Wenn man wenig freie Zeit und noch weniger Energie hat, bleibt an Stelle von Demonstrationen und Aktionen nicht viel, womit man seinen Unmut kundtun kann. Also schreib ich immer mal wieder eMails, die wahrscheinlich niemand lesen wird – außer dir natürlich. Heute ist es kurz und knackig.
Ich würde gerne „sehr geehrter“ schreiben, aber das will mir nicht aus den Fingern, also …
Herr Dobrindt!
Würden Sie bitte umgehend die nach aktueller Rechtsauffassung illegalen Grenz-Zurückweisungen einstellen? Das wär echt Hammer. Ich kann mir vorstellen, dass das lästig ist (geht mir an der roten Ampel auch immer so), aber Gesetze etc. gelten schon für alle – auch für Sie. Eigentlich sogar besonders für Sie. Schließlich sind sie so etwas wie ein Vertreter des Rechtsstaates. Verhalten Sie sich doch bitte auch so. Ich bin sicher, Sie finden immer noch genügend Tätigkeitsfelder, die Ihnen Spaß machen.
Das „mit freundlichem Gruß“ will auch nicht so flutschen, also verbleibe ich mal einfach so.
Diandra Linnemann
PS: Wissen Sie, wie unglaublich lästig die Grenzkontrollen sind, und wie hart wir das damals als Bevölkerung mit Verwandten und/oder Arbeitsstellen im EU-europäischen Ausland gefeiert haben, als die abgeschafft wurden? Sonst fragen Sie mal den Herrn Laschet, der hat da auch jüngere Erfahrungen mit, hab ich gehört.
Was für ein Müll!
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Du kennst doch die offiziellen Gelben Säcke? Die kann man nur mit einem Wort beschreiben:
GEFÜHLSECHT.
Folglich reißen die, wenn man sie nur ernst anschaut.
So gestern, als ich den Gelben Sack aus der Küche an die Straße stellen wollte für die Abholung. Wir haben so eine große Tonne, in die der Sack perfekt hineinpasst. Leider entwickelt sich manchmal Unterdruck, wenn man den Sack aus der Tonne zieht, weil nicht schnell genug Luft nachströmt. (Meistens dann, wenn man den Sack bis aufs Letzte vollgestopft hat, ich weiß.) Auf jeden Fall riss der Sack dann gestern.
Ich war schon in Sportsachen, denn ich war eigentlich aus erfreulichen Gründen auf dem Weg nach unten – zum Laufen. Meistens passt das Dienstags zwischen Büro und Sprechkurs1, wenn nichts außer der Reihe passiert, und ich bin wirklich ein erträglicherer Mensch, wenn ich laufe.
Wie dem auch sei, aus dem gerissenen Sack entleerte sich dann irgendeine Flüssigkeit und klebte Sack, Müll und das kurze Ende meiner Geduld in der Tonne fest. Umschütten war also nicht. Und so steckte ich mich selbst bis hinauf zur Schulter in den Verpackungsmüll, um das Zeug in einen neuen Sack zu verfrachten.
Ich hab vielleicht geflucht! Die Katzen kennen jetzt neue Schimpfwörter, soviel ist klar.
Die Aktion hat insgesamt eine gute halbe Stunde gedauert, inklusive ausgiebiger Armdusche und Ausspülen der Tonne, damit der nächste Sack nicht direkt wieder anklebt.
Laufen gegangen bin ich natürlich dennoch. Und der Frust hat sich auch gelohnt, ich war 10 Sekunden/Kilometer schneller als sonst dieses Jahr. Als Trainingsmethode würde ich „Müllklebe-Entsorgungsaktion“ jedoch nicht empfehlen. Nur fürs Kochen war keine Zeit, ehe ich in den Kurs musste. Haben wir halt notgedrungen gebratene Nudeln bestellt.
An die Menschen, die diese unpraktischen Säcke erfunden haben – und an die, die sie jedes Jahr noch einen halben Mikrometer dünner machen: Ich wünsche euch Juckreiz, den man in der Öffentlichkeit nicht kratzen kann!!!
