Staubfreie Ablenkung

Schon seit einer Weile wussten wir, dass der Altkater im Urlaub zum Tierarzt geht. Der Knubbel, den er seit Frühling rechts am Hals hatte, wurde einfach nicht kleiner, und dann sollte man auf so etwas draufgucken. Eine erste Biopsie vor ein paar Monaten war nicht eindeutig gewesen, seitdem hatte er entzündungshemmende Behandlung und ein Mittel gegen Arthrose bekommen. Die Arthrose ist besser, aber der Knubbel war immer noch da.

Als ich dann gestern morgen zum Tierarzt kam, maß der ein wenig, guckte ein wenig mehr und räusperte sich. Der Knubbel sei so groß, dass er über kurz oder lang sowieso Probleme machen werde – unabhängig von Biopsie-Ergebnissen. Ob wir den Knubbel nicht direkt entfernen lassen wollten? Dann könne man auch eine umfassendere Histologie-Aufarbeitung machen.

Vor dem ersten Kaffee bin ich jetzt nicht so wirklich entscheidungsfreudig, aber das klang sinnvoll, und da der Mann noch zuhause friedlich schlief, musste ich auch mit niemandem Rücksprache halten. Also ließ ich einen sichtlich verstimmten Kater, der eh schon seit mehr als zwölf Stunden nichts gefressen hatte, in der Obhut des Tierarztes und begann, mich ein wenig abzulenken.

Da waren doch noch vier Dinge auf der Einkaufsliste. Wenn ich also schon in der Stadt war … und das Auto könnte dringend mal wieder gewaschen werden. Als es dann gewaschen und trocken wieder zuhause auf dem Parkplatz stand, konnte ich es endlich so verschandeln, wie ich es seit Wochen geplant hatte. Dann wurden einige Pflanzen umgepflanzt, denen es in der Zwischenzeit ein wenig eng um die Taille geworden war. Als Konsequenz hieraus musste natürlich der Balkon gefegt werden, denn irgendwer hatte mit Blumenerde gesaut. Danach wusch ich die Küchenfronten ab, erledigte den üblichen Spül und eine Lade Wäsche, fegte (der Mann schlief schließlich immer noch) und hatte mich gerade beinahe davon überzeugt, das Sofa tiefen-einzuschäumen, als der erlösende Anruf kam.

Fünfzehn Minuten später und ziemlich genau drei Stunden, nachdem ich den armen alten Kater abgegeben hatte, konnte ich ihn wieder mit nach Hause nehmen. Die Operation war gut verlaufen, er sabberte noch und war ziemlich unsicher auf den Pfoten. Schmerzmittel, Halskrause für den Notfall, Instruktionen zu Futter und Wasser.

Zuhause war der Kater ein wenig desorientiert. Das könnte daran gelegen haben, dass er noch betäubt war und ich die Zugänge zu seinen staubigen, vollgehaarten Lieblings-Liegeplätzen sorgfältig verstopft hatte. Oder daran, dass diese Wohnung seit Monaten nicht so ordentlich war. Im Ernst, ich hätt mich auch fast nicht zurechtgefunden.

Weißer Kater mit wenig Rot im Fell sitzt auf einem Lager aus Decken und Handtüchern. Rechts am Hals, unter dem Kiefergelenk, hat er eine größere rasierte Fläche, auf der man Desinfektionsmittel und Wundsekret sieht. Er guckt nicht erfreut.
Einige Stunden nach der Narkose. Der Blick sagt es schon: „Ihr werdet alle sterben!“

Erinnert er euch nicht auch an etwas, das man in „Friedhof der Kuscheltiere“ hätte sehen können? Aber ich schwör, er ist ganz lieb. Heute hatte er schon seine Dosis Schmerzmittel, die auch abschwellend wirken, und morgen geht es zur Wundkontrolle. Er hat sich sogar einen Tunnel unter das Gästebett gegraben, also lasse ich ihn da und hoffe, dass er sich nicht völlig einsaut. Das ist einer der wenigen Orte, die meiner Ablenkungs-Putzwut gestern nicht zum Opfer gefallen sind.

Zwischen dieser Aktion, einer noch laufenden Wurzelbehandlung bei mir und einer anstehenden Wurzelbehandlung beim Mann ist das nicht unbedingt der Traumurlaub. Aber ich nehme, was ich kriegen kann. Und das Wichtigste ist doch, dass es dem kleinen Flauschepo bald wieder besser geht.

