Wo sind all meine linksgrünversifften Hexen und Heiden hin?

Eine Waldlichtung bei Nacht, um ein großes LAgerfeuer sitzen viele Lenschen in einem Stuhlkreis. Am Rand der Ichtung stecken brennende Fackeln im Boden.
Foto von Jack Cohen, gefunden auf Unsplash

In letzter Zeit häufen sich die Berichte über die Vermischung von völkischem und esoterischem Gedankengut. Und es ist gut, dass darüber berichtet wird, denn die heidnische Szene hatte schon vor Jahren immer mal wieder Probleme mit brauner Suppe. Aber in letzter Zeit sehe ich immer weniger linksgrünversiffte Hexen und Heiden.

Der junge Mann mit dem Thorsanhänger im Bus freut sich über mein Pentagramm und setzt im Smalltalk direkt zu einer Tirade über die „bösen Ausländer“ an. Die Zahl der Menschen, die sich im Netz zum Heidentum bekennen und meinen, „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“, scheint stetig zu wachsen. Und ehrlich, ich versteh das irgendwie. Diese Vermischung von Naturromantik, Auserwähltengefühl und Gemeinschaft ist verlockend – vor allem für jene, die sich in der modernen Gesellschaft bedroht, abgehängt und/oder fehl am Platz fühlen. Das sind auch diejenigen, die für aufrührerische Hetze aus der Politik besonders anfällig sind, denn an irgendwas muss es ja liegen, dass sie mit ihrem Leben nicht zufrieden sind! Die Vorstellung, von einem unterdrückten stolzen Volk abzustammen, dessen Geheimwissen einen automatisch überlegen macht, während man ums Lagerfeuer tanzt, ist natürlich verlockend.

Zum Glück weiß ich aus meinem eigenen Umfeld, dass es auch „die anderen“ gibt. Diejenigen, die den Klimawandel nicht leugnen, die sich für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung einsetzen und um schwierige Themen ringen – im Kleinen wie im Großen. Über alles, was danach kommt, können wir ja in Ruhe diskutieren. Nur öffnetlich sichtbar sind diese „anderen“ aktuell nicht. Oder ich suche an der falschen Stelle, wer weiß?

Mal schauen, ob dieser Blogbeitrag mir ein paar linksgrünversiffte Hexen zuspült. Hex Hex! ^^