So ein Tag ist das also

Es gibt ja so Tage. Kennt ihr auch, nicht wahr? So einer isset.

Richard hat heute frei. Ich schleiche also morgens im Halbdunkel in den Schrank und greife mir meine Sachen für’s Büro. Alles natürlich professionell und konservativ, schließlich sind wir wichtig. Schnell angezogen, die Katzen versorgt und gefrühstückt, dann aus dem Haus und noch schnell ein paar der besten Erdbeeren aus ganz Bonn holen. Die Andrea will nämlich backen und hat mich versklavt.

Im Büro, nach dem Kaffee, in Denkerpose aus dem Porzellanthron sitzend, schaue ich dann so nach unten – verflixt, habe ich etwa meine violett karierte Unterwäsche auf links angezogen? Meh. Kann ja mal passieren. So etwas stört allerdings mein zwanghaftes Hirn, also schnell Hose aus, alles in die richtigen Bahnen gelenkt und zurück in die Hose schlüpfen.

Aber was ist das?

Ist das etwa… ?

Och nööö.

Die rückseitige Naht meiner guten (weil einzigen) Bürohose ist offenbar dem Weltwunder „Diandras Hintern“ nicht gewachsen und hat den Rückzug angetreten.

Tja, jetzt bin ich der Gnade der Kolleginnen ausgeliefert, damit ich nicht persönlich Arbeit beim Chef abholen muss. Noch ist zwar nichts zu sehen (von meiner Unterwäsche – Arbeit haben wir genug), aber ich kann einfach nicht riskieren, dass der Chef dieses Wunders ansichtig wird und sich sofort unsterblich verliebt. Dieser Hintern war schließlich teuer und ist nur mit den besten Dingen gefüllt.

Außerdem – warum ausgerechnet am Violette-Unterwäsche-Tag? Hätt ich nicht heute morgen wenigstens zu schwarz greifen können? Echt ey, da helfen weder Kaffee noch Erdbeeren. Immerhin trage ich so zur Erheiterung der übersetzenden Kolleginnen bei, die haben das bitter nötig.

Bin ja gespannt, was als nächstes kommt…

Lebenszeichen

Hier war ja einige Zeit lang nichts los. Schuld ist, wie immer, das Leben. Wir haben einen Umzug hinter uns und eine längere Phase wechselnder Krankheiten. Keine Sorge, niemand stirbt. Aber alles in allem raubt einem das doch ganz schön viel Energie. In Kombination mit den Problemen, die wir bei der Suche nach einem neuen Telefon- und Internet-Anbieter haben… sagen wir, mir reicht’s für’s erste.

Als nächstes müssen wir all die im Keller stehenden Kartons besiegen. Da alles ja bekanntlich anders kommt, als man denkt, haben wir letztendlich bis auf das wichtigste eigentlich alles erst einmal in einem Keller-Raum gestapelt, der nur etwa halb so groß ist wie unser letzter. Ich sag’s euch, wir sind Tetris-Meister. Aber jetzt müssen wir natürlich trotzdem Stück für Stück alles nach oben schleppen und sortieren und uns fragen, warum zum Henker wir das alles überhaupt aufbewahren. Ich darf da gar nicht soviel schimpfen, wenn ich mir die Bücherberge anschaue… aber auch daran arbeiten wir.

Wenn ich daran denke, dass in etwa fünf Jahren schon der nächste Umzug ansteht, graut mir…

Egal. Hoffentlich seid ihr alle gut ins neue Jahr gerutscht, mit ausreichend Geschenken, gutem Essen und heißem Kakao! Bald gibt es dann auch wieder Katzen- und Schreib-Neuigkeiten.

Reisen, Pläne, Kompromisse

In den letzten Wochen waren wir wieder viel unterwegs. Freunde mussten verheiratet, andere Freunde besucht und die Familie beglückt werden. Ich war in Prag und Luxemburg, und zum Schluss noch einmal im wunderschönen Bad Hersfeld, wo eine liebe Freundin erst heiraten und sich dann partout in einem Meer aus Spitze, Tüll und Glitzer in einen Mini quetschen musste. Ein Bild für die Götter. ^^

