Es hat sich ausgeflüstert

Heute ist er endlich offiziell erschienen – der letzte Band der „Gruftgeflüster“-Reihe. Zwölf Kurzromane, zwölf Monate, zwölf unheimliche Touren ins Rheinland. Jetzt neige ich zu gnadenloser Selbstüberschützung, doch irgendwann zwischendurch war ich selbst nicht sicher, ob ich diesen Plan so durchziehen könnte. Hiermit ist es also bewiesen: Es geht. Ich habe keine Ausreden mehr für „Schreibblockaden“ und Trödelei. Vielleicht erzähle ich bei Gelegenheit mehr darüber, wie das funktioniert hat und worüber ich selbst gestolpert bin – falls Leute mir dieses lächerliche Experiment nachmachen wollen, oder falls jemand Interesse daran hat, schneller und produktiver zu schreiben, und gucken möchte, ob meine Methode für ihn funktioniert. Klar, wir schreiben alle unterschiedlich, aber möglicherweise habe ich ja einen Trick gelernt, der anderen Leuten auch hilft?

Ursprünglich wollte ich übrigens danach einen Monat freinehmen – oder wenigstens bis Ende Februar. Aber ich sitze schon bis an die Ohren in der nächsten Planung, und es wird auf jeden Fall unterhaltsam. Die Ausgangsidee ist „Stars Hollow (aus Gilmore Girls), nur mit Magie.“ Und dann geht natürlich alles schief und Leute verschwinden, und eventuell sind am Ende wieder alle tot. Ich kann da gar nichts für! ^^

Ich habe (beinahe) fertig!

Panorama-Aufnahme eines Büros: Links vollgestopfte Bücherregale, daneben ein Drucker auf einer Kommode, ein Katzenklo, ein Eichenschreibtisch direkt vor einem Fenster, rechts ein weiteres Regal und in der rechten Bildecke ein bisschen Chaos mit einem Kater.
Das Chaos ist noch ganz frisch.

Es hat zwei Woche gedauert und ich habe ziemlich geflucht, aber jetzt ist mein Büro wieder fast komplett einsatzbereit. Ich muss dem Chaos in den Regalen noch Herr werden, und da rechts, wo Greebo sitzt, steht ein Schränkchen, das auf den Sperrmüll soll – da allerdings unser Keller komplett voll steht, muss das hier oben wohnen bleiben, bis wir es an die Straße stellen können.

Ist doch gar nicht so schlecht geraten, oder? Ich frage mich, wann hier wieder alles in Zeug ertrinkt, schließlich bin ich eine kleine Packratte. ^^

Die Gästecouch ist Geschichte – was nun?

Bis vor kurzem stand in meinem Büro eine Gästecouch – eine Couch, die man zum Bett ausklappen konnte. Jetzt war das Ding schon ziemlich alt und ranzig, und ich wollte gerne mehr Platz für Regale (mehr Bücher!!!) ergaunern. Also ist die Gästecouch Geschichte.

Aber was machen wir jetzt, wenn wir Übernachtungsgäste haben?

Gut, wir sind stolze Besitzer wenigstens einer akzeptablen Luftmatratze. Aber im Ernst – wer uns besuchen kommt, ist aus dem Luftmatratzenalter meistens raus. Zur Not, oder wenn sich viele Leute hier knubbeln, mag das gehen, aber als Grundsatzlösung gefällt es mir weniger.

Andererseits – brauchen wir überhaupt ein Gästebett? In den letzten zwei Jahren waren eher wenig Leute hier zu Besuch. Ja, ich sehe den Denkfehler selbst: Pandemie. Natürlich hatten wir da weniger Gäste.

Und überhaupt – ich finde es ungemütlich, NICHT auf Übernachtungsgäste zu planen.

Für eine richtige Couch hat mein Büro nach dem Umbau wirklich keinen Platz. Aber was wäre mit einem Schlafsessel? Das könnte gehen … und ich hätte einen gemütlichen Lesesitz, also win-win?

