Lese-Themen

Auf dieser Unterseite könnt ihr, falls es euch interessiert, nachverfolgen, was ich so lese. Und wenn ihr genau hinschaut, erkennt ihr für 2019 vielleicht eine Art Lesethema – oder eher eine Challenge. Gut, so genau muss man gar nicht hinschauen. Ich möchte, möglichst innerhalb eines Jahres, sämtliche Scheibenwelt-Romane in chronologischer Reihenfolge lesen.

Die Gründe hierfür sind ziemlich einfach.

  1. Ich finde Terry Pratchetts Beobachtungsgabe unglaublich.
  2. Ich möchte schauen, ob/wie sich sein Schreiben mit der Zeit verändert hat.

Ja, das ist so ein Autorinnen-Ding. Gerade bei anderen Schreibenden, die wir selbst verehren, lohnt es sich, einen Blick auf die Schreibentwicklung zu tun, denn nicht einmal die großen Genies sind fertig aus dem Kreativ-Ei geschlüpft, und wenn sie das von sich selbst glaubten, täten sie die Chance auf Weiterentwicklung verschenken.

Mir geht es beim Schreiben meistens so, dass ich zeitweise ganz verliebt bin in das, was ich da tue. Dann wieder halte ich alles für Mist. Gegen Ende bin ich dann von jeder Geschichte schon eher überzeugt – sonst würde ich sie euch ja nicht zeigen. Und wenn ich nach ein paar Jahren noch einmal reinschaue, fallen mir so typische Anfängerfehler auf – egal, ob es mein erstes oder siebtes Buch ist. Heißt hoffentlich, dass ich ständig dazulerne und besser werde.

(Alternativ: Dass ich die gleichen Fehler immer wieder mache, aber davon gehen wir, bitte, nicht aus.)

Wer selbst schreibt, liest sowieso ganz anders. Einige AutorInnen die ich kenne, sagen, sie läsen gar nicht mehr, denn sie hätten Angst, dass die Schreibweise anderer Leute ihren eigenen Stil verwässere. Andere sagen, das Erlernen des Schreibhandwerkes hätte ihnen das Lesen madig gemacht, weil sie nur noch als AutorInnen lesen und sich nicht mehr einfach an einer Geschichte freuen können. Für mich ist es ein Mittelding: je mehr ich schreibe, desto weniger Geduld habe ich für handwerklich schlechte oder mittelmäßige Bücher – die lege ich schnell wieder beiseite. Gut gemachte Bücher kann ich aber auch viel mehr genießen, weil ich oft nachvollziehen kann, wie bestimmte Effekte im Text erzielt worden sind.

Udn wie sieht es jetzt auf der Scheibenwelt aus? Ich bin gerade erst mit Band 4 fertig, aber ich werde euch über meine Erkenntnisse auf dem Laufenden halten, wenn sie denn (scheiben-)weltbewegend sind.

Die Stimmen in meinem Kopf!!!

Aus dem Leben einer Autorin:

Für mein aktuelles Manuskript verwende ich mehrere verschiedene Perspektiven. Zwar unterschiedlich gewichtet, aber schon merklich. Und da ich chronologisch schreibe, merke ich gerade hart, wie schwer es ist, zwischen den verschiedenen Charakteren und Erzählweisen umzuspringen.

Ihr müsst ja bedenken: Leute nehmen die Welt ganz unterschiedlich wahr, schon allein danach, ob sie groß oder klein sind, Morgenmensch oder Nachteule, auf der Flucht oder eben nicht. Jeden fallen unterschiedliche Dinge in siener Umwelt auf, und man hat unterschiedliche Informationen zu der Welt, in der man sich bewegt.

Natürlich wirkt sich das darauf aus, wie die Charaktere ihre Szenen erleben.

Und immer, wenn ich von einer Perspektive in die andere wechsle, brauche ich eeeeeeeewig – Moment, nochmal: Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee(eeeeeee…)wig, um den ersten Absatz richtig hinzubekommen. Auch wenn ich mit dem Charakter eigentlich vertraut bin. Meine Schreibmuskeln müssen sich jedesmal wieder neu aufwärmen.

Ich bin mal wirklich gespannt, ob man das im fertigen Manuskript dann auch bemerkt. Kommt wohl darauf an, wie gut ich diesen Charakterspagat hinbekomme. Drückt mir die Daumen, dass sich da im Gehirn nichts ausrenkt!