- Im Sprechkurs habe ich für die Lesung beim Bücherbummel am Samstag, 07.06.2025, von 15:45 h bis 16:15 h aus „Zuflucht in Schattenfall“ lesen werde. Ich bin also vorbereitet! ↩︎
Nach-Lese
Mittwoch Abend hatten wir unsere Lesung im Quartiersmanagement. Fünf Autorinnen, fünf Geschichten, fünf Bilder. Wir hatten alles vorbereitet und Werbung auf allen Kanälen gemacht, die uns eingefallen sind.
Gekommen sind dann zwei Leute – der Mann (den ich als Fotografen verpflichtet hatte) und die Mitbewohnerin einer anderen Autorin.
Gelesen haben wir natürlich dennoch, für einander und als Übung für den Ernstfall. Wir hatten auch eine Menge Spaß – aber manchmal ist es schon frustrierend, so viele Gedanken und Vorbereitung in ein Event zu stecken, das dann derart auf die Nase fällt.
Möglicherweise waren die anderen lokalen Veranstaltungen an dem Abend (etwa die Theaternacht) als „Konkurrenzangebot“ zu stark. Möglicherweise war unsere Werbung zu schwach. Möglicherweise wollte niemand bei drohendem Gewitterdrohung noch einmal ausgehen. Möglicherweise waren die drei Leute, die es interessiert, schon in den Kurzurlaub gefahren.
Man steckt halt einfach nicht drin.
Ich wühl mich dann tiefer in die Werbepsychologie, schreibe noch schönere Geschichten und versuche es einfach immer wieder. Und ich denke mir: Wenigstens schreibe ich das, was ich selbst schreiben will. Wenn meine Geschichten schon nicht wahrgenommen werden, hatte wenigstens ich Freude daran.
An dieser Stelle ein umso herzlicherer Dank an die Lesenden, die immer wieder zu meinen Geschichten zurückkommen. Ihr seid die besten! <3
Von KI für KI mit KI wegen KI, weil KI

Ich kriege tatsächlich nur Newsletter, die ich auch öffne und lese, da sortiere ich gründlich aus. Heute morgen kam ein Newsletter über Marketing, den find ich meist ganz spannend. Und es ging um eine neue große wilde Sache: KI. KI schreibt nämlich jetzt voll die krass guten Texte, da muss man kaum noch etwas selbst machen. Lass deinen Newsletter doch einfach KI-generieren (hier, mit diesem feinen Tool!).
Gleichzeitig arbeiten Leute an KI-Agenten, die deine Mails für dich lesen, das Unwichtige aussortieren und dir das Wichtige zusammenfassen.
Demnächst schreiben dann also KIs Mails, die von KIs gelesen (und wahrscheinlich aussortiert) werden.
Ich weiß ja nicht, ob das so wirklich der Sinn von Texten ist. Aber ich bin auch über 40, möglicherweise zählt meine Meinung da nicht.
Und ehe jemand mit den Augen rollt: Ich finde KI nicht per se schlecht. Nur verstehe ich nicht, warum man die spannenden, kreativen Dinge, mit denen man Verbindung zu anderen Menschen herstellt, an eine Maschine auslagern will. (Soll ja schon Leute geben, die echte Freunde durch KI ersetzen wollen. ICH BIN ALT!!!)
Off-Topic: Vor ein paar Tagen erst habe ich mehrere Screenshots von Romanausschnitten gesehen, die Leute mit KI überarbeitet hatten – und dann hatten sie vergessen, die Prompts resp. den promptresponsiven Teil der KI-Antwort aus dem Manuskript zu löschen, und niemand hat je wieder drübergelesen.
Schnuppi. Wenn dein eigenes Buch dich so wenig interessiert, dass du den finalen Text liest, warum sollte irgendwer sonst sich dafür interessieren?
