Monets Garten

Ab und zu bringe ich den Mann dazu, mit mir so richtigen Pärchen-Schiet zu machen. Diesmal haben wir uns „Monets Garten“ in Köln angeschaut – beworben als immersive 360°-Ausstellung mit interaktiven Elementen. Zugegeben, ich versteh nicht viel von Kunst. Aber ich kann sagen, ob mir etwas gefällt. Und manchmal nutze ich gern die Gelegenheit, um neue Erfahrungen zu machen.

Schwarzer Raum, große weiße Leinwand. Auf der Leinwand sieht man viele winzige Pünktchen und Striche in Grün, Türkis, Blau und Violett, die sich zu bewegen scheinen wie ein Weizenfeld im Wind. Das Bild wirkt dreidimensional und plastisch.

Die erste neue Erfahrung war die Parksituation in Köln-Ehrenfeld. Spannend! Also, ich hab ja auf dem Land fahren gelernt. Wenn man da parken will, lässt man das Auto einfach am Straßenrand ausrollen und dann steht das da. Doch mit Hilfe des Mannes, der mich eingewunken hat, haben wir dann doch in eine Parklücke gepasst, die sage und schreibe 20 Zentimeter länger war als unser Auto. Für andere Leute ist das keine Kunst, schon klar.

Straßenaufnahme. Ein künstlicher Mind leuchtet über einer mit Plakaten beklebten Mauer, daneben sieht man ein Tempo-30-Schild, Wahlwerbung und parkende Autos.

Die Tickets für die Ausstellung gelten für ein 15-Minuten-Zeitfenster. Zwölf dieser Minuten haben wir damit verbracht, überhaupt erst einmal den Eingang zu finden. Auch das möglicherweise eine typische Ehrenfelder Erfahrung? Auf der Website wurde schon gewarnt, dass der Eingang nicht in der Straße sei, in der die Halle sich laut Karte befindet, sondern an der nächsten Kreuzung. Allerdings war der Eingang dann noch einmal 50 Meter von dieser Kreuzung entfernt in einem Hinterhof mit fragwürdigem Pedigree. Ein Abenteuer nach dem anderen, ich sag’s dir.

Karikaturskizze  eines Mannes mit langer Nase und Backenbart, der auf einem Schmetterlingskörper angewachsen ist.

Die Ausstellung selbst war richtig hübsch. Wir waren mit wenig Erwartung hingegangen und wurden dafür belohnt. Zuerst kam man in einen Raum, in dem mehrere Gemälde von Monet auf Leinwände projiziert wurden und sich regelmäßig in winzige Farbwürmchen auflösten, die dann umherwuselten wie die Linien auf einem Wetterbericht. Außerdem konnte man sich an einem Zeitstrahl einen Überblick über Monets Leben und Wirken verschaffen. Das war gut, denn ich hatte kein einziges Datum parat.

Eine mit Wisterien bewachsene Holzbrücke führt über einen projizierten Teich voller gemalter Seerosen. Der Hintergrund besteht aus einer mit Efeu bespannten Wand.

Der nächste Raum war eine Nachbildung von Monets Garten – mit projiziertem Teich, auf dem von Besucher*innen gestaltete Seerosen trieben, vielen künstlichen Pflanzen und einer Häuserfassade. In diesem Haus konnte man mit einer weiteren riesigen Farbprojektion interagieren und die einzelnen Pinselstriche durch Bewegungen umherwirbeln lassen. Es gab die Gelegenheit, sich zu setzen und die Atmosphäre zu genießen, während man auf die Hauptattraktion wartete: Einen 360°-Film über Monets Leben, bei dem man sich quasi in den Bildern befand.

Projektion von Blumen und Grün auf einen Sitzhocker und den umgebenden Fußboden.

In dem Warteraum davor konnte man noch Monets Pinselstriche unter der Lupe betrachten und mit einer weiteren projizierten Farbinstallation interagieren. Dann ging es in die Film-Halle. So riesig sieht man die meisten Gemälde ja selten, und auch die Animationen waren sehr gelungen. Ich fand, der Film hatte genau die richtige Länge: Lang genug, um informativ zu sein, und nicht so lang, dass es langweilig wird. Vielleicht 30-40 Minuten? Also eine Serienfolge, das ist ja die übliche Aufmerksamkeitsspanne heutzutage.