Wie dem auch sei, wo die langen Trips jetzt endlich hinter uns liegen, stehen Renovierungsmaßnahmen ins Haus, und große Entscheidungen. Wenn alle Fenster ausgetauscht und die letzte Dämmstoffplatte außen ans Haus getackert sind, steht uns eine saftige Mieterhöhung ins Haus, die wir uns nicht leisten wollen. Aber die Suche nach einer neuen Wohnung, die unseren Ansprüchen genügt, wird sich wahrscheinlich schwieriger gestalten. Glücklicherweise haben wir noch etwa ein halbes Jahr, ehe wir tatsächlich raus wollen, aber zunächst einmal müssen die Parameter geklärt werden: Mieten oder kaufen? Stadt oder Land? Oder vielleicht gar auswandern? Zum Glück sind wir gut darin, Kompromisse zu finden – auch wenn ich manchmal versucht bin, Richard hart eins über den Schädel zu geben, auf Amnesie zu hoffen und ihm einzureden, der Umzug und alle Details seien auf seinem Mist gewachsen. ^^

(Geschrieben wurde auch, allerdings muss das im Moment alles ein wenig zurückstehen. Ich überlege noch, wie ich euch entschädigen kann. Vielleicht mit einem schönen Haiku?)

Gedankenblitze

verstopfen mein Gehirn.

Kopfschmerzen drohen.

Wie wir auszogen, einen Staubsauger zu kaufen

Freitag abend wollte ich noch schnell staubsaugen, ehe Richard nach Hause kommt. Schließlich haben wir große rote plüschige Möbel und fast genau so große plüschige weiße Katzen. Da empfiehlt sich sowas.

Auf jeden Fall saugte ich so Staub vor mich hin, als es plötzlich einen Knall gab. Eine Duftwolke mit dem Aroma nageschmorter Elektronik stieg auf, und der Staubsauger ging aus.

Ich stutzte.

Dann stutzte ich noch etwas mehr. Prüfte die Sicherungen, die Steckdose – alles okay. Das einzige, was nicht okay war, war der Staubsauger.

Also blieben unsere Möbel haarig. Und wir überlegten, am nächsten Morgen einen neuen Staubsauger zu kaufen.

Mein natürlicher Instinkt trieb mich zu einem Elektronik-Händler. Nach einer halben Stunde gründlicher Suche – in der wir über die Vor- und Nachteile diverser Fernseher und Navigationsgeräte diskutierten – fanden wir auch schließlich die Haushaltswarenabteilung.

Standmixer, Toaster und Radiowecker.

Keine Staubsauger.

Notgedrungen fuhren wir also die paar Meter weiter zu einem großen Bastelladen/Gartencenter/Wohn- und Wohlfühlladen, mit der Überlegung, dass die uns ja auch vielleicht helfen könnten.

Und das Unglück nahm seinen Lauf.

Während wir durch die Reihen schlichen und überlegten, wo zwischen Tiernahrung, Gartenmöbeln und der Bastelecke man wohl am ehesten nach Staubsaugern schauen könnte, fiel Richard ein, dass er sich ja schon lange eine hölzerne Verpackung für die Tastatur zu seinem iPad bauen wolle. und wo wir schonmal da wären…

Also taperten wir los Richtung Holz. Fanden dünne Sperrholzplatten und Kanthölzer, wie gewünscht. Zuschnitt sei kein Problem, wurde uns versichert, dauere nur eine halbe Stunde.

Ist ja kein Ding, dachten wir. Gehen wir solange in die Gartenabteilung.

Langer Geschichte kurzer Sinn: Jetzt sind wir die stolzen (und planlosen) Besitzer eines Johannisbeerbaumes und einer Blaubeere, und haben genügend Hängevorrichtungen, um unseren Balkon endgültig in einen Dschungel zu verwandeln. Kostenpunkt: Fünfundsiebzig Euro.

Staubsauger hat der Laden übrigens nicht. ^^

Nahrung für die Seele

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Die meisten Leute leben hektisch. Wie soll man sich da Zeit für die tägliche Andacht nehmen? Das dachte ich auch lange, und meine Andachtsecke (mein „Altar“) verschwand unter Staubmäusen von der Größe Alaskas, Büchern, Kisten und Kram.

Jetzt sieht sie wieder so aus. Wenn ich mir regelmäßig Zeit für mich selber nehme, geht es mir besser UND ich in produktiver. Vom Seelenheil einmal ganz zu schweigen.

Außerdem kommen mir in stiller Zwiesprache häufig gute Ideen. ^^