Schreibideen sind wie Reis mit Bohnen

Auf einem runden Teller mit rotem Rand sieht man vorne links eine in Stücke geschnittene Tomate, rechts daneben ein in Stücke geschnittenes gekochtes Ei. Hinter dem Ei sieht man einige Stücke Avocado, oben links liegt ein Haufen Reis mit schwarzen Bohnen. Der Reis ist rötlich bis bräunlich, mit kleinen roten Stücken Tomate und Paprika untergemischt. von rechts ragt ein Löffel ins Bild.
Hab ich selbst gemacht. :-)

Was redet die jetzt wieder???

Vertrau mir.

Aaalso. Ich hab am Sonntag Abend einen Topf Reis mit schwarzen Bohnen gekocht. Etwas völlig Unspektakuläres also, was manche von euch zubereiten könnten, ohne das Haus zu verlassen. Nicht teuer, nicht exotisch, fast schon langweilig. (Falls du jetzt hungrig bist: Ich habe dieses Rezept verwendet.)

Aus diesem Reis mit Bohnen habe ich bis jetzt vier völlig verschiedene Mahlzeiten zubereitet.

Auf dem Bild siehst du heißen Bohnenreis mit Beilagen, perfekt fürs Büro.

Außerdem hab ich einige Löffel Reis und Bohnen in Rührei gefrühstückt.

Montag Abend gab es Wraps mit Bohnenreis, Rucola, Rindfleisch und Käse.

Heute habe ich den restlichen Reis in einen gemischten Salat geworfen.

Weitere Dinge, die man mit diesem Bohnenreis machen könnte: Ihn als Einlage in eine Suppe werfen, gebratenen Hähnchenfleisch untermischen, einen Auflauf mit Tomatensauce machen, Ofengemüse untermischen, Paprika (oder gebackene Süßkartoffeln) füllen, Unmengen Käse dranmischen, …

Siehst du langsam, worauf ich hinaus will?

Schreibideen sind oft nichts Besonderes – was wir draus machen, das ist das Spannende. Deswegen halte ich meine Schreib-Ideen auch nur selten geheim. Man könnte eine prima Anthologie daraus machen, 20 verschiedenen Autor*innen genau die gleiche Schreibidee („Prämisse“) vorzulegen, ihnen ein Wortlimit und drei Wochen Zeit zu geben und einfach abzuwarten. Mit welchen Genres kommen sie wohl zurück? Wird es romantisch, lustig, blutrünstig oder alles auf einmal?

Und jetzt hab ich leider Hunger bekommen und muss Mittag machen.

Was würde ich erfinden, wenn ich auf einer einsamen Insel festsäße?

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Eine weniger exotische Insel, fotografiert von Jakob Owens, gefunden auf Unsplash

Eine einsame Insel also? Tja, gute Frage … zunächst einmal muss ich natürlich mit dem Vorurteil aufräumen, dass nur exotische Südseeinseln so garstig sind, harmlose Schiffbrüchige zu fangen und vereinsamen zu lassen. Kuschelige, moosbewachsene Inseln im Atlantik könnten das bestimmt genau so gut. Oder solche im Eismeer. Wo würde ich also stranden? Keine Ahnung. Und was würde ich da erfinden? Ist ein wenig abhängig von der tatsächlichen Umgebung.

Auf jeden Fall braucht man immer Trinkwasser. Mittel und Wege, um Süßwasser zu sammeln oder Meerwasser zu entsalzen – und vor allem zu reinigen – wäre wahrscheinlich ganz oben auf meiner Liste.

Und irgendwas, um Feuer zu machen, denn Feuer ist toll: Zum Kochen (Wasser abkochen?), um sich zu wärmen, um Raubtiere fernzuhalten, für Signale, … – also, ich mag Feuer.

Tja, und wenn diese dringenden Fragen des Überlebens geklärt sind, was könnte ich dann erfinden? Eine Methode, Unmengen an Strom aus Kokosnüssen (oder ranzigem Moos, je nachdem, wo ich gelandet bin) zu gewinnen? Pflanzen, die als Blätter fertiges Papier haben, damit ich meine aufregenden Inselabenteuer niederschreiben kann (und Tinte aus dem Urin seltener Schmetterlinge natürlich)?

Wenn ich ein wenig Glück habe, werden wir das nie erfahren. ^^