Einmal mit Profis, bitte!

Einige Sätze, wie man sie im oder rund ums Büro hören könnte:

„Das ist keine Frau! Das sind drei gestapelte Hühner mit gemachten Titten!“

„Süße … ich würde dich in der Tiefgarage in die fiese Pfütze schubsen, aber ansonsten bin ich Profi.“

„Deinen Stil beschreibt man am besten mit dem Satz: ‚Jetzt ist es auch egal.'“

„Der Betrieb auf dem Flughafen Köln-Bonn wurde wegen der Schneemassen teilweise eingestellt.“ – „Hoffentlich passiert das nicht, wenn ich im Juni nach Manchester will.“

„Deswegen können wir keine Kinder kriegen – wir wissen gar nicht, wie man sie serviert.“

(Ich liebe meine Kolleginnen.)

Ankündigung: Lesung im Wonnetörtchen!

Nicht ich, sondern Eleonore Laubenstein, eine Freundin aus dem Nornennetz liest am Donnerstag, 07.02.2019, ab 19:00 im Wonnetörtchen in Bonn aus ihrer „Enzyklopädie der Wächter„. Kommt zahlreich, es lohnt sich!20190102_170442_0011

Autorinnenbiographie: Die gebürtig aus Münster stammende Eleonore Laubenstein wollte eigentlich niemals Autorin werden. Bis zum Abitur konzentrierte sie sich lieber aufs Zeichnen und ihre Leidenschaft für Sprachen und entwickelte mit 15 ihre erste eigene Kunstsprache. Während ihres Linguistikstudiums an der Universität Leipzig begann sie sich erstmalig für das Plotten von Geschichten zu interessieren und veröffentliche 2017 schließlich den ersten Teil ihrer Fantasytrilogie „Die Enzyklopädie der Wächter“ im Selfpublishing, dessen zweiter Band im Januar 2019 erschienen ist. Neben Studium und Schreiben gibt sie Autorentipps zum Worldbuilding und Conlanging auf ihrem eigenen Blog und rief 2018 die „Buchstudent Awards“ ins Leben.

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Die sabbernde Gretel

Vor einer ganzen Weile schon hatte der Chaospony Verlag (kennt ihr, da wohnen Andrea und Bob) ein Crowdfunding gestartet. Das Ziel: Einen ordentlichen 3D-Drucker besorgen, um damit die bei Viellesern beliebten Goodies zum Buch drucken zu können.

Diese Notwendigkeit war natürlich die Schuld von Andrea der Echten. Die hatte sich nämlich eiskalt geweigert, eine angemessene Auflage kleiner Bobs in Handarbeit herzustellen.

Ja, das ist alles Handarbeit. Nicht meine.

Also hatte Sandra die Idee, einen 3D-Drucker zu organisieren und winzige Bobs zu drucken. Und da die Biester teuer sind – Crowdfunding.

Natürlich habe ich mich auch beteiligt. Und heute kam völlig überraschend Post.

Offenbar existiert dieser 3D-Drucker schon, und er hat auch schon einen Namen. Oder vielmehr: SIE hat einen Namen. Die sabbernde Gretel. Ich nehme an, das ist Zwischenfällen beim Druck geschuldet. ^^

Auf jeden Fall lassen die gedruckten Bobs (Böbber?) noch auf sich warten, aber zur Entschädigung gab es heute ein kleines Überraschungs-Trostpaket. Enthalten war ein Gruß von Gretel in Person, eine Anleitung für eine selbstgebastelte Tentakelkrone, ein paar süße Trostpflaster und Goodies zu einigen der anderen Chaospony-Bücher.

Und jede Menge Glitzer.

Wirklich.

Ich habe Glitzer an Stellen, an denen kein Glitzer sein sollte.

Außerdem gab es Tee. Wenn man den trinkt, glitzert man wahrscheinlich auch von innen.

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Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, noch einmal eine Lanze für Kleinverlage zu brechen – gut, ihr werdet nicht reich. Das Werbebudget ist vielleicht begrenzt. Und bei einem Eine-Frau-Unternehmen wie dem Chaospony Verlag kann sich auch einmal was verschieben, wenn das Schicksal in Gestalt zürnender Elektroinstallationen dazwischenfunkt. Aber viele Kleinverlage machen den Mangel an Größe mit einem Übermaß an Einsatz und Kreativität wieder wett, und der Kontakt ist eigentlich immer persönlich und herzlich.

