Ein Gedicht!

Gedichte? Puh, nicht so meins. Mit wenigen Ausnahmen. „Die Made“ von Heinz Erhardt kann ich auswendig, und „Die Stadt“ von Thomas Storm mag ich auch. Aber oft wirken Gedichte auf mich eher prätenzios und gestelzt. Quasi überflüssig und redundant. (Und überflüssig und redundant. „Gilmore Girls“ lässt grüßen!)

Seit meiner Teenager-Zeit habe ich mich übrigens nicht mehr an Gedichten versucht, die Unterlagen aus der Zeit sind alle vernichtet – und das ist auch gut so. ^^

Habt ihr Lieblingsgedichte?

Gruselt es euch schon?

Falls nicht, habe ich zwei kleine Überraschungen für euch.

Zum einen gibt es „Allerseelenkinder“ als eBook für Kindle von heute an für ein paar Tage gratis. Das ist quasi umsonst. Nutzt die Gelegenheit!

Und zum anderen habe ich eine kleine, märchenhaft-magische Kurzgeschichte für euch. Dazu sei gesagt, dass ich oft und regemäßig über Märchenadaptationen schimpfe. Aber meine Muse lässt sich davon nicht stören. Die hört sowieso nicht auf mich. Ebenfalls als eBook für Kindle gibt es also ab sofort Hexerella, oder Der Gläserne Besen. Auf fröhliches Gruseln!

Endgegner Klappentext – für Autorinnen und Leser

Ich habe gerade überlegt, auf welche Bücher ich durch Klappentexte aufmerksam wurde, und spontan fallen mir zwei ein. Eins davon entpuppte sich als Fehlkauf, das andere nicht. Man soll eben nicht immer nur nach dem Äußeren gehen.

Der Flop war Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv, und natürlich werde ich euch den Klappentext nicht vorenthalten:

Madeleine „Max“ Maxwell wollte Archäologin werden, um Abenteuer zu erleben, unfassbare Entdeckungen zu machen und gelegentlich die Welt zu retten. Doch die Wirklichkeit holt sie ein: Archäologen verbringen ihre Zeit in Museen zwischen staubigen Büchern und noch staubigeren Fundstücken, die niemanden interessieren. Da erhält sie ein besonderes Jobangebot. Wenn sie die Zusatzausbildung übersteht – und die wenigsten tun das – wird sie Abenteuer erleben, die jene von Indiana Jones wie einen Sonntagsspaziergang aussehen lassen. Und wenn sie überlebt, wird sie wenigstens ein paar Mal die Welt retten …

Klingt eigentlich toll, oder? Aber im Ernst, ich habe es nicht ausgelesen. Was der Klappentext nämlich nicht widerspiegelt: Die Protagonistin ist unerträglich, die Frauendarstellung stereotyp und die Art, wie Probleme gelöst werden … na ja. Generell hat mich das Buch also nicht angesprochen, und da der Schreibstil auch nur mittelmäßig war – wie gesagt, ein Flop. (Falls jemand hier ist, der das Buch heiß und innig liebt: Geschmäcker sind verschieden und ich bin eine garstige alte Frau. Mach dir nichts draus. ^^ )

Das zweite habe ich gerade erst ausgelesen: A Wizard’s Guide to Defensive Baking. Auch hier zunächst der Klappentext:

Die vierzehnjährige Mona ist nicht wie die Zauberer, die die Stadt verteidigen sollen. Sie kann weder Blitze kontrollieren noch mit Wasser reden. Ihr magisches Haustier ist ein Sauerteigstarter und ihre Magie funktioniert nur mit Brot. Sie führt ein bequemes Leben in der Bäckerei ihrer Tante, wo sie Lebkuchenmänner tanzen lässt.

