Nach-Lese

Mittwoch Abend hatten wir unsere Lesung im Quartiersmanagement. Fünf Autorinnen, fünf Geschichten, fünf Bilder. Wir hatten alles vorbereitet und Werbung auf allen Kanälen gemacht, die uns eingefallen sind.

Gekommen sind dann zwei Leute – der Mann (den ich als Fotografen verpflichtet hatte) und die Mitbewohnerin einer anderen Autorin.

Gelesen haben wir natürlich dennoch, für einander und als Übung für den Ernstfall. Wir hatten auch eine Menge Spaß – aber manchmal ist es schon frustrierend, so viele Gedanken und Vorbereitung in ein Event zu stecken, das dann derart auf die Nase fällt.

Möglicherweise waren die anderen lokalen Veranstaltungen an dem Abend (etwa die Theaternacht) als „Konkurrenzangebot“ zu stark. Möglicherweise war unsere Werbung zu schwach. Möglicherweise wollte niemand bei drohendem Gewitterdrohung noch einmal ausgehen. Möglicherweise waren die drei Leute, die es interessiert, schon in den Kurzurlaub gefahren.

Man steckt halt einfach nicht drin.

Ich wühl mich dann tiefer in die Werbepsychologie, schreibe noch schönere Geschichten und versuche es einfach immer wieder. Und ich denke mir: Wenigstens schreibe ich das, was ich selbst schreiben will. Wenn meine Geschichten schon nicht wahrgenommen werden, hatte wenigstens ich Freude daran.

An dieser Stelle ein umso herzlicherer Dank an die Lesenden, die immer wieder zu meinen Geschichten zurückkommen. Ihr seid die besten! <3

Frust!!!

Ehrlich gesagt, ich bin generell nicht besonders frustresistent – und im Moment noch weniger als sonst, es gab einfach so viele „Dann eben später“ oder „Dieses Jahr leider nicht“ oder „Wir werden uns halt noch einen Moment zusammenreißen müssen“ … und an manchen Tagen merke ich, dass sich das stapelt. Aufeinander, und auf die Dinge, die unabhängig von lästigen Viren und schleichender Durchimpfung nicht so laufen, wie ich es gerne hätte.

Manchmal reicht dann eine winzige Kleinigkeit und ich fahre aus der Haut. Das ist nicht besonders schön, und meistens auch nicht fair, aber wenn das Ende meiner Hutschnur erreicht ist – tja.

Wenigstens bin ich mit den Jahren gut darin geworden …

a) … diesen Frust zu identifizieren, das macht ihn schon einmal etwas kleiner und

b) … mich nach dem frusten wieder auf die Füße zu stellen. Vom Rumsitzen und Möpern wird schließlich auch nichts besser, oder?

(Manche Leute sagen, ich sei zu schlichten Gemütes, um dauerhaft pessimistisch oder angefressen zu sein. Vielleicht haben diese Leute Recht, aber auch damit werde ich leben.)

Habe ich mir mein Leben als Erwachsene anders vorgestellt? Sicher. Ärgere ich mich gelegentlich, wenn ich hinter meinen eigenen Erwartungen zurückbleibe? Ist es ätzend, wenn ein Plan nicht aufgeht?

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Aber ich habe einen interessanten Job, meine Geschichten – und euch, meine fünf-oder-so treuen Leser. Das ist doch auch schon was wert.

Mit der Weltherrschaft machen wir dann morgen weiter.