Ich bin auch nach mehr als einem Jahr immer noch froh, dass Andrea und Bob so ein tolles Zuhause gefunden haben, und freue mich auf viele weitere Bücher aus dem Chaospony Verlag.

 

Autoren sind auch nur Menschen

Verdrehte Menschen mit einem merkwürdigen Sinn für Humor, aber nichtsdestotrotz Menschen.

Dazu gehört unausweichlich, dass Autoren Meinungen haben. Zu Politik. Zu Ethik. Zu Rosenkohl.

Und nur weil man einen Autor gerne liest, bedeutet das nicht, dass man mit seinen Meinungen konform gehen muss.

Ab einem gewissen Punkt möchte ich persönlich allerdings (und das ist meine Meinung als Autorin) manche Autoren nicht mehr unterstützen. Akif Pirinçci gehört dazu. Tolle Katzenkrimis, krudes Weltbild. Werde ich zukünftig nicht mehr lesen. Ist für ihn wahrscheinlich kein Verlust, aber meinem Gewissen geht es damit besser. Marion Zimmer Bradley war lange eine meiner Lieblingsautorinnen – nach der Autobiographie ihrer Tochter mag ich ihre Bücher nicht mehr anfassen. (Eine detaillierte Besprechung auf Englisch findet ihr hier.)

Was bedeutet das für Autoren? Sollen wir ein schönes medientaugliches Profil präsentieren und nur mehrheitstaugliche Allgemeinplätze vertreten? Bitte nicht! Abgesehen davon, dass das zu sehr langweiligen Büchern (und Autoren) führen würde, ist es doch schön, in einer Welt zu leben, in der verschiedene Ansichten und Lebensstile nebeneinander existieren können, solange niemand durch sie zu Schaden kommt.

Und wie ist es, wenn man erst auf das Profil einer Autorin aufmerksam wird, ehe man ihre Bücher liest? Manchmal kriegt man dadurch eine zusätzliche Interpretationshilfe – aber im Ernst, meistens kann man zwischen Autor und Buch schon deutlich trennen. Ich schwöre, keine Aliens in meinem Keller. Wenigstens nicht, als ich das letzte Mal geguckt habe. Wobei ich auch schon sagen muss: Wenn jemand in der ÖFfentlichkeit durch Standpunkte auffällt, die ich so gar nicht teile, und derjenige diese nicht halbwegs sachlich verteidigt, verliere ich schnell die Lust, dessen Bücher zu lesen.

Vielleicht sollten Autoren mit WahnWarnhinweisen kommen, zum Beispiel: Enthält Feminismus, Katzenhaare, den unbedingten Glauben an die Menschenrechte. Pro-LGBT, pro-choice, schrecklicher Humor. Koffeingehalt 97 %.

 

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Beweisbild: Menschliche Autorin, ca. 2018. ^^

Fan-Post

Nicht Post VON Fans, sondern Post FÜR Fans! Ist doch auch blöd, wenn man immer nur Rechnungen im Briefkasten hat …

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Habt ihr zufällig eines meiner Bücher als eBook (oder als schnödes unbekritzeltes Taschenbuch) gelesen und hättet trotz allem gerne eine Widmung? Ist es euch zu lästig, Bücher durch die Weltgeschichte zu schleppen für den Fall, dass ihr mal der Autorin begegnet?

Für genau dieses eine, mittelkleine Drama habe ich eine Lösung: Buchpostkarten! Ihr kontaktiert mich (zum Beispiel per E-Mail unter geschichtenquelle[at]gmail[punkt]com) und schickt mir eure Adresse, und ich schicke euch dafür die passende Buchpostkarte. Die oben abgebildeten Postkarten gibt es bereits, für die anderen müsst ihr euch noch einen Moment gedulden – aber schreibt mir ruhig trotzdem, und ich versuche, alles im Blick zu behalten.

Und das Beste: Dieser Service kostet euch nichts! Kein Geld, keine Nerven – und euer Erstgeborenes könnt ihr natürlich auch behalten. ^^

Die Berliner und der Flaneur

Als Kunstmuseum muss man sich ja schon was einfallen lassen, um Aufmerksamkeit zu generieren. So oder so ähnlich dachte sich wohl die Bonner Kunsthalle, als sie sich auf Die Berliner einließ. Als Besucher der aktuellen Ausstellungen hat man noch bis zum 24. Februar die Möglichkeit, eine mit dem Profil einer Person aus Berlin bestickte Jacke zu entleihen und zu tragen, während man die Ausstellungen besucht. Damit wird man sozusagen Teil einer Kunstaktion.

