Das Geschäft mit der Tränendrüse

Im Internet wird es heutzutage immer einfacher, sich für eine gute Sache zu organisieren. Mehr und mehr Menschen unterzeichnen Petitionen, schreiben eMails für die gute Sache oder spenden auch mal, wenn ihnen ein Fall besonders am Herzen liegt. Seiten wie Kickstarter und Gofundme machen es einfach(er) für Künstler und Forscher, ihre Projekte zu verwirklichen. Andere Seiten haben sich auf Spendenaktionen für die gute Sache spezialisiert.

Leider gibt es natürlich auch immer wieder Leute, die solche Möglichkeiten für ihre eigenen Zwecke benutzen.

Einen solchen Fall findet ihr hier beschrieben. Eine Person hat die Bilder eines real existierenden US-amerikanischen Kindes kopiert und damit ein eigenes Facebook-Profil erstellt (UPDATE: Das Profil ist inzwischen gelöscht, aber es gibt eine entsprechende Gruppe). Das ist schon merkwürdig genug – vielleicht nutzt diese Person die Likes, um das eigene Ego zu polieren? Nein, es kommt noch schlimmer. In der Gruppenbeschreibung findet sich ein Link zu einer der oben genannten Spendenseiten. Angeblich sollen hier Spenden für die Deutsche Krebshilfe gesammelt werden.

Ein Schelm, wer dabei Schlechtes denkt …

Wie gesagt, warum solche Leute sich eine derartige Mühe geben, weiß ich nicht. Ego-Politur – möglich. Vielleicht nutzen sie tatsächlich ein unangemessenes Mittel, um Aufmerksamkeit für eine gute Sache zu generieren. Mindestens genau so wahrscheinlich ist es allerdings, dass sich da jemand persönlich bereichert, indem er auf das Mitgefühl der Internet-Bevölkerung spekuliert und einmal kräftig auf die Tränendrüse drückt.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Bilder von „Marlena“ zeigen in Wahrheit die kleine Sofia, die auch tatsächlich krank ist. Deren Eltern betteln allerdings nicht um Spenden – weder für die Behandlungskosten (die in den USA üblicherweise wesentlich höher sind als hierzulande) noch um Likes oder Spenden, die dann angeblich einer gemeinnützigen Organisation zu Gute kommen. Ich habe keine Ahnung, wer hinter „Marlena“ steckt, aber diese Aktion ist in meinen Augen zutiefst niederträchtig und verabscheuungswürdig.

Überlegt euch also gut, wem ihr unter welchen Umständen wie helft – und verliert darüber bitte nie(!!) euer gutes Herz!

Lesen für den guten Zweck – „Willkommen im Meer“

Eine mir unbekannte Person postete gerade über ungefähr einundachtzig Ecken bei Facebook aus dem Profil von Kai-Eric Fitzner den folgenden Text, den ich hier einfach mal teile:

Liebe Freunde und Bekannte von Kai!
Mein Mann Kai wurde, wie ihr wisst, am 8. Mai, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag, wegen Herzrhythmusstörungen stationär im Krankenhaus aufgenommen. Es ging ihm wieder besser, aber dann erlitt er in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch einen schweren Schlaganfall. Die gesamte linke Hirnhälfte ist beschädigt, die rechte Körperhälfte gelähmt. Aufgrund weiterer Komplikationen wurde er noch am Mittwoch Abend an ein Beatmungsgerät angeschlossen und ins künstlichen Koma versetzt. Die Ärzte können noch keine Prognose darüber geben, ob er überleben wird oder wieviel seines Gehirnes dauerhaft beschädigt sein wird. Wir haben sehr große Angst um ihn.
Wie viele von euch wissen, hat er gerade versucht, sich selbstständig zu machen. Ich bin mitten in meinem Zweit-Studium, wir haben einige Kredite abzuzahlen, das heißt, unsere finanzielle Situation ist katastrophal, wir sind in keiner Weise abgesichert.
Nun will ich versuchen, sein Buch zu verkaufen. Soziales Netzwerken war immer eines von Kais großen Themen, vielleicht kann es uns jetzt helfen. Ich bitte euch alle – kauft sein Buch, wenn es euch gefällt – verschenkt es, schreibt in euren Blogs darüber, erzählt es weiter, teilt den link… – helft mir es bekannt zu machen!
Es ist ein sehr lesenswertes Buch, geistreich, witzig und zum Nachdenken anregend geschrieben – es macht großen Spaß es zu lesen!
Und schickt ihm Kraft und Energie – damit er zurückkommt!
Danke
Raja mit Felix (20), Lara (14) und Ben (4)

http://www.amazon.de/Willkommen-im-Meer-Kai-Eric-Fitzner/dp/1505428777/ref=tmm_pap_title_0

