Das Aussehen ist nicht alles, man muss auch schön sein – oder?

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Die Autorin auf dem Balkon, mit modischer Kürzesthaarfrisur.

Wir haben es ja alles gehört – es dauert noch eine Weile, bis die Friseure wieder öffnen. Den Run auf die ersten Termine mag ich mir gar nicht vorstellen. Ihr vielleicht? Lieber nicht. Also habe ich die Sache selbst in die Hand genommen.

Wahrscheinlich habt ihr auch von den selbstgemachten Buchcovern schon den Eindruck gewonnen, dass mir Äußerlichkeiten nicht besonders wichtig sind. Das liegt vielleicht daran, dass schon früher immer wieder betont wurde, wie schön doch meine beiden älteren Schwestern im Vergleich zu mir waren. Gut, dann war ich eben die Schlaue. Hat mir viel Zeit erspart, die man andernfalls in der Jugend für Makeup und so Kram verschwendet. Ja, ich kann das alles, aber ich muss es nicht.

Deswegen wundert mich auch, wenn Leute mir erzählen, diese Frisur sei „mutig“. Kinners? Es sind nur Haare! Die wachsen nach. Am Kopf darunter ändert sich nicht viel. (Bis auf die Falten im Echtlederbezug.)

Der Mann war nicht besonders angetan von diesem Plan, zugegeben … er hat mich noch als langhaarige Blondine kennengelernt. Aber er liebt mich auch ohne Haare und mit „Schreckschraubenbrille“. Wie sich das gehört. (Seine Haare werden während der Kontaktsperre übrigens immer länger.)

Worauf ich hinauswill? Wenn ich das nur wüsste! Vielleicht könnte ich die Gelegenheit nutzen und darüber spekulieren, wie viele gute Bücher man verpasst, weil einem das Cover nicht zusagt. Oder wie viele Bücher man nur aufgrund des Covers kauft, um sich hinterher zu ärgern, weil die Geschichte nicht das ist, was man erwartet hat. Aber das kennt ihr bestimmt alles selbst schon. Manchmal lassen wir uns eben von Äußerlichkeiten blenden, im Guten wie im Schlechten. Ich weiß inzwischen sicher, dass ich für Design weder Talent noch Geduld habe, und verlasse mich wenigstens bei meinen Büchern auf das Können von echten Profis. Dauert eh noch eine Weile, ehe das nächste veröffentlicht wird (aber ich arbeite dran, versprochen!). Bis dahin … bleibt luftig!

Ein Hoch auf den Welttag des Buches!!!

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Bücher von fünf Autorinnen, die mich nachhaltig beeinflusst haben. Umrahmt von Oktopussen.

Das Nornennetz hat dazu aufgerufen, am heutigen Welttag des Buches bis zu fünf Autorinnen zu nennen, die uns nachhaltig beeinflusst haben. Meine Favoriten könnt ihr in dem Bild da oben sehen – aber keine Sorge, ich zähle sie im Folgenden auch auf.

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„The Time Traveler’s Wife“, Audrey Niffenegger

Mehrmals habe ich begeistert versichert: Ich lese keine Schnulzen. Warum dann also diese? Einfach – das Buch wurde mir geschenkt. Zuerst auf Deutsch, von einer langjährigen Freundin mit üblicherweise exzellentem Buchgeschmack. Also habe ich reingeschaut … und war direkt in die Geschichte und die Charaktere verliebt. Es hilft, dass man als Leserin direkt ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache hat. Auf den letzten Seiten heule ich jedesmal wie ein Schlosshund. Und dass diese umwerfende Geschichte nicht nur eine Eintagsfliege ist, hat Audrey Niffenegger mit „Die Zwillinge von Highgate“ bewiesen.