Urlaub, Tag 2

Am liebsten wäre ich heute den ganzen Tag als Decken-Wrap auf dem Sofa geblieben. Es ist der zweite Tag meines Urlaubs, und ich fühle mich unglaublich müde. Möglicherweise liegt das daran, dass ich eine merkwürdige allergische Reaktion auf irgendwas hatte – möglicherweise den Muschelextrakt, den ich für meine morschen Knie nehmen sollte – oder ich brauche den Urlaub mal wirklich. Allerdings wird man, Gerüchten zufolge, durch pures Rumliegen nicht glücklicher, also hangele ich mich ganz entspannt an meinen To-Do-Listen entlang Richtung Abendessen. Für heute stehen noch Laufen und Schneckeneier-Suchen auf dem Plan, danach kann ich mit mir ganz zufrieden sein.

Ja, auch im Urlaub habe ich Listen. Vor allem im Urlaub. Sonst liege ich die ganze Zeit nur in der Ecke und bin anschließend unzufrieden, was ich alles nicht geschafft habe. Aber keine Bange, da stehen auch lustige Dinge drauf. Sowas wie „Blog aktualisieren“, „Hörbuch aufnehmen“ oder „Lesewrap häkeln“. Ich merk mir doch sonst nichts!

In den kommenden Tagen erzähle ich euch dann vielleicht auch mal zwischendurch, wie das so läuft.

Pausenlos durch die Nacht

… oder wenigstens fühlt es sich so an.

Lilienschwester ist in Auftrag gegeben und sollte in wenigen Tagen erhältlich sein.

Ich nehme fleißig weiter Sprecherstunden und hoffe, das „Allerseelen“-Hörbuch rechtzeitig zu Halloween in hübsch (oder wenigstens akzeptabel) eingelesen zu haben.

Die nächsten „Gruftgeflüster“-Geschichten sind in Planung. Zwölf kriegt ihr auf jeden Fall, danach setze ich die Reihe vielleicht sporadisch vor, immer wenn ich eine gute Idee habe. Muss mal schauen. Am ehesten scheitert es an der Zeit, aber vielleicht habe ich ja einen Geistesblitz, wie ich meine Tage optimieren kann.

Im Hintergrund gibt es immer noch zwei fertige Manuskripte, die „nur“ professionell überarbeitet und veröffentlicht werden müssen, und ein halbfertiges Kinderbuch, das sich immer noch sträubt.

Außerdem habe ich zwei Projekte in Planung, bei denen andere Schreibende involviert sind, und über die ich euch erst mehr erzählen werde, wenn es auch mehr Details auszubreiten gibt.

Schlaf wird überbewertet.

Allerdings – sobald ich mir mal einen Tag freinehme, so wie gestern, als „Lilienschwester“ endlich aus meinen Fingern war und die Aufnahmen für meinen Patreon-Kanal im Kasten waren, falle ich buchstäblich um. Dann will ich nur schlafen und essen und eventuell noch mit halbgeschlossenen Augen aus dem Fenster starren. Der vernünftige Teil von mir ahnt, dass ich mal Pause machen sollte. Der kreative Teil sieht den Urlaub, der in greifbare Nähe rückt, und packt neue Pläne aus. Vielleicht sollte ich dem kreativen Teil mal hart auf den Schädel schlagen, damit er temporär Ruhe gibt. ^^

*wink*

Zu Selfcare gehört auch, dass man manche Dinge gelegentlich liegen lässt. Wie dieses Blog, wenn viel zu tun ist. Ich kann es ja einfach nicht lassen. Aber es gibt auch so viele spannende Projekte, von denen ich euch noch nicht erzählen kann! Ihr müsst einfach darauf vertrauen, dass es wohl was Ordentliches wird.

Bis Ende der Woche will ich die Neubearbeitung von „Lilienschwester“ fertig und hochgeladen haben. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an das kleine, abwegige Büchlein, das ich vor ein paar Jahren veröffentlicht habe. Das kriegt eine Grundrenovierung, ein wenig frische Farbe und wird der September-Band für das „Gruftgeflüster“. Einmal mehr bin ich nicht sicher, ob ich es tatsächlich unheimlich genug geschrieben habe – aber die Oktober-Geschichte wird euch aus den Socken gruseln!

Soviel zu meinem Alltag. Ich versuche, weder die Wohnung komplett verkommen noch mich auf dem Weg zur Arbeit überfahren zu lassen (gestern drei Versuche, heute nur zwei), und verzettele mich fröhlich weiter vor mich hin.