Ich kenne keine der betreffenden Personen, von diesem Kai-Eric Fitzner habe ich noch nie gehört, aber hier ist doch die eine oder der andere, der sich für Bücher interessiert – und ein weiches Herz habt ihr auch, oder? Besser als eine weiche Birne!

A propos „weiche Birne“ – den Wahrheitsgehalt der Geschichte konnte ich tatsächlich nicht überprüfen, aber ich glaube an das Gute im Menschen.

Die Crux mit der Unabhängigkeit

Kennt ihr Lovelybooks? Das ist eigentlich ganz nett. Da kann man neue Bücher entdecken, an Leserunden teilnehmen und sich mit Autoren und Lesern austauschen.

Für uns Indie-Autoren* ist das ein Paradies, nicht wahr?

Leider nicht. Denn LovelyBooks ist der Meinung, dass die Bücher von Indie-Autoren nicht die Mindestanforderungen erfüllen, um als echte Bücher zu gelten. Dieses Problem ist schon seit mehreren Jahren bekannt. Indie-Autoren können sich kein Autorenprofil bei LovelyBooks anlegen. Sie können ihre Bücher für Leserunden anbieten und auf diese Weise mit Lesern ins Gespräch kommen – das habe ich auch schon gemacht und hatte dabei sehr viel Spaß – tauchen aber ansonsten kaum auf.

Im Moment sind viele Indie-Autoren darüber verärgert, dass ihre Bücher aus LovelyBooks-Votings verschwinden. Es gibt öffentlichen Protest. Es gibt offene Briefe. Und auch ich habe natürlich eine freundliche eMail geschrieben, um mich über die genauen Umstände zu informieren. Hier ist sie:

Sehr geehrtes LovelyBooks-Team,

seit einigen Tagen mehrt sich unter Indie-Autoren die Empörung darüber, wie mit ihnen – also uns – bei LovelyBooks umgegangen wird. Dass wir nicht als „echte Autoren“ geführt werden, ist schon schmerzlich genug. Schließlich investieren viele Indie-Autoren sogar mehr Herzblut in ihre Projekte als die Autoren bei Verlagen – wir müssen von der ersten Idee bis zum Marketing alles selbst machen, und viele von uns machen das nicht nur gerne, sondern auch gut. Wer das nicth glaubt, muss sich nur die Rezensionen unserer Leser auf den verschiedensten Plattformen anschauen. Nein, die sind nicht alle von Mutti.

Und jetzt verschwinden die Titel von Indie-Autoren offenbar aus euren Votings. Ohne gute Begründung.

Was habt ihr gegen uns? Ist es das eklektische Vorgehen, mit dem wir usn im Buchmarkt-Dschungel vortasten? Sind es die unorthodoxen Cover und Klappentexte, die immer mal wieder aus verschiedenen Gründen die üblichen Genre-Grenzen sprengen? Oder ist es der Mangel an Geschäften, die man mit einzelnen unabhängigen Autoren machen kann?

Oft wird fehlende Qualitätskontrolle geltend gemacht als Grund dafür, weswegen Indie-Autoren nicht als „echte“ Autoren genannt werden. Natürlich gibt es unter den Self-Publishern auch schwarze Schafe. Bei manchem Werk kringeln sich mir die Zehennägel. Aber auch so etwas sollte man den Lesern überlassen. Wenn ein Buch schlecht ist, wird das von den Lesern – Überraschung! – bemerkt. Die sind ja nicht dumm.

Habt ihr Angst, dass eure Plattform von „selbsternannten Bestseller-Autoren“ überrannt wird? Dann setzt Hürden – eine bestimmte Menge verkaufter Exemplare beispielsweise. Oder lasst den Markt sich selbst sortieren, das funktioniert eigentlich ganz gut.