Meh, muss mal gucken. Die meisten Modelle, die ich bis jetzt online gesehen habe, wirken wenig vertrauenswürdig. Soll ja auch gemütlich sein, bei uns zu nächtigen. In den kommenden Tagen wollen wir noch einmal das obskure schwedische Möbelhaus besuchen, die haben einen Schlafsessel im Angebot. Vielleicht ist der ja gleichzeitig akzeptabel bequem und nicht unhandlich wuchtig.

Als Alternative bliebe noch das klassische Gäste-Klappbett. Ich hätte auch schon eine Ahnung, wo ich das verstauen könnte, dass es nicht konstant im Weg ist. Also, immer nur ein bisschen. Dann hätte ich zwar keinen gemütlichen Lesesitz (bis ich mir einen häkle zumindest), aber wir könnten Gäste beherbergen, und in meinem Büro wäre auf jeden Fall ausreichend Stellfläche.

Tja, ich überlege noch. Und vor meinem Geburtstag wird das wahrscheinlich auch nicht akut, wir könnten also noch ein wenig herumgucken gehen.

Wie handhabst du das? Gäste lieber ins Hotel? Auf die Couch? Oder bist du so erwachsen und hast ein richtiges Gästezimmer parat?

Kuschelige Erkenntnis

Entgegen dem, was der Titel verkündet, geht es NICHT um Katzen.

Hast du dich auch manchmal gefragt, warum Bücher und Fernsehserien aus manchen Jahrzehnten so seicht und fröhlich wirken? So … langweilig? Ich meine, komm schon: Alle sind happy, alle sind glücklich, alle sind froh, und überall Liebe und Friede und – du verstehst mich. Wer sollte so etwas gucken wollen?

Gaaaaaaaanz allmählich schwant es mir: Leute, die einen fiesen Alltag haben. Die Unterhaltung der Nachkriegszeit? Seicht. Ablenkung zu Zeiten von Wirtschaftskriegen und globalen Katastrophen? Fröhlich. Mit einer Einschränkung: Es muss eine für das Publikum spürbare Krise sein.

Wie ich drauf gekommen bin? Seit einigen Wochen habe ich keine Lust auf Horrorfilme oder düstere Action. Sonst konnte ich Samstags kaum erwarten, dass der Mann aus dem Haus war, um mich mit Monstern, Serienkillern und unheimlichen Phänomenen zu umgeben. Jetzt schaue ich lieber Disneyfilme (oder vergleichbar bunte, vorhersehbare Dinge). Der Alltag schlaucht, da möchte ich mich lieber ablenken statt aufregen.

Geht dir das auch so?

Auf jeden Fall schlägt sich das auch allmählich auf mein Schreibbedürfnis nieder. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die ersten tot sind. Oder bleibt es diesmal am Ende doch kuschelig? ^^

Man sagt, Schreiben sei ein einsames Geschäft

Mehr als vier Jahre war ich dabei – im Nornennetz, von dem ich dir bestimmt das eine oder andere Mal vorgeschwärmt habe. Wir haben tolle Aktionen gestemmt, waren auf Messen, haben Kreatives und Informatives geteilt. In letzter Zeit war allerdings meine Energie nicht immer da, wo sie am besten hätte genutzt werden können … und nach zwei Jahren Pandemie gibt es davon eh schon weniger, als ich gern hätte. Aber im Moment muss ich meine Ressourcen ein wenig sortieren und schonen, und das hier ist wahrscheinlich im Moment der gesündeste Schritt.

Am meisten vermissen werde ich wahrscheinlich die Möglichkeit, mich zum Prokrastinieren, Motivieren und Philosophieren mit Gleichgesinnten zu treffen. Schreiben muss nämlich gar keine einsame Beschäftigung sein – krass, oder? Zum Glück sind die einzelnen Nornen nicht aus der Welt, viele von ihnen werde ich auch zukünftig hoffentlich online (und irgendwann auch wieder offline) sehen, doch es ist schon etwas anderes, ob man Leute kennt oder zu einer Gruppe gehört.

Ja, obwohl ich selbst gehe, bin ich ein wenig sentimental. Mal schauen, was die Zukunft so bringt.

Renovieren – das Abenteuer des kleinen Menschen

Schon seit längerem trage ich mich mit dem Gedanken, mein Büro zuhause zu renovieren. Einen Plan habe ich auch schon. Und weil ich noch Vorjahresurlaub aufbrauchen muss, den ich in die zweite Februarhälfte gelegt habe, dachte ich mir: Das passt doch gut zusammen.

