Zuflucht in Schattenfall

Das ist die dritte Lesung im Bund, und zwar schon nächste Woche. Bist du nervös? Ich bin nervös. Aber das ist ja nichts Schlechtes.

Was kann ich dir über das Buch erzählen, was du nicht schon weißt? Es geht um Rosalinda, die vor ihrem Hexencoven davonläuft. Um Familie und Freunde, um Konflikt und Vorurteile, um eine Autobahn in einem Naturschutzgebiet. Wir treffen Katzen und Spinnen, Leprechauns, Hexen und eine Gans.

Falls du vorab reinschnuppern willst, kannst du das Buch hier kaufen oder hier als mein Patreonent als eBook herunterladen – schon ab einem Euro im Monat kannst du mich da unterstützen.

Und weil ich Nudel völlig vergessen habe, eine Promolesung hochzuladen, musst du dich stattdessen mit einer Probe aus Band 1 zufrieden geben. Band 2 kannst du dann nächste Woche in Aachen selbst und live hören, die Tickets gibt es hier.

Glück wünscht man nicht, Glück kauft man

„Und zwar beim einzigen Glücksverkäufer weit und breit – Hans Kleemann. In seinem Traditionsgeschäft in 13. Generation findet sich ein schier unendliches Angebot an Glücksvarianten. Doch er selbst ist vom Pech verfolgt. Kein Regenschauer, der ihn verschont, kein herabfallender Blumentopf, der ihn verfehlt, und beim Glücksspiel verliert er sowieso. Und dann gerät er auch noch an die naseweise Marie, die sein Lehrmädchen wird, obwohl er gar keines gebrauchen kann. Als es ihn daraufhin nach Dreylindt verschlägt, ins berüchtigte Land des Unglücks, hat sich längst das Schicksal eingemischt – und verfolgt seine eigenen Pläne.“

Soweit der Klappentext des Romans von Susann Loevenich, mit der gemeinsam ich am 01.03. in der Grotesque Absinth-Bar in Aachen lesen darf. Klingt spannend? Glück ist ja immer Glückssache. Es warten rund 550 Seiten beste Cozy Fantasy mit viel Witz und einer Prise Philosophie, ein Märchen von Glück und Unglück, Schicksal und Hoffnung, und wie es sich leben lässt, wenn man von dem einen zuviel und vom anderen zu wenig hat.

Der Roman stand auf der Longlist des Wetzlarer Phantastikpreises 2024 und war nominiert für den SERAPH in der Kategorie Bestes Debüt 2025.

Falls du Susann vorab besuchen willst, kannst du das hier tun: LINK.

Tickets für die Lesung gibt es hier.

Cozy Fantasy à la Diandra

(Enthält Spoiler für „Hexenhaut“ – wenn du das Buch lesen willst, tu das am besten vor dem Blogartikel. Ich warte.)

*

*

*

Alle wieder da? Hervorragend.

In 15 Tagen erscheint „Willkommen in Schattenfall“ – so ein richtiges, wollig-warmes, lustiges Cozy-Fantasy-Abenteuer. Stell dir vor, man hätte mir die vollkommene Macht über „Gilmore Girls“ gegeben. Das war wenigstens der Plan – und an den meisten Tagen denke ich, das hat so auch einigermaßen geklappt. Die Charaktere sind schrullig, die Probleme eher klein, es fließt kein Blut … doch, ich hab das gut gemacht.

Aber ich wär ja nicht ich, wenn alles so einfach wäre.

Fangen wir bei Thomas an.

Thomas ist nicht irgendein Thomas, sondern der aus „Hexenhaut“. Erinnerst du dich? Der dritte Band von „Magie hinter den sieben Bergen“. Thomas‘ Eltern trennen sich gerade, und beide haben so richtig Mist gebaut. Richtig echt viel fiesen Mist. Thomas‘ Vater hat Thomas‘ Mutter nämlich entführt und gezwungen, ihn zu heiraten. Und Thomas‘ Mutter Moire hat ihren Kindern nicht nur verheimlicht, dass sie halb Selkie sind, mit dem entsprechenden Potenzial für Magie, sondern sie hat ihren zukünftigen Ex auch beschuldigt, sich den Kindern unangemessen genähert zu haben. Deswegen treffen wir Moire und die Kinder überhaupt, die wohnen nämlich temporär bei Helenas Mutter auf dem Hexenhof.

Natürlich weiß Thomas, dass sein Vater weder ihn noch seine Schwester auf die Art angefasst hat. Und er ist zu dem Zeitpunkt mitten in der Pubertät. Und er hat die Selkiehaut gefunden, die sein Vater vor Moire versteckt. Dann kommt da seine eigene Magie zu, die er am Anfang natürlich gar nicht einordnen kann. Er ist also ein junger Mann ohne gutes Vorbild, ohne Ansprechpartner und mit einer Menge Wut im Bauch. Natürlich tut er da Dinge, die nicht so wirklich gut sind. Eigentlich sind sie sogar ausgesprochen scheiße.

Angesichts der Umstände lassen wir da aber mal fünf gerade sein, nicht wahr?

Auf jeden Fall ist genau der Thomas derjenige, der jetzt nach Schattenfall geht. Sein Leben ist nicht magisch besser geworden. Seine Mutter ist verschwunden, er hält seinen Vater immer noch für einen schlechten Menschen (völlig zurecht, merke ich an). Überhaupt hat er sein Leben bis jetzt nicht so recht auf die Reihe gekriegt. Und zuverlässige, positive Beziehungen zu anderen Menschen sind ihm eher fremd.

Um „Willkommen in Schattenfall“ zu lesen, braucht man diesen Hintergrund nicht zu kennen. Am Ende gibt es ein kleines Osterei, das man nur mit diesem Zusatzwissen versteht (meine absolute Lieblingsszene, die macht mich so glücklich!), aber das Buch funktioniert definitiv auch ohne weitere Lektüre.

Tja, und jetzt plane ich den zweiten Band und frage mich: Wie viel Familiendrama, dysfunktionale soziale Gruppen und Vernachlässigung kann ich in einer Cozy-Fantasy-Roman unterbringen, ehe die Leute mir nicht mehr glauben? Im zweiten Band befassen wir uns nämlich mit Rosalinda, und da liegt einiges im Argen …

Ah well, wir werden sehen. Ich mag es, Leuten mit mieser Vergangenheit ein schöneres Leben zu schreiben. Und vielleicht ist ja gar nicht alles so schlimm, wie ich gerade tue.

(Du kennst mich. Natürlich ist es das. Sonst wären ja nicht am Ende immer alle tot.)

(Ich schwöre, diesmal stirbt niemand!)

(Oder etwa doch?)