Warten und wandern

Aktuell besuchen wir einmal pro Woche einen Verwandten in einem weiter entfernten Krankenhaus. Und weil ja immer noch Corona ist, lassen die natürlich nur eine Person pro Tag als Besucher rein. Der Mann fährt aus gesundheitlichen Gründen nicht gern so eine lange Strecke am Stück, also muss ich ran.

In den letzten Wochen habe ich mir Arbeit und Bücher mitgenommen. In unserem Auto wartet es sich ja ganz bequem.

Die Aussicht.
Die Arbeit (fertig, nach dem Blocken).

Diesmal war das Wetter aber so schön, dass ich stattdessen auf gut Glück in die Landschaft gelaufen bin. Mach ich manchmal. Geht meistens gut.

Ein … Dings? Im Ernst, Leute, wer weiß, was das ist?
Eine Aussicht.
Eine Präzisions-Sonnenuhr.
Eine Sternwarte.

Ich sag doch, meist geht das ganz gut. ^^

Jugendsünden und was man aus ihnen lernt.

NICHTS.

Screenshot Anmeldebestätigung Strongmanrun Köln 2022, Aufschrift: "#RUNJECK
Köln, 10. September 2022
YEAH - DU BIST DABEI!!!"
Als ob ich nie gejammert hätte.

Erinnert ihr euch noch? Das ist vier Jahre her, ich war ein gutes Stück jünger (und leichter!) und hatte riesigen Schiss vor der ganzen Sache. Heute morgen kam dann der nächste Newsletter mit einer Übersicht über einige der kommenden Hindernisse, und ich erwischte mich beim Gedanken: „Hey, das sieht nach Spaß aus.“

Nachdem ich mich selbst ausgelacht hatte, rechnete ich nach: Noch drei Monate. Ich kann aktuell keine 10 Kilometer am Stück rennen und bin erst seit wenigen Wochen wieder im Fitnessstudio angemeldet.

Ach, was soll’s?

Also habe ich mich angemeldet und fühle mich jetzt ein wenig albern.

Wer von euch kommt mich anfeuern?

Mein Fahrrad

Vor einem Mehrfamilienhaus steht ein dunkelblaues City-Damenrad mit tiefem Einstieg. Auf dem Lenker erkennt man eine gelbe Quietscheente mit Helm. Am Gepäckträger hängt eine gelbe Tasche.
Darf ich vorstellen? Sebastian.

Manchmal funktioniert mein Hirn ein wenig merkwürdig. Dann will es etwas unbedingt, obwohl es andere günstigere/bessere/einfachere Methoden gäbe, vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

Ein neues Fahrrad beispielsweise. Also nicht nur ein neues Fahrrad, sondern ein „neues“ neues Fahrrad. Frisch aus dem Laden.

Sowas hatte ich nämlich noch nie.

Oder fast noch nie. In der Grundschule bekamen wir drei von unseren Großeltern Gazelle-Räder, die dann anschließend fleißig in Verwandtschaft und Bekanntschaft herumvererbt wurden. Ich denke, als die bei uns ankamen, waren die ganz neu. Aber das war auch in den späten Achtzigern.

Man könnte natürlich ein gebrauchtes kaufen. Sogar ein gebrauchtes aufgemöbeltes. Wäre auch viel sinnvoller, so oft, wie die geklaut werden.

Aber mein Hirn hat darauf bestanden. Und da ich noch einen Teil meines letzten Jahresbonusses für wahlweise Fahrrad oder Notfall beiseitegelegt hatte, war es jetzt also soweit.

Natürlich habe ich ganz artig lokal gekauft, in einem Laden, in dem ich schon früher mit Rad-Wehwehchen war. Und das nicht nur, weil ich mal so überhaupt keine Ahnung von Fahrrädern habe, sondern auch, damit ich immer eine Werkstatt an der Hand habe. Bin letzte Woche hin, hab ihm mein Leid geklagt (dicke Frau will Fahrrad ohne Batterie, um damit auf den Berg zu fahren, auf dem sie wohnt) – und der junge Herr hat fleißig beraten, bis wir uns einig waren. Ging eigentlich ganz leicht, wir haben einige Räder angeschaut, und das erste, das ich ausprobiert habe, passte schon gut. Helm etc. hatte ich noch zuhause von dem Leihrad, das ich letztes Jahr hatte (schließlich musste ich ausprobieren, ob ich tatsächlich blöd genug wäre, regelmäßig mit dem Rad die zwei Kilometer Steigung in Angriff zu nehmen – und ja, ich bin so blöd). Nachdem wir uns einig waren, wurden noch einige Schrauben nachgezogen, die Reifen überprüft, ein spezielles Schloss montiert – und heute durfte ich Sebastian dann endlich abholen.

