Erleuchtung, ein Drama in Akten

Kork-Pinnwand. Darauf ein gelber Zettel, angepinnt mit einem roten Pin, auf den jemand mit schwarzem Filzstift eine leuchtende Glühbirne gezeichnet hat.
Foto von AbsolutVision, gefunden auf Unsplash.

Ich kann alles schaffen. Manchmal muss ich allerdings erst pathetisch sein.

Schon eine Weile wusste ich, dass eines von drei Bremslichtern an unserem Auto den Geist aufgegeben hatte. Und ich konnte mich nicht so recht überwinden, das Leuchtmittel auszuwechseln. Ehrlich gesagt – ich gebe dem Autohersteller die Schuld. Wir haben den Wagen nämlich schon seit mehr als zwölf Jahren, und hintenrum war noch nie ein Licht kaputt. Frontscheinwerfer, da habe ich schon eine Menge Leuchtmittel ausgetauscht. Hinten? Alles paletti. Seh ich ja nie!

Neulich wollte ich mich dann aufraffen. Und bat den Mann, erst einmal genau zu bestimmen, welches der Bremslichter defekt sei, denn ich kann ja schlecht bremsen und zum Gucken aussteigen.

Seine etwas bedröppelte Antwort: „Die unteren sind beide defekt, da leuchtet nix.“

Ja, Mist. Wird also wirklich Zeit. Denn WENN ich einmal bremse, soll die Welt das auch mitbekommen. Sonst knautscht das so unschön.

Gut. Ich also erst einmal umständlich die passenden Leuchtmittel herausgesucht und bestellt. Die kamen nicht. Oder sie kamen dann doch, lagen aber vor der Kellertür, wo ich nie hingucke. Zum Glück lagen sie wenigstens trocken und waren auch noch nicht geklaut, als ich sie am Sonntag Abend dann doch fand, eher so aus Zufall.

Dann – wie komm ich wohl an die Bremslichter ran? Geguckt, keine Klappe oder so gefunden. Das Internet konsultiert: Ah, da sind Schrauben, die schraubt man auf. Werkzeug brauch ich also auch. Zum Glück habe ich direkt mehrere Werkzeugkoffer, die ich regelmäßig verlege.

Gestern war es dann endlich so weit. Morgens auf dem Weg zur Arbeit Werkzeugkoffer und Leuchtmittel eingesteckt und im Kofferraum verstaut, damit ich das nach der Arbeit im Hellen direkt erledigen kann. Wenn ich nämlich zwischendurch erst hochgehe, dann sind da die Katzen und das Sofa, das wird kompliziert.

Zuhause auf dem Parkplatz nachmittags noch in Büro-Klamotten (nicht nach oben gehen, du erinnerst dich) – Stiefel, langer Rock, selbstgehäkelte Bandana auf dem Kopf – also das Werkzeug ausgepackt und die Schrauben rausgedreht. Aber die Scheinwerfer wollten sich nicht direkt bewegen. Ich also geflucht und probiert und gedrückt und geschoben und mehr geflucht. Die Nachbarn kennen jetzt ein paar neue Ausdrücke! Mit ein wenig Hebelwirkung kamen die Teile schlussendlich wirklich los, und der Rest ging genau so einfach wie bei den Frontscheinwerfern – Fassung aufdrehen, Leuchtmittel rauspulen, neues Leuchtmittel reinfriemeln und den ganzen Käse in rückwärts.

Bei der Gelegenheit habe ich auch direkt die eine Kennzeichenleuchte neu bestückt, die war nämlich auch ausgefallen. Nach zwölf Jahren schon, kannst du dir das vorstellen??? Das ging ganz einfach mit so Klemmfix-Laschen-Dingsies, dafür war das Leuchtmittel winzig.

Anschließend war mir das Drama ein wenig peinlich. Man gebe mir einen Schraubendreher und eine ausreichende Menge Kraftausdrücke, dann bin ich unaufhaltbar! Muss nur erst fertigjammern.

Der Sommer – ein Zwischenbericht

Ein Grund, weswegen es hier wieder ungewöhnlich still war, ist ja deutlich geworden – der Endspurt für Zuflucht in Schattenfall, dass am 10.07.2025 veröffentlicht wurde. Egal, wie gut man plant und wieviel Unterstützung man hat, es wird doch immer hektisch. Aktuell kann ich nichts mehr tun, als auf meine Print-Exemplare zu warten. (Natürlich plane ich schon die nächste Geschichte.)