Zwei Punkt-Knäuel in bunten Farben, die grob an MEnschen erinnern, stehen dicht beieinander. Das linke Knäuel ist in erster Linie gelb und rot, das rechte in hellen und dunklen Blautönen gehalten.

Danach gab es natürlich den obligatorischen Museumsshop mit Büchern und Kinkerlitzchen. Wir waren insgesamt knapp zwei Stunden in der Ausstellung und haben uns nicht gelangweilt. Gut, möglicherweise sind wir einfach zu amüsieren. Zum Abschluss haben wir im Fastfood-Restaurant um die Ecke noch eine Kleinigkeit gegessen und sind dann mit erstaunlich wenig Umwegen (bist du mal in Köln gefahren???) nach Hause zurückgekehrt.

Hirschkönig – altes Buch, neues Gewand. Möglicherweise nekromantisiert.

Buchcover "Hirschkönig", Diandra Linnemann. Grün- und Schwarztöne, bewaldete Hügel. Vor einem Vollmond die Silhouette eines Mannes im Fellmantel mit Schwert, nach unten gerichtet, die in die Silhouette eines Hirsches übergeht. Über seiner Schulter kreist eine Krähe.

Es ist da! Es ist da!

Ab sofort kannst du den „Hirschkönig“ in der Neuauflage mit weniger Tippfehlern, minimalen Textverbesserungen und wundervollem neuem Cover bestellen. Am liebsten natürlich HIER, aber versuch es auch beim Händler deines Vertrauens. Mit Titel, Autorin und/oder ISBN sollte sogar der lokale Buchhandel es bestellen können, sobald es einmal in alle Systeme eingepflegt ist.

Natürlich, wenn ich das Buch heute schreiben würde, sähe es anders aus. Das passiert, wenn man sich als Mensch und Autorin weiterentwickelt. Aber ich wollte eben nur grobe Schnitzer entfernen, nicht alles komplett überspachteln.

Ob ich jemals wieder ein Buch mit historischem Hintergrund schreibe? Wer weiß? Es war eine Menge Recherche – und trotzdem habe ich jetzt noch einige Fehler gefunden und korrigiert. Hat natürlich Vorteile, wenn man sich auf etwas beruft, was tatsächlich so oder so ähnlich passiert ist – anstatt sich alles merken zu müssen, kann man im Zweifel einfach nachschlagen. Aber man MUSS eben auch alles nachschlagen. Keine Ahnung, wie andere Leute ihre Recherche organisieren, daran wäre ich schon bei der Diplomarbeit beinahe gescheitert.

DER KLAPPENTEXT:

Ein historischer Roman über Freiheit, Liebe und Magie.
Beinahe die gesamte bekannte Welt ist von den Römern unterjocht. Mit einer Mischung aus Bestechung, Überredung und roher Gewalt haben sie die freien Stämme Germaniens an das römische Reich gebunden. Junge Männer werden als Geiseln nach Rom gebracht. Dort sollen sie mehr über die Errungenschaften der modernen Welt lernen, auf dass sie den Segen der Zivilisation in ihre Dörfer tragen.
Der junge Cherusker Siegfried ist einer von ihnen. Jahre später kehrt er zurück, um den Römern  am Rhein  mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und zu verhindern, dass Chaos und Gewalt sich in den germanischen Wäldern ausbreiten. Schon bald nach seiner Rückkehr kommen ihm jedoch die ersten Zweifel.
Mit Hilfe von Freunden und Familie arbeitet er daran, einen selbstmörderischen Plan in die Tat umzusetzen. Sein Gegner: Niemand Geringeres als die stärkste Armee der Welt. Und am Ende muss er lernen, dass alle Siege nichts wert sind, wenn die Liebe seines Lebens unerreichbar bleibt.

It’s a chicky-chicken!!!

