Zehn Dinge, die ich an mir mag

Natürlich muss es auch die andere Liste geben. Zehn Dinge, die ich an mir mag. Spontan behaupte ich mal, diese Liste dürfte mir leichter fallen. Im Gegensatz zu vielen Leuten, die ich kenne, bin ich mit mir selbst überwiegend im Reinen. Schauen wir mal.

  1. Ich bin lustig.
  2. Mir fallen oft absurde Geschichten ein. (Und am Ende sind sie immer alle tot.)
  3. Meine Sommersprossen sind toll.
  4. Außerdem bin ich sehr hilfsbereit.
  5. Ich glaube an das Gute im Menschen. (Um genau zu sein, glaube ich, dass Menschen nicht per se böse sind, sondern meistens höchstens dumm.)
  6. Ich kann gut mit Sprache und Sprachen umgehen. Natürlich ist noch Luft nach oben, aber wenn ich ein ausdrückliches Talent habe, dann dieses hier.
  7. Meine Selbstdisziplin ist auch nicht ohne – nicht nur im Schreiben, sondern auch wenn es um Sport geht, zum Beispiel. Ich bin vielleicht nicht die Beste, aber ich tauche immer wieder auf.
  8. Oh, und ich kann ziemlich gut kochen und backen. Eigentlich sollte ich mir dafür mehr Zeit nehmen, aber es gibt so viele spannende Dinge zu tun!
  9. Ich mag meine Augen – die Farbe, die Form und die Tatsache, dass sie mich nur gaaaaaaaaaaaanz langsam im Stich lassen. (Dafür sehe ich mit Brille unglaublich clever aus.)
  10. Und zu guter Letzt bin ich Optimistin. Sogar an schwierigen Tagen. Sogar wenn alles ätzend aussieht. Und meistens gibt die Entwicklung mir Recht.

Blutbäder sind gut für die Haut

Das wusste schon die „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory (nach der ich meine Elisaschneck benannt habe). Gerüchten zufolge badete sie regelmäßig im Blut schöner junger Frauen, um sich ihr jugendliches Aussehen zu bewahren. Dafür wurde sie im Jahr 1611 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Jetzt kann man dieses ungewöhnliche Hausmittel gutheißen oder nicht (Scherz! Natürlich heiße ich es NICHT gut, Leute als wandelnde Einweg-Lotionsspender zu verwenden!), die bildliche Vorstellung ist eher unappetitlich – der Geruch! Die Sauerei! Wie das klebt! Und wohin mit den ganzen leeren Jungfern?

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Auch beim Schreiben ergeben sich gelegentlich ähnliche Fragen, wenn es um Gewalt geht. Zeigen oder lieber nur andeuten? Wie explizit sollte man werden? Darf man sich blumiger Ausschmückungen bedienen? Ist das, was ich da schreibe, überhaupt realistisch möglich?

(Lustigerweise gelten die gleichen Fragen auch für Sexszenen.)

Manche Leser verprellt man mit expliziter Gewaltdarstellung. Andere haben weniger Probleme mit Gewalt, solange das Haustier überlebt. Und für noch andere wird es durch explizite Szenen erst so richtig spannend. Den einen „richtigen“ Weg gibt es also nicht.

Ein paar Dinge kann man aber bedenken:

  • Brauche ich die Gewalt für meine Geschichte? Manchmal passieren eben schlimme Dinge, und die können sogar plotrelevant sein. Dann ist es oft keine Lösung, sie auszublenden. Fies ins Detail gehen muss man natürlich trotzdem nicht. Früher wurden aufwändige Szenen im Theater beispielsweise oft nur indirekt durch Späher wiedergegeben (spontan fällt mir dazu „Götz von Berlichingen“ ein, da müsste das so gewesen sein). Anstatt das blutige Gemetzel also auf drei Seiten auszubreiten, könnt ihr auch einen Boten davon erzählen lassen.
  • Welches Alter haben meine Leser? Tendenziell sollte es immer weniger explizit sein, je jünger die Zielgruppe ist. Kinder wissen zwar auch schon, dass schlimme Dinge passieren können, aber für sie ist Gelesenes (oder Gesehenes) oft noch unmittelbarer real, also sollte man ihnen einige Dinge wenigstens auf dem Papier ersparen.
  • Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob etwas so funktioniert, wie ihr meint, dass es funktionieren könnte, stellt es nach. Bitte nicht am lebenden Objekt, aber beispielsweise mit Actionfiguren oder Salzstreuern. So könnt ihr wenigstens herausfinden, wer wann wo ist und wie es ihm danach gehen könnte.
  • Und bleibt ein bisschen realistisch. Der unsportliche Nerd, der die Welt retten muss, wird sich mit größter Wahrscheinlichkeit NICHT durch kilometerlanges Herumhangeln vor der Sternenschlange retten. Ich habe es probiert. Ich habe Nerd-Ärmchen. Wenn mein Leben davon abhinge, irgendwohin zu hangeln, würde ich einfach gefressen. Isso.

