Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Echt jetzt, kaum bleibt man einen Abend in der Lieblings-Cocktail-Bar nüchtern, schon wird man vom Bakterium aus der Hölle(TM) niedergestreckt. Gestern morgen war ich noch fest entschlossen, im Büro alles auszusitzen, aber zwei Stunden später hab ich dann doch aufgegeben und mich von Richard abholen und zum Arzt fahren lassen. Seitdem wohne ich auf dem Sofa, unter einem Stapel Decken, und döse, trinke Tee und Cola und höre mit halbem Hirn alten „Medical Detectives“-Folgen zu. Das erste, was gestern abend unten bleiben wollte, war etwas Schokopudding und Rosinenbrötchen mit Gouda – ich sag’s euch, das ist ein Allheilmittel. Inzwischen geht es etwas besser, und das ist auch gut so, denn uns gehen die Katzenfutter-Vorräte zur Neige, und wir können die Plüschmonster ja schlecht hungern lassen.

Wenigstens habe ich so ein wenig Zeit, mich in das Manuskript einer befreundeten Autorin zu versenken und ein paar Schreibratgeber zu lesen, die auf mysteriöse Weise hier aufgetaucht sind. Eine ziemlich unheimliche Sache, das ganze…

Leipziger Buchmesse

Schattenwelt-Report Verlosung

Tja, selbst schaffe ich es nicht zur Leipziger Buchmesse, irgendwann soll ja auch nochmal gearbeitet werden. Aber einige meiner Bücher findet ihr, und zwar am Stand des Schattenwelt-Report in Halle 5, Stand C 503. Der ist überhaupt ganz sehenswert, mit wirklich vielen guten Büchern von netten Autoren – und mit Verlosungen aller möglicher Gadgets, vom signierten Buch bis hin zum Erstgeborenen. Falls ihr also hingeht, sagt hallo!

Die gute deutsche Arbeitsmoral

Gestern erzählte meine Vorgesetzte, man könne in den „Groß“-Raumbüros (haha, wir sitzen zu viert auf zwölf Quadratmetern) immer direkt erkennen, ob da Deutsche arbeiten oder nicht. Deutsche seien nämlich immer still und konzentriert bei der Arbeit, während die arabischen Mitarbeiter (ihre Worte, nicht meine!) die ganze Zeit quatschen würden.

Ich kann jetzt nicht bestätigen, dass wir den ganzen Tag mit grimmigem Gesichtsausdruck auf der Arbeit schaffen, aber das ist schon eine gute Ausrede Erklärung dafür, warum es hier wieder so still war – ich habe mich unter Projekten begraben. Wollt ihr mal wissen, was gerade in meinem Kopf vorgeht? Okay, das kann ich keinem zumuten, aber meine Projekte vorstellen will ich natürlich trotzdem:

