Die Stimmen in meinem Kopf!!!

Aus dem Leben einer Autorin:

Für mein aktuelles Manuskript verwende ich mehrere verschiedene Perspektiven. Zwar unterschiedlich gewichtet, aber schon merklich. Und da ich chronologisch schreibe, merke ich gerade hart, wie schwer es ist, zwischen den verschiedenen Charakteren und Erzählweisen umzuspringen.

Ihr müsst ja bedenken: Leute nehmen die Welt ganz unterschiedlich wahr, schon allein danach, ob sie groß oder klein sind, Morgenmensch oder Nachteule, auf der Flucht oder eben nicht. Jeden fallen unterschiedliche Dinge in siener Umwelt auf, und man hat unterschiedliche Informationen zu der Welt, in der man sich bewegt.

Natürlich wirkt sich das darauf aus, wie die Charaktere ihre Szenen erleben.

Und immer, wenn ich von einer Perspektive in die andere wechsle, brauche ich eeeeeeeewig – Moment, nochmal: Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee(eeeeeee…)wig, um den ersten Absatz richtig hinzubekommen. Auch wenn ich mit dem Charakter eigentlich vertraut bin. Meine Schreibmuskeln müssen sich jedesmal wieder neu aufwärmen.

Ich bin mal wirklich gespannt, ob man das im fertigen Manuskript dann auch bemerkt. Kommt wohl darauf an, wie gut ich diesen Charakterspagat hinbekomme. Drückt mir die Daumen, dass sich da im Gehirn nichts ausrenkt!

Autoren sind auch nur Menschen

Verdrehte Menschen mit einem merkwürdigen Sinn für Humor, aber nichtsdestotrotz Menschen.

Dazu gehört unausweichlich, dass Autoren Meinungen haben. Zu Politik. Zu Ethik. Zu Rosenkohl.

Und nur weil man einen Autor gerne liest, bedeutet das nicht, dass man mit seinen Meinungen konform gehen muss.

Ab einem gewissen Punkt möchte ich persönlich allerdings (und das ist meine Meinung als Autorin) manche Autoren nicht mehr unterstützen. Akif Pirinçci gehört dazu. Tolle Katzenkrimis, krudes Weltbild. Werde ich zukünftig nicht mehr lesen. Ist für ihn wahrscheinlich kein Verlust, aber meinem Gewissen geht es damit besser. Marion Zimmer Bradley war lange eine meiner Lieblingsautorinnen – nach der Autobiographie ihrer Tochter mag ich ihre Bücher nicht mehr anfassen. (Eine detaillierte Besprechung auf Englisch findet ihr hier.)

Was bedeutet das für Autoren? Sollen wir ein schönes medientaugliches Profil präsentieren und nur mehrheitstaugliche Allgemeinplätze vertreten? Bitte nicht! Abgesehen davon, dass das zu sehr langweiligen Büchern (und Autoren) führen würde, ist es doch schön, in einer Welt zu leben, in der verschiedene Ansichten und Lebensstile nebeneinander existieren können, solange niemand durch sie zu Schaden kommt.

Und wie ist es, wenn man erst auf das Profil einer Autorin aufmerksam wird, ehe man ihre Bücher liest? Manchmal kriegt man dadurch eine zusätzliche Interpretationshilfe – aber im Ernst, meistens kann man zwischen Autor und Buch schon deutlich trennen. Ich schwöre, keine Aliens in meinem Keller. Wenigstens nicht, als ich das letzte Mal geguckt habe. Wobei ich auch schon sagen muss: Wenn jemand in der ÖFfentlichkeit durch Standpunkte auffällt, die ich so gar nicht teile, und derjenige diese nicht halbwegs sachlich verteidigt, verliere ich schnell die Lust, dessen Bücher zu lesen.

Vielleicht sollten Autoren mit WahnWarnhinweisen kommen, zum Beispiel: Enthält Feminismus, Katzenhaare, den unbedingten Glauben an die Menschenrechte. Pro-LGBT, pro-choice, schrecklicher Humor. Koffeingehalt 97 %.

 

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Beweisbild: Menschliche Autorin, ca. 2018. ^^

Het prikkelt in Nederland!

Kennt ihr doch sicher noch, oder? Bin ich etwa alt? Nein, ich bin nicht alt – die AHOIBRAUSE-Werbung mit Hape Kerkeling? Ja, genau die!

Aber darum geht es gerade gar nicht.

Es kribbelt mir in den Fingern.

Es wuselt in meinem Kopf.

Ich kann es nicht länger unterdrücken – ich muss wieder schreiben!