Warum Sebastian? Tja, daran sind die Prinzen schuld.

Der Tierarzt. Das Update.

Vielleicht erinnert ihr euch, der alte Flauschepo (also der Kater!) war beim Tierarzt.

Weißblaue Katzentransportkiste mit weißer Gittertür. Hinter der Tür: Auf einem sandfarbenen Kissen hockt ein weißer Kater mit wenigen roten Abzeichen und schaut durch die Tür.
Vor dem Tierarzt.

Wie der Tierarzt nach kurzer Untersuchung bestätigte (so ähnlich hatte ich das schon vermutet), gab es zwei Möglichkeiten:

Entweder der Kater hat irgendwo eine Entzündung, die in der Untersuchung nicht sichtbar war, dadurch schwillt der Lymphknoten an.

Oder es ist ein Tumor.

Sicherheit, meinte der Tierarzt, würde eine Nadelbiopsie geben. Allerdings sei die an genau der Stelle schwierig, weil da sowohl Nerven als auch große Blutgefäße verlaufen. Und ohne wichtigen Grund sedieren wolle er so einen alten Kater (der Flauschepo ist 13 Jahre alt) auch nicht. Also schlug er vor, symptomatisch für eine Entzündung zu behandeln und zu schauen, ob die Schwellung davon weg geht. Es gab noch eine Spritze für den Kater und ein Tütchen Tabletten, dann waren wir entlassen.

Weißblaue Katzentransportkiste mit weißer Gittertür, auf sandfarbenem Kissen ein weißer Kater mit wenigen roten Markierungen, der deem Betrachter beleidigt den Rücken zuwendet.
Nach dem Tierarzt.

Jetzt muss der arme alte Greebo also vor dem eigentlichen Futter immer so eine Leckerchen-Paste mit kleingebröselten Tabletten fressen. Er leidet sehr. Aber es sieht ganz so aus, als ob die Behandlung Erfolg zeigt, also werde ich mich nicht beschweren.

Abenteuer Eifel – Abenteuer Auto

Wir waren also vor kurzem in der Eifel. Für einen Tag. Mit dem Auto. Sonst kommt man da ja gar nicht hin, und weg erst recht nicht.

Und jetzt werde ich euch erklären: Ja, ich habe auf dem Land den Führerschein gemacht. Allerdings auf dem PLATTEN Land.

Abblätterndes "Tempo 30" Schild, auf die Fahrbahn gemalt.
Photo by Markus Spiske on Pexels.com

Die ganzen Berge und Kurven und vor allem die Kurven am Berg sind für mich schon schwierig. Und wie alle vernünftigen Leute passe ich meine Geschwindigkeit meiner Erfahrung und meinen Fähigkeiten an. Hat ja niemand was davon, wenn ich rasant brettere, wo es niemand sieht, und dann demonstrativ im Graben auf den Abschleppdienst warte.

Nun gibt es aber auch in der Eifel Regeln. Die drücken sich in Form der üblichen Straßenschilder aus. Zum Beispiel wird vor größeren Kreuzungen oder komplexen Kurven mit diesen runden Dingern darauf hingewiesen, dass man hier doch bitte maximal 70 zu fahren habe.

Meine Freundin und ich sind uns bis heute nicht sicher: Sind das jetzt wirklich Geschwindigkeitsbeschränkungen – oder doch eher Herausforderungen?

(Falls ihr also neulich in der Eifel hinter einem weißen Auto mit gefühlter Bobbycar-Höchstgeschwindigkeit stecktet … das war ich. Sorry.)

Alles hat ein Ende

Zwei Paar Füße am sandigen Rheinufer im Wasser
Urlaubsfeeling

Das war ein kurzer Kurzurlaub. Nach einem Abstecher in die Cocktailbar gestern Abend gab es heute noch zwei Pflichtveranstaltungen: Den Haribo-Werkverkauf und das Rheinufer. Wie immer haben wir beim Abschied mehr Pläne, als wir beim Wiedersehen hatten. Keine Zeit für Langeweile.

