Schlechte Angewohnheiten, Ticks und Macken

Wer von euch erinnert sich noch an die Serie „Monk“? Hach, was sind wir alle alt retro. Für die drei Küken, die sich nicht erinnern, und für die Trendverweigerer, die die Serie nie geguckt haben: Es ging um einen genialen Ermittler, der nach dem Tod seiner Frau diverse Macken wie Putzfimmel etc. entwickelt und das Leben nur mit Hilfe einer Assistentin meistern kann. Das führt in der Serie zu allerhand angeblich lustigen Momenten und wird auch irgendwie nie so konsequent durchgesetzt, wie man es sich wünschen würde.

Aber überhaupt, Macken. Eigentlich hat doch jeder welche. Ich suche mir etwa immer mal wieder Lieblingsformulierungen aus, die ich dann eine Weile exzessiv verwende. Und im Büro ist genau sortiert, welches die Kaffee- und welches die Teetasse ist. Ordnung muss sein. Und zu guter Letzt – das ist wirklich lästig – knibbele ich mir oft die Lippe auf, wenn ich gestresst bin. Das ist blöd und kindisch und tut weh, aber ich arbeite noch dran.

Als Autor schaut man übrigens ganz anders auf die Exzentrizitäten seiner Mitmenschen. Man könnte sie nämlich durchaus entlehnen, um eigene Charaktere authentischer zu gestalten. Nur muss man dann darauf achten, dass  man das auch konsequent durchhält. Bei „Monk“ hat mich sehr gestört, dass Ticks und Macken nur mal auftauchten und wieder verschwanden, wenn sie keine weiteren Lacher generieren konnten. Helena in „Magie hinter den sieben Bergen“ mag etwa keine Anglizismen, allerdings habe ich das in den ersten zwei oder so Büchern nicht so konsequent durchgesetzt, wie ich es hätte tun sollen. Tja, was kann ich sagen? Ich lerne eben noch dazu. Vielleicht mache ich mal Neuauflagen, die dem Spleen Rechnung tragen …

Welche Eigenarten meine Protagonistin Sonja aus dem „Mantikor“-Manuskript hat, weiß ich selbst noch gar nicht so genau … da gucken wir in den kommenden Wochen drauf. Aber ich bin mir fast sicher, dass es mit Farben zu tun hat, oder mit Sortieren. Oder vielleicht mit beidem.

Und jetzt zurück. Habt ihr liebenswerte Macken oder kennt ihr Leute mit Eigenarten, die euch unglaublich auf den Keks gehen?

Das Geständnis

„Du, Schaaaatz … ?“

„Ja?“

„Erinnerst du dich, wie ich dir versprochen habe, kein neues Manuskript anzufangen?“

„Ja?“

„Du kannst dich freuen – das halte ich ein. Also, wenn wir  uns darauf einigen, dass ein Plot noch kein Manuskript ist.“

„Du plottest?“

„Mit Buntstiften auf Papier, das zählt nicht!“

„Und wann fängst du mit dem eigentlichen Manuskript an? Direkt am ersten Januar?“

„Spätestens – ich meine, frühestens! Schließlich habe ich dir das versprochen. Und bis dahin kann ich ja noch Weltenbau betreiben. Da tippe ich zwar, aber nur in die Rechercheablage.“

„Du bist bescheuert. Ich liebe dich.“

Das war ja gar nicht so schlimm. ^^

Es schweigt nicht nur, es weihnachtet auch

Völlig untypisch für mich, bin ich dieses Jahr bereits im November in Weihnachtsstimmung. Eigentlich sollte ich noch Halloween hinterhertrauern, aber stattdessen benutze ich bereits winterliches Briefpapier, habe die Grußkarten bestellt, die Füllung für den Adventskalender des Mannes eingekauft und sogar fast alle seine Geschenke zusammen – bei einer Kleinigkeit weiß ich noch nicht, ob die rechtzeitig erhältlich ist, aber das wäre sowieso nur ein zusätzliches Leckerli.

Sämtliche Halloweendekoration ist wieder in ihrer Kiste verstaut, der Winterkranz hängt an der Tür und die elektrischen Teelichte werden stetig mehr. An den kommenden Abenden werden wir unauffällig immer mehr winterliche Dekoration auf allen ebenen Flächen verteilen, und Fensterbilder gibt es dieses Jahr auch. Den Adventskranz muss ich noch zusammensetzen und aufstellen, aber die Einzelteile haben wir bereits hier.