Unter Indie-Autoren gibt es eine Menge Rohdiamanten zu entdecken. Warum nutzt ihr diese Chance nicht, anstatt uns und euch selbst Steine in den Weg zu legen? Ich glaube, dass sehr viele Leute an eurer Antwort zu all diesen Fragen großes Interesse haben.

Mit freundlichem Gruß,
Diandra Linnemann
Von LovelyBooks gibt es bislang übrigens keine Reaktion – oder zumindest keine, die ich finden konnte. Natürlich werde ich euch auf dem Laufenden halten. Bis dahin gilt: Nicht ärgern, sondern weiterschreiben. ^^
* Indie-Autoren kommt von englisch „independent“ = unabhängig. Damit bezeichnen sich Autoren, die ihre Bücher nicht bei herkömmlichen Verlagen publizieren, sondern den Großteil der Arbeit selbst erledigen – von der Gestaltung bis zum Marketing. Manche Leute leisten sich professionelle Cover-Gestalter oder ein Lektorat, um die Qualität zu verbessern, andere machen alles frei Schnauze (so wie ich … sorry! ^^).

Recherche, Recherche… – und Gewinner!

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Da waren wir also auf Recherche-Reise. Im schönen Amsterdam, wo sich zumindest das letzte Drittel von „Waldgeflüster“ abspielen soll – wenn Helena und Maria denn tun, was man ihnen sagt. Ihr wisst ja, wie das ist… Wie dem auch sei, ganz in der Nähe des wunderbaren Hostel-Boots, auf dem wir geschlafen haben, fand ich dieses schnuckelige Café. Musste ich natürlich sofort fotografieren! Weitere Trip-Fotos folgen die Tage.

Aber jetzt erst einmal die Gewinner meiner Buch-Verschenk-Aktion:

  1. „Allerseelenkinder“ geht an den Vater von „Windsprite“, deren Blog sehr lesenswert ist.
  2. „Spiegelsee“ geht an velvet21s Schwester.
  3. „Hexenhaut“ ist für den Vater von DragonDaniela, ebenfalls mit hübschem Blog.

Die Gewinnerinnen sind informiert und haben eine Woche Zeit, sich bei mir zu melden, ansonsten verlose ich neu. Herzlichen Glückwunsch euch dreien – ich hoffe, die Beschenkten werden sich freuen!

Alle Jahre wieder – Welttag des Buches

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Letztes Jahres hätte ich es ja fast verpasst, aber dieses Jahr bin ich fast ein wenig vorbereitet. Deswegen verlose ich je ein Exemplar von „Allerseelenkinder„, „Spiegelsee“ und „Hexenhaut“ als Taschenbuch mit Widmung – allerdings mit einem Twist. Ihr schreibt mir in einem Kommentar unter diesen Beitrag, wem ich das Buch in eurem Namen schicken soll, als Geschenk. Natürlich nicht mit Name oder Adresse – mir reicht es, wenn ihr so etwas schreibt wie: Mein Steuerberater glaubt eh, ich hab nicht alle Murmeln in der Flasche, darum soll der mal was richtig lustiges lesen!

Die Verlosung geht vom 23.04.2015, 00:01h, bis zum 30.04.2015, 23:59h. Jeder, der in diesem Zeitraum hier kommentiert, wandert in den Lostopf. Die Gewinner werden bis zum 05.05. von mir benachrichtigt (wir sind ein paar Tage auf Achse, darum müsst ihr euch gedulden). Der „erste Sieger“ hat die freie Wahl zwischen den Büchern, der „zweite Sieger“ hat die zweite Wahl und der „dritte Sieger“ muss nehmen, was übrig bleibt. Aber das ist natürlich kein Trostpreis! ^^

Das Legalesische: Die Verlosung ist weltweit offen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen und bestochen wird auch nicht. Achtet bitte darauf, dass ich eine eMail-Adresse von euch habe, die wirklich funktioniert – wenn sich einer der Gewinner nicht innerhalb von drei Tagen meldet (drei ist die magische Grenze, nicht wahr?), wird nachverlost. Mit euren Daten gehe ich natürlich ultravorsichtig um, die kriegen hochstens die Katzen zu Gesicht, die helfen mir beim Signieren.