Im Hintergrund sieht man mehrere Hühner und einen Hahn in einem winterlich-kahlen Garten. Im Vordergrund hält eine Frau mit langen blonden geflochtenen Haaren und schwarzem Rollkragen-Pullover ein großes graues flauschiges Häkelhuhn mit rotem Kamm im Arm. Es guckt etwas leidend.
Eines dieser Hühner ist nicht echt.

Anfang des Jahres habe ich angefangen, mich an Mikro-Häkelprojekten zu versuchen – vorerst Ohrringe aus Stickgarn, was für eine Friemelarbeit! Das komplette Gegenstück dazu ist dieses Huhn, auf Wunsch von Paty. Seit Jahren schickt sie mir Bilder von jedem gehäkelten Huhn, das sie findet, und ich verstehe ja einen Wink mit dem Zaunpfahl. Jetzt besitzt sie ein Huhn, das sie auch zur Selbstverteidigung einsetzen kann, denn es ist nicht nur groß, sondern auch schwer.

(Im Vergleich hierzu: Ohrringe.)

Schwarzer Hintergrund, darauf liegen vier Hänge-Ohrringe: Filigrane Herzen aus rosa Stickgarn.

Beide Varianten haben ihre Vorteile – das Riesenhuhn gilt unter anderem als Workout, weil man mit großen Mengen von dickem Garn hantiert, das sich einfach nicht verhäkeln lassen will! Bei den winzigen Projekten guckt man sich hingegen ganz krumm, da fehlt mir auch noch die Übung. Kommt. ^^

Was ich an Facebook vermisse

Ich bin ja jetzt bei Facebook weg (und bei Threads, Instagram, Tiktok). Und ich vermisse es eigentlich fast gar nicht. Bis auf zwei Dinge.

  1. Das Doomscrolling – wenn ich jetzt sinnlos und ohne Denken Zeit am Handy totschlagen will, muss ich zwangsläufig zu Pinterest, und das schlägt sich in Hunderten neuer Häkelprojekte nieder. Ihr werdet alle sehr darunter leiden. Aber ja.
  2. Etsy-Werbung. Irgendwie hat Facebook sich mit wenigen Clicks davon überzeugen lassen, dass ich auf den abgedrehtesten Schiet aller Zeiten stehe, und der Algorithmus hat das bei der eingeblendeten Werbung aufs Hinreißendste belohnt. Manchmal habe ich nur bis zur ersten Etsy-Werbung gescrollt, um mich da durch die Produkte zu klicken. Das sind einige Beispiele, und ich liebe sie alle.

Abgesehen davon – ich fühle mich nicht isoliert, denn mit allen wichtigen Menschen kann ich auch so Kontakt halten. Mir ist nicht langweilig, denn mir ist nie langweilig. Ich fühle mich auch nicht weniger informiert, schließlich gibt es Nachrichtenseiten … und BlueSky wird auch lebendiger, das ist schon wie Baby-Twitter.

Einige Leute sagen, man solle die Plattformen nicht vorschnell verlassen, sondern sich dort mit den Trollen auseinandersetzen. Dem stelle ich gegenüber: Das ist kein Marktplatz der Ideen. Das ist eine Cocktailparty, auf der die Gastgeber (Musk, Zuckerberg, …) angefangen haben, abgedrehte Verschwörungstheorien auszurufen und den Nazis rote Teppiche auszurollen, während sie allen Anständigen ins Glas spucken und dafür auch noch Geld verlangen. Das MUSS sich niemand antun. Geh einfach. Lass sie in ihrer eigenen Suhle stehen. Es gibt ein Leben nach Facebook.

Gut, und jetzt: Wo finde ich gute Buchblogs? ^^

Wundervolle Tiere und ihre Welten

Buchcover: Der Hintergrund ist ein schwarz-blau,türkis-violetter Sternenhimmel, vorn unten rechts ragt der Kopf einer getigerten Katze mit grünen Augen ins Bild. Sie schaut aufmerksam nach oben links. Beschriftung: Oben "Vera Malissa & M. E. Pandura (Hrsg.)", darunter "Wundervolle Tiere und ihre Welten", ganz unten: "Spendenanthologie für den Tierschutz".

