Der Traum vom Traum

Am Ende von Ramadan hatten wir sechs Tage frei.

Viele meiner Kollegen sind temporär ins Freibad gezogen oder in die Sauna.

Ich habe mich ins Wohnzimmer gesetzt, bei zugezogenen Vorhängen, und mich an die Arbeit gemacht. Einen Roman geplant, einen anderen weitergeschrieben. Charaktere ausgebaut, Perspektiven geplant, eine Figurenaufstellung vorbereitet. Handwerkliche Schreibübungen für einen Kurs angefertigt.

Als Schriftsteller kann man offenbar gut ganze und viele Tage damit verbringen, keine anderen Menschen zu treffen, nicht rauszugehen und auch keine Sonne abzubekommen.

Und ich habe es sehr genossen. Könnte ich glatt für länger machen. Zu dumm, dass ich noch einen Bürojob brauche, um meinen Kaffeekonsum zu finanzieren. Bleibt nur zu hoffen, dass ich bald reich und berühmt werde, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

(Außerdem hab ich mir letzte Woche den Knöchel verstaut, war auf dem Rheinauenflohmarkt und in der Cocktailbar, aber das tut gerade nichts zur Sache.)

Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Echt jetzt, kaum bleibt man einen Abend in der Lieblings-Cocktail-Bar nüchtern, schon wird man vom Bakterium aus der Hölle(TM) niedergestreckt. Gestern morgen war ich noch fest entschlossen, im Büro alles auszusitzen, aber zwei Stunden später hab ich dann doch aufgegeben und mich von Richard abholen und zum Arzt fahren lassen. Seitdem wohne ich auf dem Sofa, unter einem Stapel Decken, und döse, trinke Tee und Cola und höre mit halbem Hirn alten „Medical Detectives“-Folgen zu. Das erste, was gestern abend unten bleiben wollte, war etwas Schokopudding und Rosinenbrötchen mit Gouda – ich sag’s euch, das ist ein Allheilmittel. Inzwischen geht es etwas besser, und das ist auch gut so, denn uns gehen die Katzenfutter-Vorräte zur Neige, und wir können die Plüschmonster ja schlecht hungern lassen.

Wenigstens habe ich so ein wenig Zeit, mich in das Manuskript einer befreundeten Autorin zu versenken und ein paar Schreibratgeber zu lesen, die auf mysteriöse Weise hier aufgetaucht sind. Eine ziemlich unheimliche Sache, das ganze…

Die gute deutsche Arbeitsmoral

Gestern erzählte meine Vorgesetzte, man könne in den „Groß“-Raumbüros (haha, wir sitzen zu viert auf zwölf Quadratmetern) immer direkt erkennen, ob da Deutsche arbeiten oder nicht. Deutsche seien nämlich immer still und konzentriert bei der Arbeit, während die arabischen Mitarbeiter (ihre Worte, nicht meine!) die ganze Zeit quatschen würden.

Ich kann jetzt nicht bestätigen, dass wir den ganzen Tag mit grimmigem Gesichtsausdruck auf der Arbeit schaffen, aber das ist schon eine gute Ausrede Erklärung dafür, warum es hier wieder so still war – ich habe mich unter Projekten begraben. Wollt ihr mal wissen, was gerade in meinem Kopf vorgeht? Okay, das kann ich keinem zumuten, aber meine Projekte vorstellen will ich natürlich trotzdem:

  1. Ich habe mit „Waldgeflüster“ angefangen, dem vierten Band der „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe. Der Plot ist, bis auf wenige Ecken, ausgearbeitet, die Vorbereitungen für das Cover-Foto sind schon in vollem Gange (das habe ich „outgesourced“) und die ersten tausend Wörter sind auch schon geschrieben.
  2. Vorher korrigiere ich noch schnell die englische Fassung von „Spiegelsee“ (mit dem umwerfend originellen Titel „Mirror Lake“), nachdem ich eine Muttersprachlerin habe drüberschauen lassen. Alle Fehler, die in dem fertigen Produkt sind, sind natürlich meine.
  3. Außerdem sichte ich gerade meine gesammelten Kurzgeschichten und versuche zu entscheiden, ob da genügend gutes Material für eine Kurzgeschichtensammlung bei ist. Also, wenn man das alles mal gründlich poliert und so.
  4. Seit unserem Amsterdam-Besuch letzten Mai trage ich eine Horror-Geschichte mit mir herum, die ebenfalls durchaus ein ganzes Buch füllen könnte. Wenn ich sie denn mal schriebe. Zur Recherche muss ich allerdings nochmal nach Amsterdam, vor allem ins Reichsmuseum.
  5. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Notizbuch mit dem Anfang eines Erwachsenen-Märchens, das ich unglaublich gerne beenden möchte.
  6. Meine Vorsätze für dieses Jahr beinhalten, jeden Monat mindestens eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung oder einen Wettbewerb einzureichen. Für Februar hab ich da übrigens noch nichts…
  7. Und zu guter Letzt hatte ich eine hervorragende Idee für ein Theaterstück über fanatische Clowns. Ist nur blöd, dass ich noch nie ein Theaterstück geschrieben habe.
  8. Ihr dachtet, „zu guter Letzt“ kennzeichnet das Ende einer Liste? Dann habt ihr euch noch nicht vor Augen geführt, dass ein Indie-Autor (von „independent“) sich ja auch noch mit dem ganzen organisatorischen Quatsch und Werbung herumschlagen muss. Also habe ich letztes Wochenende beispielsweise Flyer erstellt, die hoffentlich heute oder morgen geliefert werden und dann mit Freunden auf die Reise zu verschiedenen Buchmessen gehen. Als nächstes möchte ich Werbematerialien wie Kühlschrankmagnete, Lesezeichen und eventuell bedruckte Tassen oder ähnliches machen. Oder falsche Visitenkarten für Helena, um sie in die Bücher zu legen, die ich selbst von zuhause verschicke. Und alle, die jetzt lachen, wissen genau, wie hoffnungslos ich mit Design-Aufgaben bin. Aber nicht nur die Leber wächst mit ihren Aufgaben, zum Glück!

Bei Zeiten werde ich natürlich auch Fotos und Erfahrungsberichte teilen, aber im Moment wäre das alles etwas langweilig, um darüber zu bloggen. „Habe ein Kapitel korrigiert.“ – „Habe noch ein Kapitel korrigiert. Was habe ich mir nur dabei gedacht?“ – „Wenn man vor dem ersten Kaffee schreibt, hat man nix, was man sich über die Tastatur kippen kann.“ Ich dachte, das erspar ich euch mal.

Dinge, die man so wohl nur in Bonn sieht

Bald ist es ja wieder soweit, jemand lässt die Narren los. Dem Frohsinn kann ich zwar nichts abgewinnen, aber ich mag, wie die Stadt Bonn mit der ausufernden Narretei umgeht:

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Wir wissen, die Leute haben Sex, vor allem in betrunkenem Zustand, dann erinnern wir sie wenigstens daran, sich ein Zipfelchen über ihr Zipfelchen zu ziehen. So muss das. Ähnliche Aushänge gibt es in Bussen und Bahnen in der Zeit vor der Zeit regelmäßig – ob sie etwas bringen, weiß ich nicht, aber ich find die Idee gut. (Die blöde Qualität kommt daher, dass der Bus gezappelt hat.)

Unabhängig davon habe ich noch etwas fotografiert, das ich mit euch teilen wollte. Die Räumungsverkäufe der allgegenwärtigen Teppichhändler gehören zum Stadtbild, seit ich vor vielen, vielen, viiiiielen Jahren zum Studium hergekommen bin. Und jetzt das:

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Ein neues Geschäftsmodell?

Es fing so harmlos an…

Meistens tippe ich an meinem Schreibtisch ja. Aber manchmal habe ich auch echtes Papier, mit dem ich arbeite. Und da stellte ich neulich wieder fest, dass der Klemmspot, der schräg links hinter mir an der Fensterbank klemmt, seiner eigentlichen Aufgabe – mir ein Licht aufgehen zu lassen – nicht unbegrenzt nachkommt. Ich gebe meiner Schulter die Schuld.