Am Freitag hat hier der Weihnachtsmarkt aufgemacht, und mit dem Team von der Arbeit waren wir auch direkt Glühwein testen – in kompletter Montur mit Blinkemütze, Pinguinohrsteckern und Weihnachtspulli. Außerdem habe ich eine Liste mit Weihnachtsmärkten hier in der Nähe, die ich noch besuchen will.

Zwei Stollen und eine Portion Honigkuchenteig reifen in der Küche. Wir haben schon drei verschiedene Sorten Plätzchen. Auf der Fensterbank zieht Bratapfellikör. Und wenn ich ganz ehrlich bin, mache ich mir auch schon Gedanken darüber, was wir über die Feiertage essen wollen könnten.

Ich kann es nur auf beginnende Altersvereisung schieben.

Weihnachtselch, Weihnachtseichhörnchen und winterliche Tannen aus übriggebliebenem Eischnee.

 

Es schweigt

– und das ist wunderschön!

Worum es geht?

Ganz einfach – mein Telefon auf der Arbeit. Seit Mittwoch Nachmittag gibt es keinen Pieps mehr von sich.

Ihr wisst vielleicht, ich bin Übersetzerin. Explizit ein Job mit wenig Publikumsverkehr, und besser ist das bei mir. Leider haben die Kollegen das nicht mitbekommen, und eigentlich rufen sie konstant bei mir an, um nach Übersetzungen zu fragen (die wir ihnen in der Hälfte der Fälle bereits in die Ablage gelegt haben). Das nervt und hält mich von der eigentlichen Arbeit, dem Übersetzen ab. Alle paar Sätze muss ich meinen Text beiseitelegen, aus verschiedenen Akten oder Tabellen die erbetene Information heraussuchen, eventuell eine verlorene Übersetzung noch einmal ausdrucken, Notizen für anstehende Texte machen, Informationen an die anderen Kolleginnen im Team weitergeben, … – wie meine eigene Sekretärin, nur nicht so gut gelaunt.

Tja, und jetzt herrscht Schweigen.

Artig, wie ich nunmal bin (lacht da jemand?), habe ich natürlich eine E-Mail an das Chefsekretariat geschrieben, dass ich momentan nicht telefonisch erreichbar bin – nein, ich werde den Teufel tun, meine Handynummer an die Kollegen rauszugeben, dann haben die als nächstes die Klienten, und dann bleibt mir nur noch das Zeugenschutzprogramm. Und die Kollegen haben offenbar keine Zeit, per E-Mail nachzufragen oder eben zu uns über den Flur zu laufen, wenn sie etwas wissen wollen, denn heute den ganzen Tag konnte ich in himmlischer Ruhe einfach übersetzen. Es ist nicht geprahlt, wenn ich sage, dass ich mein Tagespensum locker verdoppelt habe.

Aber wie ist das für die anderen? Sitzen sie voller Sorge an ihren Schreibtischen und sehnen sich nach übersetzten Texten?  Laufen sie hektisch im Kreis oder versuchen, meine Stimme zu imitieren, um einander im Notfall beruhigen zu können? Vielleicht gehe ich morgen in der Mittagspause mal bei ihnen vorbei und schaue nach. Das Tagespensum dürfte ich da ja schon erledigt haben.

Drückt mir die Daumen, dass die Technikabteilung noch ein paar Tage braucht, ehe sie den Fehler finden!

Dieser humorige Beitrag wurde inspiriert von einem Artikel aus Meikes bunter Welt. Geht mal vorbei und sagt hallo!

Het prikkelt in Nederland!

Kennt ihr doch sicher noch, oder? Bin ich etwa alt? Nein, ich bin nicht alt – die AHOIBRAUSE-Werbung mit Hape Kerkeling? Ja, genau die!

Aber darum geht es gerade gar nicht.

Es kribbelt mir in den Fingern.

Es wuselt in meinem Kopf.

Ich kann es nicht länger unterdrücken – ich muss wieder schreiben!

Direkt nach Grimmwald war ich ziemlich erschlagen – und dann musste Anderswelt noch für den Druck vorbereitet werden, inklusive einer supergeheimen Extraszene aus Falks Sicht. Und ich hatte dem Mann hoch und heilig versprochen, dass ich dieses Jahr kein neues Manuskript anfangen würde … aber irgendwas muss ich mit all der ungenutzten Energie anfangen!

Im Moment schreibe ich morgens eine Art Erfahrungsbericht über das wilde letzte Jahr. Keine Ahnung, ob das nur für mich ist oder ob ich da irgendwann etwas mit mache. Und parallel wende ich im Geiste verschiedene Szenen, Plotpunkte und Charaktere, um zu sehen, wie sie zusammenpassen. Vielleicht gehören sie tatsächlich alle in die gleiche Geschichte? Oder sind es komplett unterschiedliche Ideen, die getrennt voneinander behandelt werden sollten?