Töchter verstümmelt – Stiefmutter der zukünftigen Königin unter Verdacht!

Psychologen vermuten Fuß-Fetisch

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MPA – Im Rahmen der anstehenden königlichen Hochzeit und Krönungszeremonie sind die Umstände, unter denen die zukünftige Königin aufgewachsen sind, ins Interesse der allgemeinen Öffentlichkeit gerückt. Besorgte Insider geben zu bedenken, die angehende Königin sei aufgrund ihrer zurückgezogenen Kindheit und Jugend möglicherweise nicht in der Lage, repräsentative Aufgaben zu übernehmen. Diese fragwürdigen Zustände werden auch dafür verantwortlich gemacht, dass beide Stiefschwestern unter physischer Verstümmelung ihrer Füße leiden, welche offensichtlich mit einer scharfen Waffe verursacht wurde.

Obwohl von den Verdächtigen in dieser Angelegenheit bislang kein offizielles Statement veröffentlicht wurde, weisen die Indizien auf die Mutter der beiden jungen Frauen hin. Anonyme Zeugen haben bestätigt, die Dame Dumont sei nach den jüngsten Feierlichkeiten bei Hofe von der Fußform ihrer Töchter geradezu besessen gewesen.

Die jungen Frauen befinden sich in medizinischer Betreuung. Es wird nicht erwartet, dass sie an den in Kürze stattfindenden Zeremonien teilnehmen werden.

Zehn Dinge, die ich an mir hasse

Puh, das ist schwierig. Eigentlich hasse ich gar nichts an mir. Aber manche Dinge sind schon lästig. Ich denk mal drüber nach …

  1. Meine Haut ist eine kleine Diva. Coronamaskenpickel? Ja bitte! Also, danke nein, aber ja bitte! Dabei dachte ich, ich hätte meine Hautpflege zur Abwechslung endlich mal im Griff.
  2. Ich bin oft unentschlossen und verpasse dadurch Gelegenheiten.
  3. Ich bin extrem schüchtern. Fast schon verklemmt. (Höre ich da wen lachen?)
  4. Manchmal bin ich unfair zu Leuten, einfach weil ich einen schlechten Tag habe.
  5. Und diesen Altpapierhaufen werde ich nie besiegen. Ja, ich bin eine schlechte Hausfrau.
  6. Es fällt mir schwer, emotionale Nähe auszudrücken.
  7. Außerdem bin ich ziemlich vergesslich.
  8. Meine Knie sind irgendwie lappig und ein wenig unförmig. Ich fürchte, im Alter gewinnt die Schwerkraft an ungewöhnlichen Orten.
  9. Und ich habe einen etwas ungleichmäßg wachsenden, dafür tiefschwarzen Vollbart. Darauf hat mich auch niemand vorbereitet.
  10. Ich bringe viele Dinge nicht zuende. (Im Gegensatz zu dieser Liste.) Mein Schreibtisch und sämtliche Schubladen sind voll mit angefangenen Projekten.

 

Ach, also, eigentlich ist das alles gar nicht so schlimm. Was meint ihr? ^^

Höret, höret!

EIGENTLICH sind Hörbücher ja nicht so hart meins. Ich höre sie höchstens mal auf langen Autofahrten, nachdem das Musical „Hadestown“ (GROSSER FINGERZEIG, geht und hört das!) dreimal durchgelaufen ist, oder Abends zum Einschlafen, wenn mir der Erzähler zusagt. Trotzdem habe ich zwei Favoriten, von denen ich euch völliguneigennützig erzählen werde.

Erstens: THE SANDMAN. Logisch. Ein Comic als Hörbuch, wer wollte das nicht schon immer haben? Gut, eigentlich eher ein Hörspiel. Und auf Englisch. Aber wirklich toll gemacht, atmosphärisch dicht und dröppelt hörenswert („dröppelt“ = mehr als doppelt, weniger als „drölfzig“). Lest euch mal die Sprecherliste durch, da schlackern euch die Ohren.