Glücklicherweise leben wir in einem vielfältigen Land mit tollen Urlaubszielen, sogar vor der eigenen Haustür, und mit spannenden Details, die man entdecken kann – sogar ohne Reiseführer. (Ja, das Internet macht alles leichter.)

Ein wenig kreativ ausgetobt haben wir uns auch noch. Jetzt liege ich in erster Linie in der Ecke und erhole mich von soviel Sonne, Spaß und Bewegung. Ich muss mich wirklich mehr um meine Fitness kümmern, sonst werde ich irgendwann zu alt für diesen Schabernack. ^^

PS: Natürlich wird das eine oder andere in meinen Geschichten auftauchen. Für Autor*innen ist alles Recherche.

Was man nicht alles so gesehen haben muss …

Ich bin im Rheinland ja quasi ein Neuling, ich lebe hier erst seit etwa 18 Jahren. Wenn ich also mit einer Freundin vor Ort eine Touristentour machen will, brauchen wir touristische Informationen.

Diesmal wollten wir es etwas anders angehen. Vorab hatte ich ein Buch bestellt: „111 Orte im Siebengebirge“, die man gesehen haben muss“ – und ich muss ja mal sagen, „muss“ ist in diesem Zusammenhang schon ein hartes Wort.

Wir haben vorab einige Dinge ausgesucht, dann anhand der Karten im Buch kleine Teiltouren geplant und sind losgefahren.

Die „Reste einer alten Festung“ waren ein mit Ziegelsteinen und Graffiti verstärktes Gemäuerchen von der Größe zweier Bierkisten mitten im Wald.

Das ehemalige Fürstenbad? Ein leerstehender Kasten mit vielleicht vier Metern Kantenlänge und lieblos restaurierten „Buntglas“-Fenstern.

Man leidet jetzt nicht außerordentlich, wenn man sich so etwas anguckt – außer bei 35 Grad in der prallen Sonne – aber erhabenes Seelenheil wollte sich bei uns partout auch nicht einstellen.

Dafür haben wir ein kleines Café gefunden, das exzellenten Kaffee hatte (Karlottas Kaffee und Lieblingskram) und konnten gegen Ende des Tages auf einem ungeplanten Abstecher sogar noch ein Stück leckeren Kuchen ergattern.

Unsere Abenteuer werden eben nie langweilig. ^^

Diese Kirche war, glaube ich, das einzige Highlight des Buches – wenigstens von den Dingen, die wir ausprobiert haben. An allen 111 Stellen waren wir heute nicht.

Cheftomaten unterwegs

Was kann ich sagen? Es war heute sehr sonnig. Und ich hatte zwar voll vernünftig LSF 50 aufgetragen, aber an einigen Stellen haben die Riemen des Rucksacks alles wieder abgescheuert.

Egal, wir hatten trotzdem ein tolles Abenteuer. Zuerst sind wir um einen See herumgewandert. Das war noch geplant. Unterwegs haben wir ein Kloster angeschaut, das war spontan. Dort bleiben wollten wir allerdings nicht. Also haben wir uns einen Kaffee gegönnt und dann überlegt, wie wir spontan das Abenteuer verlängern könnten.

Kirche des Klosters in Maria Laach vor sonnigem Himmel.
Niemand ist beim Betreten in Flammen aufgegangen.

Zuerst wollten wir zu einer Burg. Also einmal rund um die Eifel fahren, dann den Berg hinauf – und schließlich waren wir nur noch etwa sechshundert Meter von dieser Burg entfernt. Die aber ging es relativ steil bergauf, und das wollten wir nach unserer Wanderung nicht noch auf uns nehmen. Also haben wir geguckt, was man sonst noch alles machen könnte.

Das Internet sagte, es gebe in der Nähe Höhlen.

Höhlen?

Zum angucken. Einfach so.

Klingt gut.

Mehrere Durchgänge durch ein Stück helles Trass-Gestein, im Hintergrund Wald und Sonne.
Na, wo geht es lang?

Nach ein wenig Fahren und Suchen haben wir die Höhlen dann auch gefunden. Direkt neben einem Parkplatz, der uns beinahe entgangen wäre. Dort sind wir also noch weiter geklettert und haben gehöhlt und sind gewandert, bis es uns zu steil wurde – und dann sind wir wieder umgekehrt.

Ganz im Ernst, dafür hätten wir auch auf die Burg hinaufwandern können.