Das Selfcare-Dilemma

Foto von Roberto Nickson, gefunden auf Unsplash

Selfcare ist wichtig, das wissen wir inzwischen alle. Man braucht regelmäßig Zeit, um seine Batterien aufzuladen, und Energie, um die aufladerelevanten Dinge zu tun. Aber wie soll das, bitteschön, funktionieren?

Mit den Jahren bin ich ganz gut darin geworden, zu sehen, was mir gut tut. Das sind nicht immer Dinge, die auch Spaß machen (aufräumen!; Gemüse essen!!; früh schlafen gehen!!!) – aber wenn ich diese Dinge tue, fühle ich mich besser und habe auch mehr Energie für die Dinge, die ich wirklich tun will.

Es ist also gar keine Option, Selfcare auszulassen. Aber wie, fragt ihr euch vielleicht, findet man zwischen Bürojob, Schreibzeit, Haushalt und dem bisschen Sozialleben, das die Gegenwart zulässt, auch noch Zeit für Selfcare?

Puh, ich weiß es nicht.

Wie ich es mache?

Ich mogle.

Weil ich nämlich genau weiß, was ich für meine Batterien benötige, weiß ich auch, wieviel ich jeden Tag resp. jede Woche mindestens in diesem Bereich machen muss, damit ich mich gut fühle und nicht alle erwürge, nur weil ich es kann. (Glaubt mir, manchmal ist das eine verlockende Option!) Auf meiner List stehen unter anderem:

  • Kunst und Musik
  • Yoga
  • Spaziergänge
  • Meditation
  • Krafttraining
  • Laufen

Und aus diesen (und einigen anderen) Dingen suche ich mir jeden Tag mindestens zwei Dinge aus, die stattfinden MÜSSEN. Nicht unbedingt gut, nicht unbedingt lang, aber die ziehe ich durch. Und wenn mal Zeit ist oder ich finde, da sollte mehr gehen, dann auch drei oder fünf von diesen Punkten.

Andere Dinge sind nicht verhandelbar und werden nur im Notfall ausgesetzt: Mindestens sieben Stunden Schlaf beispielsweise, mit weniger geh ich zwar, aber ich gehe kaputt. Oder tägliche Rationen an Obst und Gemüse (siehe oben), damit mein Körper seine Leistungsfähigkeit behält. Der ist schließlich nicht aus Feenstaub gemacht.

Mir geht es also gar nicht darum, möglichst perfekte Selfcare hinzulegen, sondern möglichst realistische. Ich habe nunmal keine Zeit, jeden Tag zwei Stunden Sport zu treiben, mir neue Fähigkeiten anzueignen UND für Weltfrieden zu sorgen. Und manchmal ist es auch wichtiger, das Bad mal wieder zu putzen, anstatt Erleuchtung zu jagen. Für die meisten Dinge gibt es eine ideale Lösung – und eine, die für dich selbst im Alltag funktioniert. Und das ist auf jeden Fall die zweitbeste und sollte auf jeden Fall umgesetzt werden.

Oder, wie ich irgendwann mal las (grob paraphrasiert): „Alles, was wert ist, getan zu werden, ist auch wert, nur halbherzig getan zu werden.“

Falls ihr euch also jemals fragt: Wie macht diese verrückte Frau das alles? Die Antwort lautet: Halbherzig und nach Liste. ^^

Stil – vielleicht doch nur das Ende des Besens?

Beim Schreiben dreht sich angeblich alles um den Stil. Vor allem den eigenen. Viele schreibende Personen, die ich kenne, verweigern sich Schreibratgebern, Grammatikkursen, Testleserfeedback oder Lektorat mit dem Hinweis darauf, dass sie ihren eigenen Stil nicht kompromittieren wollen.

Schließlich kennen wir alle diese „Konsumgeschichten“, die lieblos nach dem gleichen Muster aufgebaut sind, um die niederen Instinkte gewisser Leserkreise zu befriedigen und mit billigen Tricks schnell das „große Geld“ abzugreifen. Keinesfalls wollen wir werden wie die!

Erst einmal eine gute Idee. Wir wollen wirklich nicht schreiben wie alle anderen, oder?

Aber der Sprung ist ein wenig zu kurz gedacht.

Ich bemühe einen meiner Lieblings-Autoren, Neil Gaiman, der sinngemäß sagte: „Stil ist das, was du nicht sein lassen kannst“ – also das, was dein Schreiben ausmacht, auch wenn du die Erzählstimme oder das Medium wechselst, oder wenn du dich darüber informierst, wie du das Erzähltempo optimieren und Geschichten für Leser sprachlich ansprechender gestalten kannst.