  1. Ich habe mit „Waldgeflüster“ angefangen, dem vierten Band der „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe. Der Plot ist, bis auf wenige Ecken, ausgearbeitet, die Vorbereitungen für das Cover-Foto sind schon in vollem Gange (das habe ich „outgesourced“) und die ersten tausend Wörter sind auch schon geschrieben.
  2. Vorher korrigiere ich noch schnell die englische Fassung von „Spiegelsee“ (mit dem umwerfend originellen Titel „Mirror Lake“), nachdem ich eine Muttersprachlerin habe drüberschauen lassen. Alle Fehler, die in dem fertigen Produkt sind, sind natürlich meine.
  3. Außerdem sichte ich gerade meine gesammelten Kurzgeschichten und versuche zu entscheiden, ob da genügend gutes Material für eine Kurzgeschichtensammlung bei ist. Also, wenn man das alles mal gründlich poliert und so.
  4. Seit unserem Amsterdam-Besuch letzten Mai trage ich eine Horror-Geschichte mit mir herum, die ebenfalls durchaus ein ganzes Buch füllen könnte. Wenn ich sie denn mal schriebe. Zur Recherche muss ich allerdings nochmal nach Amsterdam, vor allem ins Reichsmuseum.
  5. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Notizbuch mit dem Anfang eines Erwachsenen-Märchens, das ich unglaublich gerne beenden möchte.
  6. Meine Vorsätze für dieses Jahr beinhalten, jeden Monat mindestens eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung oder einen Wettbewerb einzureichen. Für Februar hab ich da übrigens noch nichts…
  7. Und zu guter Letzt hatte ich eine hervorragende Idee für ein Theaterstück über fanatische Clowns. Ist nur blöd, dass ich noch nie ein Theaterstück geschrieben habe.
  8. Ihr dachtet, „zu guter Letzt“ kennzeichnet das Ende einer Liste? Dann habt ihr euch noch nicht vor Augen geführt, dass ein Indie-Autor (von „independent“) sich ja auch noch mit dem ganzen organisatorischen Quatsch und Werbung herumschlagen muss. Also habe ich letztes Wochenende beispielsweise Flyer erstellt, die hoffentlich heute oder morgen geliefert werden und dann mit Freunden auf die Reise zu verschiedenen Buchmessen gehen. Als nächstes möchte ich Werbematerialien wie Kühlschrankmagnete, Lesezeichen und eventuell bedruckte Tassen oder ähnliches machen. Oder falsche Visitenkarten für Helena, um sie in die Bücher zu legen, die ich selbst von zuhause verschicke. Und alle, die jetzt lachen, wissen genau, wie hoffnungslos ich mit Design-Aufgaben bin. Aber nicht nur die Leber wächst mit ihren Aufgaben, zum Glück!

Bei Zeiten werde ich natürlich auch Fotos und Erfahrungsberichte teilen, aber im Moment wäre das alles etwas langweilig, um darüber zu bloggen. „Habe ein Kapitel korrigiert.“ – „Habe noch ein Kapitel korrigiert. Was habe ich mir nur dabei gedacht?“ – „Wenn man vor dem ersten Kaffee schreibt, hat man nix, was man sich über die Tastatur kippen kann.“ Ich dachte, das erspar ich euch mal.

Dinge, die man so wohl nur in Bonn sieht

Bald ist es ja wieder soweit, jemand lässt die Narren los. Dem Frohsinn kann ich zwar nichts abgewinnen, aber ich mag, wie die Stadt Bonn mit der ausufernden Narretei umgeht:

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Wir wissen, die Leute haben Sex, vor allem in betrunkenem Zustand, dann erinnern wir sie wenigstens daran, sich ein Zipfelchen über ihr Zipfelchen zu ziehen. So muss das. Ähnliche Aushänge gibt es in Bussen und Bahnen in der Zeit vor der Zeit regelmäßig – ob sie etwas bringen, weiß ich nicht, aber ich find die Idee gut. (Die blöde Qualität kommt daher, dass der Bus gezappelt hat.)

Unabhängig davon habe ich noch etwas fotografiert, das ich mit euch teilen wollte. Die Räumungsverkäufe der allgegenwärtigen Teppichhändler gehören zum Stadtbild, seit ich vor vielen, vielen, viiiiielen Jahren zum Studium hergekommen bin. Und jetzt das:

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Ein neues Geschäftsmodell?

Frauen und Schuhe

10906314_914445611908041_7868445971450965669_nDas sind meine neuen Schätze. Ein Spontankauf. Elegant, nicht wahr? Nee, aber ich brauchte neue Laufschuhe. Oder überhaupt mal Laufschuhe, denn meine bisherigen Renntreter waren aus der Discounter-Sonderangebots-Kiste. Lacht nicht – ich hab verschiedene Sohlen und Dämpfungen ausprobiert, und diese Billig-Galoschen waren die ersten, bei denen ich mich nicht innerhalb weniger Kilometer verletzt habe. Wahrscheinlich hab ich einfach Billig-Füße. ^^ Die hier haben so gut wie keine Special Features und sind breit genug für meine Quadratlatschen, und die Farbe ist auch nicht schlecht, oder? Gleich morgen werden die getestet, wenn das Wetter mitspielt.