Zimmer ausgemessen. Überlegt, was alles weg muss (eigentlich alles bis auf den Schreibtisch und die Schnecken). Ein wenig geplant. Möbel angeschaut. Optionen als zu teuer verworfen. Bei einem obskuren schwedischen Möbelhaus einen Einkaufswagen vollgeklickt. Beim Preis zweimal geschluckt, dann Bestellvorgang gestartet.

Hurra, alles kann geliefert werden. Aber sie bieten keine Liefertermine für den Februar – wenn ich das Zeug haben will, und definitiv vor meinem Urlaub haben will, kommt es am Samstag.

Diesem Samstag. Dem kommenden. Jetzt gleich. Sozusagen übermorgen.

Und natürlich sieht mein Büro aus wie ein Schlachtfeld. Schließlich arbeite ich da, ich räume da nicht auf.

Also zwei Nachmittage … und einen Vormittag, wie ich die Speditionen kenne …, um Sachen in Kisten zu packen und die ersten für den Sperrmüll bestimmten Dinge in den Keller zu schaffen. Schließlich brauche ich Platz für eine gefühlte halbe Million Pakete. Das beißt sich gar nicht mit dem Plan, das letzte „Gruftgeflüster“ fertigzumachen, keinesfalls! (Lacht irre.)

Und wie ich mich kenne: Wenn das Zeug erst da ist, werde ich es nicht, wie es eine vernünftige Autorin tun würde, bis zum Urlaub liegen lassen. Geduld ist nicht meine Stärke, genau so wenig wie Vernunft.

Es bleibt also spannend. Freu dich auf Vorher-Nachher-Bilder, Schimpftiraden und hoffentlich spätestens Ende Februar auf ein neu eingerichtetes Büro, in dem ich mich vor der Kreativität verstecken kann.

Und jetzt du: Renovieren – yay oder nay?

Die Macht der Fantasie (hoffentlich)

Ein Vorteil von viel Fantasie ist, dass man damit Bücher schreiben kann.

Ein Nachteil ist, dass man mitunter zu abwegigen Gedankenexperimenten neigt. Ein Beispiel: Heute morgen wachte ich auf und hatte so einen juckenden Kladatsch am rechten Augenlid. Nicht besonders schön, aber auch nicht aufregend. Etwas rot, etwas geschwollen, juckt ein wenig. Höchstwahrscheinlich hatte ich einen Krümel in einer Falte kleben und deswegen ist alles gereizt. Rede ich mir wenigstens ein. Meine Fantasie andererseits, hilfreiche kleine Fee, die sie ist, hüpft panisch brüllend in meinem Kopf rum: Fleischfressende Staphylokokken! Fleischfressende Staphylokokken!

Ja, das ist eher unwahrscheinlich. Weiß ich selbst. Aber meiner Fantasie ist da ganz allein in meinem Kopf offenbar langweilig, also denkt sie sich Horrorszenarien aus. Irgendwer muss den Job schließlich machen.

Und falls du mich demnächst mit Augenklappe siehst, hatte meine Fantasie offenbar ausnahmsweise einmal recht. ^^

Mein diabolischer Plan 2022

Gruftgeflüster ist beinahe komplett – du erinnerst dich, 12 Kurzromane in 12 Monaten. Nur noch die Killerclowns, dann habe ich es geschafft. Also wird es allmählich Zeit, einen Ausblick auf das kommende Schreibjahr zu wagen.

Große Projekte

  • Das Kinderbuch. Ich habe es nicht vergessen, ich gebe nicht auf und ich weiß eine Menge aufregender neuer Dinge über die Welt und die Charaktere. Ob das hilft? Wer weiß?
  • Geschichten aus Schattenfall – ich möchte mit verschiedenen Autor*innen zusammen Geschichten schreiben, die in der mysteriösen/unheimlichen/magischen Stadt Schattenfall spielen. Dort sammeln sich Menschen mit seltenen Talenten und weniger menschliche Kreaturen und erleben so Dinge. Für den Einstieg werde ich Thomas aus Hexenhaut dorthin schicken, wenigstens für eine Weile. Falls du dich also gefragt hast, wie es ihm seit dem tragischen Zerbrechen der Ehe seiner Eltern ergangen ist und was der Junge so treibt, musst du dich nur noch ein bisschen gedulden.
  • Außerdem gibt es zwei quasi-fertige Manuskripte, die ein Zuhause suchen. Was genau ich mit denen mache, muss ich noch schauen, es gibt ja heutzutage einige Möglichkeiten.

