Die Jecken freuen sich, mich gruselt’s – Karneval steht vor der Tür. Auch nach mehr als zwanzig Jahren im Rheinland beobachte ich die zur Schau getragene Fröhlichkeit eher misstrauisch. Also greift mein traditioneller Notfallplan: Vorräte aufstocken, Gardinen zuziehen und Horrorfilme gucken. In unserer Bibliothek befindet sich unter anderem das Juwel „Clown in a Cornfield“, das ist für mich die einzig akzeptable Art Clown.
Früher ging das mit dem verlängerten Lotterleben ganz gut. Inzwischen verlangt mein Körper ab Sonntag Mittag nach gesunder Nahrung. Doch auch das habe ich eingeplant. Es wird einen kleinen Gemüse-Stash geben, ausreichend Snacks und verschiedene Getränke unterschiedlicher Grade an Ungesundheit. Gekocht werden unter anderem Chili Con Carne, Hähnchen in Erdnuss-Sauce und Linsen-Curry-Suppe. Nur was ich backe, weiß ich noch nicht. Zur Auswahl stehen Käsekuchen, Griestorte und Spekulatius. Früher habe ich manchmal Zimtschnecken gemacht, das ist jedoch schon sehr viel Aufwand. Und Berliner dürfen nicht fehlen. Da bin ich dann doch integriert.
Bis Freitag Abend müssen jetzt noch vier Läden aufgesucht werden (inklusive dem für Katzenfutter), ich muss die Menge an Kokosmilch daheim überprüfen – die kaufe ich immer auf Verdacht, das schlägt sich irgendwann im Regal nieder – und alle Wege minutiös so planen, dass ich nicht plötzlich Teil eines Karnevalsumzuges werde. Unser Auto hat eine Konfetti-Allergie.
Jaaaa, das klingt sehr gejammert. Ist es eigentlich nicht. Ich genieße mein Wochenende fernab von allem und gönne den Jecken ihre Freude von Herzen. Nur mitmachen will ich nicht.
Bist du eher Team Karneval oder Team Bleib-mir-damit-weg?