Aber die Höhlen waren toll. Und wir am Ende ziemlich staubig.

Blick hinunter auf schmutzige Beine und ehedem schwarze, schmutzige Schuhe.
Diese Schuhe waren übrigens mal schwarz. Die Beine nicht.

Mal schauen, was wir morgen machen – Hauptsache, es geht nicht wieder auf einen Hügel.

Zwei Tage Vollgas

Die Staycation naht. Das Büro macht Donnerstag und Freitag wegen Opferfest dicht, die Beste hat noch Urlaub. Und wenn wir schon nicht wegfahren können, machen wir eben hier die Gegend unsicher.

(Notiz: Mir ist klar, dass wir wegfahren DÜRFTEN. Wir haben auch lange überlegt, ob wir irgendwas in die Richtung machen wollen – Hausboot im Naturschutzgebiet oder kleine Insel, auf der nur Schafe wohnen. Da wir aber beide mit Risikopatienten zu tun haben und auch so ganz gerne atmen, lassen wir die Kurzreise dieses Jahr trotzdem ausfallen. Nur weil man etwas tun darf, heißt das nicht, dass man es tun MUSS.)

Auf jeden Fall werden wir uns von Mittwoch Abend bis Samstag Morgen eher nicht altersgemäß verhalten und dabei hoffentlich viel Spaß haben. Drückt mal die Daumen, dass das Wetter mitspielt.

Bis dahin ist allerdings noch zwei Tage richtig Gasgeben angesagt. Zum einen hat sich das Büro/Gästezimmer/Schneckenrefugium mal wieder in eine Gerümpelkammer verwandelt, und wenigstens das Bett sollte ich freiräumen. Ein Großeinkauf ist auch noch angesagt, damit ich mich bis zum Wochenende nicht mehr kümmern muss. Außerdem findet die jährliche Zahnreinigung statt, damit ich auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann, und IRGENDWER hat mal wieder die Steuererklärung bis zur letzten Minute aufgeschoben. Ist ja nicht so, als ob die jedes Jahr gemacht werden müsste. Oder als ob ich nicht fast schon sieben Monate dafür Zeit gehabt hätte. Tja.

Also heute und morgen Vollgas, damit wir danach ohne schlechtes Gewissen ein paar schöne Abenteuer erleben können. Ich halte euch auf dem Laufenden! ^^

Urlaub – träumt ihr noch oder plant ihr schon?

IMG_2466

Das war letzten Sommer in Scheveningen.

Meine Kolleginnen sind bereits wieder im Urlaubsfieber. Die erste treibt sich in Wien herum. Die zweite muss demnächst dringend mal wieder nach Amsterdam, und ich selbst habe mich auch schon verplant: Für London. Städtetrips sind gerade in Mode. (Prag muss dieses Frühjahr wieder ausfallen, weil wir lieber neue Bremsen für unser Auto hätten – ja, wir haben ganz falsche Prioritäten, haben unsere Freunde auch schon gesagt. Es bleibt also spannend. Ich gebe nicht auf.)

Und während ich so plane und träume und verschiebe und es draußen ganz usselig kalt ist, überlege ich – was war eigentlich mein bester Urlaubsmoment?

Im Ernst, ich kann das so gar nich sagen. Als wir als Erwachsene das erste Mal in einen richtigen, selbstverdienten Urlaub geflogen sind, das war schon ziemlich cool. Oder als wir auf Island vor der Gletscherlagune standen. Ich mag Sonnenuntergänge am Meer und außergewöhnliches Essen. Das Hotel in Agadir war hübsch und wir haben das Atlasgebirge gesehen. Brugge war ein Schatz und Dublin sowieso. Von Den Haag habe ich euch erst letzten Sommer vorgeschwärmt, das spare ich mir mal.

Also, alle unsere Urlaube waren Highlights. Vielleicht bin ich besonders leicht glücklich zu machen. Wo wir kommenden Herbst herumliegen wollen, weiß ich noch gar nicht – der Mann hat ein Bedürfnis nach Meer geäußert, aber da ist ja noch das ewige Ringen um die Goldene Stadt, oder wir könnten ein Ferienhäuschen in der Toskana, und Berge sind ja auch hübsch … hach, ihr seht das Problem.

Habt ihr schon Urlaubspläne für das kommende Jahr? Oder Abenteuer, an die ihr besonders gerne zurückdenkt?