Alles, was anstrengend ist, soll jetzt also an KI ausgelagert werden. Einen interessanten Text zu schreiben. Texte zu verbessern. Aufsätze über Schulthemen zu schreiben (und natürlich vorher alles zu recherchieren, wozu soll man da noch das eigene Gehirn für verwenden???). Buchcover zu generieren. Illustrationen anzufertigen. Fotos für Artikel zu erstellen. Und so weiter und so fort. Sobald nur ein Minimü kreativer Anstrengung gefragt ist, greifen Leute zur KI.
Ich glaube NICHT, dass das das Leben besser macht. Wenigstens nicht für mein Leben. Ich mag die Herausforderungen und die Verbindung. Ich schreibe gern Texte und überarbeite sie und scheitere dabei an meinen eigenen Ansprüchen, lese die dann möglichst gut (aber nicht perfekt) vor und schreibe viel zu selten Newsletter, in denen ich die Hälfte vergesse. Buchcover kann ich immer noch nicht, aber die macht mir dann eben ein andere Mensch und nicht die Maschine. Meine Fotos sind schief und meist nicht einmal mit Filtern nachbearbeitet. Gut, andererseits häkle ich ja auch mit großem Aufwand Dinge, die man für einen Zehner aus einer südostasiatischen Sweatshop-Massenfabrik kaufen kann. Vielleicht bin ich aus der Art geschlagen. ^^
Wohin wollte ich mit dem Rant? Keine Ahnung. Vielleicht kann eine KI mir das – ach nee, lieber nicht. Da zieh ich doch natürliche Verwirrung jederzeit vor.
Beef Jerky – Rebranding
CN unglaublich schlechte Witze, tote Kuh
(Un-)Glücklicherweise haben der Mann und ich den gleichen unterirdischen Humor. Deswegen schlafe ich auch so schlecht. Wenn ich Abends nämlich ins Bett gehe, quatschen wir oft noch ein wenig – und dabei kommt der manchmal auf Dinge, das geht auf keine Kuhhaut. (Pun delayed, but intended.)
Gestern Abend beispielsweise hat er einen Witz darüber gemacht, dass Beef Jerky entsteht, wenn eine Kuh vom Blitz getroffen wird. (Ich bitte hiermit alle Kühe um Entschuldigung. Und alle Blitze. Und alle, die diesen Unsinn lesen, ebenfalls.)
Ich, halb träumend: „Nee, das ist kein Beef Jerky, das ist Beef Twitchy. Und das bewegt sich dann auch noch in den Packungen und zuckt beim Essen.“
Er: „Aber mit dem Namen kannst du das nicht verkaufen.“
Ich: „Okay.“
Er: „Wir nennen es BLITZKUH!“
Und dann musste ich lachen und war wieder wach. ICH KANN SO NICHT SCHLAFEN!!!
(Jede Person kriegt die Partnerperson, die sie verdient. Aber Blitzkuh gibt es nirgends zu kaufen. Unbezahlbar.)
PS: Er macht das wirklich jeden Abend. Also, nicht das mit den schlechten Witzen. Aber falls er daheim ist, wenn ich schlafen gehe – wir haben extrem unterschiedliche Tagesrhythmen – unterbricht er, was immer er gerade macht, und bringt mich ins Bett. Es ist irgendwie süß. Wir wohnen seit 15 Jahren zusammen. Wahrscheinlich verdienen wir einander.
PPS: Wenn er aufstehen muss, wecke ich ihn natürlich entweder liebevoll mit einem aufmunternden Monolog, während er langsam zu Sinnen kommt, oder ich lasse, wenn es schnell gehen muss, die Katzen auf ihn los. Voll verdient.
Grenzerfahrungen
Als älterer Mensch mit Verwandten im EU-Ausland erinnert man sich eventuell noch, wie lästig das war, als an den deutschen Grenzen kontrolliert wurde. Zum Glück haben wir das seit langem hinter uns gelassen – oh, doch nicht. Ein Hoch auf die aktuelle Regierung mit all ihren innovativen Ideen.
Vor ein paar Tagen war ich also in Luxemburg, um mit einer Freundin einen kleinen Ausflug zu machen. Ist nicht soooo weit zu fahren. Und obwohl ich wirklich nichts angestellt habe (schwör!), werde ich beim Anblick von Polizist*innen und/oder Zollbeamt*innen immer nervös. Auch so reguläre Kontrollen an der Straße machen mich fertig, dabei hatte ich davon in meinem Leben erst drei. Und es war auch immer alles in Ordnung.
