Das Vogel-Orakel

Vor einem grauen Himmel fliegt ein Vogelschwarm wild durcheinander. Man erkennt nur ihre Silhouetten.
Foto von JJ Shev, gefunden auf Unsplash.

Falls du dich für so etwas interessierst – versuch im kommenden Jahr doch mal das Vogel-Orakel. Es ist ganz einfach: Am ersten Tag des neuen Jahres achtest du darauf, welcher Vogel dir als erstes begegnet. Das ist dann dein Vogel für das kommende Jahr.

Versuch, so viel wie möglich über deinen Vogel zu lernen. Welche Rolle spielt er in der Mythologie? Hat er einen festen Platz in Legenden? Wie lebt er? Welche besonderen Fähigkeiten hat er? Wie ist es um seinen Lebensraum bestellt? Und was von all diesen Dingen könnte dir im kommenden Jahr ein Wegweiser sein?

Ich besorge mir zusätzlich gern eine kleine Erinnerung an meinen Jahresvogel – ein Schmuckstück oder eine gelungene Zeichnung. Wer kann, macht sich so etwas natürlich selbst, aber es gibt auch viele tolle Künstler*innen, die man unterstützen kann – und spätestens eine Postkarte kostet nicht die Welt. Das Erinnerungsstück nehme ich mit ins Jahr oder stelle/hänge ich dort auf, wo ich es regelmäßig sehen kann.

Natürlich freut (nicht nur) dein Vogel sich, wenn du dich revanchierst. Falls du kannst, stell ein Vogelhäuschen auf oder sammle Müll aus der Natur. Sorge dafür, dass es ausreichend Körner und Insekten zum Futtern gibt. Spende an eine Organisation, die sich für den Erhalt seines Lebensraumes einsetzt. Und wenn du ihm dann im Verlauf des Jahres immer mal wieder begegnest, freu dich daran und denke dir: „Egal, wie schwierig alles gerade ist – immerhin habe ich einen Vogel, und den kann mir niemand nehmen.“

Upps, so lange?

Gerade bot mir WordPress eine Einführungs-Slideshow an. Gibt es etwa Neuerungen oder war ich nur mal so lange wieder nicht da? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.

Lenke ich dich doch schnell mit einer Anekdote ab.

Ich war wandern.

Mache ich gerne, hab ich schon öfter gemacht. Beim Wandern kann ich nachdenken, absurde Selbstgespräche führen, an Baumrinde schnuppern und mich herrlich vor der Hausarbeit drücken. Und damit ich nicht immer die gleichen fünf Wege wandere, suche ich mir mit Hilfe verschiedener Apps öfter mal eine neue Herausforderung.

Letzten Sonntag war ich im Westerwald, mir den Bärenkopffelsen begucken. Ich wusste, die Wanderung wird etwas länger als mein übliches Pensum – aber das ist gut, denn irgendwann dieses Jahr will ich mal die Tour der 10 Bergaussichten im Siebengebirge erwandern, das sind schnuffelige 25 Kilometer.

Wo war ich stehengeblieben?

Ach ja. Wäller Tour Bärenkopp. Hübsche Route, die erste Hälfte war meiner Meinung nach schöner als die zweite, da es in der zweiten Hälfte in erster Linie über Felder und teilweise über geteerte Straßen ging. Mag ich nicht so sehr. Den Wald hingegen fand ich hübsch. Der Weg war in der App als „moderat“ bezeichnet worden. Wandern kann ich ja, dachte ich mir, moderat ist also quasi gut. Die Steigung war dann auch gut zu bewältigen, nur mit einer Sache hatte ich nicht gerechnet.

Auf einer Seite des etwa 40 Zentimeter breiten Weges ging es streckenweise steil nach oben – und auf der anderen Seite steil nach unten.

Hatte ich dir von meiner Höhenangst erzählt?

Natürlich habe ich mich von so einem bisschen bodenlosem Abgrund nicht abhalten lassen. Bin mit Todesverachtung immer weiter gegangen, immer höher, immer mal wieder unauffällig in die Tiefe geguckt. War gar nicht so schlimm. Erstens falle ich beim Gehen fast nie spontan um, und zweitens – selbst wenn, da standen ja jede Menge Bäume. Ich wär also gar nicht für immer und ewig wie der Balrog in die Tiefe gestürzt, sondern hätte mir nach wenigen Metern etwas an einem Baumstamm gebrochen und mich dann wohl auch festgeklammert.

Sehr beruhigende Aussichten. Ich sollte Motiationsreden schreiben!

Belohnt wurde ich schließlich mit einer sehr schönen Aussicht, die ich euch leider nicht zeigen kann, weil da lauter Leute vor standen. Und ich sag dir: Hätte ich über solche Wege wieder nach unten wandern sollen, hätte ich zwischendurch vielleicht ein wenig geweint. Um die Anspannung loszuwerden. Aber wie schon gesagt, die zweite Hälfte waren sonnige Felder und Wiesen und eine Infotafel mit einer gar nicht gruseligen Geschichte über den ungeklärten Mord an einem Schäfer an fast so ziemlich genau der Stelle, wo ich lesend stand.

Am Montag haben meine Beine dann übrigens gestreikt, da bin ich laut Telefon nur 90 Meter gegangen. Muss aber auch mal sein. Und über meine gemischten Gefühle zum Bergwandern schreibe ich noch ein wenig in meinem nächsten Manuskript.

Raus in die Natur

Eigentlich geht nichts über einen Spaziergang an der frischen Luft, umgeben von Schönheit und Natur. Allerdings finden einige Leute die Waldwege bei uns auf dem Berg zu schlammig. Zu wenig Kies. Nicht ausreichend befestigt. Ganz schlimm, sozusagen.

Ich habe das mal für euch getestet. Mitten im Januar, sozusagen unter erschwerten Bedingungen. Und das Ergebnis:

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Schlammspritzer auf der Hose.

DRAMA!

Was kommt als nächstes? Vögel, die in den Ruhezeiten singen? Unsachgemäß angelegte Mausbauten ohne Statikprüfung? Und hat sich schon jemand erkundigt, ob die Greifvögel sich auch an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten? Bestimmt essen die viel zu viel Fleisch – was das mit deren CO2-Klauenabdruck macht!

Natur ist ja schön und gut, aber es muss schon alles seine Ordnung haben!