Wir stolperten eher zufällig über die Aktion, als wir mit einer Grupp von Leuten der lokalen Start with a friend-Gruppe die Der Flaneur-Ausstellung (leider inzwischen abgelaufen) besuchten. Natürlich haben wir mitgemacht – ich bin für jeden Blödsinn zu haben (außer Duckface-Selfies, die kriege ich einfach nicht hin).

Die nette Dame an der Garderobe erzählte, während wir unsere Jacken auswählten, dass schon einzelne Kleidungsstücke abhanden gekommen oder beschädigt worden seien, deswegen sei das Museum eher vorsichtig bei der Ausgabe.

Wer zum Henker stiehlt, bitte, so ein Ausstellungsstück? Gut, es ist ein Unikat und vielleicht irgendwann ein Vermögen wert, aber … also, nett ist das nicht.

Bei dieser Gelegenheit war ich übrigens zum ersten Mal in der Kunsthalle. Ich verstehe nicht viel von Kunst. Aber wenn mir etwas gefällt, das merke ich. Auch wenn ich oft keinen Schimmer habe, WARUM mir etwas gefällt. Aber das ist ja auch gar nicht wichtig.

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Warum denke ich bei diesem Bild nur an Brathähnchen?

(Ja, ich war innerhalb von acht Tagen in drei Museen. Und es hat sogar Spaß gemacht.)

Malerfürsten

„Eigentlich waren das doch die Kardashians des neunzehnten Jahrhunderts.“ Ein gehässiger Kommentar meinerseits während einer Kuratorinnenführung zur Malerfürsten-Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle, die noch bis zum 27. Januar zu sehen ist. Die Freundin, die mit mir vor Ort war, verzog das Gesicht, und lauschte lieber wieder qualifizierteren Ausführungen.

So ganz zutreffend ist das wahrscheinlich nicht – die Malerfürsten, um die es ging, waren handwerklich nämlich alle überaus talentiert. Trotzdem fiel mir bei der Ausstellung der absolute Wille zu Reichtum und Ruhm auf, der sich durch die Biographien der dargestellten Personen zog.

Die Malerfürsten waren keine Künstler, die im stillen Kämmerlein mit sich und den Musen rangen. Oder falls doch, so behielten sie das schön für sich. Stattdessen inszenierten sie sich, ihre Familien und ihre Kunst als Teile der Öffentlichkeit, setzten sich selbst und einander gegenseitig mit Ausstellungen, Festen und Skandalen in Szene und legten es geradezu darauf an, bekannt und sozusagen durch ihre Kunst geadelt zu werden.

Heute würde man solche Personen wahrscheinlich halb-liebevoll als „Rampensau“ bezeichnen und hätte, wenn man sich als Künstler höherer Sphären darstellen will, in erster Linie leise Verachtung für solche Strategien übrig. Die Kunst hat zuerst zu kommen und nur der Kunst zu dienen. Man hat nicht den Geschmack der Masse zu bedienen, welche ja sowieso zu „tumb“ ist, die zarte Künstlerseele zu verstehen.

Letztendlich, unterstelle ich mal, rechtfertigen manche Künstler so ihren eigenen Mangel an Ruhm und Reichtum vor sich selbst – sie sind „zu künstlerisch“ für diese Welt, „zu zartfühlig“.

Und ich? Ich bin zu schüchtern für sowas. Ich mag große Menschenmengen meistens nicht und bin eine gigantische Niete – sozusagen der Hauptgewinn unter den Nieten – wenn es um Smalltalk geht. Auch meine Schlagfertigkeit ist live eher enttäuschend, wenn ich meine Gesprächspartner nicht gut kenne. Auch wenn mir manchmal der eine oder andere böse Witz entfleucht. Trotzdem hätte ich gegen ein wenig Ruhm nichts einzuwenden. Oder warum nicht stattdessen Rum? Los, schickt mir Rum. Damit kann man tolle Sachen machen, und wenn ich mich dann öffentlich zum Löffel mache, habe ich wenigstens eine gute Ausrede.

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Von der Ausstellung habe ich keine Bilder, aber so ein Katzenfoto geht immer, oder?