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„The Laughing Corpse“, Laurell K. Hamilton

Zugegeben, irgendwann habe ich diese Reihe abgebrochen – die Bücher wurden immer dicker, die Mysteries aber nicht komplexer. Stattdessen gab es zunehmend verwirrende Vampir- und Werwolfpolitik und eine endlose Reihe an Sexszenen. Das muss nichts Schlechtes sein, aber mich reizt es beim Lesen einfach eher selten. Trotzdem ist Laurell K. Hamilton eine beeindruckende Autorin, und sie war meine erste bewusste Begegnung mit dem Genre/Setting Urban Fantasy. Wohin das geführt hat, habt ihr in „Magie hinter den sieben Bergen“ vielleicht selbst gelesen. The Laughing Corpse vereint als Band 2 der Anita-Blake-Reihe meiner Meinung nach das Beste aus dieser Reihe in sich: Magie, Zombies, gefährliche Bösewichte und Humor mit Biss – nur ohne das ganze lästige Ausziehen.

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„Deeplight“, Frances Hardinge

Frau Hardinge fühlt sich eventuell schon ein wenig von mir gestalkt, weil ich sie sehr fangirle. Obwohl sie mehrfach als Autorin ausgezeichnet ist – und das völlig zu Recht! – bin ich nur zufällig auf sie gestoßen, als wir in Dublin am Flughafen Aufenthalt hatten und es diese großartige „Kauf zwei Bücher!“-Rabattaktion gab. Ich habe dann im Flugzeug auf dem Heimweg angefangen, „The Lie Tree“ zu lesen … und mir zuhause direkt alle anderen Bücher gekauft, die es von der Autorin gibt. So gut ist sie. Ich empfehle sie auch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit und klinge inzwischen möglicherweise wie eine Werbeschallplatte mit Sprung. Young-Adult-Bücher mit außergewöhnlichen fantastischen Settings ohne mysteriöse Fremde, die im Verlauf der Geschichte mindestens einmal geküsst werden müssen? Ich bin dabei! Deeplight hatte ich lange im Voraus als Taschenbuch  vorbestellt, damit es zu den anderen Büchern im Regal passt. Allerdings konnte ich nicht so lange warten und habe mir zusätzlich direkt am Erstveröffentlichungstag das eBook gekauft. Ja, so gut ist Frances Hardinge. Geht schon, überzeugt euch selbst!

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„Haifischfrauen“, Kiana Davenport

Nein, leider geht es in Haifischfrauen nicht um mysteriöse Halb-Hai-Halb-Frau-Wesen, die böse Menschen ihrer gerechten Strafe zuführen. Um genau zu sein, ist es überhaupt kein Fantasybuch. Stattdessen erzählt Kiana Davenport, die selbst aus Hawaii stammt, die Geschichte einer verzweigten hawaiianischen Ureinwohnerfamilie – genauer gesagt, ihrer Frauen, die es in alle Winde verstreut hat, und die aus wichtigen Gründen zu ihrer Mutter auf die Insel zurückkehren. Die Autorin erzählt mit hart antrainierter Leichtigkeit von verschiedenen Jahrhunderten und verschiedenen Kulturen und schafft es, dass man unter den Protagonistinnen keine Favoritin wählen mag (wenigstens ging es mir beim Lesen so). Hoffentlich schaffe ich es irgendwann, genau so treffsicher und liebevoll zu erzählen. Und ja, ab und zu greife ich gerne zu Büchern, die ungewöhnliche Frauenschicksale erzählen, ob biographisch oder fiktional. Dieser Roman ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, und ich freue mich schon auf weitere Bücher von Frau Davenport. (Vielleicht schreibe ich dennoch irgendwann über Hai-Meerjungfrauen. Von der Realität habe ich halt keine Ahnung.)