Auf jeden Fall dachte ich mir zuerst: Suchst du dir halt eine Schreibtischlampe. Kann so schwer nicht sein, die meisten Leute mögen Tische und Licht, und schreiben kann eigentlich jeder. Aber Pusteblume! Jede Lampe, die nicht direkt aussieht, als sei sie dem ÜBerraschungsei entnommen, kostet beinahe soviel wie ein Kleinwagen (ohne TÜV).

Außerdem: Ich mag meinen Klemmspot. Den hat meine jüngere Schwester nämlich für mich bemalt, als ich damals von zuhause auszog, um studieren zu gehen. Das ist schon sehr, sehr lange her.

An den Tisch kann ich den Klemmspot leider auch nicht klemmen, denn mein Schreibtisch ist eigentlich ein Massiv-Eiche-Esstisch, der so stabil ist, dass man auf ihm Tango tanzen könnte. Sogar Leute wie ich. Nach hochwissenschaftlichen Messungen ist die Platte mindestens drei Frauenfinger breit. Zuviel für einen herkömmlichen Klemmspot.

Und da ging es los. „Hmm, eigentlich brauchst du doch nur etwas, wo du den festklemmen kannst…“ Sprachs und machte sich auf ins Internet, um Ideen zu sammeln. Und das ist dabei rausgekommen:

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Für einen Preis, der so absurd niedrig ist, dass man annehmen muss, es sei von sibirischen Biberkindern bei Minusgraden von Hand zurechtgenagt, fand ich dieses formschöne Regal. Es ist nicht besonders tief, das wurde von anderen Käufern als Minuspunkt bemängelt, und soll eigentlich an die Wand geschraubt werden. Aber es steht, wie ihr sehen könnt, ganz hervorragend. Jetzt beherbergt es nicht nur den berühmten Klemmspot, sondern auch die von mir geschriebenen Bücher, meine Fachbücher zum Thema „Schreiben“ und was man sonst noch so braucht. Also Nippes, Kleinkram, Taschentücher, Gummibärchen und Motivation. Und auch noch das hier:

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Der ist aber nur für besondere Gelegenheiten. ^^

Keine Rezension: Mein Alltag

Nein, mein Alltag verdient keine Rezension. Hier geht es nämlich trotz Jahreswechsel ziemlich langweilig zu. Aber ich geh mal davon aus, das stört euch nicht, oder? Darum ein kleines Update.

Das größte Abenteuer erlebt im Moment Greebo, der muss wegen einer Blasenentzündung regelmäßig zum Tierarzt. Erträgt alles mit Würde, wie es sich für einen behäbigen Herren gehört. Nur am Montag, nach dem ersten Besuch, hat er mich zuhause vor Empörung angepinkelt. Kann ich ihm aber nicht einmal verdenken. (Nächste Woche folgt die lustige Geschichte darüber, wie ich versuche, von einem Kater eine Urinprobe zu bekommen. Was kann da wohl schiefgehen?)

Zwischen „Hexenhaut“ und „Waldgeflüster“ habe ich eine kleine Pause eingelegt – nein, nicht zum Faulenzen, sondern um „Spiegelsee“ ins Englische zu übersetzen, das war schon lange überfällig. Damit – und mit dem millionsten DVD-Re-Run von „The Following“ (eine tolle Serie, viele Tote, um Logik muss man sich da nicht kümmern) – verbringe ich also im Moment meine Abende, falls ich denn Abends noch ein wenig Energie aufbringe.

Der Mann bleibt mir noch ein paar Tage erhalten, den hat die Nasenrotzpest erwischt. Hält sich aber ganz tapfer und hilft solange im Haushalt mit. Ab nächster Woche zieht dann wahrscheinlich auch der Teilzeit-Fernbeziehungs-Alltag wieder ein.

Ja, so spannend ist das hier. Hättet ihr gar nicht erwartet, oder? Ich verspreche hoch und heilig, demnächst mal ein paar Abenteuer zu erleben. Nur für euch. Ganz selbstlos.

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Kleidergeister

Erinnert ihr euch noch an diesen Post? Sehr gut, denn ich habe die Fortsetzung für euch!

Anfang Januar hatte ich plötzlich Schlafanzughosen in der Wäsche, die keiner von uns beiden kannte. Damals dachte ich: Oh, die kommen wohl aus dem Einbauschrank, der in unserer neuen Wohnung war. Kann ja mal passieren, der Vormieter vergisst beim Räumen etwas in einer dunklen Ecke, und irgendwann kramt man das versehentlich hervor. (Dafür hat man Katzen.)

