La Dolce Vita

Es gibt Probleme mit der Nordbrücke. Da fährt nix mehr, aktuell, von höchster Stelle angeordnet. Und da drunterher fährt auch kaum noch was.

Du weißt nicht, wer die Nordbrücke ist? Das ist fix erklärt: Eine von drei Brücken in Bonn, die den Rhein überqueren. Und die einzige, für die man nicht nach Bonn reinfahren muss. Eine ganz gewöhnliche Autobahnbrücke eben. Bis gerade eben fuhren da pro Tag mehr als 100.000 Fahrzeuge drüber. Für alles über 7.5 Tonnen war die Brücke schon eine Weile gesperrt, weil sie in die Jahre gekommen ist und dringend saniert werden müsste. Das weiß man ungefähr seit 2007. Völlig überraschend ist sie jetzt, nur 19 Jahre später, so marode, dass am besten gar nix mehr geht. Oder fährt. Und überhaupt.

Über den Rhein drüber müssen all diese Fahrzeuge und Leute natürlich trotzdem. Und die Auswahl an Alternativen ist hier nicht so groß. Also staut sich aktuell alles (ALLES!) in Bonn. Von Nord nach Süd und von Ost nach West, gern auch in die Gegenrichtung. Gestern war ich mit einer Freundin auf dem Rad stadteinwärts unterwegs. Kilometerweise Stau auf drei Fahrbahnen je Richtung, alle Kreuzungen aus sämtlichen Richtungen blockiert (unabhängig von der Ampelschaltung) und jeder hupt. Denn wir wissen ja, durch Hupen setzt man für 30 Sekunden sämtliche Verkehrsregeln außer Kraft.

Auf der Kennedybrücke – das ist eine der beiden anderen Brücken, die führt vom Beueler Zentrum ins Bonner Zentrum, also wirklich MITTEN durch die Stadt – kamen uns dann plötzlich Fußgängertrauben entgegen. Das Wetter war schön genug, doch das allein reicht als Erklärung eigentlich nicht. Allerdings: Der Nahverkehr war zum Erliegen gekommen wegen eines Unfalls. Busse fuhren eh schon nicht mehr in nennenswertem Tempo, aber jetzt waren auch Straßen- und Stadtbahnen betroffen. Mitten in der Stadt. Also ging, wer irgendwie konnte, zu Fuß. Auf den verwaisten Schienen kam uns ein Rettungswagen entgegen, denn auf den regulären Fahrbahnen ging natürlich nix, auch keine Rettungsgasse. Meine Empfehlung: Falls du in Bonn bist, krieg gerade besser mal keinen Herzinfarkt.

Abgaswolken überall, Schimpfen und Hupen, die Kugel Eis kostet um die zwei Euro. Und spätestens, wenn sich die 50er-Roller auf Rad- und Fußwegen hindurchschlängeln, breitet sich ein Gefühl römischer Dekadenz aus. Vielleicht ist das ja gar nicht mehr der Rhein, sondern schon der Tiber? Mein Fahrrad und ich waren auf jeden Fall sehr zufrieden, gemeinsam dieses Schauspiel beobachten zu können. Genau passend zur Urlaubszeit.

Falls du dir jetzt Sorgen machst: HIER kann man regelmäßig überprüfen, ob die Nordbrücke noch steht. Mit Webcam.

Ankündigung: BonnTastik-Lesung im Quartiersmanagement Lannesdorf!

Ankündigungsplakat, Text: Tatjana Flade, Martin Welzel (Hrsg.) - Lesung, 28. Mai 2025, 19 Uhr - Autorinnen: Marita Bagdahn, Tatjana Flade, Heike Klein, Diandra Linnemann und M. C. Schulz  - Ort: Quartiersmanagement Lannesdorf/Mehlem, Ellesdorfer Str. 52, 53179 Bonn - Kostenlos. Kommen Sie einfach vorbei! - BonnTastik. Texte zu Bildern, Bilder zu Texten. Die Anthologie zur 5. BonnTastik.

Von der BonnTastik hatte ich bestimmt schon einmal erzählt. Die Bonner Regionalgruppe des BVjA schreibt seit einigen Jahren regelmäßig Kurzgeschichten zu den Bildern des Künstlers Martin Welzel. Diese Geschichten samt Bildern werden dann in einer Anthologie veröffentlicht.

Die Vorbereitungen für die sechste Ausgabe laufen bereits (mit einer neuen Künstlerin, mehr dazu bei anderer Gelegenheit). Bis dahin lesen einige von uns allerdings am 28.05.2025 ab 19:00 h im Quartiersmanagement Lannesdorf aus der BonnTastik V. Wer also Lust auf diese vielseitige Mischung aus Wort und Bild hat, sollte also unbedingt vorbeikommen! Der Eintritt ist kostenlos, und da der Tag danach regional ein Feiertag ist, ist es auch nicht schlimm, wenn wir alle etwas später ins Bett kommen.

(Nicht, dass wir vorhätten, euch über Gebühr zu beanspruchen!)

Hier ist die offizielle Ankündigung auf der Quartiersmanagement-Seite: LINK

Und wenn du andere Orte wüsstest, an denen ich (oder wir) lesen sollte(n), melde dich!

Kultur ist nicht nur im Joghurt nützlich

Nein, ab und zu kann man sich auch etwas Kultur für den Geist gönnen. Aus diesem Grund – und weil Andrea die Echte (im Gegensatz zu Andrea der Lüsternen) einmal mehr ihr exhibitionistisches Talent ausleben wollte – waren der Mann und ich am Freitag im Theater. Es gab Gefährliche Liebschaften … angeblich ein Klassiker, den ich nichtsdestotrotz (noch?) nicht gelesen habe. Man kann ja auch nicht alles kennen. Fotos und eine Besprechung des Stücks findet ihr im Link. Ich stimme nicht allem zu, so bin ich dem Charme des Vicomte nicht direkt erlegen, aber die Aufführung war auf jeden Fall sehenswert.

Natürlich gab es nach dem Stück noch Blumen für Andrea, alles andere wäre nicht standesgemäß gewesen. Und eigentlich sollten Ruhm und Ehre nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Später im Jahr gibt es übrigens noch ein zweites Theaterstück, dem ich passiv zuschauend beiwohne, während Andrea vorne die Rampensau gibt. Natürlich werde ich wieder berichten.

Ich mag meine künstlerisch wertvollen Freunde. ^^

Ankündigung: Lesung im Wonnetörtchen!

Nicht ich, sondern Eleonore Laubenstein, eine Freundin aus dem Nornennetz liest am Donnerstag, 07.02.2019, ab 19:00 im Wonnetörtchen in Bonn aus ihrer „Enzyklopädie der Wächter„. Kommt zahlreich, es lohnt sich!20190102_170442_0011

Autorinnenbiographie: Die gebürtig aus Münster stammende Eleonore Laubenstein wollte eigentlich niemals Autorin werden. Bis zum Abitur konzentrierte sie sich lieber aufs Zeichnen und ihre Leidenschaft für Sprachen und entwickelte mit 15 ihre erste eigene Kunstsprache. Während ihres Linguistikstudiums an der Universität Leipzig begann sie sich erstmalig für das Plotten von Geschichten zu interessieren und veröffentliche 2017 schließlich den ersten Teil ihrer Fantasytrilogie „Die Enzyklopädie der Wächter“ im Selfpublishing, dessen zweiter Band im Januar 2019 erschienen ist. Neben Studium und Schreiben gibt sie Autorentipps zum Worldbuilding und Conlanging auf ihrem eigenen Blog und rief 2018 die „Buchstudent Awards“ ins Leben.

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