Ein einzelnes Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.

23 Autor*innen haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren Werken einen Beitrag zur Minderung von Tierleid zu leisten und uns aus ganz persönlicher Sicht die unterschiedlichsten Tierwelten zu zeigen. Allen gemeinsam ist die Liebe zu den Tieren, die aus ihren Worten spricht.
Die Geschichten erzählen von Katzenfreundschaften, wovon Pferde träumen, und welche Beziehungen die Helden mit Fell und Federn zu ihren Menschen aufbauen können.

Der Reinerlös dieser Anthologie geht zur Gänze an die Tierhilfe Süden Austria.

Happy Releaseday, ihr wundervollen Tiere! 23 Geschichten über Tiere und Menschen und Abenteuer und zwischen-nicht-nur-menschliche Beziehungen – da ist bestimmt für alle etwas dabei. Ich selbst habe mir Gedanken zur „Seniorenadoption“ gemacht, die darf man nicht vernachlässigen. Stürm also direkt los und kauf dieses großartige Buch: Für dich, für deine Geschwister, als Geschenk für den garstigen Nachbarn mit dem humpelnden Mops. Hier ist ein Link, aber mit der ISBN-Nummer (9 783384 431929) kannst du dieses Buch auch überall lokal bestellen. Ich verspreche, es lohnt sich!

Wie geht es eigentlich dem C in CDU?

Es ist ja Wahlkampf. Hast du bestimmt schon mitbekommen. Und weil alle Parteien enthusiastisch fordern, man solle doch mit ihnen in den Dialog treten, habe ich genau das gemacht. Genauer: Ich habe dem regionalen CDU-Menschen, Dr. Streeck, eine eMail geschrieben – eigentlich zwei. Und weil es so lustig war, teile ich diese eMails hier mit euch.

Sehr geehrter Dr. Streeck,

Obwohl ich nicht sicher bin, ob es legal ist, trotz „Keine Werbung“-Aufkleber Wahlwerbung einzuwerfen, folge ich mal der Aufforderung und schreibe Ihnen.

Zuerst einmal: Ich bin keine CDU-Wählerin – zu woke, zu hippie-esk, zu gutmenschlich. Ich mag technischen Fortschritt und die Natur und die Idee, dass alle Menschen grundsätzlich gut sind, auch wenn sie nicht in die Kirche gehen und auf fragwürdige Weise nach Deutschland gekommen sind. (Ich war schon lange nicht mehr in der Kirche, es ist nicht mein Haus – lustigerweise habe ich, im Gegensatz zu den meisten Christen, die Bibel komplett gelesen und finde sie interessant, sie ist nur nicht für mich.)

Zurück zum spannenden Teil der Mail: Was machen Sie mit der Tatsache, dass Ihr Kanzlerkandidat mit Nazis kooperiert? Was macht es mit Ihnen?

Nicht nur bin ich woke, ich bin auch die Tochter einer Immigrantin. Mein Großvater war in den Vierzigern als niederländischer Soldat in deutscher Kriegsgefangenschaft. Vielleicht können Sie sich vorstellen – dass seine Tochter einen Deutschen heiratet, war für ihn undenkbar. Es hat eine Weile gedauert, bis er einsehen konnte, dass sein Schwiegersohn, obwohl deutsch, ein anständiger Mensch ist. Und ich bin sehr dankbar, dass er diesen epischen Fuck-Up einer angeblich christlichen Partei nicht mehr miterleben muss. (Mein Großvater war ein solider Kulturchrist, wie die meisten Ihrer Wähler.)

Keine Ahnung, worauf ich hinaus will – haben Sie sich überlegt, welchen Kanzlerkandidaten Sie unterstützen? Was tun Sie, falls Sie im Bundestag sitzen und es erneut zu so einer verabscheuungswürdigen Abstimm-Situation kommt? Sie sind Wissenschaftler – auch wenn es nicht Ihr primäres Fachgebiet ist, können Sie gewiss die historischen und politikwissenschaftlichen Papiere lesen und verstehen. Dann verstehen Sie, dass eine gemeinsame Abstimmung mit der AfD kein „Kavaliersdelikt“ ist. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich anständig verhalten.