Direkt nach Grimmwald war ich ziemlich erschlagen – und dann musste Anderswelt noch für den Druck vorbereitet werden, inklusive einer supergeheimen Extraszene aus Falks Sicht. Und ich hatte dem Mann hoch und heilig versprochen, dass ich dieses Jahr kein neues Manuskript anfangen würde … aber irgendwas muss ich mit all der ungenutzten Energie anfangen!

Im Moment schreibe ich morgens eine Art Erfahrungsbericht über das wilde letzte Jahr. Keine Ahnung, ob das nur für mich ist oder ob ich da irgendwann etwas mit mache. Und parallel wende ich im Geiste verschiedene Szenen, Plotpunkte und Charaktere, um zu sehen, wie sie zusammenpassen. Vielleicht gehören sie tatsächlich alle in die gleiche Geschichte? Oder sind es komplett unterschiedliche Ideen, die getrennt voneinander behandelt werden sollten?

Diese Bastelarbeit gilt noch nicht als Manuskript, also habe ich mein Versprechen nicht gebrochen … und sie ist gerade kreativ genug, um mich glücklich zu machen.

Ganz vielleicht habe ich demnächst sogar mal wieder die eine oder andere Kurzgeschichte für euch. Der Besuch hier soll sich ja auch lohnen. Was meint ihr?

Schreiben lernen durch Lesen

Was für Grundschüler nicht so arg erfolgversprechend ist – auch wenn kluge Köpfe gelegentlich stur etwas anderes behaupten – ist für Autorinnen unerlässlich: Schreiben lernen durch Lesen.

Zum einen schreiben wir nämlich überwiegend, weil wir Geschichten lieben.

Zum anderen lesen Autorinnen anders als reine Leserinnen. Wir können sehen (oder wenigstens ahnen), was hinter den Kulissen vorgeht. Mit dieser Spiegelszene soll das Aussehen des Protagonisten gezeigt werden, der die Geschichte selbst erzählt. Der rote Mantel, der dreimal in einer Szene erwähnt wird, spielt später bestimmt noch eine wichtige Rolle. Und diese verschwurbelte Satzkonstruktion soll bestimmt verschleiern, wer der tatsächliche Bösewicht ist.

Wir sehen leicht, wo andere Autorinnen gestolpert sind, doch wir können auch genießen, wo eine einen Meistergriff getan hat – eine schöne Formulierung, eine knackige Wendung, ein komplett neuer Blickwinkel auf eine alltägliche Handlung. Schönes Weltenschaffen ist eine Kunst, die man nicht hoch genug schätzen kann. Knackige Namen für Charaktere, mit denen man direkt einen Blick auf ihre Herkunft, die Epoche und den Kulturkreis, in dem die Geschichte spielt, werfen kann, zergehen auf der Zunge. Und eine Beschreibung, die komplett ohne Adjektive auskommt, aber dennoch ein lebendiges Bild hervorruft, nistet sich schnell im Gedächtnis ein.

In den schönsten Momenten denken wir: So etwas möchte ich auch können. Ich muss wissen, wie sie das geschafft hat. Wenn ich groß bin, will ich schreiben wie die da.

Einige Autorinnen, die ich kenne, lesen selbst nicht – sie haben Angst, das Gelesene könne ihren Stil verfälschen.

Diese Angst teile ich nicht. Mein Stil ist nicht so zerbrechlich, dass er unter der Last schöner (oder auch mal schrecklicher) Eindrücke zerbröselt. Und er ist vor allem nicht so perfekt und gefestigt, dass man ihn nicht mehr gießen, düngen und befruchten könnte.

Außerdem macht mir das Lesen Spaß. Und ich hoffe, dass ich anderen Leuten mit meinen Geschichten ein vergleichbares Vergnügen bereiten kann, wie ich es manchmal abends auf dem Sofa erlebe, wenn ich durch die letzten Seiten eines Buches fliege und gleichzeitig hoffe, die Geschichte möge noch nicht enden.

Klappentexte – die Nemesis des Autors

Und der Autorin.

Ein Klappentext soll nämlich alles können: Neugierde wecken, ohne den Leser zu frustrieren. Informieren, ohne zuviel zu verraten. Knackig sein und gleichzeitig den Stil des Buches vorwegnehmen. Und er darf nicht zu lang sein, sonst liest nämlich niemand bis zum Ende – aber zu wenig schreiben soll man bitte auch nicht!

Der Klappentext ist quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Texten.

Ich tue mich mit Klappentexten immer ein wenig schwer … vor allem, weil sämtliche Informationen zum Buch, das es zu bewerben gilt, in meinem Kopf natürlich präsent sind. Beim Schreiben kann ich also nur schwer einschätzen, was für einen Leser relevant ist und was nicht – oder ob er überhaupt versteht, worum es gehen könnte.