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„Das Geisterhaus“, Isabel Allende

Wenn ich ehrlich bin, ist Das Geisterhaus nicht das beeindruckendste Werk im magischen Realismus, das ich je gelesen habe. Aber heute geht es uns im Nornennetz um Autorinnen, und Isabel Allendes Geschichten gehören meiner Meinung nach definitiv zu den Büchern, die man gelesen haben sollte. Leider halten viele Leute sie für eine Art südamerikanischer Rosamunde Pilcher – nichts gegen diese Autorin, aber der Vergleich hinkt um Längen. Schon allein wegen der traurigen Tatsache, dass Isabel Allende oft herablassend als „Autorin von Frauenliteratur“ bezeichnet wird, bringt ihr einen Platz auf meiner Liste von Autorinnen ein, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Frau Allende schafft es außerdem in ihren Geschichten großartig, nicht nur Realität und Fantasie, sondern auch Politisches und Privates so miteinander zu verschmelzen, dass man das eine nicht ohne das andere haben kann. Sie zeigt deutlich, dass man auch mit phantastischen Geschichten eine relevante Aussage treffen kann. Das hier ist also nicht nur eine Erwähnung aus Mitleid. Und wenn ihr mir nicht glaubt, bleibt euch nichts anderes übrig, als ihre Bücher selbst zu lesen.

Fassungs-los

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Es gibt da diesen humorvollen und nur minimal sexistischen Spruch: „Frauen sind wie Diamanten – man muss sie mit Fassung tragen.“ Und wie bei Diamanten fangen auch bei Frauen die Probleme angeblich an, wenn sie fassungs-los werden. Ob das so ist, weil sie dann schwieriger festzuhalten sind?

Nun, unabhängig der Juwelenvergleiche gibt es natürlich auch bei mir Ansatzpunkte, wenn man mich denn gerne aus der Fassung bringen will. Und obwohl ich so eine zynische, garstige, abgebrühte Person bin, ist blanke Gemeinheit wohl der einfachste Hebel. Funktioniert umso besser, wenn sie von jemandem kommt, den ich mag und/oder dem ich vertraue. Stolz zur Schau gestellte Ignoranz kann mich auch fassungslos machen, wenigstens für den Moment. Mein Hirn braucht dann erst einen Moment, um abzugleichen, was die betreffende Person weiß und wie die Welt tatsächlich ist. Verschwörungstheorien sind für so etwas unglaublich gut geeignet (und zugegeben, ich konsumiere sie für den Unterhaltungswert unglaublich gerne). Und eine dritte Methode, mich aus der Fassung zu bringen, ist den Leuten vorbehalten, die ich mag: Die müssen dafür nur etwas Dummes machen, womit sie sich potenziell in Gefahr bringen.

Natürlich muss man dazu sagen, dass meine Fassung weniger ein eleganter Goldring ist und mehr so eine Art Schiffstau mit viel Spielraum. Was man da eigentlich drunter versteht – immer die passende Miene und die richtigen Gesten für die jeweilige Situation – liegt mir nicht. Ich habe keine Kontrolle über meinen Gesichtsausdruck und kann mich auch nur selten davon abhalten, etwas Unangemessenes zu sagen, wenn es mir eine Pointe bringt. Man kriegt eben die frische Landluft nicht aus dem Landei. (Was mich jetzt mehr oder weniger zu einem Windei macht, aber damit kann ich gut leben.)

Fassen wir also zusammen: Ein Diamant bin ich definitiv nicht. Vielleicht ein Kiesel, oder eine Kartoffel. Da passen Erbsen und Spiegelei auch viel besser zu als eine Goldfassung. Und findet ihr nicht, dass die Farben mir viel besser stehen? ^^

Über-Trieben, Über-Dreht, Über-Setzt

Übersetzer sind ein merkwürdiges Volk. Sie sind sehr wortgewandt, verbringen aber die meiste Zeit allein am Schreibtisch. Sie sammeln Wissen in unzähligen Fachgebieten oder sind extrem spezialisiert, wenden dieses Wissen allerdings selten aktiv an. Und obwohl sie mindestens zwei Sprachen fließend sprechen, haben sie beruflich nur selten selbst etwas zu sagen.

Unter den Leuten, die mit mir im Übersetzerstudium saßen, gab es mindestens ein halbes Dutzend, die eigentlich lieber Bücher schreiben wollten. Eine gewisse Liebe zur Sprache ist beiden Berufen nun einmal eigen. Und obwohl man es auf den ersten Blick nicht erwartet, ist auch das Übersetzen eine erstaunlich kreative Tätigkeit. Eine gute Übersetzerin erreicht Stellen, da kommt Google Translate niemals hin.