Monas Leben wird allerdings auf den Kopf gestellt, als sie auf dem Fußboden der Bäckerei eine Leiche findet. Ein Killer streift durch die Straßen von Monas Stadt, auf der Suche nach magisch Begabten, und offenbar ist Mona sein nächstes Opfer. Und in einer bedrängten Stadt, die plötzlich ohne Magier dasteht, ist der Killer möglicherweise Monas geringste Sorge …

(eigene Übersetzung)

Auch hier muss ich sagen, dass der Klappentext ein wenig irreführend ist – der Sauerteig spielt eine geringere Rolle, als man meinen sollte. Das Buch selbst hat mich allerdings wirklich umgehauen. (Falls hier jemand ist, der das Buch gar nicht mochte: Geschmäcker sind verschieden und ich brauchte dringend ein wenig Magie im Alltag. Mach dir nichts draus. ^^)

Schauen wir uns mal beide Klappentexte an – die sind nämlich erstaunlich gleich aufgebaut (und man beachte, beide Bücher haben auch vergleichbare Bewertungen auf Goodreads): Erst wird die Protagonistin kurz vorgestellt. Dann (und das ist üblicherweise der Punkt, an dem das Buch anfängt) ändert sich plötzlich alles. Die kommenden Probleme werden angedeutet und es endet mit den bedeutungsschwangeren drei Punkten …

Ist das die ultimative Erfolgsformel? Möglicherweise. Auf jeden Fall wird dieser Aufbau im Moment öfter verwendet. Ein anderer beliebter Aufbau beginnt mit einem Zitat und enthält mindestens eine Frage, die angeblich im Buch beantwortet wird. Dieses Muster ist allerdings jüngst so oft benutzt worden, dass viele Leute davon genervt sind.

Generell lässt sich sagen, dass Formeln für eine bestimmte Sorte Text immer schwierig sind. Je kürzer der Text, desto eher fallen sie auf. Und wenn dir jemand eine „Erfolgsformel“ oder ein „Geheimrezept“ verspricht, erhältst du höchstwahrscheinlich nur einen Hack, mit dem die ganze Arbeit, die man sich eigentlich machen sollte, abgekürzt werden soll. Ähnlich wie beim Kochen kommt da selten etwas Gutes bei rum.

Neulich bei Twitter haben wir das ganze übrigens ein wenig auf die Schippe genommen:

„Was wäre, wenn an dieser Stelle keine Frage stünde? Würden Sie das Buch dann noch kaufen? Diese und andere Fragen stellen sich Verleger und Autoren jeden Tag. Aber alles ändert sich, als eines Tages das Tor zu einer anderen Domension aufbricht, in der auf formelgetaktete Klappentexte die Todesstrafe steht. Werden Verleger und Autoren es gemeinsam schaffen, ihre Kreativität neu zu entdecken? Lesen Sie diesen epischen Fantasy-Erotik-Thriller mit leichten Grammatikübungen und bleiben Sie gespannt!“

Die ausschlaggebende Unterhaltung steht hier.

Als Autorin weine ich übrigens jedesmal, wenn ich einen Klappentext schreiben soll. Das ist schlimmer als ein Exposé. Der Klappentext soll nämlich alles enthalten: Er muss den Schreibstil zeigen, alle relevanten Informationen zum Buch enthalten, die richtige Zielgruppe ansprechen, darf nicht zuviel verraten, soll unterhaltsam UND informativ sein … kein Wunder, dass man da nach Formeln und Abkürzungen sucht. Im Ernst, wenig wird unter Schreibkolleg*innen soviel diskutiert und seziert wie Klappentexte. Würden wir den gleichen Aufwand in Romane stecken, hättet ihr sehr viel weniger, aber dafür sehr viel bessere Bücher. ^^

Über Montage und das harte Leben von Büchern

Ansicht der geschlossenen Seiten eines Buchs mit bräunlichen und orangefarbenen Flecken. Im Hintergrund unscharf gepunktete Beine und eine Tastatur.
Fachbuch mit einer leichten Linsenssuppennote.

Ich würde zu gern behaupten, dass das das erste meiner Bücher ist, das so aussieht. Es war in meiner Bürotasche, ich fuhr ein wenig schwungvoll um eine Kurve, die Tasche fiel, die Suppe suppte, und das ist das traurige Ergebnis.

Leider passiert mir das öfter. Nicht notwendigerweise mit Linsensuppe – ich bin frei in der Wahl meiner Mittel – aber die meisten Bücher, die ich regelmäßig mit mir schleppe, sehen schon entsprechend mitgenommen aus. Kaffeeflecken, Rillen im Rücken, umgeknickte Ecken, sogar … GASP … Eselsohren.