Zum Glück kennen alle Autoren dieses Leid, und wer andere Autoren kennt, kann sich oft Feedback holen. Da wird gemeinsam gefeilt und gelitten, debattiert und um jede Formulierung gefeilscht, bis alle verzweifeln und der Klappentext endlich das tut, was man sich von ihm erhofft: Die Leser ins Buch locken wie der gebogene Hexenfinger, der den verlorenen Kindern bedeutet, es sei ja viel wärmer und komplett harmlos im Lebkuchenhaus, also kommt nur herein …

Aus dem glamourösen Leben einer Autorin

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Nein, dieser Post dient NICHT nur dazu, euch noch einmal den wunderschönen Sammelband Nr. 2 in seiner ganzen Papierpracht zu zeigen. (Auch, aber nicht nur.) Das Bild eignet sich einfach perfekt, um meinen Schreiballtag zu illustrieren.

Ihr wisst ja, ich gehe Quasi-Vollzeit ins Büro. Und nebenbei zum Sport – irgendwas muss ich für meinen Rücken ja tun, der wird nicht jünger. Außerdem gibt es Gerüchten zufolge irgendwo in diesem Chaos einen Haushalt. Nicht, dass ich das bezeugen könnte, ich habe ihn seit Tagen nicht gesehen!

Tja, und dann ist da das liebe Schreiben. Wie ihr auf dem Bild vielleicht erkennen könnt, sitze ich an meinem Schreibtisch – das ist die Holzkante ganz oben am Rand. Den Rest kann ich euch gerade nicht zeigen, denn er ist unter Papier, Büchern und Kabeln vergraben. Das Karierte ist mein unglaublich sexy, flauschig-warmer Pyjama (wenigstens die Hose). Das zugehörige Oberteil könnt ihr leider nicht sehen, da ist eine lesende Eule drauf abgebildet. ^^

In dieser oder einer ähnlichen hochprofessionellen Uniform setze ich mich an den meisten Tagen Abends nach dem Essen noch einmal an den Rechner. Meistens steht neben mir ein Tee, mein Hintern ruht auf einem superbequemen Sitzkissen und ich bin zusätzlich in eine Decke gekuschelt. Der Mann und ich haben eine laufende Verabredung für zehn auf dem Sofa, und in der Zeit bis dahin will ich möglichst viel geschafft kriegen. Idealerweise wäre das natürlich nur die kreative Arbeit, aber seien wir mal realistisch: Oft genug schmuggelt sich der Papierkram dazwischen. Schreiben beantworten, Artikel abarbeiten, Rechnungen zahlen. Und ganz manchmal habe ich auch einfach keine Lust und vertrödle stattdessen die Zeit. Dafür wurde das Internet ja praktisch erfunden.

Während ich Abends hier sitze, leisten mir übrigens beide Katzen Gesellschaft – und zwar jeden Abend. Ronja lauert in erster Linie darauf, wann sie das Sitzkissen wieder für sich hat (es is twirklich superbequem), und Greebo … keine Ahnung, der liegt einfach auf der letzten freien Ecke des Tisches und schnurrt. Vielleicht mag er mich, bei Katzen kann man das nie so genau sagen.

Tja, und so wird dann gearbeitet. Nicht der ideale Arbeitsplatz, aber ich mache das Beste aus dem, was ich habe.

Die Tage erzähle ich euch dann, wie ich mir das perfekte Autorinnenleben vorstelle. Seid ihr dabei?

„Tu deinem Leib des öfteren etwas Gutes, …

… damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ (Teresa von Avila, 16. Jahrhundert)

Etwas Gutes? Damit können doch eigentlich nur Leckereien gemeint sein, oder? Und ein wenig Entspannung auf dem Sofa? Habe ich dieses Wochenende ausgiebig ausprobiert – aber so ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis nicht.

Ich bin vollgefuttert. Und unausgeschlafen, weil mein Gehirn heute morgen schon um drei knallwach war. Und mein Rücken tut weh – wir brauchen ein neues Sofa, das ist mal sicher. Und von dem ganzen Fett und Zucker in der guten Torte ist meine Haut in die Pubertät zurückkatapultiert worden.