Kleine und fortlaufende Projekte

  • Ich möchte wieder mehr Kurzgeschichten schreiben – zum einen für Ausschreibungen, aber auch für meinen Newsletter, damit sich das Klicken wenigstens lohnt. Das ist natürlich ein wenig davon abhängig, wie sich meine freie Zeit entwickelt.
  • Die Hörbuch-Sache habe ich auch noch nicht aufgegeben – dieses Jahr will ich wenigstens eines davon veröffentlichungsreif machen, und dann sehen wir weiter. Wenn du vorab spinxen, deinen Senf dazu abgeben und im Rahmen meiner ewigen Dankbarkeit für die Nachwelt erhalten bleiben willst, kannst du mich auf Patreon unterstützen. Und natürlich musst du nicht die Katze im Sack kaufen – einige Kapitel sind für alle frei hörbar. Außerdem gibt es dort gelegentlich Extras zum Download, wenn du das möchtest, den Vorab-Blick auf Cover etc. … und wenn ich mal so richtig Zeit habe, schicke ich den Patreons schöne Dinge zum Anfassen.

Irgendwie klingt das alles nach gar nicht soviel, oder? Aber ich bin sicher, da kommt noch etwas.

Trends und Tricks und eine alte Lästerzunge

Glücklicherweise hat es sozusagen Tradition, sich über bestimmte Covertrends lustig zu machen. Schon seit Jahren geistern Witze über die „Shirtless Dudes“ auf gewissen historischen Romanen durch die Szene, und die „Bodice Ripper“ sind sogar nach dem für sie typischen Cover benannt.

Einerseits ist es ja praktisch, sich an gewissen Vorgaben zu orientieren – als Leser hat man direkt eine Idee, was man bekommt, und als Autorin findet man einfacher die Leute, denen das eigene Buch gefällt. Daher kommt offenbar der Trend mit den sehr hellen Krimi- und Thrillercovern, auf denen weiße und rote Elemente dominieren, und auch heitere Liebesromane mit allen möglichen Varianten an Nachtisch und Gebäck findet man nicht erst seit gestern in den Regalen. Bestimmte Romane, die sich vor allem an Leserinnen wenden, haben auf dem Cover die Frau von hinten, oft in historischem Gewand und mit eher sanften Farben im Hintergrund.

Über manche Trends kann ich mich allerdings nur wundern. Gehäuft begegnen einem beispielsweise Cover, auf denen ein Paar in inniger Umarmung zu sehen ist – nur der Hintern der Frau ragt wie ein Aussichtspunkt in die Landschaft, denn offenbar dürfen sich ihr Untenrum und sein Untenrum auf keinen Fall berühren. Wahrscheinlich bewahren die da den Heiligen Geist auf oder so – was weiß denn ich? Möglicherweise soll diese Pose besonders sexy wirken, ich denke nur an Rückenschmerzen. Oder umarmt man sich heute so? Mache ich das falsch? Meine Güte, ich habe keine Ahnung von der Erotik des 21. Jahrhunderts!!!

Ja, ich gebe es zu – ich bin eine alte Lästerzunge.

Sind euch lustige, merkwürdige oder geradezu absurde Covertrends aufgefallen? Und gibt es möglicherweise auch Trends, die euch gefallen?

(Ich mag Scherenschnitt-Cover, möglichst in Verbindung mit bunten Aquarell-Effekten, auch wenn die natürlich ebenfalls ziemlich totgeritten sind.)