Deinen Stil kann man dir gar nicht austreiben. Er wird allerdings sichtbarer und glänzt mehr, wenn du die ganzen vermeidbaren Dinge, die dein Schreiben ausbremsen, ablegst. Schließlich hat man auch den eigenen Fahrstil, selbst nach einem Dutzend (oder hundert) Stunden in der Fahrschule. Stil ist Teil der Persönlichkeit, und genau wie die eigene Persönlichkeit kann man ihn polieren, aber leider nicht abgeben, wenn er gerade im Weg ist.

Zaubersprüche? Teufelswerk!!!

Auf einem hellen Stoff-Untergrund liegt ein in geprägtem LEder gebundenes Notizbuch. Im Vordergrund sieht man drei Halbedelsteine.
Foto von Emily Underworld, gefunden auf Unsplash.

Wenn man Phantastik schreibt, kommt man mitunter nicht darum herum: Man muss sich eigene Zaubersprüche ausdenken. Und das ist gar nicht so leicht, wie man denkt – kommt es doch dabei hart darauf an, mit was für einem magischen System man arbeitet.

Müssen Zaubersprüche eine bestimmte Form haben?

Ist die Silbenzahl wichtig?

Sollte man sie reimen?

Auf welche Gottheiten bezieht man sich?

Müssen bestimmte Symbole berücksichtigt werden?

Jaaaa, die Frau zerbricht sich wieder den Kopf über merkwürdiges Zeug. Aber denkt doch nur daran, wie merkwürdig uns schon mitunter Sagen aus anderen Kulturkreisen vorkommen und was wir da ggf. nicht verstehen, weil uns das Hintergrundwissen fehlt. Solche und schlimmere Probleme kriegst du als Autor*in, wenn du ein magisches System schaffst und den Zaubersprüchen und Ritualen nicht genügend Aufmerksamkeit schenkst. Denn den Leser*innen fällt auf, wenn da etwas holpert … sogar wenn sie bewusst möglicherweise nicht darauf kommen.

Das letzte Mal, dass ich Zauber schreiben musste, war für „Magie hinter den sieben Bergen“ – das war westliche moderne Hexerei, also vergleichsweise einfach. Mit den Ritualen für das Kinderbuch (Arbeitstitel „Verzandt“) habe ich es schon schwerer, denn die Gesellschaft ist ursprünglich seefahrt-basiert – mit allem, was da eben (oder auch nicht) zugehört.

Magie ist ein wichtiger Teil des Weltenbaus, vergesst das nicht!

Das Drama mit dem Verpackungsmaterial

Habt ihr schon einmal ein Päckchen von mir bekommen? Dann stehen die Chancen gut, dass ihr euch gewundert habt, warum die Umverpackung so ranzig aussieht.

Des Rätsels Lösung: Ich verwende das Zeug wieder.

Zum einen ist das gut für die Umwelt, zum anderen spart es mir als Autorin Geld.

„Was?“, denkt ihr euch. „Die paar Cent für Versandkisten sollen arm machen?“

Zum einen: Ja. Zum anderen: Damit ist es ja nicht getan. Wusstet ihr, dass Leute, die professionell Dinge verkaufen und versenden, für die Entsorgung des neu in den Verkehr gebrachten Verpackungsmaterials zahlen müssen? Ich meine, das ist ja nur recht und billig, schließlich kostet die Entsorgung ja was. (Falls ihr mehr dazu wissen wollt, recherchiert mal „Verpackungsgesetz“ oder „Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister“, das ist sehr entspannend.)

Auf jeden Fall habe ich sowieso konstant soviel Verpackungs- und Füllmaterial zuhause, dass ich es ohne Probleme für gelegentliche Bloggerpäckchen etc. recyclen kann. Das schon die Umwelt und den Geldbeutel – eine Win-Win-Situation, sozusagen.

(Im Endeffekt ist das ganze noch ein wenig komplizierter, aber ich will euch nicht langweilen.)

Und natürlich die Erinnerung: Natürlich könnt ihr bei mir jederzeit signierte Bücher bestellen, auf Wunsch auch mit Katzenhaaren. Und die Verpackung ist halt ein wenig schäbig, aber es kommt ja auf die inneren Werte an. ^^

SPOILER AHEAD!!! „In Flammen“ Entwicklungsübersicht

Das hier ist ein Übersichtsbeitrag mit Spoilern für diejenigen, die meiner „Blick über die Schulter“-Reihe im April gefolgt sind. Hier findet ihr die verschiedenen Entwicklungsstadien der Ideen und Gedanken zu „In Flammen“. Achtet vor allem darauf, wie sich Charaktere etc. von einer Version zur nächsten entwickeln, das macht Spaß. ^^

TAG 1 – IDEEN, NOTIZEN

DANKSAGUNG – Für Anekdoten: Andrea B., Anja B.