Ein anderer Grund – der Sommer und besonders der Juli sind voller Termine. Einerseits liebe ich das, weil das alles großartige Termine sind, andererseits … ES IST ANSTRENGEND!!! Für August habe ich schon geplant: Nach der Krähenfee will ich zwei Wochen lang niemanden sehen und alle hassen. Bitte nicht persönlich nehmen!

Was war denn bis jetzt so anstrengend?

Beispielsweise ein zweitägiger Workshop zum Thema Nahkampf und Schusswaffen, speziell für Autor*innen, über den BVJA. Du weißt möglicherweise, wie oft in meinen Büchern gekämpft (gelegentlich) und geschossen wird (quasi nie!), aber ich fand das Thema so spannend! Und spätestens für den seit langem angedrohten dystopischen Roman kann ich vieles davon sicher verwenden, die Zeit war also gut genutzt.

Dann war da ein „Aktiv-Vortrag“ über die richtige Reinigung der Bonner Bücherschränke. Die Bürgerstiftung Bonn betreut aktuell über dreißig öffentliche Bücherschränke auf Stadtgebiet, und der Hersteller ist extra hergekommen, um den Bücherschrankpat*innen zu zeigen, wie man die Schränke von Graffiti etc. befreit, ohne die Oberflächen zu beschädigen. Ja, ich bin Bücherschrankpatin. In erster Linie, damit ich einen Vorwand habe, regelmäßig in den Schrank zu gucken. Was macht so ein*e Bücherschrankpat*in? Aufräumen, in erster Linie: Die Bücher richtig hinstellen, die Kinderbücher in das entsprechende Fach sortieren, Nicht-Bücher und Propaganda entfernen (ja, es tut mir leid – die schönen Zeitschriften, die du da ablegst, landen direkt im Altpapier) und eben alles, was Leute da so drankrakeln und -pappen, wieder abfriemeln.

Dann war da der Tag der offenen Tür am Radom im Nachbarort. Das ist eine Anlage, die für Sicherheits- und wissenschaftliche Zwecke mit Radiostrahlung Dinge auf der Erde und im Weltall untersucht. Sehr spannend, ich hab wenig verstanden. Die Schutzhülle für das Radioteleskop(?) sieht auch mehr so aus wie ein riesiges Drachenei in der Landschaft. Aber es war spannend und sehr heiß und anschließend waren wir Eis essen, das war gut.

Ich habe Sperrmüll geschleppt und war wandern und Tapas essen und Cocktails trinken und habe die erste Halloween-Deko gekauft. Ein Luxus-Leben voller Luxusprobleme.

Und habe ich schon vom Archiv im Haus der Geschichte erzählt? Wenn du dieses Jahr nach Bonn kommst, musst du dir das anschauen! Eigentlich haben die eine Dauerausstellung, die wird gerade umgebaut. Und während die geschlossen ist, kann man sich stattdessen für eine Führung durch einen Teil des Archivs anmelden. Das ist so, so interessant! Ich liebe solche Dinge ja, es tut mir leid. Nee, eigentlich gar nicht! Also, meld dich da an und geh da hin. Das Archiv eignet sich auch grandios als Unterschlupf für eine Zombie-Apokalypse, sag ich direkt dazu.

Gut, das war mein Sommer bis jetzt. Wir haben gerade Mitte Juni. ^^ Heute Abend geht es auf ein Konzert, und in den nächsten Wochen sehe ich unter anderem Familie, die ich viel zu selten sehe. Also mehr Abenteuer! Danach Krähenfee, dann zwei Wochen Einsiedler-Dasein. Das wird so gut!

Wenn ich die Tage Zeit habe, gibt es vielleicht einen Foto-Dump. Oder ich häkle endlich den Sommerhut zu Ende, der sich mir seit zwei Wochen hartnäckig widersetzt.

Was sind deine Abenteuer? Oder schwitzt du nur?

Monets Garten

Ab und zu bringe ich den Mann dazu, mit mir so richtigen Pärchen-Schiet zu machen. Diesmal haben wir uns „Monets Garten“ in Köln angeschaut – beworben als immersive 360°-Ausstellung mit interaktiven Elementen. Zugegeben, ich versteh nicht viel von Kunst. Aber ich kann sagen, ob mir etwas gefällt. Und manchmal nutze ich gern die Gelegenheit, um neue Erfahrungen zu machen.