Übersetzer haben dann auch so einige Eigenarten, an denen man sie schnell erkennen kann:

  1. Sie sind sprachliche Korinthenkacker. Ich kann die Gelegenheiten nicht mehr zählen, bei denen zuhause ein Streit ausgebrochen ist, weil entweder der Mann etwas ungenau formuliert hat (also anders, als er es meinte) oder er nicht auf meine exakte Formulierung geachtet hat. Wir wissen das beide, aber es lässt sich nur schwer abschalten. Beim Übersetzen kommt es auf die Feinheiten an.
  2. Sie erweitern konstant ihren Wortschatz. Wenn wir eine Serie oder Dokumentation auf Deutsch gucken, in der medizinische Fachbegriffe vorkommen, schaue ich einzelne Szenen oft noch einmal auf Englisch, um mein Fachvokabular zu erweitern oder bestimmte Redewendungen aus dem medizinischen Bereich aufzuschnappen. (Ich arbeite als Übersetzerin für medizinische Texte.)
  3. Sie freuen sich über gelungene Untertitel. Alternativ zerlegen sie Untertitel, die ihnen nicht gefallen, bis aufs letzte Staubkörnchen. Und entgegen dem, was man sonst von Nörglern denkt, könnten Übersetzer es in diesem speziellen Fall wirklich oft besser.
  4. Sie stolpern über unsaubere Formulierungen in übersetzten Medien und spekulieren darüber, was der Originalwortlaut war. Manchmal vergleichen sie unterschiedliche Übersetzungen des gleichen Originals und freuen sich über die verschiedenen Formulierungs- und Interpretationsmöglichkeiten.
  5. Sie sammeln Wissen aus den absurdesten Randgebieten und schaffen es irgendwie, das auch in alltäglichen Unterhaltungen einzubinden.
  6. Trotzdem wird ihnen oft ein bestimmter Begriff nicht in der gerade verwendeten Sprache einfallen, so dass sie auf eine andere Sprache ausweichen müssen. Am Anfang dachte der Mann, das sei so eine Poser-Gewohnheit. Inzwischen versteht er, dass mein Gehirn in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich funktioniert und nicht immer das geeignete Vokabular zur Verfügung stellt.

Zu meinen persönlichen Spleens gehört, die Ärzte, die ich persönlich aufsuche, nach Fachvokabular zu fragen und um Wörterbuchempfehlungen zu bitten. Das hat schon dazu geführt, dass meine Gynäkologin im Computer für mich einen Fachbegriff nachgeschlagen hat, während ich, nun ja, in Bereitschaftsposition saß. Aber was tut man nicht alles für einen spannenden Job?!

Wie ihr euch übrigens denken könnt, stehen bei medizinischen Texten die inhaltlichen Informationen im Vordergrund. Trotzdem bereitet es mir besondere Freude, wenn ich den Stil eines schön ausformulierten Textes in der Übersetzung nachgestalten kann. Ich glaube zwar nicht, dass irgendwer, der das Ergebnis liest, solchen Dingen tatsächlich Aufmerksamkeit schenkt, aber ich kann mir eben nicht helfen.

Übrigens denke ich, dass mich das Übersetzen – und vor allem das Wissen um das Übersetzerhandwerk – auch zu einer besseren Autorin macht, denn dort muss man mitunter genau so knüsselig an Formulierungen knabbern wie bei Übersetzungen. Und wenn ich dazu komme, „Magie hinter den sieben Bergen“ ins Englische zu übersetzen (ich weiß, sechs Bände fehlen noch!), ist das wie eine zusätzliche Überarbeitungsrunde.

Mein liebster Übersetzungsfehler stammt übrigens aus der Dokuserie „Medical Detectives“: In einer Folge wurde von einem Brief erzählt, der in einem „china cupboard“, also einem Geschirrschrank gefunden wurde. Allerdings gab es wohl eine Art Übersetzungsschluckauf, denn auf Deutsch besaß die Familie, um die es ging, plötzlich einen „chinesischen Schrank“. Ihr könnt euch ja vorstellen, wie ich geguckt habe.