Meine Güte, wie sehr ich gerade Dr. Merkel vermisse, obwohl ich sie nie gewählt habe. Der wäre so etwas nicht untergekommen.

Mit freundlichem Gruß
Diandra Linnemann

***

Guten Morgen, Dr. Streeck!

Nur noch eine kleine Rückfrage, vielleicht kann Ihr Team mir das direkt mitbeantworten:

Sind Sie *sicher*, dass Sie mit jemandem kooperieren möchten, der öffentlich eine Putsch-Behörde à la DOGE fordert? Mit anderen Worten – wie rechtsstaatlich wollen Sie vorgehen? Oder verstehe ich das falsch und das ganze ist gar kein ungeschicktes Missverständnis, sondern ein konservativer feuchter Traum? Und falls Sie jetzt überrascht sind, habe ich Ihnen zwei Screenshots von/zu Frank Thelen angehängt, der offenbar mit Ihnen kooperiert und zum anderen Elon Musk ganz toll findet, weil er (das habe ich aus weiteren Posts extrapoliert und erspare es Ihnen jetzt) die ganzen furchtbaren woken Menschen am liebsten weg oder doch wenigstens geknebelt hätte?

(Offtopic: Lustig, dass jemand, der die deutsche Rechtschreibung online so arg mit Füßen tritt wie Herr Thelen, gleichzeitig behauptet, inklusives Gendern mache Texte unlesbar. Möglicherweise sollte man in Deutschland ein Lesekompetenzprogramm für Erwachsene anbieten, ich sehe da die Schwäche nämlich nicht beim Genderstern, sondern bei Herrn Thelen – gut, möglicherweise bin ich auch nur hart gehässig. Wenn ich als Legasthenikerin mit zwei Muttersprachen inklusiv gegenderte Texte problemlos lesen und schreiben kann, KANN das nicht so schwer sein.)

Gut, damit will ich die wertvolle Zeit Ihres Teams auch nicht länger verschwenden. Das ist möglicherweise die größte Menge an Aufmerksamkeit, die die CDU je von mir erhalten wird. Denken Sie darüber nach, was ein signifikanter Teil der Bevölkerung aktuell öffentlich fordert. Gehen Sie in sich. Überlegen Sie, ob Sie sich für Ihre Partei und Ihren Kanzlerkandidaten wirklich nicht schämen. Und bleiben Sie, bei allen Differenzen, bitte am besten gesund.

Mit freundlichem Gruß

Diandra Linnemann

Die Screenshots, auf die ich mich beziehe, sind die hier:

Screenshot eines Tweets von Frank Thelen am 11.12.2024: "Ich engagiere mich bei dieser #Bundestagswahl nicht nur im Bund, sondern auch lokal, z.Bsp. für @hendrikstreeck Hier ein kurzes Video von einem Wahlkampf-Abend gestern in #Bonn" - darunter ein angeschnittenes Standbild, das Frank Thelen beim Reden zeigt, einen Herren mit grauem Haar und eckiger Brille in einem schwarzen Hemd über einem schwarzen T-Shirt.
Ein Tweet von Frank Thelen "vor 2 Tagen" gepostet. Offenbar ein Link, oben sieht man ein Bild: Schwarzer Hintergrund, Schrift "Innovation Pulse # 56" in Hellblau. Darunter links eine Art EKG-Kurve, rechts Herr Thelen schräg im Profil (graue Haare, eckige Brille, entschlossener Gesichtsausdruck, schwarzes Hemd). Dann Text: "10xNokia Moment - Deutschland braucht DOGE - Bundestagswahl Schach - In 2025 startet der 10xNokia Moment. Ich darf viel Zeit mit klugen und erfahrenen Köpfen über neue Technologien und unsere Zukunft diskutieren. Mit einigen Teams wie" - der Text ist an dieser Stelle abgeschnitten.