Schwarzer Raum, große weiße Leinwand. Auf der Leinwand sieht man viele winzige Pünktchen und Striche in Grün, Türkis, Blau und Violett, die sich zu bewegen scheinen wie ein Weizenfeld im Wind. Das Bild wirkt dreidimensional und plastisch.

Die erste neue Erfahrung war die Parksituation in Köln-Ehrenfeld. Spannend! Also, ich hab ja auf dem Land fahren gelernt. Wenn man da parken will, lässt man das Auto einfach am Straßenrand ausrollen und dann steht das da. Doch mit Hilfe des Mannes, der mich eingewunken hat, haben wir dann doch in eine Parklücke gepasst, die sage und schreibe 20 Zentimeter länger war als unser Auto. Für andere Leute ist das keine Kunst, schon klar.

Straßenaufnahme. Ein künstlicher Mind leuchtet über einer mit Plakaten beklebten Mauer, daneben sieht man ein Tempo-30-Schild, Wahlwerbung und parkende Autos.

Die Tickets für die Ausstellung gelten für ein 15-Minuten-Zeitfenster. Zwölf dieser Minuten haben wir damit verbracht, überhaupt erst einmal den Eingang zu finden. Auch das möglicherweise eine typische Ehrenfelder Erfahrung? Auf der Website wurde schon gewarnt, dass der Eingang nicht in der Straße sei, in der die Halle sich laut Karte befindet, sondern an der nächsten Kreuzung. Allerdings war der Eingang dann noch einmal 50 Meter von dieser Kreuzung entfernt in einem Hinterhof mit fragwürdigem Pedigree. Ein Abenteuer nach dem anderen, ich sag’s dir.

Karikaturskizze  eines Mannes mit langer Nase und Backenbart, der auf einem Schmetterlingskörper angewachsen ist.

Die Ausstellung selbst war richtig hübsch. Wir waren mit wenig Erwartung hingegangen und wurden dafür belohnt. Zuerst kam man in einen Raum, in dem mehrere Gemälde von Monet auf Leinwände projiziert wurden und sich regelmäßig in winzige Farbwürmchen auflösten, die dann umherwuselten wie die Linien auf einem Wetterbericht. Außerdem konnte man sich an einem Zeitstrahl einen Überblick über Monets Leben und Wirken verschaffen. Das war gut, denn ich hatte kein einziges Datum parat.

Eine mit Wisterien bewachsene Holzbrücke führt über einen projizierten Teich voller gemalter Seerosen. Der Hintergrund besteht aus einer mit Efeu bespannten Wand.

Der nächste Raum war eine Nachbildung von Monets Garten – mit projiziertem Teich, auf dem von Besucher*innen gestaltete Seerosen trieben, vielen künstlichen Pflanzen und einer Häuserfassade. In diesem Haus konnte man mit einer weiteren riesigen Farbprojektion interagieren und die einzelnen Pinselstriche durch Bewegungen umherwirbeln lassen. Es gab die Gelegenheit, sich zu setzen und die Atmosphäre zu genießen, während man auf die Hauptattraktion wartete: Einen 360°-Film über Monets Leben, bei dem man sich quasi in den Bildern befand.

Projektion von Blumen und Grün auf einen Sitzhocker und den umgebenden Fußboden.

In dem Warteraum davor konnte man noch Monets Pinselstriche unter der Lupe betrachten und mit einer weiteren projizierten Farbinstallation interagieren. Dann ging es in die Film-Halle. So riesig sieht man die meisten Gemälde ja selten, und auch die Animationen waren sehr gelungen. Ich fand, der Film hatte genau die richtige Länge: Lang genug, um informativ zu sein, und nicht so lang, dass es langweilig wird. Vielleicht 30-40 Minuten? Also eine Serienfolge, das ist ja die übliche Aufmerksamkeitsspanne heutzutage.

Zwei Punkt-Knäuel in bunten Farben, die grob an MEnschen erinnern, stehen dicht beieinander. Das linke Knäuel ist in erster Linie gelb und rot, das rechte in hellen und dunklen Blautönen gehalten.