Habt ihr ähnliche Anekdoten? Oder sind euch besonders gelungen übersetzte Formulierungen im Gedächtnis geblieben?

 

Der größte Spaß, den man angezogen haben kann …

… findet gut angezogen statt: Mädelsabend in unserer liebsten Cocktailbar.

Ja, dafür mache ich mich zurecht. Nicht, um irgendwen aufzureißen (wär mir viel zu anstrengend, außerdem guckte da der Mann bestimmt ziemlich sparsam ^^ ), sondern für meine Freundinnen. Einige von denen legen nämlich großen Wert auf das Erscheinungsbild, und denen mache ich diese Freude auch ohne Hintergedanken sehr gerne.

(„Zurechtgemacht“ bedeutet in dem Fall, dass ich mein Haar gestylt und zehn Minuten auf meine Entschuldigung für Makeup verwendet habe. Keine Absätze. Ich muss noch Welten erobern, das geht in flachen Stiefeln besser.)

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An dem Abend war ich nicht mit den üblichen Verdächtigen unterwegs, deswegen gab es ein Selfie mit dem Besten Barkeeper(TM) als Gruß an die anderen.

Natürlich haben wir einige bevorzugt frequentierte Lokalitäten. Nicht im Moment, aber unter normaleren Umständen gehen wir gerne dorthin, wo man unsere Vorlieben kennt und die Kellner und Barkeeper den schrillen alternden Fregatten gegenüber nachsichtiger sind. Ich weiß nicht, ob es für den eigenen Ruf gut oder schlecht ist, wenn man vom Personal mit Vornamen und Umarmung begrüßt wird – aber letztendlich kommt es ja darauf an, wie viel Spaß man hat, oder?

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Ein Mädelsabend der etwas anderen Art, mit Steampunk und Lesung. Natürlich kann ich stylistisch nie mit den beiden Grazien Anja und Andrea mithalten.

Meistens sind wir übrigens ganz gesittet. In unserem Alter überlegt man sich jeden Akt der Rebellion ganz genau. Und ehe ihr glaubt, dass wir uns jedesmal unglaublich betrinken würden – nein, manchmal gehen wir auch essen. Gegen Mitternacht dann verwandeln wir uns zurück in Kürbisse sind wir für gewöhnlich schon wieder auf dem Heimweg. Man soll es mit den Vergnügungen ja nicht übertreiben.

(Auf der Suche nach Fotos ist mir übrigens aufgefallen, dass wir offenbar schon länger keinen schicken Mädelsabend mehr hatten. Wenn die Kontaktsperre und all das Zeug vernünftig gelockert werden können, müssen wir das unbedingt nachholen.)

Was mich zu meinem letzten Punkt bringt: Kommt ihr aus der Nähe von Bonn? Oder seid gelegentlich dort? Dann besorgt euch doch einen Gutschein fürs Voyager (Facebook-Link zum Shop), und wenn die wieder offen haben, verabreden wir uns dort und hauen die gemeinsam auf den Kopf. Ja, ich habe schon einen. Gibt Brettspiele, tolle Biersorten und ordentliches Fingerfood. Und natürlich die nettesten Leute, die ihr euch vorstellen könnt. Ich habe meinen Gutschein schon! :-)

Schreibgerüchte: Rückblenden sind böse

Vorhin unterhielt ich mich kurz mit einer befreundeten Autorin über Rückblenden. Viele Ratgeber sind sich in dieser Angelegenheit einig: Lass es einfach. Angeblich reißen Rückblenden einen aus dem Geschehen, langweilen den Leser und dienen nur als Infodump für Faule.

Hmm, tja.

Ich sehe das ein wenig anders. Natürlich kann man eine Geschichte völlig chronologisch erzählen, aber dann hat man ein Problem: Man setzt entweder viel zu früh ein, damit der Leser wirklich alles Wissenswerte erfährt – oder dem Leser gehen interessante Details verloren, weil sie vor der eigentlichen Geschichte passiert sind.