Diese Bastelarbeit gilt noch nicht als Manuskript, also habe ich mein Versprechen nicht gebrochen … und sie ist gerade kreativ genug, um mich glücklich zu machen.

Ganz vielleicht habe ich demnächst sogar mal wieder die eine oder andere Kurzgeschichte für euch. Der Besuch hier soll sich ja auch lohnen. Was meint ihr?

Nächtliche Abenteuer

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Die Kleine Gelbe Ente und ich waren mal wieder auf großer Fahrt. KGE ist unterwegs meine Kaffeefee, müsst ihr wissen. Ohne die läuft nix. Und da Richard krank darnieder lag, brauchte ich einen würdigen Copiloten.

Letztes Wochenende habe ich nämlich endlich etwas nachgeholt, was ich spätestens im Sommer hätte tun müssen, und habe mir die Bentheimer Burg einmal bei Nacht angeschaut. Die ist schließlich Wohnsitz der Witten Jüffer aus Lichterspuk, und damit einer der wichtigsten Schauplätze. Bei Tage hatte ich die Burg bereits mehrere Male besucht, aber Nachts? Hmm, da hätte man ja einbrechen müssen oder so.

Dieses Wochenende allerdings nicht, denn es gab eine Taschenlampenführung durch die Burg. Das Publikum war eigentlich jünger angesetzt, es kamen viele Familien mit Kindern, aber auch wir Erwachsenen hatten eine Menge Spaß. Und ich konnte feststellen, dass ich mir Orte, die ich im Hellen gesehen habe, auch sehr gut dunkel vorstellen kann. ^^

Aber seht selbst:

Und nachdem wir uns aufs Angenehmste gegruselt hatten, gab es noch einen besonderen Leckerbissen, denn an genau diesem Abend gab es an verschiedenen Orten in der Stadt Livemusik. Natürlich mussten wir uns das auch anschauen. Es sah beispielsweise so aus.

Selbstverständlich wurde es spät. Und am nächsten Morgen haben wir noch einer heißgeliebten Tradition gefrönt: Spaziergänge und Kaffee.

Also, nicht nur Kaffee. Wir hatten ein starkes Waffelbedürfnis.

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Gute Waffeln. Und so gestärkt konnte ich mich dann am Sonntag Nachmittag wieder auf den Weg ins schöne Rheinland machen. Bis zum nächsten Abenteuer.

Schreiben lernen durch Lesen

Was für Grundschüler nicht so arg erfolgversprechend ist – auch wenn kluge Köpfe gelegentlich stur etwas anderes behaupten – ist für Autorinnen unerlässlich: Schreiben lernen durch Lesen.

Zum einen schreiben wir nämlich überwiegend, weil wir Geschichten lieben.

Zum anderen lesen Autorinnen anders als reine Leserinnen. Wir können sehen (oder wenigstens ahnen), was hinter den Kulissen vorgeht. Mit dieser Spiegelszene soll das Aussehen des Protagonisten gezeigt werden, der die Geschichte selbst erzählt. Der rote Mantel, der dreimal in einer Szene erwähnt wird, spielt später bestimmt noch eine wichtige Rolle. Und diese verschwurbelte Satzkonstruktion soll bestimmt verschleiern, wer der tatsächliche Bösewicht ist.

Wir sehen leicht, wo andere Autorinnen gestolpert sind, doch wir können auch genießen, wo eine einen Meistergriff getan hat – eine schöne Formulierung, eine knackige Wendung, ein komplett neuer Blickwinkel auf eine alltägliche Handlung. Schönes Weltenschaffen ist eine Kunst, die man nicht hoch genug schätzen kann. Knackige Namen für Charaktere, mit denen man direkt einen Blick auf ihre Herkunft, die Epoche und den Kulturkreis, in dem die Geschichte spielt, werfen kann, zergehen auf der Zunge. Und eine Beschreibung, die komplett ohne Adjektive auskommt, aber dennoch ein lebendiges Bild hervorruft, nistet sich schnell im Gedächtnis ein.

In den schönsten Momenten denken wir: So etwas möchte ich auch können. Ich muss wissen, wie sie das geschafft hat. Wenn ich groß bin, will ich schreiben wie die da.

Einige Autorinnen, die ich kenne, lesen selbst nicht – sie haben Angst, das Gelesene könne ihren Stil verfälschen.

Diese Angst teile ich nicht. Mein Stil ist nicht so zerbrechlich, dass er unter der Last schöner (oder auch mal schrecklicher) Eindrücke zerbröselt. Und er ist vor allem nicht so perfekt und gefestigt, dass man ihn nicht mehr gießen, düngen und befruchten könnte.