Danach gab es natürlich den obligatorischen Museumsshop mit Büchern und Kinkerlitzchen. Wir waren insgesamt knapp zwei Stunden in der Ausstellung und haben uns nicht gelangweilt. Gut, möglicherweise sind wir einfach zu amüsieren. Zum Abschluss haben wir im Fastfood-Restaurant um die Ecke noch eine Kleinigkeit gegessen und sind dann mit erstaunlich wenig Umwegen (bist du mal in Köln gefahren???) nach Hause zurückgekehrt.

Hurra, ein Abenteuer!!!

Hier gibt es Nägel mit Köpfen – ich fahre auf die MetropolCon!Hab sogar schon – also, „schon“ – die Tickets gekauft! Und wenn alles klappt, halte ich einen kleinen Workshop darüber, wie man seine Texte besser vorliest. Das übe ich schließlich seit mehr als zwei Jahren unter professioneller Aufsicht, und wenn ich meiner Lehrerin glauben will, bin ich gar nicht mehr so richtig ganz schlecht. Mal schauen, ob ich bis dahin auch ein professionelles Hörstück in der Welt habe, um es zu beweisen.

Abgesehen davon sind es für dieses Jahr noch gar nicht so viele Pläne – zwei Konzerte, wenn ich das richtig im Kopf habe (eines davon seit 2020 verschoben, mal schauen, ob es jetzt stattfindet), einen Familienbesuch … und ich habe dem Mann versprochen, dass wir mal wieder nach Amsterdam fahren, das ist seine Lieblingsstadt. Gut, ich würde ihm auch gerne mal Prag zeigen oder mit ihm zusammen Wien erkunden oder Koppenhagen oder … – aber wenn ihm soviel an Amsterdam liegt, machen wir das doch glatt. Ich bin schließlich eine Nette. ^^

Falls du Lust hast, schau mal auf das MetropolCon-Programm und sag mir, was ich unbedingt sehen/hören/… muss. Ich kenn doch niemanden und habe, wie üblich, so gar keinen Plan. Und natürlich bin ich gespannt, was deine Pläne für das Jahr bis jetzt sind!

Ganz verdreht

(Achtung: Leichte Spoiler für „The Twisted Ones“ von T. Kingfisher)

Eigentlich beeindruckt Horror-Literatur mich nicht. Ich mag sie, sie unterhält mich auch, allerdings grusele ich mich nur selten.

Anfang Dezember habe ich „The Twisted Ones“ von T. Kingfisher gelesen. Es geht um Monster und Parallelwelten, ist auch sehr lesenswert. Unter anderem hört die Protagonistin Geräusche, die sich wie Spechte im Holz anhören, sich aber später als typische Monstergeräusche entpuppen. Die Monster sind aus allem möglichen Gerümpel – Knochen, Äste, Steine, Müll, … – zusammengesetzt und nicht sehr freundlich.

Die Idee fand ich spannend, die Geschichte unterhaltsam geschrieben, nur besonders gegruselt habe ich mich beim Lesen nicht – dafür gestern umso mehr.

Da war ich nämlich im Wald wandern, es wurde dunkel, ich kannte mich auch nicht so gut aus … und plötzlich hörte ich einen Specht hämmern.

Zum Glück war es bis zum Auto nicht mehr weit. 😂

Hier ist ein Entschädigungsbild von einem Pfad ins Unterholz, der garantiert in eine Parallelwelt führt (ich hab es nicht ausprobiert).

Sicht von oben auf einen schmalen Pfad, der ins Unterholz führt. Die Zweige sind kahl, das Gras vor dem Wald blassgrün und ausgetreten.
Auf meinem altersschwachen Turm habe ich mich sicher gefühlt.

Welche Geschichten oder Charaktere haben dich bis in die Realität verfolgt?

Strongmanrun Impressionen

Dramatischer Himmel, eine große natürliche Wasserfläche, im Vordergrund eine mit einem Metallgeländer eingezäunte Betonfläche zwischen Brombeerranken. Auf der anderen Seite des Sees düstere Bäume.
Die Stimmung.