Und zweitens: Allerseelenkinder. (Räusper.) Das ist ungefähr zur Hälfte aufgenommen und ihr könnte es im Moment noch nur in semiperfekter Qualität (ich lerne noch) auf Patreon hören. Ertappt, das ist ein Versuch, euch das hartverdiente Geld aus der Tasche zu leiern. Aber ich bin wirklich billig, schaut selbst! Für wenige Euro im Monat bekommt ihr jeden Sonntag ein neues Kapitel auf die Ohren und zwischendurch andere aufregende Dinge – Vorab-Schau auf Kurzgeschichten, Cover, ab und zu Papierpost (wenn ihr wollt). Vielleicht haue ich demnächst mal wieder ein witziges Schneckenvideo raus. Und überhaupt: Meine Dankbarkeit wird euch bis ins Grab verfolgen. <3

Wie steht ihr zu Hörbüchern?

Absurde Genremischungen – vielleicht gar nicht so absurd?

Was sind die absurdesten Genremischungen, die ihr euch vorstellen könnt?

Ein Geisterwestern?

Ein utopischer Roadmovie?

Eine kindertaugliche Dystopie?

Romantik-Horror mit Science-Fiction-Elementen und Einhörnern?

Solche Mixe können funktionieren, müssen es aber nicht. Man muss genau schauen, wie man die überwiegend ungeschriebenen Genreregeln auf plausible Art miteinander vermischt. Und man läuft natürlich Gefahr, Genrefans zu enttäuschen. Aber ich persönlich finde ja Buchbeschreibungen wie „Lesbische Totenbeschwörer erforschen ein Spukhaus im Weltall“ (eigene Übersetzung, Blurb zu Gideon the Ninth) sehr verlockend. Ja, das kann grandios schiefgehen. Aber wenn die Autorin ihr Handwerk versteht, dürfte das sehr, sehr grandios sein.

 

Auch imaginäre Freunde können streiten – fantastische Konflikte

Ja, Worldbuilding ist schwierig. Man muss sich alles ausdenken, und alles muss zueinander passen. Wie funktioniert öffentlicher Nahverkehr in einer Welt, in der Menschen auf Bäumen leben, weil der Boden mit säureproduzierenden Schlingpflanzen bedeckt ist und Riesenvögel jeden fressen, der den Kopf aus dem Blätterdach streckt? Was für Toiletten benutzen Meerleute? Passen meine Schimpfwörter zum Erleben meiner Charaktere?

Und es ist damit noch nicht getan. Denn auch imaginäre Welten sind nicht homogen. Es sei denn, natürlich, jeder Charakter lebt auf seinem eigenen kleinen Planeten wie in „Der kleine Prinz“. Wahrscheinlich gibt es unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichem Wissen, unterschiedlichen politischen Ansichten und sogar unterschiedlichen Religionen.

Gut, man muss nicht alles bis ins kleinste Detail ausarbeiten. Aber Konflikt ist der Treibstoff für die meisten guten Geschichten. Und wenn wir uns nicht einmal in der eigenen Familie auf das Salatdressing oder die Feierabendserie einigen können, wie kann es dann sein, dass in einer fantastischen Welt alle einer einzigen Religion anhängen oder alle den Herrscher gleichermaßen gut (oder böse) finden? Wäre es nicht viel realistischer – ja, der Begriff eignet sich auch für Fantasy – wenn beim Abendessen darüber diskutiert wird, dass der dreiköpfige Großfußkaiser nicht nur schlecht ist? Ich meine, er frisst zwar jede Woche drei weißhaarige Jungfrauen, aber immerhin hat er für kostenlosen Hyperloop-Transport gesorgt und das Schulwesen revolutioniert! Und einen schönen Bonus gibt es auch: Gewissenskonflikte.

Die Protagonistin KÖNNTE den korrupten Politiker bloßstellen, der sein Gehalt durch Sklavenhandel mit Praktikanten aufbessert, die dann in den Glühwurmmienen schuften müssen – aber ihr Bruder, dessen rechte Hand, wäre dann arbeitslos und könnte ebenfalls in Schwierigkeiten geraten.

Die beiden Geschwister KÖNNTEN verraten, dass ihre Stiefmutter Schuhe aus Menschenhaut trägt, aber dann würe ihr Vater wieder Single und sehr traurig.