Tja, so hat die liebe Teresa das wohl nicht gemeint. Wenn ich meine Seele gerade fragen würde, ob sie gern in meinem Körper wohnt, käme als Antwort wohl: „Also, Malle wär geiler.“

Ich denke mir, mit dem „Guten“ war nicht unbedingt die gnadenlose Faulenzerei/Völlerei gemeint. Aber auch nicht das andere Extrem, in das viele Leute heutzutage fallen: Gesundheitsoptimierung/Fitnesswahn. Die „gute“ Wahrheit muss irgendwo in der Mitte liegen. Ich weiß beispielsweise: Wenn ich zu viele Kohlenhydrate esse, steigt mein Migränerisiko. Zu wenige Kohlenhydrate verursachen hingegen den berüchtigten „brain fog“, weil das Gehirn fast ausschließlich mit Kohlenhydraten funktioniert (das ist alles etwas komplizierter, aber für den Hausgebrauch soll es reichen). Sitze ich den ganzen Tag am Rechner, kriege ich Rückenprobleme. Treibe ich zuviel Sport, bleibt nicht genügend Zeit zum Schreiben und ich werde unausstehlich – allerdings bin ich dann Abends schön erschöpft und schlafe gut durch.

Diesen Monat bin ich schriftstellerisch noch einmal komplett eingespannt – ein Manuskript wartet noch auf die Überarbeitung, ehe ich Anfang November von Helena und Falk Abschied nehme und mich in einem weniger halsbrecherischen Tempo neuen Welten zuwende. Danach werde ich mir ein wenig Zeit nehmen, meinen Alltag umzustrukturieren. Es muss doch einen Weg geben, das „Gute“ mit dem, was man tun muss, in einer angenehmen Weise zu kombinieren.

Sobald ich den Stein der Weisen gefunden habe, lasse ich euch natürlich daran teilhaben. ^^

Fehler und Macken

Wir alle haben sie Fehler und Macken, die einen nicht unbedingt liebenswert erscheinen lassen. Allerdings gehören sie zum Leben dazu.

Um euch nicht mit all meinen persönlichen Schwächen zu überfordern, konzentriere ich mich heut auf einige Schreibmacken, die mir an mir selbst seit Juli im Überarbeitungsmarathon aufgefallen sind.

Die größe Macke sind Wortwiederholungen.

Zum einen habe ich Lieblingswörter, die ich immer wieder verwende, obwohl es hervorragende Alternativen gibt. Zum anderen verwende ich oft ein Wort zwei- oder dreimal dicht hintereinander. Mein Gehirn glaubt wohl, wenn es einmal einen guten Ausdruck gefunden habe, solle man den nicht vorschnell wieder verwerfen. An manchen Tagen treibt mich das echt zur Verzweiflung – erst einmal müssen mir diese Wiederholungen ja überhaupt auffallen, und danach brauche ich passende Alternativen … bei denen ich dann darauf achten muss, dass die nicht irgendwo ganz in der Nähe schon im Text stehen.

Die zweite große Macke sind Bandwurmsätze.

Als Faustregel gilt, ein guter Satz dürfe nur so lang sein wie der Atem des Lesers. Zu viele Einschübe und Nebensätze dürfe er auch nicht haben. Außerdem sei die Aufmerksamkeit des Lesers begrenzt – er wolle schnell wissen, worauf ein Satz hinausläuft. Tja, das fällt mir schwer. Kurze Sätze klingen für mich oft arg abgehackt. Darum achte ich beim Überarbeiten stark auf Bandwurmsätze und hacke sie in Stücke, wo es geht. Natürlich will ich meine Leser nicht über-, aber vor allem nicht unterfordern, darum wehre ich mich entschieden gegen einen reinen Hauptsatzstil.

Und eine dritte Macke fällt mir auch spontan ein – Modalpartikel.

(Das ist teilweise gelogen – ich musste den Fachausdruck erst nachschlagen.) In meinem Fall sind das vor allem abschwächende Partikel wie „wohl“, „wahrscheinlich“ und „vielleicht“. Gelegentlich ergeben die im Text durchaus Sinn, aber oft nehmen sie dem entsprechenden Satz einfach den Wumms. Es macht schließlich einen Unterschied, ob ich schreibe: „Er war ein Verräter.“ Oder: „Er war wohl ein Verräter.“ Manchmal ist es wichtig, eine gewisse Unsicherheit auszudrücken, aber ab und zu wünsche ich mir, dass ich direkt zur stärkeren Sprachvariante greifen würde.

Zum Glück gibt es die Überarbeitungsrunden. Sobald ich weiß, zu welchen Dummheiten ich neige, passe ich in dieser Hinsicht auf wie ein Lux. Irgendwas entgeht mir natürlich trotzdem immer, aber ich werde mit jedem Mal besser.

 

Die besten Pläne

Dienstag war wieder so ein Tag.