Außerdem macht mir das Lesen Spaß. Und ich hoffe, dass ich anderen Leuten mit meinen Geschichten ein vergleichbares Vergnügen bereiten kann, wie ich es manchmal abends auf dem Sofa erlebe, wenn ich durch die letzten Seiten eines Buches fliege und gleichzeitig hoffe, die Geschichte möge noch nicht enden.

Klappentexte – die Nemesis des Autors

Und der Autorin.

Ein Klappentext soll nämlich alles können: Neugierde wecken, ohne den Leser zu frustrieren. Informieren, ohne zuviel zu verraten. Knackig sein und gleichzeitig den Stil des Buches vorwegnehmen. Und er darf nicht zu lang sein, sonst liest nämlich niemand bis zum Ende – aber zu wenig schreiben soll man bitte auch nicht!

Der Klappentext ist quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Texten.

Ich tue mich mit Klappentexten immer ein wenig schwer … vor allem, weil sämtliche Informationen zum Buch, das es zu bewerben gilt, in meinem Kopf natürlich präsent sind. Beim Schreiben kann ich also nur schwer einschätzen, was für einen Leser relevant ist und was nicht – oder ob er überhaupt versteht, worum es gehen könnte.

Zum Glück kennen alle Autoren dieses Leid, und wer andere Autoren kennt, kann sich oft Feedback holen. Da wird gemeinsam gefeilt und gelitten, debattiert und um jede Formulierung gefeilscht, bis alle verzweifeln und der Klappentext endlich das tut, was man sich von ihm erhofft: Die Leser ins Buch locken wie der gebogene Hexenfinger, der den verlorenen Kindern bedeutet, es sei ja viel wärmer und komplett harmlos im Lebkuchenhaus, also kommt nur herein …

BuchPassion 2018 – ich war dabei!

Und ich hatte Verstärkung, von der wunderbaren, einmaligen, nicht zu übersehenden Andrea!

Für alle, die das bislang nicht mitbekommen hatten: Die BuchPassion ist ein Signierevent für Autorinnen und Autoren – ein bisschen wie eine Buchmesse, aber ohne Lesungen, mit mehr Zeit zum Schnacken und wirklich tollen Menschen. Da es so etwas in Deutschland vorher noch nicht gab, wusste auch niemand so genau, was jetzt passieren würde. Zum Glück ist das Team der BuchPassion ganz grandios und hat alles einwandfrei geregelt, so dass wir einen wirklich schönen Tag hatten!

Ihr wisst ja, ich bin eine PR-Niete. Deswegen gibt es auch nur ein paar wenige Fotos, die ich euch aber natürlich nicht vorenthalten will:

 

Andrea war übrigens der Hammer. Sie kann sofort mit allen Leuten ins Gespräch kommen und weiß immer, was sie sagen sollte – Talente, die mir komplett abgehen. Darum war ich doppelt froh, sie dabei zu haben. Und bei der Schnitzeljagd hat sie natürlich auch sehr geholfen – Leute auf den Fragebogen aufmerksam gemacht und Blätter verteilt und vor allem später (ohne Mikrofon!) die gute Losfee gespielt.

An dieser Stelle möchte ich mich natürlich auch bei allen AutorInnen bedanken, die ihren Beitrag zu der Verlosung geleistet haben:

Mirco Nigbur, Vanessa Tolentino, Michaela Göhr, Elvira Zeißler, Catherina E. Grimm, Frauke Besteman, Katja Dederichs, Loredana Bursch und Nicole Casper. Ich hoffe, die Rätseltour hat euch soviel Spaß gemacht wie mir!

Und was macht sie, wenn sie nicht schreibt?

Im Moment in erster Linie: Aufräumen. Irgendwo hier habe ich nämlich eine komplette Wohnung verlegt.

Dann: Kochen, lesen, basteln, vielleicht etwas zeichnen, spazierengehen, Freunde treffen, netflixen, Ukulele üben (sehr zum Leidwesen der Katzen).

Es gibt so viele Dinge, die in den letzten Monaten unter die Schreibräder gekommen sind, dass ich im Moment ein wenig unsicher bin, was ich mit soviel Zeit zu meiner freien Verfügung machen soll. Im Grunde genommen habe ich (gefühlt) ein komplettes Jahr in zehn Monaten erledigt. Und ich habe dem Mann versprochen, dieses Jahr kein neues Manuskript anzufangen.

Das war vielleicht ein bisschen leichtsinnig. Mal schauen, ob ich mich daran halten kann.