FeenCon 2024 Nachlese

Messestand - langer schmaler Biertisch, größtenteils mit einer dunkelgrünen Decke abgedeckt. Darauf, dicht gedrängt, diverse Bücher und etwas Deko und Werbematerial. Im Hintergrund ein Roll-Up: "Magie hinter den sieben Bergen". Links im Bild sieht man meine Standnachbarin Anja Bagus in Aktion.
Endlich ist der Stand einmal lang genug, um alle „Gruftgeflüster“ nebeneinander zu legen!

Eigentlich will ich dieses Jahr nicht so viele Messen und Cons machen, bin ja gerade zwischen Büchern. Allerdings wäre es schon eine Schande, nicht zur FeenCon zu gehen, die liegt ja vor der Haustür! Also habe ich mich angemeldet und nach einigem Hin und Her mit viel Glück nicht nur einen Stand, sondern auch einen Leseslot ergattert. Die FeenCon geht traditionell über zwei Tage und richtet sich in erster Linie an Rollenspieler und Fantasy-Fans. Also mein Publikum. (An dieser Stelle verrate ich: Ich habe noch nie rollengespielt, das klingt sehr anstrengend. ^^ )

Samstag Morgen war Aufbau, nachdem ich noch einige Dinge für den BVJA-Stand auf der anderen Seite der Halle abgeholt hatte. Zum Glück ist unser Auto groß genug! Stand-Aufbau geht bei mir ganz fix – ich hab ja kein Konzept, sondern staple einfach Bücher in die Gegend und mach Krimskrams drumherum. Vielleicht ändere ich da irgendwann noch etwas dran, andererseits … meh.

Meine Lesung war direkt am Samstag Mittag um zwölf, in einem Klassenzimmer mit hübschem Ausblick und guter Akustik. Ich habe mich super gefreut, dass Leute gekommen sind, die ich noch nicht kannte, und genau so sehr über die Leute, die ich kannte und entweder endlich mal wieder oder endlich überhaupt einmal treffen wollte. Es gab auch eine Überraschung:

Auf dem Buch "Willkommen in Schattenfall" (Herbstfarben und Hellblau, Schriftzug auf Holzplakette, Silhouette einer Gans links zu sehen) liegt ein Stickrahmen. In diesen Rahmen ist apfelgrüner Stoff gespannt, darauf eine gestickte Gans in Angriffshaltung mit einem Messer im Schnabel. Außerdem sieht man Autorinnenknie.
Die Gans zum Buch

Julia Stüber, die ich schon lange endlich einmal in Person treffen wollte, hat mir diesen Geronimo gestickt. Ist das nicht großartig??? Ich freue mich unglaublich, wenn meine Geschichten Leute zu eigener Kunst inspirieren – und noch mehr, wenn ich die zu sehen oder sogar geschenkt bekomme!

Nach der Lesung ging es weiter mit dem üblichen Messekram: Gespräche mit Leuten, ein paar Buchverkäufe, viel milder Unsinn. Dazu muss man wissen, wir standen in einer Turnhalle, bei prallem Sonnenschein. Du kannst dir vielleicht vorstellen, Luft und Kleidung waren eher gesättigt. Ich hatte eine Häkelarbeit dabei, die mich schon seit einer Weile ärgert, denn das Muster sieht zwar einfach aus, piesackt mich aber in einer Tour. Jedes Mal, wenn ich die in die Hand nehme, werden es weniger Reihen – aber ich geb nicht auf!

Abends haben Anja, Markus und ich auf dem Parkplatz noch ein wenig musiziert – nicht gut, aber dafür mit viel Freude. Einer Gitarre und zwei Ukulelen haben nicht einmal die Wettergötter etwas entgegenzusetzen. An dem fiesen Regen mit Gewitter, der später in der Nacht runterkam und einige Zelte auf dem Außengelände ganz schon eingeweicht hat, sind wahrscheinlich wir schuld. Jetzt sind wir angefixt und überlegen, wie wir das wiederholen und noch mehr Unheil anrichten können.

Der Sonntag war ähnlich ruhig, glücklicherweise nicht so heiß, und sehr entspannt. Es gab ein wenig Verwirrung darüber, ab wann abgebaut werden darf. Meist entwickelt so etwas dann eine Eigendynamik – eine Art Schwarm-Konsens. Und weil ich keine lange Anfahrt hatte, war ich pünktlich Abends zu Pizza und Bier auf dem heimischen Sofa, um das Messe-Hoch noch ein wenig zu genießen.

Ich denke, für dieses Jahr war es das mit Messen. Ich denke, dass man mich zeitweise auf der FBM am PAN-Stand finden kann, und den BuCon besuche ich vielleicht als Gast, aber ansonsten bin ich recht zufrieden damit, dieses Jahr nur zu schreiben und so. Und vorher ist überhaupt erst einmal Sommer, der soll ja auch genossen werden.

FeenCon – Traum und Realität

Traum und Realität haben ja in den seltensten Fällen miteinander zu tun. Und dieses Mal war das auch gut so. Mein Unterbewusstsein ist nämlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag so richtig Amok gelaufen. Ihr wisst ja vielleicht, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal einen Lese-Slot auf der FeenCon ergattert habe. Und ich war so richtig, richtig, RICHTIG schlecht vorbereitet. Ich hatte zwar Lesestellen ausgesucht, die aber nicht ausreichend geübt. Wie ich das Buch, Bob und mich selbst vorstellen würde, darüber hatte ich auch kein Stück nachgedacht. Grund genug für Panik, oder?

Genau das dachte mein Unterbewusstsein sich also, als es mich in der Nacht von Samstag auf Sonntag wahlweise nicht schlafen ließ oder mir, wenn ich doch mal die Augen zumachte, einen Albtraum nach dem anderen schickte.

Einmal war ich in der falschen Stadt.

Einmal war ich nackt und ohne Buch.

Einmal wurde ich ausgebuht.

Ja, Sonntag morgen war ich dann so richtig frisch und fröhlich, und kein bisschen nervös. Diese Autorin hat Nerven wie Drahtseile. Ganz winzige, filigrane Drahtseile. Wohl eher Basteldraht. Mehrfach geknickt und verdreht.

Aber egal, Kneifen gilt nicht, also machten wir uns ausreichend früh und zur Abwechslung mal mit sämtlicher Deko (und Buch!) auf den Weg. Die FeenCon findet sozusagen vor der Haustür statt, nur zehn Minuten Busfahrt entfernt. Wir waren dann auch anständig früh – Richard hat mich als Kameramann und lebendes Beruhigungsmittel begleitet – und konnten nicht nur das Team Chaospony am Stand begrüßen, sondern uns auch noch einmal richtig schön in Ruhe verrückt machen.

Lief dann aber erstaunlich gut. Es waren mehr Leute da als bei der RPC-Lesung, und die haben auch an den richtigen Stellen gelacht. Ich hatte ausreichend Text und klang, wenn ich die Bandaufnahme richtig interpretiere, nach den ersten fünf Minuten auch gar nicht mehr so nervös. Den Videobeweis bekommt ihr auch noch, irgendwann.

FeenCon-Lesung by Marny

Dieses tentakelbewehrte Foto stellt mir freundlicherweise die fantastische Marny von der ebenso Fantastischen Bücherwelt zur Verfügung.

Anschließend konnte ich am Verlagsstand noch ein paar Bücher signieren, mit freundlichen Leuten plauschen und eine neue „Kollegin“ begrüßen. Und zur Belohnung gab es noch etwas, was ich mir schon lange besorgen wollte: Echte Teufelshörnchen. Sieht ganz natürlich aus, oder?

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