IDEE – Eine Schaustellerfamilie gibt verzauberte Gewinne aus, die ihre Besitzer reprogrammieren, ihnen WAS ZU TUN??? Ein junger Mann, der lustlos mit der Clique seiner älteren Schwester vor Ort ist, findet diesen Plan durch einen Zufall heraus. Eine Tochter der Schaustellerfamilie hilft ihm, alle Gewinne einzusammeln und zu verbrennen.

CHARAKTERE – Prota: Niklas, 16 Jahre; Schwester: Ramona, 18 Jahre, hat gerade ihren Führerschein; abtrünnige Tochter: Jenna, 17 Jahre

TAG 3 – PLOT

  • Niklas ist nervös, denn nach zwei Jahren Pandemie findet zum ersten Mal wieder das Volksfest „Rhein in Flammen“ statt, und er wird seine langjährige Freundin Jenna wiedersehen. Seine Eltern bestehen darauf, dass er mit seiner älteren Schwester Ramona im Auto fährt, anstatt das Fahrrad zu nehmen, das sei sicherer. (Atmosphäre, Hintergründe, …)
  • Wiedersehen mit Jenna, viel Atmosphäre, sie verhält sich seltsam und erzählt, dass sie den Schaustellerbetrieb nach diesem Jahr aufgeben. Niklas ist enttäuscht – dann sehen sie einander ja nie wieder?? Ehe sie weitersprechen können, wird er von seiner Ex aufgehalten, die Jenna böse anguckt und ihn volllabert. Jenna geht ein Stück weiter, er schließt zu ihr auf und verspricht, zur Entschädigung für die Unterbrechung etwas für sie zu gewinnen. Sie meint zwar, die Spiele seien alle „rigged“, aber sie stimmt zu, das Gespräch von vorhin setzen sie nicht fort.
  • Dieses  Jahr sind drohnenartige ferngesteuerte Maikäfer der letzte Schrei auf dem Jahrmarkt, und Niklas versucht, einen für Jenna zu gewinnen. Sie lenkt ihn allerdings beim entscheidenden Wurf ab, so dass es „nur“ zu einem kleinen Stofftier reicht – einer Giraffe, der Jenna ihr Haarband als Schal um den Hals macht. Niklas glaubt, sie habe das aus Rache gemacht, und ist sauer. Jenna: Wenn wir eine stille Ecke finden, kann ich dir alles erklären. Niklas ist verwirrt: Will sie mit ihm rummachen?
  • Hinter den Hütten sehen sie einen angetrunkenen Typen mit so einer Maikäferdrohne spielen. Jenna pfeift eine kurze Melodie, und auf einmal greift die Drohne den Typen an. Als sie eine andere Melodie pfeift, hört der Angriff auf und der Maikäfer deaktiviert sich. Der betrunkene Typ schimpft auf Chinaschrott und wankt weiter.
  • „Wir können die doch nicht mit dieser Käfersache durchkommen lassen!“ – „Und was willst du tun?“ – „Auf jeden Fall nicht einfach so einpacken und abhauen.“ Sie besorgen die Flöte, auf die die Maikäfer geeicht sind, und schleichen sich in eine Kabine, von der aus man Zugriff auf die Durchsage-Anlage hat („Für einen Scherz“). Als Jenna die Melodie spielt, gehen alle Maikäfer auf dem Jahrmarkt kaputt, den meisten Gewinnern fällt das nicht einmal auf, die tragen die ja einfach mit sich rum.
  • Jenna will die Flöte eben heimlich zurücklegen, Niklas geht bei Ramonas Clique vorbei, um sich sehen zu lassen, und wartet dann am Treffpunkt auf Jenna. Er sieht diverse unheimliche Ereignisse und Gestalten, seit er darauf achtet, der Spaß am Jahrmarkt ist ihm ein wenig vergangen. Aber Jenna taucht nicht am vereinbarten Treffpunkt auf.
  • Niklas bittet Ramonas Clique um Hilfe bei der Suche nach Jenna, aber die machen sich nur über ihn lustig, also geht er allein. Diverse Schausteller nähern sich ihm und geben ihm Hinweise, bis er im „Fun House“ ist, dort soll Jenna angeblich sein. 
  • Stattdessen wartet dort eine junge Frau auf ihn und versucht, ihn irgendwo runterzustoßen, damit es wie ein Unfall aussieht. Ob er wirklich glauben würde, sie seien so blöd, ihm und Jenna eine Chance einzuräumen? Er überlistet sie, sie wird ohnmächtig, er entkommt.
  • Am Rand des Jahrmarktes, in der Nähe des Fun Houses, findet Niklas Jennas Giraffe neben einer merkwürdigen Zeichnung im Schlamm, die ihn darauf bringt, wo er suchen muss: Unter der Autobahnbrücke! Die Gegend ist wegen des Feuerwerks abgesperrt, er muss ein wenig klettern und so, wird fast von einem Polizisten gefasst.
  • Aus seinem Versteck beobachtet er, wie ein älterer Herr Jenna mit Handschellen an einem Fahrradständer o.ä. festmacht, einen Kreis um sie zieht und mit der Beschwörung anfängt. Er läuft runter und fängt an, die Beschwörung zu stören. Der Böse ist genervt, aber nicht zu sehr, denn bald wird Verstärkung da sein. Jenna fleht Niklas an, sich in Sicherheit zu bringen.
  • Mit einem Trick bringt Niklas den Bösen dazu, den Dämon außerhalb des Kreises zu beschwören. Er springt rein zu Jenna und macht sie los, während der Dämon draußen sein  versprochenes Opfer – den Bösen – reißt und auf Niklas‘ Befehl wieder verschwindet. Als es sicher ist, gehen sie Richtung Volksfest, das Feuerwerk beginnt.
  • Einige Wochen später hat Niklas eine E-Mail von Jenna (sie haben endlich mal Kontaktdaten ausgetauscht!!!): Der Kult streitet untereinander, die müssen sich erst einmal neu organisieren. Ihr Vater hat das Geschäft bereits verkauft und eine Stelle in Köln angenommen, man könne sich also bald auch mal einfach so treffen. Am Fenster brummt ein Maikäfer.