Einmal haben sie die Grenzen in der Nachbarschaft dicht gemacht und jedes Auto durchsucht, weil sie einen entflohenen Straftäter gesucht haben, das kann ich ja noch verstehen. War lästig, ich war natürlich mal wieder völlig paranoid. Zum Glück hatte ich nicht zufällig einen Straftäter dabei. Man weiß das ja oft gar nicht so genau, was man alles im Auto liegen hat, nicht wahr?
Auf jeden Fall gab es auf dem Rückweg von Luxemburg nach Deutschland tatsächlich eine Kontrollstelle. Hinter einer Brücke war die Fahrbahn künstlich verengt und mit so Bremshubbels ausgelegt, damit die Beamt*innen in jedes Auto spinxen konnten. Muss ein unglaublich langweiliger Job sein. Und es gab auch keine Infrastruktur, um es sich zwischendrin gemütlich zu machen – nur einen Container (hoffentlich mit Klo!) und ein großes Zelt, um Durchsuchungen auch bei Regen trocken durchführen zu können. Wo kriegen die nur ihren Kaffee her? Aus der Isolierkanne schmeckt der doch nach drei Stunden nicht mehr. Wie dem auch sei, von mir wollten sie nix. Ich seh halt absolut harmlos und langweilig aus.
Auf jeden Fall hat mich das an damals erinnert, als ich noch klein war und mich mit meinen Geschwistern im Auto auf dem Heimweg oft auf der Rückbank schlafend stellen musste, wenn wir an die deutsch-niederländische Grenze kamen. Wir hatten eine Decke auf den Knien und die Füße auf etlichen Pfund Kaffee und Zigarettenstangen, denn die waren in den Niederlanden einfach sehr viel günstiger als in Deutschland. (Alles schon lange verjährt, tut mir leid.)
Eine Freundin fuhr als Kind regelmäßig mit ihrer Tante mit dem Rad über die „grüne Grenze“ zum Kaffeekauf und war immer ganz nervös, wenn sie einer Kontrolle begegneten. „Wir haben auch gar nichts zum Schmuggeln dabei!“ Clevere Strategie. Erwischt wurden sie jedenfalls nie – möglicherweise konnten die Beamt*innen sich denken, warum man einen Radausflug in die Niederlande macht, jedoch will niemand den Papierkram für vier Pfund Kaffee. Und Radfahren ist schließlich gesund, hat also alles seine Vor- und Nachteile.
Ein Onkel hat in der Lüftung seines Autos sogar Vögel geschmuggelt. Fanden die Vögel wahrscheinlich nicht so toll, denk ich mir. Und was lernen wir daraus? Alles Kriminelle hier. (Von der Kaviardiät meines Vaters erzähl ich lieber gar nicht erst. ^^)
Bücherbummel 2025

Vom 05. bis zum 09. Juni 2025 findet in Düsseldorf auf der Kö mal wieder der Bücherbummel statt. Das ist eine feine Sache, da kann man alte und neue Bücher kaufen und bummeln und es gibt auch Futterstände und vor allem Lesungen. Rundum gibt es auch ein wenig Grün zum Verschnaufen. Das komplette Programm geht in den nächsten Tagen online, aber ich verrate dir schon einmal: Ich bin auch wieder dabei. Mit einer Premiere. Denn ich lese zum ersten Mal aus Zuflucht in Schattenfall, das zu dem Zeitpunkt schon lange draußen sein sollte (ist es aber leider nicht, mein Fehler, die Geschichte hat sich gewehrt).
Auf jeden Fall findet die Lesung am 07. Juni von 15:45 h bis 16:15 h statt.
Stell dir das einmal vor: Du weißt dann schon vor Erscheinen mehr über das Buch als alle anderen! Gut, das wäre ein größerer Magnet, wenn ich schon reich und berühmt wäre. Aber es wird spannend (und vielleicht unheimlich), soviel ist sicher.