Es fing so harmlos an…

Meistens tippe ich an meinem Schreibtisch ja. Aber manchmal habe ich auch echtes Papier, mit dem ich arbeite. Und da stellte ich neulich wieder fest, dass der Klemmspot, der schräg links hinter mir an der Fensterbank klemmt, seiner eigentlichen Aufgabe – mir ein Licht aufgehen zu lassen – nicht unbegrenzt nachkommt. Ich gebe meiner Schulter die Schuld.

Auf jeden Fall dachte ich mir zuerst: Suchst du dir halt eine Schreibtischlampe. Kann so schwer nicht sein, die meisten Leute mögen Tische und Licht, und schreiben kann eigentlich jeder. Aber Pusteblume! Jede Lampe, die nicht direkt aussieht, als sei sie dem ÜBerraschungsei entnommen, kostet beinahe soviel wie ein Kleinwagen (ohne TÜV).

Außerdem: Ich mag meinen Klemmspot. Den hat meine jüngere Schwester nämlich für mich bemalt, als ich damals von zuhause auszog, um studieren zu gehen. Das ist schon sehr, sehr lange her.

An den Tisch kann ich den Klemmspot leider auch nicht klemmen, denn mein Schreibtisch ist eigentlich ein Massiv-Eiche-Esstisch, der so stabil ist, dass man auf ihm Tango tanzen könnte. Sogar Leute wie ich. Nach hochwissenschaftlichen Messungen ist die Platte mindestens drei Frauenfinger breit. Zuviel für einen herkömmlichen Klemmspot.

Und da ging es los. „Hmm, eigentlich brauchst du doch nur etwas, wo du den festklemmen kannst…“ Sprachs und machte sich auf ins Internet, um Ideen zu sammeln. Und das ist dabei rausgekommen:

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Für einen Preis, der so absurd niedrig ist, dass man annehmen muss, es sei von sibirischen Biberkindern bei Minusgraden von Hand zurechtgenagt, fand ich dieses formschöne Regal. Es ist nicht besonders tief, das wurde von anderen Käufern als Minuspunkt bemängelt, und soll eigentlich an die Wand geschraubt werden. Aber es steht, wie ihr sehen könnt, ganz hervorragend. Jetzt beherbergt es nicht nur den berühmten Klemmspot, sondern auch die von mir geschriebenen Bücher, meine Fachbücher zum Thema „Schreiben“ und was man sonst noch so braucht. Also Nippes, Kleinkram, Taschentücher, Gummibärchen und Motivation. Und auch noch das hier:

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Der ist aber nur für besondere Gelegenheiten. ^^

Ein kunstvolles Wochenende

Letztes Wochenende waren wir ja sowas von kunstinteressiert und intellektuell…. und mit WIR meine ich MICH. Und ein paar Leute, die ich mitgeschleppt habe. Ich dachte, das muss mal erwähnt werden. Voll bewundernswert.

Samstag Mittag war ich als erstes mit zwei Freundinnen im August-Macke-Haus in Bonn. Der hat hier nämlich mal gewohnt (und war mit einer Bonnerin verheiratet, wenn ich das richtig mitbekommen habe). Das Haus wird von der Uni Bonn betreut, wie ich das verstanden habe, und beherbergt im Moment auf drei winzigen Etagen eine Ausstellung mit ein paar Bildern von Macke selbst und seinen Freunden oder Zeitgenossen. Ich versteh ja von Kunst nicht viel. Das höchste, was ich sagen kann, ist: „Mag ich.“ Oder eben: „Mag ich nicht.“ Die Bilder da mochte ich überwiegend, die waren schön bunt. Am Ende wurden wir gebeten, unseren Eindruck zu der Ausstellung kurz festzuhalten – das lohnt sich bei so gebildeten Leuten wie uns ja ungemein. Wenigstens die eine Freundin hat irgendwann mal Kunstgeschichte studiert, die konnte ein wenig was kluges dazu sagen.

Zur Belohnung ging es dann zur Burgerjagd in Cowboys Saloon an der Beethovenhalle. Da waren wir schon öfter, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Hallo Cholesterin, ich mag dich.