Natürlich nur meine eigenen Bücher. Bei geliehenen bin ich vorsichtiger.

Trotzdem ist das ein umstrittenes Thema, ich weiß. Aber für mich sind an Büchern nicht die Papierseiten oder der Umschlag das Wichtige, sondern die Geschichten.

(Nach der Apokalypse, wenn man Bücher nicht mehr so einfach bekommt, werde ich meine Ansicht natürlich sofort ändern und die Unversehrtheit jedes einzelnen Buches mit meinem Leben verteidigen.)

Jetzt also: Buch mit Linsensuppe.

Exotisch und doch vertraut

Angeblich gibt es, ausreichend abstrahiert, nur eine begrenzte Zahl an Geschichten, die von der Menschheit erzählt werden. Deswegen ist es umso interessanter, sich ab und zu anzuschauen, wie andere Kulturkreise diese Geschichten erzählen. Beispielsweise Geistergeschichten – die Art, wie verschiedene Kulturen Geister generell betrachten, beeinflusst, wie gruselig/mächtig/hilfreich/… Geister sind. Oder die berüchtigte (SEUFZ) Liebesgeschichte – was sind die kulturellen Hürden, die es zu überwinden gilt? Was sind die Erwartungen der jeweiligen Kultur an eine gute oder womöglich gar ideale Beziehung?

Und je fremder die Kultur einem ist, in der man sich lesend bewegt, desto wichtiger ist die Arbeit der übersetzenden Person. Strebt sie einen verfremdenden Effekt an oder versucht sie, die Geschichte in der Zielsprache möglichst natürlich wirken zu lassen? Werden Details gut erklärt oder angepasst? Haben Symbole (Farben, Tiere, … ) die gleiche Bedeutung wie in der eigenen Kultur?

Oft merkt man gar nicht, was man eigentlich für Erwartungen an die Welt hat, bis man sie aus einem anderen (Kultur-)Blickwinkel betrachtet. Und das geht beim Lesen besonders gut, da man sich in die Position einer erzählenden Figur begibt. Man er-lebt die entsprechende Kultur quasi, wenn auch nur für einige hundert Seiten.

Wichtige Spontanankündigung!

Die wunderbare Stella Delanay und ich dürfen heute Abend (also am Samstag, 17.10.2020) um 18:00 h für das Nornennetz einen Talk halten – alles digital! Unser Thema sind Stereotype in der Phantastik, und es wird garantiert … fantastisch! Natürlich, was hättet ihr denn gedacht?

So offiziell kann das aussehen. Hört uns zu!

Das einzige, was ihr braucht, um uns zu hören, ist ein Discord-Zugang, und der direkte Link zum BuCon-Server auf Discord. Das ist alles eigentlich ganz einfach und ohne Stolperfallen zu bewältigen, ich benutze das auch.

Das komplette BuCon-Programm findet ihr übrigens hier – wenn ihr euch schon registriert, könnt ihr euch ja auch die anderen anhören. Oder ihr guckt, was es auf Twitch so gibt. Außer um 18:00 h. Da existiert Twitch für euch quasi nicht. Kommt zu Discord, und zwar alle!

Nur noch 24 Stunden???

Stell dir vor, du hättest nur noch 24 Stunden zu leben. Was würdest du mit ihnen anstellen?

Schwierig.

Eins weiß ich sicher – Arbeit oder die Steuererklärung stünden nicht auf der Liste.

Wahrscheinlich würde ich mich darum kümmern, dass die Katzen und die Zimmerpflanzen gut versorgt sind.

Dass jemand sich darum kümmert, wie es mit meinen Geschichten weitergeht.

Dass die Leute, die ich mag, wissen, DASS ich sie mag. (Ein paar anderen Leuten würde ich vielleicht auch noch eben sagen, was ich von ihnen halte (abhängig von meinem persönlichen Energie-Haushalt.))

Und dann würde ich möglichst viel Zeit mit meinen Allerliebsten verbringen – versuchen, wenig Zeit mit Schimpfen und Jammern zu verschwenden, und mich stattdessen auf den Augenblick konzentrieren.

Eigentlich sollte man das sowieso viel öfter machen. Man weiß ja für gewöhnlich gar nicht, wann die eigenen finalen 24 Stunden anbrechen.