Diesmal gibt es nur wenige Bilder – auf jeden Fall im Moment. Zum einen hat es eimerchenweise geregnet, und zum anderen hat der Mann an den Hindernissen eher Videos gemacht, aus denen er mir noch schöne Bilder generieren will. Auf jeden Fall könnt ihr sehen: Dramatischer Himmel, nasse Läufer. Zum Glück hatte ich das „If you can read this text, the wearer is still human“-Shirt von „Zombies, Run!“ an, sonst hätte man mich wahrscheinlich versehentlich eliminiert. ^^

Rückansicht der Autorin daselbst. Sie trägt schwarze Lauftights und ein T-Shirt mit der Rückenaufschrift: "By the order of the UK Emergency Government, you are commanded to provide the wearer with all necessary military supplies. IF YOU CAN READ THIS TEXT, THE WEARER IS STILL HUMAN."
Im Hintergrund viele Läufer im Startbereich, allgemeine Aufregung, alles ist schon ziemlich nass.
Das T-Shirt.

Zehn Kilometer um den Fühlinger See in Köln ist schon unter guten Bedingungen eine Herausforderung. Immerhin sind es zehn Kilometer. Wenn dann noch Regen hinzukommt – hatte ich erwähnt, dass ich eigentlich eine Schönwetterläuferin bin? Aber da fragt ja niemand nach. Und wenn dann auch noch Hindernisse dazukommen … über Holzhürden klettern, unter künstlichen Baumstämmen hindurchtauchen, über Netze von einem Container zum nächsten balancieren … wird es schwierig. Aber direkt nach dem Zieleinlauf habe ich schon überlegt, das nächste Ticket zu kaufen. Was lernen wir daraus? Genau, ich lerne nichts mehr. Zur Sicherheit habe ich mir erst einmal drei Wochen Sperre verordnet, ehe ich über die nächste Teilnahme auch nur nachdenken darf.

Porträt vor dem Lauf. Ich sehe zerknittert aus, etwas nervös und ein wenig vorfreudig - oder wenigstens rede ich mir das ein. Unscharf im Hintergrund erkennt man Läufer in Kostümierung mit roten Tüllröcken. Das Wetter ist immer noch nicht besser.
Die Vorfreude.

Auf jeden Fall habe ich mir den Knöchel angeschlagen, der ist jetzt dick. Am vorletzten Hindernis waren meine Arme taub, mein Rücken tut auf eine neue Art weh und irgendwann habe ich das Bein nicht mehr hoch genug gekriegt, um ohne Hilfe aus dem Wasserbecken zu klettern. Zum Glück sind die anderen Läufer extrem hilfsbereit – ich musste also nicht auf einem der Container campieren, bis die Abbau-Crew kommt. Jetzt weiß ich, in welchen Bereichen ich mehr trainieren muss.

Klatschnasse Läuferin in neongrüner (neongelber? Darüber streiten wir zuhause) Regenjacke jubelt auf den Parkplatz. Alles ist nass. Wirklich alles.
Das Nachspiel.

Okay, und wer kommt nächstes Jahr mit auf die Strecke?

Müde, aber glücklich

Manchmal muss man sich entscheiden: Erhole ich mich? Oder mache ich etwas, das garantiert glücklich macht, und bin danach so vital wie der platte Igel an der Endhaltestelle?

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Für so eine alte Frau wie mich war es ein lebhaftes Wochenende, und was jetzt von mir übrig ist, sabbert leise weinend (leise, haha!) auf die Tastatur. Zuwenig geschlafen. Zuviel bewegt. Gut gebechert. Lange Autofahrten.

Ein Teil von mir denkt: Puh, tu dir sowas doch nicht mehr an!

Ein anderer Teil denkt: Du musst sowas öfter machen, du bist gar nicht mehr im Training.

Und wir wissen ja alle, wer von beiden Recht hat.

Und damit es hier auch mal wieder ums Schreiben geht: Während eines Ausflugs hatte ich die phänomenale Erkenntnis, dass in meiner aktuellen Geschichte etwas Entscheidendes fehlt. Aber das kann ich leicht nachbasteln, wird anschließend gar nicht mehr auffallen.

Und jetzt entschuldige mich bitte, ich muss mich hart erholen, damit ich am Samstag tatsächlich durch den Schlamm kriechen kann.