Zwischendrin hab ich dann sogar ein wenig was produktives gearbeitet – ich übersetze gerade „Spiegelsee“ ins Englische* – und Sonntag nach Mittag ging es dann Richtung Mainz. Wir hatten nämlich Karten für „Bastian Pastewka und Komplizen“. Falls ihr die Chance habt – geht hin und guckt euch das an. Sehr, sehr sehens- (und hörens-)wert. Zu fünft wird da nämlich live das offenbar verschollene Hörspiel von 1949, „Paul Temple und der Fall Gregory“ aufgeführt. Komplett mit live verursachter Geräuschkulisse und zwischendrin Gesprächen auf der Meta-Ebene über das eben dargestellte, auf sehr kurzweilige Weise. Wir haben uns köstlich amüsiert.

(Davor gab es Indisch, das war nicht amüsant, sondern nur köstlich. Und ja, ich plane Abenteuer ums Essen herum.)

Tja, und jetzt lieg ich hier, mit dem Kopf auf der Schreibtischplatte, und versuche heldenhaft, nicht im Kaffee zu ertrinken. Ist schwieriger, als es aussieht.

* Fragt mal meine Familie – seit ich denken konnte (also seit dem späten Teenie-Alter) habe ich davon geträumt, Bücher zu schreiben und selbst zu übersetzen. Also mache ich das jetzt. Ist weniger glamourös, als ich mir zunächst vorgestellt hatte, aber immer noch ziemlich cool.

Urin und Fäkalien gehen ja immer

Hier ist sie also, die versprochene Kater-Geschichte.

Donnerstag beim Tierarzt bekam der Kater zwei Spritzen und ich einen Beutel mit einem weißen Plastik-Granulat. „Der sieht schon wieder ganz fit aus, aber um auf Nummer sicher zu gehen, hätte ich gerne am Montag eine Urinprobe.“ Jetzt sind Katzen ja wenig kooperativ, und in den Becher pinkeln sie erst recht nicht auf Kommando. Darum war der Plan: Katzenklo komplett säubern, ein wenig von dem Granulat rein, Kater dazu, abwarten. Das Granulat dient dazu, Katzenstreu nachzuahmen, denn die meisten Katzen sind Gewohnheitstiere und ein wenig eigen mit ihren Toilettengewohnheiten.

Sonntag Abend: Das eine Katzenklo schrubben, heiß ausspülen, zum Trocknen beiseite stellen. Die Katzen mit dem anderen Klo ins Wohnzimmer verfrachten, um Unfälle zu verhindern. Die sind das gewohnt, dass die Wohnzimmertür nachts zu ist. Kein Problem.

Montag Morgen: Das leere, saubere Klo an den üblichen Platz stellen, Granulat rein, den Kater aus dem Wohnzimmer lassen. Greebo ist das einfachste Haustier der Welt: Zunächst schläft er auf seinem Lieblingskarton in meinem Büro, dann frisst er, dann benutzt er ohne zu zögern das Granulat auf die vorgesehene Weise. Da das Zeug nicht absorbiert, kann ich danach das nasse Gold mit Hilfe einer Pipette aufnehmen und ordnungsgemäß verstöpseln für den Tierarzt.

Ihr erinnert euch, wir haben zwei Katzen. Und während Greebo ein Ausbund an „I AM THE CAT!“-Entspanntheit an den Tag legt, obwohl sich diverse Sachen geändert haben, dreht Ronja im Wohnzimmer (ihrer natürlichen Umgebung mit dem normalen Klo und den üblichen Futter- und Wassernäpfen) total auf. Zwei Stunden fast ununterbrochene Hektik. „Warum ist hier eine Tür? Wo bin ich? Wer bin ich? Was mache ich hier? Ach ja, das ist das Wohnzimmer. (Kurze Pause.) WARUM IST HIER EINE TÜR???“ Ich sag’s euch, die Miezi ist, wenn man sie von ihrem Bruder trennt, sogar zu dumm zum Fressen. Fast schon niedlich.

Jetzt warte ich nur noch auf die Laborergebnisse vom Tierarzt und die Rechnung. Die Katzen haben unterdessen ihren üblichen Tagesablauf wieder aufgenommen: Schlafen, Fressen, Nerven. Man gönnt sich ja sonst nichts.