Hier ist übrigens eine Liste aller anderen Lesefreude schenkenden Blogger, falls ihr euer Glück versuchen wollt: LINK

Urlaubsstimmung

Passend zum Urlaub hat sich die Sonne ins Rheinland gewagt. Pläne haben wir keine besonderen – ein paar Termine und Verabredungen mit Freunden – aber dafür habe ich einen grandiosen Vorsatz: Ich will im Urlaub nur Sachen anziehen, die ich so nicht ins Büro tragen könnte. Mein Hippie-Stil ist mir unter all den Strickjacken, Blusen und bloß nicht zu tiefen Ausschnitten (was soll da eigentlich versteckt werden, mein Bauchnabel??) ein wenig abhanden gekommen. Glücklicherweise gibt es da noch so ein paar Kandidaten: Pinkfarbene und türkise Shorts, das Metal-Fest T-Shirt, Trägerkleidchen, kurze Rücke oder dieses Wickelkleid mit dem *wirklich* etwas zu tiefen Ausschnitt. Im Bikini wage ich mich dann doch nur auf den Balkon, aber alles in allem kann man schon an meiner Kleidung ablesen, wie sehr ich diesen Urlaub genieße.

Weitere Pläne beinhalten:

* Kino

* Cocktails

* Grillen auf dem Balkon

* Wandern

* DVD-Abende

* …

Ich denke, wir werden zwei überaus angenehme Wochen haben.

Trommelwirbel!

Ich habe eine großartige Neuigkeit zu verkünden. Es ist atemberaubend. Ihr werdet es nicht glauben.

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Zum aller-aller-ersten Mal in meinem Leben habe ich kurze Haare. Also, so richtig kurz. Und es war ein Abenteuer.

Machen wollte ich das ja schon seit Jahren. Aber, wenn man, so wie ich, eigentlich immer lange Haare hatte und sich eigentlich nie besondere Mühe gegeben hat mit der Frisur (oder mit irgendetwas), dauert das ja manchmal ein wenig, bis man sich aufraffen kann. Und weil ich ja bis zum letzten Moment nicht wusste, ob ich mich wirklich traue, war nur eine Freundin eingeweiht. Die hat sogar unter falschem Namen einen Termin mit ihrer Friseurin vereinbart. Sonst wusste niemand was – nicht einmal Richard. Also, der erst recht nicht.

Bei Bier und Kuchen wurde dann bei der Freundin zuhause nach der Arbeit losgeschnippelt. Meine Anforderung war: So kurz wie möglich, kein nerviger Pony. Beim Rest habe ich dann mal der Fachfrau vertraut. Schließlich sehe ich meinen Hinterkopf selbst so selten, da bin ich echt keine Expertin.

Bei der Heimkehr Abends war Richard dann auch angemessen erschreckt. Aber ich glaube, er gewöhnt sich da schon noch dran. Das, was IM Kopf ist, ist ja immer noch das gleiche. ^^

Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Echt jetzt, kaum bleibt man einen Abend in der Lieblings-Cocktail-Bar nüchtern, schon wird man vom Bakterium aus der Hölle(TM) niedergestreckt. Gestern morgen war ich noch fest entschlossen, im Büro alles auszusitzen, aber zwei Stunden später hab ich dann doch aufgegeben und mich von Richard abholen und zum Arzt fahren lassen. Seitdem wohne ich auf dem Sofa, unter einem Stapel Decken, und döse, trinke Tee und Cola und höre mit halbem Hirn alten „Medical Detectives“-Folgen zu. Das erste, was gestern abend unten bleiben wollte, war etwas Schokopudding und Rosinenbrötchen mit Gouda – ich sag’s euch, das ist ein Allheilmittel. Inzwischen geht es etwas besser, und das ist auch gut so, denn uns gehen die Katzenfutter-Vorräte zur Neige, und wir können die Plüschmonster ja schlecht hungern lassen.

Wenigstens habe ich so ein wenig Zeit, mich in das Manuskript einer befreundeten Autorin zu versenken und ein paar Schreibratgeber zu lesen, die auf mysteriöse Weise hier aufgetaucht sind. Eine ziemlich unheimliche Sache, das ganze…