Wir haben also den Schrank einmal komplett ausgeräumt und bei der Gelegenheit gleich sauber gemacht. Kann ja nicht schaden.

Vorgestern Abend dann war ich auf der Suche nach den Katzen. Die verstecken sich gerne im Schuh-Fach des Schrankes und schnüffeln an meinen getragenen Ballerinas. Ich also auf die Knie und mit der Taschenlampe in das Fach leuchten. Und was finde ich?

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Das sieht doch verdächtig nach weißen Tennissocken aus!

Nein, keiner von uns trägt weiße Socken. Und ja, da bin ich mir ganz sicher.

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Hier der ausgerollte Beweis. Socken. Mit Tennis. Ich dachte, die seien in den achtzigern verboten worden?

Auf jeden Fall hab ich das direkt mal Richard am Telefon erzählt. Was soll er denn denken, wenn er nach Hause kommt und wir haben fremde Männersocken in der Wohnung liegen? Und wir haben angefangen zu spekulieren und eine Reihe aufregender Theorien aufgestellt:

  1. Auf dem Dach wohnt jemand, der in unserer Abwesenheit durch eine Luke in die Wohnung steigt, den Kühlschrank plündert und seine Socken bei uns wäscht.
  2. Ein Stalker mit nachgemachtem Schlüssel reibt sich in unserer Abwesenheit an meinen Schuhen, wie der Kater. Warum er dabei die Socken auszieht? Fragt mich was leichteres.
  3. Wir haben Kleidergeister.

Gut. Vielleicht wäre es auch möglich, dass wir die eine Ecke des Schrankes beim Ausräumen einfach übersehen haben. Aber die anderen Geschichten finde ich viel spannender!

Zugegeben, ein wenig gruselt es mich jetzt schon, unter der Woche allein zuhause zu sein… ^^

Der Hexenkalender von der Zauberfrau

Wie ihr wisst, mag ich hübsche Dinge. Vor allem für tägliche Aufgaben und alles, was langweilig ist. Deswegen war ich natürlich begeistert, als ich über den hübschen Kalender von der Hexenfrau stolperte. Seht selbst:

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Hier seht Ihr die Edition Zwei. Das Buch ist ungefähr in Din A5-Format. Eine Woche füllt jeweils eine Doppelseite, mit ein wenig Platz für Notizen etc. unten rechts. Außerdem sind alle Seiten liebevoll gestaltet mit Bildern, hübscher Schrift und klugen Dingen. Die Voll- und Schwarzmonde sind da, genau so wie die kalendarischen Sabbath-Termine. Außerdem gibt es Seiten mit interessanten Informationen, etwa darüber, wie man mit Kastanien wäscht. Abgerundet wird das ganze durch Kontakt-Informationen und Platz für Notizen. Das Thema des Kalenders für 2014/2015 (er beginnt mit dem 01.11.2014) ist übrigens das Element Erde. Und für nächstes Jahr ist Wasser dran. Und als sei das alles nicht genug, sind Anregungen und Beiträge natürlich willkommen, die Kontaktinformationen findet ihr auf der offiziellen Seite des Kalenders.

Wie ein unaufmerksames Zimmermädchen beinahe ein bisschen unsere Beziehung gefährdet hätte

Vor ein paar Tagen war ich auf dem Sprung, Freunde und Familie besuchen. Richard war außergewöhnlich früh aufgestanden, um sich die PHOTOKINA anzuschauen, und ich wollte noch schnell seine Beraterwäsche aus dem Beraterkoffer in die neue Waschmaschine stopfen.