Diese beiden Priester hier haben sich zusammengetan, um die Welt vor dem Untergang zu retten, können sich aber nicht einigen, ob der heilige Kristall tatsächlich göttlich oder nur ein göttliches Symbol ist. Ein falsches Wort, schon reden sie nicht mehr miteinander und der eine reitet in die Nacht hinaus, um sich zu betrinken. Soll doch der Symbolkasper die Welt alleine retten!

Machen wir es also ruhig etwas komplizierter.

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Serientäter!

So ganz diffus habe ich den Eindruck, dass Filme an Relevanz verlieren. Stattdessen konsumieren die Leute, mit denen ich mich austausche, verstärkt Serien. Ist ja auch viel leichter heutzutage. Es gibt Streamingdienste, man muss nur noch selten wochenweise auf die nächste Folge warten – und wenn man alle Staffeln „Gilmore Girls“ an einem Tag gucken will, hindert einen niemand daran.

Deswegen wollte ich an dieser Stelle einen nicht-exklusiven Überblick darüber geben, was ich in den letzten Wochen und Monaten so geguckt habe und wie es mir gefällt. Vielleicht ist ja das eine oder andere für euch dabei?

  • GOOD OMENS. Natürlich. Eines meiner Lieblingsbücher von zweien meiner Lieblingsautoren mit einem grandiosen Cast. Natürlich hält die Serie nicht mit dem Buch mit, aber welche Serie tut das schon? Mein Highlight? David Tennant als Crowley. Aber eigentlich ist der komplette Cast toll. Eine unbedingte Empfehlung.
  • Nicht ganz so uneingeschränkt empfohlen: AMERICAN GODS. Ja, mein Lieblingsbuch. Da kann die Verfilmung eigentlich nur schiefgehen, oder? Nun ja, von der ersten Staffel war ich sehr angetan, obwohl sie schon vom Buch abweicht – die Entscheidungen sind nachvollziehbar, auch wenn ich sie wohl anders getroffen hätte. Staffel zwei war etwas schwächer (mein Highlight: Folge 6, Staffel 2) und hinter den Kulissen gab es wohl Vorwürfe wegen der (Nicht-)Besetzung verschiedener Rollen und der Nicht-Vertragsverlängerung für einzelne Schauspieler. Noch bin ich gespannt auf Staffel 3, aber ein wenig nervös bin ich auch.
  • Ihr könnt euch schon denken, was jetzt kommt: LUCIFER. Auch da – ein leicht durchwachsenes Vergnügen, die Charaktere wirken oft etwas nachlässig geklöppelt. Insgesamt aber eine tolle Prämisse und eine großartige Leistung. Mein Highlight: Dr. Linda.
  • Now for something completely different: SEX EDUCATION. War eine Empfehlung auf Twitter, die erste Staffel war grandios und extrem lustig. Ich zögere noch, die zweite Staffel anzufangen, weil ich da einiges weniger Schönes gehört habe. Aber sobald ich Zeit habe, werde ich mir ein eigenes Bild machen. Mein Highlight: Gillian Anderson als verschrobene Mutter und der Klempner.
  • ALTERED CARBON. Die erste Staffel war mehr als beeindruckend, danach habe ich mir die Bücher des Autors besorgt und sie verschlungen. Danach habe ich leider erfahren, dass der Autor ein Rad hat, das nicht ganz sauber läuft – das war es also für mich. Trotzdem habe ich die zweite Staffel der Serie begonnen, allerdings konnten die ersten Folgen mich nicht überzeugen. Ob ich sie zuende schaue, muss ich gucken. Mein Highlight: Poe.
  • THE MARVELOUS MRS. MAISEL. Erstens bin ich spät dran und zweitens ist das irgendwie eine Art „guilty pleasure“ – keine Ahnung warum. Man merkt, dass die Serie aus dem gleichen Haus kommt wie „Gilmore Girls“, und das ist eigentlich auch gar nicht schlimm. Leider komme ich nur sehr langsam vorwärts, weil ich nur selten das Wohnzimmer für mich habe, wenn Zeit für eine Serie wäre. Aber ich gebe nicht auf. Mein Highlight: Mrs. Maisels erster Bühnenauftritt.
  • ORPHAN BLACK. Schon eine Weile her, dass ich das gesehen habe, aber ich denke immer wieder gerne daran zurück. Eine spannende Geschichte (die leider zum Ende hin ein wenig arg abgedreht wird) und eine grandiose schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin. Mein Highlight: Die Familiendynamik zwischen Sarah, Siobhan und Felix.
  • DEATH IN PARADISE. Damit kam der Mann um die Ecke, und wir gucken es oft abends gemeinsam. Manchmal sind die Fälle ein wenig simpel gestrickt, aber die Figuren machen das wieder wett, und natürlich mein Highlight: Das Setting. (Wenn ich schon nicht auf einer exotischen Insel leben kann … )
  • Natürlich: DOCTOR WHO. Ich bin spät dran und werde mich weiter verzögern, weil ich im Moment den Mann mit liebevoller Strenge dazu bringe, die „neuen“ Staffeln von Anfang an mit mir zu gucken. (Er findet die Idee etwas anstrengend, ist bei jeder einzelnen Folge, zu der ich ihn überrede, dann aber mit Feuereifer dabei.) Mein Highlight: Amy Pond und Rory.