TAG 3 – KLAPPENTEXT

Seit Jahren treffen der schüchterne Einserschüler Niklas und die Schaustellertochter Jenna sich regelmäßig auf den großen Jahrmärkten in Bonn.
Nach der Pandemie sind beide unsicher – was hat sich in den letzten zwei Jahren zwischen ihnen verändert?
Doch schon bald wird ihr Wiedersehen auf dem Volksfest „Rhein in Flammen“ von finsteren Machenschaften überschattet.
Der Jahrmarkt hat sich verändert.
Unheimliche Gestalten sind hinter den Kulissen zugange.
Jenna und ihr Vater haben bereits alles vorbereitet, um die Gruppe zu verlassen.
Vorher allerdings braucht Jenna noch Niklas‘ Hilfe dabei, die Pläne der anderen zu durchkreuzen.

TAG 15

NOTIZEN FÜR EDITS:

  • Polizeigespräch („Wir können doch nicht jeder zickigen Dame hinterher, die nichts mehr mit ihrem Bübchen zu tun haben will!“)
  • Mehr Hinweise auf Insekten
  • Jenna weiß/ahnt von den okkulten Machenschaften der anderen; gleichzeitig spottet sie über die alten „Kinderdiebe“-Vorurteile, die es Schaustellern gegenüber gibt

Leute und Bäume

Ein sehr weiser Rat, den ich vor Jahren mal gelesen habe – und ich weiß nicht mehr, wo das war – besagt, man solle sich darin üben, Leute in Bäume zu verwandeln.

Verschiedene kahle Bäume stehen in einem winterlichen Wald, durch den ein Forstweg führt.
Foto von Simon Berger, gefunden auf Unsplash.

Gemeint war, man solle all die verschiedenen Leute, denen man begegnet, genau so akzeptieren, wie man all die verschiedenen Bäume akzeptiert, wenn man in den Wald geht – unabhängig davon, ob sie krumm oder knubbelig oder kahl sind.

Und ich finde, das ist ein schöner Rat.

Wobei ich mir in meinen finsteren, rachsüchtigen Momenten dann manchmal doch vorstelle, Leute in Bäume zu verwandeln, indem ich sie in Dünger verwandle. Aber ich schwöre, das tue ich nur in meiner Fantasie, für die Psychohygiene.

Und in dem Sinne – ihr seid wunderschöne Bäume, alle miteinander!