Das komplette Programm ist auf jeden Fall unglaublich vielseitig und hat auf jeden Fall für alle etwas zu bieten. Ich kann das sagen, denn ich durfte schon einen Blick drauf werfen. Und überhaupt brauchen wir alle viel mehr Bücher – du auch.
Die hupende Männlichkeit
CN: Fatshaming, Beleidigung
Wenn das Wetter es zulässt, fahre ich ja gern mit dem Rad. Und weil wir auf einem Berg wohnen, schiebe ich gegen Ende des Heimweges öfter mal ein Stück. So auch neulich Abend, nach einem langen Tag, es wurde allmählich dunkel.
Gelegentlich fahren auf dieser Straße auch Autos. Das ist kein Problem, der Geh-/Radweg ist baulich getrennt. An dem Abend kam von hinten ein weißer Audi mit Kennzeichen aus dem Umland, die Scheibe heruntergelassen, Uffzta-Musik auf den Lautsprechern. Und ich wusste schon, was da kommt.
„Schön weiterschieben, Fetti!“ Dreimal auf die Hupe drücken, Gelächter, aufbrüllender Motor und Abgang.
Ich bin ja nicht schüchtern, brülle also „FICK DICH!!!“ und schiebe weiter.
Ein paar Minuten später kommt mir dieses Auto entgegen. Selber Programm. Diesmal sehe ich den Fahrer. Er ist maximal zwanzig, blond, trägt ein Polohemd. Für ihn ist das ein Riesenspaß. Ich meine, klar. Der ultimative Beweis seiner Überlegenheit: Eine fremde Frau anpöbeln, die vom Alter her seine Mutter sein könnte. Da werden seine Freunde ihn für bewundern. Wenn er danach nicht direkt zum Alpha-Schrömpel aufsteigt, weiß ich auch nicht.
Im Ernst, ich kann diese pöbelnden Kinder auf der Suche nach der verlorenen Männlichkeit nicht ernstnehmen. Schnuppi, du hast gerade mal einen halben Bart, und der sieht aus, als sei eine Raupe auf deinem Gesicht verendet. Willst du nicht lieber erst ein wenig über die Welt lernen und dir vielleicht einen eigenen Wagen verdienen, anstatt aus Papis (oder Mamis) Leasinglimousine heraus schlechtes Benehmen über die Landschaft zu verbreiten?
Story, Story, Story!
Oder: Warum du mich bei Patreon unterstützen solltest.
Jetzt bettelt diese Frau schon wieder um Aufmerksamkeit. Und Geld! Ist das denn zu fassen? Gerade wird doch eh alles teurer!
Jaaaa, ich weiß. Ich hab auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Dennoch wollte ich einmal mehr erzählen, warum Patreon so ein tolles Ding für Künstler*innen ist:
Das Modell kennst du wahrscheinlich. Falls nicht: Bei Patreon kann man quasi Mitglied einer kreativen Person werden. Die Betreibenden legen verschiedene Level fest, auf denen man sie unterstützen kann (freie Mitgliedschaft, 1 Euro, 10 Euro, …) und haben die Option, für die verschiedenen Unterstützungslevel unterschiedliche Arten von Posts freizugeben.
Zunächst einmal: Das mit den unterschiedlichen Levels und dem gestaffelten Zugang zu Dingen mag ich für meinen Kanal nicht. Ob für einen Euro oder für fünfzig (das ist das absurdeste Level, das mir nicht unmoralisch vorkam), alle sehen aktuell die gleichen Dinge und haben das gleiche Mitspracherecht, wenn ich etwas zur Auswahl stelle. Bei der freien Mitgliedschaft kann man manches lesen, aber nicht alles.
Einige Künstler*innen reden bei Patreon über ihr Leben und ihren Schaffensprozess. Manche verschicken an ihre Unterstützenden regelmäßig kleine Überraschungen. Einige nehmen Bonus-Podcast-Episoden auf oder zeigen Zusatzmaterialien zu den Comics, die sie zeichnen. Einige haben einen Plan für ihre Posts, andere improvisieren (hallo!).
