine Rolle austauschen lassen). Ich verstehe also durchaus, dass man, falls möglich, gern etwas mehr für überdurchschnittliche Qualität ausgibt.
Andererseits bietet Rimova Kinderkoffer für 500 Euro an, eventuell bin ich einfach nicht die Zielgruppe.