Ich weiß, das bringt alles nicht viel. Aber wenn ich schon meist nicht die Energie habe, mich auf Demos herumzutreiben, tu ich das, was ich am besten kann – viele kluge Wörter in neuen Kombinationen auf Leute loslassen.

Falls es eine Antwort geben sollte, zeig ich die hier. Aber ich glaub natürlich nicht dran.

Niemand ist hier konsequent!

Gewiss habe ich schon das eine oder andere Mal erzählt, dass ich beim Roman-Schreiben am liebsten mit Plot vorgehe. Ich verbringe mehrere Tage, manchmal Wochen damit, alle relevanten Szenen zusammenzustückeln und mir genau zu überlegen, was wohin gehört und was wann passieren muss, damit das dann passieren kann.

Bei Kurzgeschichten mache ich das genaue Gegenteil. Die schreibe ich fast immer für Ausschreibungen oder Wettbewerbe. Das Thema rolle ich eine Weile in meinem Kopf herum, bis ich eine Idee habe – eine Ausgangsszene, eine Atmosphäre, einen Charakter. Und damit setze ich mich direkt hin und fange an zu schreiben, bis mir das „was kommt als nächstes?“ ausgeht. Manchmal mache ich so über mehrere Tage weiter, bis die Geschichte fertig ist, manchmal reicht eine einzige Sitzung. Aber ja, Kurzgeschichten entstehen auch bei mir „im Blindflug“, da bin ich Pantserin (von „writing by the seat of your pants“, also quasi ohne Plan drauflosschreiben).

Dabei sind Kurzgeschichten gar nicht notwendigerweise weniger komplex als Romane. Aber sie sind kürzer und leichter zu überblicken. Wenn mir mittendrin einfällt, dass ich am Anfang etwas falsch verstanden oder dargestellt habe, kann ich fix zurückgehen und das mit einem oder zwei Sätzen geradebiegen.

Beim Roman geht das nicht so einfach. Da muss man oft ganze Kapitel umschreiben, die Reihenfolge ändern, komplette Figuren herausnehmen oder ändern. Deswegen findet dort die „Entdeckung“ beim Plotten statt, wenn ich noch mit wenig Aufwand Dinge ändern kann.

Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Manchmal plane ich eine komplexe Geschichte, für die es eine schwierige Zeichen- oder Wortzahl-Begrenzung gibt, detailliert vor, damit alles im richtigen Rhythmus passiert. Und auch im schönsten geplanten Roman schmeiße ich gelegentlich mittendrin alles um, wenn mir eine bessere Idee kommt oder die Geschichte sich anders entwickelt hat, als ich erwartet hatte.

Und das Schöne ist: Niemand wird es je erfahren. Schließlich seht ihr immer nur das Endprodukt. Ob das ein Glücksgriff war oder ein dampfender Ideenhaufen oder das Ergebnis akribischer Planung, bleibt mein Geheimnis. ^^

Der Sonntag in Bildern

Das war mein Sonntag. Ich habe viel gekocht und gebacken, denn das entspannt mich. Die Suppe wurde später mit Feta verfeinert und püriert, die ergibt vier Portionen Mittagessen im Büro. Die Kürbisbutter wartet jetzt in zwei Einmachgläsern auf ihren Einsatz, die kann man auf Brot streichen oder in Gebäck füllen. Schmeckt wie Winter. Und zu der Sache mit dem Ei: So erkennt man bei Eiern fragwürdigen Alters, ob sie noch gut sind. Ganz frische Eier liegen unten, ältere Eier stehen auf der Spitze, und wenn sie oben schwimmen – lieber wegwerfen. Nur falls du den Trick noch nicht kennst.

Mit diesem offenbar noch brauchbaren Ei habe ich Waffeln gemacht, weil ich Waffeln wollte. Mit laktosefreier Schlagsahne. Die Welt geht eh vor die Hunde, also: Waffel dir einen! (Heute morgen habe ich direkt noch einmal welche gemacht, weil die Idee so genial war.)