Auf jeden Fall bedeutet Patreon für diese Künstler*innen ein regelmäßiges festes Einkommen. Das ist für uns keine Selbstverständlichkeit! Die Geldsorgen werden etwas gemindert, der Kopf ist wieder frei(er) für Kunst und Leben.
Ich habe bei Patreon ursprünglich meine Hörbuch-Experimente geteilt. Die kann man da auch immer noch hören. Der Prolog von „Allerseelenkinder“ beispielsweise ist frei verfügbar, damit niemand den Drachen im Sack kaufen muss. (Inzwischen bin ich viel besser geworden!) Leider habe ich im Moment nicht die Zeit, regelmäßig aufzunehmen, aber ganz selten mache ich Lesungs-Videos. Außerdem gibt es bei Patreon Kurzgeschichten, Vorab-Ausblick auf neue Buchcover … und vor allem neue E-Books, wenn ich etwas im Eigenverlag veröffentliche. „Zuflucht in Schattenfall“ ist hoffentlich nächsten Monat oder spätestens im Juli fertig, zu dem Zeitpunkt lohnt sich das also auf jeden Fall. Aber auch sonst … der Kanal läuft ja schon eine Weile, da kann man stöbern und Dinge finden. Diese Woche erst gab es eine blutrünstige Neuinterpretation einer Sage, die ich lahm fand. ^^
Außerdem rede ich über das Schreiben, teile ab und zu Kateznfotos und, wenn ich mal etwas mache, was man auch anfassen kann, verschicke ich das an alle Mitglieder, die wollen. Das sind so Kleinigkeiten wie Postkarten oder Lesezeichen-Experimente.
Das Geld fließt übrigens alles in die Ausgaben fürs Schreiben: In neue Cover, in Aufnahme-Equipment, in Buchmesse-Reisen und mehr Regale. Ist jetzt nicht so, als würde ich mich dekadent bereichern.
Langer Rede kurzer Sinn: Falls dir meine Geschichten gefallen und du etwas verfügbares Geld in Kunst investieren kannst, überleg dir doch, ob du mich nicht bei Patreon unterstützen willst.
Leseflaute
Wer meiner Lesereise folgt, wundert sich gerade eventuell. Letztes Jahr war sie so fleißig, und jetzt? Kein einziges Buch in drei Wochen?
Ich kann dir versichern: Es liegt nicht daran, dass ich nicht lese.
Stattdessen hatte ich einige Flops hintereinander, und die abgebrochenen Bücher zähle ich natürlich nicht mit. Aber so summieren sich die Seiten, ohne dass die Liste wächst.
Ein britischer Krimi klang sprachlich, als hätte der Autor Oxford-Verstopfungen – sprachliches Geschwafel der übelsten Kategorie, nicht mehr als fünfzig Seiten auszuhalten.
Ein amerikanischer Frauenroman aus dem Bücherschrank zerfiel beim Lesen und roch so seltsam, dass ich es nur drei Kapitel ausgehalten habe.
Und bei einem hochgelobten „literarischen Meisterwerk“ geht es um eine egozentrische Künstlerin, die sich in einen Handwerker verliebt. Möglicherweise tatsächlich Literatur, aber ich habe keine emotionale Bindung zu einer der Figuren oder deren unglaublich langweiliger Beziehung aufbauen können.
So geht das dann weiter. Und ich weiß nicht, wie das bei dir ist, aber je länger eine Leseflaute dauert, desto schwerer fällt es mir, mit dem nächsten Buch wieder warm zu werden. Da muss dann schon etwas ganz Besonderes kommen, oder ein geliebter Re-Read aus dem Regal mit den „Keinesfalls verleihen!“-Schätzen.
Immerhin kann ich mich bei dem guten Wetter auch schön anders ablenken. Eigentlich wird es höchste Zeit für die nächste Wandertour. Muss nur mal ein freies Wochenende auftun.
Was ist dein bevorzugtes Allheilmittel für Leseflauten und enttäuschende Lektüre?