Dann wenigstens keine Rückblenden direkt am Anfang der Geschichte, nicht wahr?

Ich zitiere aus einem Buch, dass ich gerade fertiggelesen habe:

„Ich weiß einiges über Gifte. Meine Mutter war eine Vergolderin, aus Neigung und von Beruf: Mit Zyankali verwandelte sie unedles Metall in Gold.“ (Leslie Forbes, „Bombay Ice“)

Und obwohl dieses Buch eine Menge Schwächen hat, die es mir unnötig schwer gemacht haben, die knapp 600 Seiten zu bewältigen, war es dieser Anfang, der mich ausreichend gereizt hat, es überhaupt in Angriff zu nehmen. Mit einer Rückblende in Satz Zwei.

Gut, Lesegeschmäcker sind unterschiedlich.

Kommen wir zu den Tricks und Kniffen:

Natürlich muss eine Rückblende eine Bedeutung für die Geschichte haben. Die muss nicht unbedingt sofort sichtbar werden – aber je obskurer die Bedeutung am Anfang ist, desto knackiger sollte die Rückblende sein. Im oben genannten Beispiel erfüllt die Rückblende gleich mehrere Funktionen:

  1. Sie zeigt die Erzählstimme der Protagonistin.
  2. Sie gibt einen ersten Hinweis auf die außergewöhnliche Familiengeschichte.
  3. Sie liefert eine Art Vorahnung auf zukünftige Handlungen – Stichwort „Foreshadowing“.

Soviel Wumms muss man erst einmal in einen einzelnen Satz bekommen! Und das gilt nicht nur für Rückblenden. Vor einiger Zeit las ich mal, eine Szene in einem spannenden Buch dürfe nicht nur eine einzelne Funktion haben, sondern müsse die Geschichte auf mindestens zwei Ebenen weiterbringen: Beispielsweise müsse sie zur Charakterisierung der Figuren beitragen UND einen Hinweis auf das plotzentrale Geheimnis geben. Oder sie müsse den Leser auf eine falsche Fährte locken UND Hintergrundinformation präsentieren. Lokalkolorit heraufbeschwören UND den Antagonisten bei der Arbeit zeigen.

Mit dieser Regel kann ich mich schon eher anfreunden. Und wenn man sie beherzigt, sind auch Rückblenden nicht so lahm.

Worauf sollte man achten, wenn man Rückblenden einbauen möchte?

  1. Sie brauchen einen Bezug zur erzählten Gegenwart – einen Aufhänger, quasi eine Art Abzweigung Richtung „Memory Lane“.
  2. Sie dürfen sich nicht lesen wie eine öde Schutthalde mit Hintergrundinfo. Als sie aufwachte, hämmerte ihr Schädel. Sie hatte am Abend zuvor zuviel getrunken, wie jeden Samstag. klingt weniger beeindruckend als Als sie aufwachte, hämmerte ihr Schädel. Der letzte Captain Morgan war wohl zuviel gewesen. Wieder einmal hatte sie den Trainingszustand ihrer Leber überschätzt.
  3. In der Kürze liegt die Würze. In einem haben die oben kritisierten Ratgeber nämlich Recht: Der Leser interessiert sich nur begrenzt für die Vergangenheit.Schreib, was du ihm schreiben willst, und kehre direkt zur Geschichte zurück. Langweile ihn nicht mit ausschweifenden Sagen und Nostalgiemärchen.

Letztendlich gelten für Rückblenden ganz ähnliche Regel wie für Beschreibungen und Zusammenfassungen. Oder wie seht ihr das – Rückblenden hurra? Oder lieber mit dem Blick nur Richtung Zukunft schreiben?

Kommt „Kunst“ von „können“?

Wenigstens was die Wortherkunft angeht, stimmt das wohl. Aber wenn das auch für Kunst an sich (und nicht nur als Wort) gelten tät, wer täte dann bestimmen, was Kunst sein täte und was nicht?