Die Federn sind für ein Gruppenprojekt, dazu erzähl ich irgendwann mal mehr. Ich hab ja diese Papierstanze, und da gibt es nur zwei Zustände:

  1. Sie steht im Weg und verstaubt.
  2. 2. Ich stanze ALLES, jederzeit, aus allen möglichen Materialien.

Abends war ich dann noch spazieren. Am Altkleidercontainer und am Briefkasten vorbei. Dann haben wir zusammen einen Film geguckt und Götterspeise gegessen, weil wir es können.

Was nicht stattgefunden hat: Häkeln, schreiben. So ein freier Tag ist einfach zu kurz. Im Gegensatz zu Büro-Tagen, die dauern manchmal ewig. Seltsam, dass fünf 200-Stunden-Tage nur eine 40-Stunden-Woche ergeben, oder?

Was zum Henker, Herr Merz???

Es hätte ja so schön sein können. Egal, wie zerstritten und garstig gegeneinander giftend die deutschen Parteien, in einem sind sie sich einig: Niemand spielt mit den Nazis.

Bis gestern.

Logo "Autor*innen gegen Rechts": Ein roter Kreis auf weißem Grund, darin links eine rote Schreibfeder neben dem Schriftzug "Autor*innen gegen Rechts". Am Fuß des Schriftzugs eine geschwungene Linie.
Da sind wir uns einig, hoffe ich.

Jetzt sind Autor*innen (und Künstler*innen generell) ja durchaus politisch motivierte, freidenkende und streitbare Geschöpfe. Innerhalb weniger Tage hat sich jetzt allerdings, in Reaktion auf all die absurden Dinge, die in der Politik und in der Welt aktuell geschehen, ein Zusammenschluss gefunden: Die Autor*innen gegen Rechts. Egal, was wir uns sonst so denken: Darauf können wir uns einigen.

Jetzt mag man anmerken, nur „gegen“ etwas zu sein, sei noch keine Haltung, doch ich werfe ein: „Kein Rosenkohl“ ist eine genau so valide Haltung wie „keine Nazis“. Ob wir stattdessen eine Basisdemokratie haben wollen, das Königreich der Drachen oder doch lieber ein Matriarchat zur Anbetung des großen Hummergottes, darüber können wir später streiten. Wenn gerade nicht deutsche Politiker*innen mit Kanzlerschaftsanspruch mit der AfD gemeinsam Mehrheiten ergaunern (ich sehe Sie an, Herrn Merz!), Gewalttaten nur zur politischen Stimmungsmache ausgeschlachtet werden und Gedenkveranstaltungen zu den Gräueltaten der 30er und 40er Jahre von irgendwelchen Blitzbirnen gestört werden, für die „nie wieder ist jetzt“ nur gilt, wenn sie über ihre eigene Reflektionsfähigkeit nachdenken sollen – haben wir noch nie gemacht, fangen wir jetzt nicht mit an.

Einige denken jetzt vielleicht: Toll, da stellt sich eine hin und schreibt was, interessiert doch keinen. Möglicherweise ist das wahr. Ich erwarte jedoch, dass sich ganz viele hinstellen und Dinge schreiben, malen, sagen, dichten, herausbrüllen, … – und dass diese einzelnen Handlungen einen kumulativen Effekt entwickeln. Wenn du also kannst: Geh zu Demos. Schreib deinen Abgeordneten. Schreib der CDU im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Schreib Blog Posts, SoMe-Beiträge und Forenrants. Positionier dich öffentlich. Sprich mit deinen Mitmenschen – sonst wachst du in nicht allzu ferner Zukunft auf und hast sehr viel weniger von denen, und die alle in der gleichen langweiligen Geschmacksrichtung.

Und sag jetzt nicht, ich sei eine Schwarzseherin. Wir haben all den Käse vor nicht einmal hundert Jahren schon gehabt. Wir sehen in anderen Staaten, wie es ausgeht, wenn faschistische Kräfte plötzlich „Verantwortung“ übernehmen. Das können und (hoffentlich) wollen wir uns nicht noch einmal erlauben.

Genug gerantet. Demnächst wieder Katzen und Blümchen und Zeug.