Weitere abenteuerliche Details

Ein geöffneter Rucksack, darin erkennt man ein grünes Portemonnaie und diverse Tüten mit Haribo-Süßigkeiten.
Lockstoffe

Es wäre ja blanke Zeitverschwendung, nur zu einer Brücke zu fahren, drüberzugehen und wieder heimzufahren, nicht wahr? Deswegen heute noch ein paar weitere Details zu meinem Wochenend-Abenteuer. Punkt 1: Die Verpflegung. Auch bekannt als „Nervennahrung“ oder „Damit kannst du andere Leute notfalls über den Abgrund locken“.

Auf einem Block aus Beton liegt eine kleine gelbe abgenutzte Stoffente, die Keilform hat. Im Hintergrund erkennt man unscharf mehrere Leute, die über eine Hängebrücke gehen, außerdem einen bewaldeten Hang.
ENTE!!!

Ja, die Brücke habt ihr schon gesehen. Aber die Ente auch? Die hat auf uns aufgepasst. KGE, wie wir sie zuhause nennen, war vor vielen Jahren ein Geschenk an den Mann und ist seitdem auf sehr vielen Urlaubsbildern gewesen.

Ein schattiger Waldpfad, es geht bergauf. Links sieht man mehrere Bäume an einem Hang wachsen, rechts schlängelt sich ein flacher Pfade zwischen weiteren Bäumen hindurch der Sonne entgegen.
Wanderpfade

Wer nicht über die Brücke wieder zurückgehen und dennoch zu seinem Auto zurück wollte, konnte alternativ durch das Tal unter der Brücke wandern. Es war sehr idyllisch, mit schmalen Pfaden, Liegestühlen und einem fröhlichen kleinen Bachlauf. Ein Nachteil: Man muss erst einmal ins Tal hinunter und dann auch wieder HINAUF wandern. Hat gutgetan.

Ein getupfte Rehkitz steht und sieht entspannt in die Kamera.
Bambi?

Weil nach der Brücke des Todes(TM) und der Wanderung noch ein wenig vom Tag übrig war, sind wir noch in den nahen Tier-Erlebnispark Bell gefahren. Das größte Erlebnis war, wenn man mal ein Tier gesehen hat – der Park ist eher klein (toll für Familien mit kleinen Kindern!) und die Tiere waren viel klüger als wir: Sie haben sich in den Schatten gelegt und gedöst. Aber man konnte u.a. durch das Dammwildgehege und zu den Känguruhs hineingehen. Und …

Ein Lemurenmännchen sitzt mit großen Augen auf dem Kiesboden dicht vor der Kamera. Im Hintergrund erkennt man Teile einer sitzenden Person, vorne rechts ein wenig Rucksack.
Ich möchte mit Ihnen über den Lemurengott reden.

… Lemuren! Wir haben eine ganze Weile im Gehege verbracht, auf dem Boden gesessen und die putzigen Biester beobachtet. Einige haben sich streicheln gelassen und waren auch sonst sehr interessiert. Am liebsten hätte ich einen im Rucksack mit hinausgeschmuggelt, aber das wäre natürlich nicht sehr vernünftig gewesen. (Ich habe es NICHT getan. Wir alle wissen, dass ich eine komplizierte Beziehung mit der Vernunft habe, aber hier habe ich mich diszipliniert.)

Der Rückweg hat dann übrigens aufgrund der Verkehrssituation eine Stunde länger gedauert als geplant, aber ich hatte es ganz gemütlich und bin mindestens fünf Minuten vor der von unterwegs aus bestellten Pizza zuhause angekommen.

Abenteuer Hängebrücke

Kennt ihr die Geierley-Brücke? Nein? Dann geht mal eben hierhin und lest, ich warte solange.

Da war ich heute. Nicht allein, nein, meine Freundin Paty von Good Vibes Translations, ihres Zeichens Übersetzerin und Hochzeitsrednerin war auch da. Die Brücke ist nämlich ungefähr auf der Hälfte der Strecke zwischen unseren Wohnorten – und wir haben beide Höhenangst. Rübergegangen sind wir dennoch, wir lassen uns von unseren Gehirnen ja nicht vorschreiben, was wir zu tun oder zu lassen haben!

Das sind 360 Meter Stahlseile, Schrauben, Nieten, anderes Metallgedöns und Holzbohlen, etwa 100 Meter über dem Talboden. Was für eine abwegige Idee.

PS: Das zählt als Strongman-Training, da muss ich ja auch über absurde Dinge drüber!