Ich hatte ungefähr drölfzig Dinge vor, die alle ganz dringend stattfinden mussten, und ich wusste auch direkt die Reihenfolge, in der alles passieren musste, damit ich garantiert siegreich aus der Schlacht gegen Zeit und Arbeit hervorgehe: Büro, Lauftraining, Abendessen kochen (und essen!), zwei Kapitel überarbeiten, Bett. Vor allem das Laufen war wichtig, denn die langen Läufe lässt mein innerer Schweinehund gerne mal ausfallen. Zehn Kilometer sollten es werden.

Dann kam alles ganz anders.

Zuerst erhielt ich, noch im Büro, eine Nachricht des Mannes: Er war unterwegs zum Friseur, hatte aber seinen Schlüssel zu Hause vergessen. Kurze Rücksprache – zu dem Zeitpunkt, an dem ich mit seiner Rückkehr rechnete, wäre ich eigentlich noch schwitzend irgendwo im Wald.

Kein Problem. Dann eben erst Kapitel überarbeiten, bis er nach Hause kommt, laufen, Abendessen. Ich kam nach Hause, und weil es so schön friedlich war, machte ich erst einmal ein kleines Nickerchen mit den Katzen.

Als ich etwas später am Schreibtisch saß, der nächste Anruf: Der Mann hatte nach dem Friseur noch eingekauft – vor allem Eis, was bei diesem Wetter ja sozusagen überlebenswichtig ist. Leider hatte er vor dem Einkauf auch ein Päckchen bei der Post abgeholt, dieses dann aber leider in der Bankfilliale vergessen. In der Zwischenzeit hatte ich schon das Abendessen vorbereitet, das man quasi nur noch den Herd einschalten und ein paar Dinge rühren musste, und das erwies sich langfristig als Glücksfall.

Damit das Eis nicht schmilzt – hey, wir haben unsere Prioritäten eindeutig im Griff! – kam er also schnell nach Hause. Ich saß in Sportsachen am Rechner. Weil es in der Nähe der Bank aber keine Parkplätze gibt und er auch einen dichten Terminplan für den Abend hatte, habe ich ihn noch einmal schnell in die Stadt gefahren und in Banknähe ausgesetzt. Dann einmal um den Block kurven, während er zur Bank hetzt.

Das Päckchen war noch da, welch Glück!

Fünfzehn Minuten später waren wir wieder an der Wohnung. Jetzt war es aber höchste Zeit, wenn ich noch laufen wollte! Das Schreibtischpensum hatte ich mehr als erledigt. Nur noch schnell die Schlammschuhe anziehen, „Zombies, run!“ auf die Ohren – und los.

Zum Glück ist es im Moment Abends noch lange hell, so kam ich in den Genuss eines halbwegs kühlen Waldlaufs. Außerdem konnte ich eine neue Strecke probieren, bei der sich gleich mehrere Steigungen auf meine Geschwindigkeit auswirken. Hangläufe sind ja gut für die Ausdauer und so. Letztendlich war ich um 21:00 h wieder zu Hause und bekam auch gleich eine SMS, dass der Mann ebenfalls wieder auf dem Heimweg sei. Schnell Herd anstellen, unter die Dusche – und dann gerade irgendwie noch rechtzeitig mit Bier und Futter auf das Sofa fallen, ehe der Tag komplett rum war.

Zum Glück bin ich nicht nur sehr verplant, sondern auch sehr spontan. Aber ich schwöre, wenn der ganze Terminstress um ist, mache ich mal zwei Wochen nichts. Das dürfte, wenn ich richtig geplant habe, irgendwann im November sein. ^^

Hier ist ja mal gar nichts los!

Liegt unter anderem daran, dass ich wie eine Verrückte schreibe, damit ihr zwischen August und November die letzten drei Bände von „Magie hinter den sieben Bergen“ in die Finger kriegt. Zwei Manuskripte sind im Rohentwurf (wirklich roh, die zappeln sogar noch!) fertig, und jetzt beginnt die Recherche für das finale Finale. Zwischendurch habe ich mich für einige Lesungen beworben – auf der RPC in Köln habt ihr beispielsweise die großartige Gelegenheit, mich am 13. Mai als „Absacker“ zum Schluss noch ab 17:00 Uhr im Lesecafé zu treffen, wäre das nicht fantastisch? Also, im wahrsten Sinne des Wortes. Und am 23. Juni ab 20:30 strahlt Radio Köln mein Autorenporträt aus. Ich bin schon ganz aufgeregt! Also – nicht viel zu erzählen, aber viel zu tun. Genau so, wie ich es mag.

Und ihr so?