Kunstkritiker? Bitte nicht.

Der allgemeine Volksgeschmack? Puh.

Ein Gremium? Ich geh mal pupsen.

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Ursprünglich entstand dieser Gedankengang bei mir zuhause während einer Diskussion mit dem Mann darüber, ob Pornographie Kunst sei. (Er meint: Nein.)

Meiner Meinung nach ist Kunst ungefähr alles, was keinen anderen Zweck erfüllt, als den Konsumenten emotional zu bewegen. Ob es einen erfreut oder schockiert oder anekelt, ist dabei zweitrangig. Es ist auch egal, ob ich persönlich etwas für künstlerisch wertvoll halte oder nicht. Manche Dinge, die ich in Museen gesehen habe, halte ich schon für eher banal (oder schlimmer: maniriert). Ich bin ja auch keine Kennerin. Ich kann sagen, was Dinge mit mir machen. Aber etwas, das ich für blöd/langweilig/überflüssig/… halte, ist trotzdem möglicherweise Kunst.

Der Mann sieht „Kunst“ gerne für hochgelobte und supertalentierte Menschen und deren Werke reserviert. Was all die anderen Leute mit Pinsel und Farbe, Videokamera, oder Knete machen, dafür hat er kein alternatives Wort vorgeschlagen. Vielleicht schwebt ihm „Geschmiere“ vor? (Ja, ich bin ein bisschen garstig.). Er meint, eine Vermischung würde den Kunstbegriff beliebig machen.

Beliebig?

Finde ich nicht. Beim Sport ist ja auch klar: Wenn ich mich ins Fitnessstudio begebe oder eine Runde durch den Wald jogge, mache ich dort Sport. Und das, obwohl meine Fähigkeiten meilenweit von denen der Olympioniken und Profifußballer entfernt sind.

In dem Sinne: Macht Kunst. Ob gut oder schlecht, ist mir dabei völlig egal – solange sie gut für eure Seele ist. Zeigt der Welt, dass man kein ultratalentiertes, langjährig erprobtes und trainiertes Genie sein muss, ehe man öffentlich einen Buntstift in die Hand nehmen oder ein Lied singen darf.

Macht schlechte Kunst.

Entscheidet euch doch mal!

Jahrelang heißt es, Menschen müssten ihre Gefühle zulassen. Vielleicht sogar offen zeigen. Das sei gesund und so. Für einen selbst und für die Gesellschaft.

Und jetzt haben wir den Coronasalat.

Stellt euch mal vor: Einige Leute, denen es – objektiv betrachtet – gar nicht so schlecht geht, WAGEN es, trotzdem Gefühle zu haben. Die Kinderbetreuung rund um die Uhr schlaucht, obwohl man einen Garten hat. Zwar arbeitet man nach wie vor in einem sicheren Job, jetzt aus dem Homeoffice, aber man vermisst den Kontakt zu seinen Eltern. Der Supermarkt hat noch alles, aber die Sicherheitsleute am Eingang bereiten einem Unbehagen.

Schon kommen aus ihren Löchern die Pamüsepampel, die uns erklären: Uns Deutschen geht es doch sowieso viel zu gut. Und den privilegierten Deutschen erst! Also denen mit Balkon oder Garten, Homeoffice und Familie. Die sollen mal wagen, in dieser Situation ein negatives Gefühl zu haben! Die meisten von denen haben doch sogar noch beide Beine! Undankbares Pack!

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Wisst ihr, was ich davon halte?

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(Ich liebe diese Foto-Seiten. So praktisch!)

Aber darum geht es gar nicht.

Liebe Pamüsepampel, haltet doch bitte einfach die Fresse. Findet ihr, wir sind nicht dankbar genug? Oder zu verweichlicht? Dann geht doch bitte in die sibirische Einöde und leckt an einer Fichte.