Beim Sortieren fand ich das da:

IMG_0327Ich kenn mich da ja nicht so gut aus, aber das sah nicht aus wie ein Produkt für Männer. Und meine war das auch nicht. Also fotografierte ich den Stein des Anstoßes und schickte Richard eine Nachricht: „Guck mal, was in deinem Koffer war. Bist du etwa heimlich ein Cross-Dresser“

Seine Antwort: „WTF?“

Ich wieder: „Ich weiß grad nicht, was ich denken soll. Wie fändest du das, wenn bei deiner Rückkehr fremder Leute Boxershorts in der Wohnung lägen?“

Er: „Keine Ahnung, glaub ich.“

Ja, wir sind sehr eloquent. Auf jeden Fall musste ich los, und die Unterhaltung wurde erst einmal auf Eis gelegt. Was natürlich nicht ganz einfach war. Zwar bin ich 99,99785% sicher, dass Richard mir auf ewig treu ergeben ist. Zumal, als wir damals zusammenzogen, ich mit Katzen- und X-Box-Entzug gedroht habe, sollte er mich jemals hintergehen.

(Ich weiß, wo es richtig wehtut.)

Egal. Sonntag Abend hab ich ihm dann als erstes den Stein des Anstoßes vorgelegt. Richard hatte die Sache natürlich direkt vergessen. Wir haben dann zusammen überlegt, woher das Ding kommen könnte: Meine? Keinesfalls. Von einer der gelegentlich übernachtenden Freundinnen? Zu klein. Multiple Persönlichkeiten? Unwahrscheinlich. (Richard: „Ich hoffe nicht, das Ding sieht ziemlich unbequem aus!“)

Die Lösung war dann so simpel wie blöde: Der Schlüpper lag in Richards Hotelzimmer, in dem Fach, in dem er seine (überwiegend schwarze) getragene Wäsche sammelt. Und Donnerstag Morgen beim Packen hat er das Ding dann wohl unbewusst mitgeschleppt, auf dass es zuhause bei uns ein wenig für Abwechslung sorge.

„Das soll ich dir also glauben?“

– „Überleg doch mal, Schatz: Wenn ich dich betrügen würde, dann doch nicht mit jemandem, der so langweilige Unterwäsche trägt!“

Zugegeben, das klang logisch. Außerdem war er in der ganzen Angelegenheit so entspannt und offen überrascht, dass ich ihm die blöde Geschichte abkaufe – er ist ein ziemlich mieser Lügner. Vertrauensselig, wie ich bin, naiv und voll Glauben an das Gute in der Menschheit, glaube ich ihm also. Richard ist einer von den Guten, wirklich. Letztendlich lachten wir also über den Schrecken. Ich schlug vor, er solle sich beim Hotel beschweren und eine Wiedergutmachung verlangen, schließlich habe dieser Schlüpper fast seine Beziehung ruiniert. Das wollte er aber auch nicht: „Und was, wenn das Zimmermädchen dann meinetwegen Ärger kriegt?“

(Laaaaangweilig!)

Und die Moral von der Geschicht: Es ist nicht immer, wie es scheint. Manchmal muss man sich entscheiden, anderen zu vertrauen. Und: Es ist gut, von Zeit zu Zeit seine Drohungen zu erneuern. (Oder: Mach das Licht an, wenn du deinen Koffer packst.)

REMONDIS: Service mit Humor

Ich weiß nicht, wie das in anderen Städten funktioniert. In Bonn muss man gelbe Säcke bei der Stadt bestellen, und geliefert werden die Dinger von der REMONDIS GmbH. Das funktioniert online, aber nicht immer einwandfrei.

Vor einigen Wochen war es für uns mal wieder so weit. Allerdings warteten wir vergeblich. Also bestellte ich noch einmal und schrieb in das Feld für Notizen den folgenden Text:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Wochen warten wir auf unsere gelben Säcke. Das Kunstwerk aus Milchtüten ist vom Weltraum aus sichtbar. Alle Katzen in der Nachbarschaft tragen Rüstungen aus Konservendosen. Nur der Geruch stört ein wenig. Im Tausch bieten wir Ihnen ein Mobile aus Joghurtdeckeln.

Mit freundlichem Gruß,

Diandra Linnemann

Nur wenige Stunden später hatte ich, zu meiner großen Freude, die folgende Antwort im Spamordner:

Guten Tag Fr. Linnemann,

wir schicken Ihnen umgehend gelbe Säcke nachdem wir hier erste Fotos aus dem All sichten konnten

Mit freundlichen Grüßen

REMONDIS GmbH

Offensichtlich hat da jemand Spaß an seinem Job. Aber warum muss man auch alles immer so ernst betrachten… ^^