Meine Güte, wir gucken eine Menge Serien. Kein Wunder, dass ich mit keiner einzigen weiterkomme. ^^ Habt ihr noch Empfehlungen? Was muss ich unbedingt gucken und was lohnt auf keinen Fall?

Früher war alles besser – Klassiker lesen

Wie ich ja schon das eine oder andere Mal erwähnt habe, lesen wir mit dem Nornennetz im Moment in einer Lesechallenge wichtige Bücher berühmter Autorinnen – unseren „Hidden Powers“ Nornenschuber. Im März war „Ronja Räubertochter“ dran, danach „Die Farbe Lila“ und dann „Pride and Prjudice“. Diesen Monat ist es „Orlando“ von Virginia Woolf. (Details findet ihr hier.)

Viele dieser Bücher gelten als Klassiker. Ich habe sie noch nicht alle gelesen – und ich muss sie gar nicht alle gut finden. (P&P gefällt mir auch im dritten Anlauf nicht besonders, aber ich verstehe, warum andere es mögen.) Aber oft gibt es eben einen guten Grund dafür, dass etwas ein Klassiker geworden ist. Deswegen lohnt es sich meiner Meinung nach, gelegentlich über den Tellerrand hinaus auf die Klassiker zu schielen und vielleicht den einen oder anderen zur Hand zu nehmen.

Allerdings macht es einen nicht automatisch zu einem besseren Menschen, wenn man verkündet: „Also, ich lese ja kein Buch, das nach 1920 veröffentlicht wurde.“ Das macht einen nur … ja, zu was? Auf jeden Fall zu einer Person, der viele gute Bücher entgehen.

Wenn ich einmal alt wär …

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Je länger die aktuelle Situation anhält, und je absurder die Lagen werden, desto lieber möchte ich meine Alterspläne jetzt schon umsetzen. Zu blöd, dass das im Moment alles so nicht geht. Aber ich kann ja träumen.

Wovon ich träume?

Eine Hütte im Wald. Sie muss nicht groß sein, oder luxuriös. Hauptsache, ich habe fließendes Wasser, Internet und Strom (für Notebook und Kaffeemaschine) und zwei Betten – eines für mich, eines für ausgewählte Gäste.

Zu dieser Hütte sollte ein kleiner Garten gehören. Ich mag Gärten, auch wenn ich nie genug Zeit für viel Gartenarbeit hätte. Deswegen nur ein kleiner Garten. Vielleicht große genug für Hühner und ein paar Kräuter. Ein Apfelbaum wäre auch nett, und vielleicht ein Holunder. Ein großer Hund, der mir Gesellschaft leistet.

Wenn es in der Nähe einen Bach gibt, wäre mein Glück perfekt.

An so einem Ort möchte ich im Wesentlichen ruhige Tage verbringen. In die Natur hinausgehen, mich um Garten und Hütte kümmern, Brot backen, Bücher schreiben. Viel lesen. Ab und zu nette Leute treffen. Wahrscheinlich kleine Kinder erschrecken, die sich im Rahmen von Mutproben an mein Häuschen heranschleichen. Wenn es sich ergibt, würde ich die Umgebung unheimlich dekorieren – ich wäre ja nur alt, nicht langweilig.

Gut, wahrscheinlich wäre ich unglaublich langweilig. Ich würde Tage und Wochen damit verbringen, mit niemandem zu sprechen und mir immer fantastischere Geschichten auszudenken. Wenn ich in den nächsten Ort ginge, um Lebensmittel nachzukaufen oder etwas auf die Post zu bringen, wäre ich die seltsame Alte, die niemandem etwas tut.

Am liebsten würde ich morgen direkt umziehen.