Natürlich dürfen auch privilegierte Menschen Gefühle zur aktuellen Situation haben. Sogar negative, wenn es denn so ist. Niemand hat mit dieser Entwicklung gerechnet. Niemand konnte sich auf so eine Katastrophe vorbereiten. Folglich ist das für JEDEN unerwartet und schwierig zu bewältigen. Das ist kein Wettbewerb, wer es am schlimmsten hat (oder wer es am besten wegsteckt, wenn sich von heute auf morgen beinahe alles ändert). Es ist eine Herausforderung für die Gesellschaft, und die verträgt es durchaus, wenn auch „die Bessergestellten“ mal ein wenig jammern. Ich schwör, danach krempeln wir wieder die Ärmel hoch und fassen mit an, so gut wir eben können.

 

Durch das Fenster der PPNV betrachtet

PPNV ist natürlich der Private Personen-Nah-Verkehr – mit den Öffis zu fahren wird im Moment ja eher nicht empfohlen, wenn man es verhindern kann.

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Und da der Mann gegenwärtig von daheim arbeiten kann, schnappe ich mir für die knapp sieben Kilometer zur Arbeit im Moment morgens das Auto. Ja, eigentlich könnte man die Distanz auch mit dem Fahrrad zurücklegen, aber erstens habe ich keins und zweitens ist da ein fieser Berg mit einer Zwei-Kilometer-Steigung von knapp zehn Prozent, dafür müsste ich erst trainieren – wenn ich denn ein Fahrrad hätte.

Und obwohl ich gerne Auto fahre, vermisse ich die Öffis. Vor allem wegen der jetzt fehlenden Lesezeit. Das geht so schlecht, wenn man selbst am Steuer sitzt. Und Podcasts o.ä. fallen mir beim Autofahren schwer, weil ich mich doch ein wenig auf den Restverkehr konzentriere.

Im Moment bin ich übrigens doppelt so schnell am Büro wie sonst. Die Staus fallen nämlich weg. Schon erstaunlich, wer alles eigentlich nicht auf der Straße sein müsste. Zugegeben, wir auch nicht unbedingt, aber erklär das mal einer dem Chef. Wahrscheinlich sind viele der Leute, die sonst die Hauptverkehrsadern verstopfen, im Home Office. (Das stelle ich mir so vor, weil die Alternative wäre, dass all diese Leute ihre Stelle verloren hätten, das wäre nicht so schön.) Ich bin jedenfalls gespannt, ob diese modifizierte Arbeitsweise – inklusive freier Straßen – nach der Krise beibehalten bleibt. Und ja, dann fahre ich auch wieder mit Bus und Bahn. Irgendwann muss ich die ganzen Bücher ja auflesen, die sich bei mir stapeln.

Die Lage ist ERNST!

Von diversen Seiten kam deswegen die Aufforderung, dieses Jahr keine Aprilscherze zu machen.

Echt jetzt? Wenn wir nicht einmal mehr lachen dürfen, können wir doch gleich draußen die Laternenpfähle ablecken gehen.

Und während ich den Wunsch nach ein wenig Vernunft bei der Possenreißerei verstehe, möchte ich euch doch nicht die schönsten Aprilscherze, die ich heute gefunden habe, vorenthalten. Wird eventuell ergänzt.

Achtung, einige der folgenden Links führen auf SoMe-Seiten, und auch sonst weiß das Internet alles über euch. Klickt bitte mit Verstand. (Oder mit der Maus.)

Der Zauberfeder-Verlag kündigt auf Facebook ein ganz spezielles Kochbuchan.

Dr. Oetker kommt mit dieser Pizza– wenigstens auf Twitter – diversen Kundenanfragen nach.

George Takei kündigt u.a. auf Facebook an, er sei zum Fackelträger für die Olympischen Spiele in Tokio 2021 gekürt worden.

Auch der Ritterladen hat die Gunst der Stunde erkannt und bietet auf der eigenen Homepage das, was man zum Leben braucht.

Der Postillon hingegen, einigen bestimmt bekannt, hat auf der Homepage eine Meldung in eigener Sache.

Und zu guter Letzt erzählt das Natural History Museum auf Twitter von einer ganz speziellen Vogelspezies.

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