Emily in Paris kann mich mal – oder was Autor*innen und Leser*innen in die Geschichte mitbringen

Blick auf die Seine und den Eiffelturm im Zwielicht.
Foto von Chris Karidis, gefunden auf Unsplash

Vor einigen Tagen empfahl eine Bekannte, man müsse doch unbedingt Emily in Paris gesehen haben. Und obwohl das jetzt nicht unbedingt nach etwas klingt, das ich gerne gucken würde, lasse ich mich doch durchaus gelegentlich vom Gegenteil überzeugen – ich mag Überraschungen. Allerdings habe ich es seitdem noch zweimal probiert, und ganz im Ernst: Es ist nicht meins.

Möglicherweise war das Problem, dass wir mit der ersten Folge von Staffel 2 angefangen haben. Und da wurden zwei Dinge ziemlich schnell klar: Die Protagonistin hat genau drei Gesichtsausdrücke. Und sie ist mir unglaublich unsympathisch. (Achtung, es folgen Spoiler. Winzige Spoiler.)

Halt, halt, halt! Das hat nichts mit „nicht wie andere Mädchen“ zu tun – auch wenn ich selbst nicht viel mit Mode etc. anfangen kann, gönne ich anderen Menschen ihre Freude daran an den meisten Tagen ohne garstige Kommentare. Aber es wurde relativ schnell erwähnt, dass Emily mit dem Partner ihrer angeblich besten Freundin geschlafen hatte. Und unabhängig von den Umständen (wie gesagt, ich habe die erste Staffel nicht gesehen) empfinde ich das als ziemlich unverzeihlich. Mit einer Figur, die so etwas tun kann, möchte ich nicht mehr Zeit verbringen als unbedingt nötig.

Hurra, ein moralisches hohes Ross, auf das ich mich setzen kann! Und sogar mit Anlauf, denn vor einigen Jahren war ich selbst in einer vergleichbaren ungünstigen Situation. Nicht in der von Emily, sondern in der ihrer Freundin. Als ich davon erfuhr, war die entsprechende Beziehung schon seit einigen Jahren vorbei und ich wusste ziemlich genau, auf was für eine traurige Version Mensch ich damals meine Gefühle ausgerichtet hatte. Dass allerdings eine Person, der ich lange und gründlich vertraut hatte, dazu in der Lage gewesen war, mit meinem Ex zu schlafen, als er noch nicht mein Ex war, hat mir auch lange danach den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich habe ziemlich daran geknabbert, mein Weltbild und diese Freundschaft wieder auf ein einigermaßen stabiles Fundament zu hieven. Und deswegen fällt es mir jetzt lächerlich schwer, für Emily irgendeine Form von Sympathie zu empfinden.

Viele Schreibratgeber empfehlen, man solle seinen Charakteren Schwächen und Fehler mitgeben. Das ist eine tolle Idee, denn es macht sie menschlich. Wir können uns leichter mit Figuren identifizieren, die nicht rundum perfekt sind. Schau mal, die sind ja fast wie wir! Aber natürlich läuft man dann auch Gefahr, dass Lesende ihre eigene Vergangenheit mitbringen, wenn sie die Geschichte lesen, und auf negative Aspekte stärker reagieren, als man es beim Schreiben beabsichtigt hat. Für schwerwiegende Themen gibt es die Möglichkeit, Triggerwarnungen oder „Content Notes“ für die jeweilige Geschichte bereitzustellen (bei meinen Geschichten stehen sie auf der jeweiligen Unterseite hier). Bei kleineren Dingen, die weniger traumatisch sind, muss man es bis zu einem gewissen Punkt in den Händen der Lesenden lassen, wie sie damit umgehen.

Wenn du mal eines (oder auch mehrere) meiner Bücher gelesen hast, weißt du, dass ich meine Charaktere nicht schone. Sie erleben furchtbare Dinge, sie müssen schreckliche Entscheidungen treffen und manchmal machen sie Fehler. Aber es gibt Dinge, die meine Charaktere nicht tun, weil ich mit ihnen dann keine Zeit mehr verbringen wollte. Grausam zu Tieren sein beispielsweise, unnötig Gewalt anwenden, oder eben Freund*innen die Partner*innen ausspannen.

Bei welchen fiktiven „menschlichen Schwächen“ ist für dich die Grenze erreicht? Was tolerierst du von Figuren in Büchern oder Serien/Filmen und was nicht?