(Keine Sorge, nach dem aktuellen Stand der Dinge werde ich bei garstiger Gemütsverfassung sehr, sehr alt.)

Soundbox oder Katerhöhle?

Soundbox aus grauen Umzugsdecken, darin stehen ein Notebook, ein Mikrofon und ein weiß-roter, dicker neugieriger Kater.
Greebo inspiziert das Equipment.

In solchen Momenten rächt es sich, dass mein Büro daheim gleichzeitig Greebos Rückzugsort ist. Ohne Kater geht hier nämlich gar nichts. Falls ich also, wie neulich, eine Tonaufnahme starten will, muss ich hoffen, dass er mir nicht mit seiner Neugier und seinen Sperenzien die Aufnahme ruiniert. Glücklicherweise ist er ja eher von der ruhigen Sorte – nach einer kurzen Inspektion hat er sich in einen anderen Karton zurückgezogen und den Abend genossen, während ich aufgenommen habe.

Was ich aufgenommen habe? Ich habe doch neulich von meinem Patreon-Feed erzählt. Langfristig will ich dort die „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe als Hörbücher aufnehmen (und dann sehen wir weiter), und dafür übe ich im Moment Vorlesen. Also gibt es in unregelmäßigen Abständen Kurzgeschichten zu hören, schon für die niedrigste Stufe. Falls ihr euch also diesen Monat gruseln wollt … „Charybdis“ gibt es jetzt auch auf die Ohren.

Die 100 besten Fantasy-Titel …

… sucht Fischer Tor gerade – und nein, wahrscheinlich bin ich nicht dabei. Harte Konkurrenz, ist mir klar. Aber ich habe über Twitter natürlich meine Top 5 kundgetan – und mich dabei auf Autorinnen konzentriert.

Überhaupt achte ich ja seit einiger Zeit verstärkt darauf, welches Geschlecht die Autor*innen von Büchern haben, die ich lese resp. vorgeschlagen bekomme. Früher waren das nämlich zu einem Großteil (bis auf bei Thrillern, merkwürdigerweise) Männer. Und da grob die Hälfte der Menschheit nicht Männer sind, käme es mir merkwürdig vor, wenn dort das komplette schriftstellerische Talent läge. Also lese ich zum Ausgleich verstärkt nicht-cis-männliche Schreibende. Und ich muss auch ehrlich sagen … bei Büchern von cis-Autoren überlege ich aktuell oft länger, ob ich meine Zeit darauf verwenden will – es sei denn, natürlich, ich weiß, dass mir sein Schreibstil gefällt (z.B. Terry Pratchett, Neil Gaiman – und ja, ich habe immer noch nicht alle Bücher von Terry Pratchett gelesen, Schande auf mein Haupt).

Ist das diskriminierend? Ich weiß es nicht. Ja. Nein. Vielleicht.

Ich weiß nur: Ich habe begrenzte Lesezeit. Für alle Bücher auf der Welt wird es nicht reichen – nicht einmal für alle Bücher auf der Welt, die zu meinen präferierten Genres gehören. Also muss ich eine Auswahl treffen. Und wenn ich die Sichtbarkeit von Schreibenden erhöhen will, die nicht als cis-männlich gelesen werden, kann ich da bei mir genau so gut anfangen wie an jedem anderen Ort. Schließlich sollte ich die Bücher kennen, von denen ich euch vorschwärme.

Und tröstet euch – wenn mir ein Buch gut genug gefällt und/oder ich ausreichend enthusiastische Empfehlungen bekomme, dann lese ich nach wie vor auch Bücher von cis-Autoren, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte. Die haben es halt ein wenig schwieriger. Bei mir. Einer kleinen einzelnen Einzelperson. Hoffentlich tut das deren Karriere keinen Abbruch. [/sarkasmus]

Pa-was? Wie bitte?

Patreon.

Habt ihr bestimmt schon von gehört.

So eine Bettelplattform, auf der man Leuten regelmäßig Geld gibt, und dafür machen die dann Kunst oder Unsinn oder so.

Da bin ich jetzt auch.

LINK

In erster Linie soll es dort um das lang angeschobene Hörgeschichten-Projekt gehen. Falls euch das also interessiert, seid ihr herzlich eingeladen, mich zu unterstützen!