Eine kleine Überraschung zu den Feiertagen

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Hatte ich euch eigentlich schon von Lilja erzählt? Nein? Dachte ich mir doch. Ich bin manchmal etwas vergesslich. Lilja ist siebzehn und lässt sich nicht viel gefallen. Als sie allerdings von einem geheimnisvollen Fremden in eine andere Welt entführt wird, steckt sie schnell Hals über Kopf in Schwierigkeiten. Vor allem, als sie ihre Zwillingsschwester trifft, von der sie noch gar nichts wusste.

Für die Details müsst ihr euch noch ein paar Tage gedulden, denn das Manuskript liegt gerade in den letzten Zügen, und das Cover habe ich auch noch nicht fertig. Manchmal geht das hier alles so holterdipolter, dass ich fast vergesse, euch die Nase lang zu machen.

Und was treibt ihr so in der besinnlichen Vorweihnachtszeit?

Von Anfang bis Ende – Plotten

Es gibt ja, falls man sich für den Aufbau einer Geschichte interessiert, unheimlich viele Möglichkeiten und Pläne und Werkzeuge zum Plotten. Der Plot, das ist – in Kürze und ganz sachlich – die Auflistung der Dinge, die in der Geschichte passieren. Wenn man den hat, kann man einfacher drauflos schreiben. Natürlich gibt es auch Leute, die lieber erst einmal schreiben und dann schauen, was passiert … aber ich für meinen Teil finde einen Plot unglaublich hilfreich, damit ich nicht zu sehr ins Schwafeln komme. Und das beste: Außer mir kennt den Plot niemand, ich kann ihn also jederzeit ändern, wenn mir etwas besseres einfällt!

Manche Leute orientieren sich am Drei-Akt-Modell. Andere planen ihre Geschichte in Aktionen und Reaktionen oder anhand der „Heldenreise“. Das sind alles Dinge, die es sich zu recherchieren und zu analysieren lohnt, aber ich habe für mich persönlich ein etwas anderes Plot-Verfahren:

Als erstes packe ich mir einen ordentlichen Stapel Karteikarten, einen Kugelschreiber und mehrere Buntstifte.

Dann schreibe ich in Stichworten alle Szenen auf, die ich zu dieser Geschichte unbedingt schreiben will. Manchmal ist das nur ein Satz, manchmal auch schon eine richtig ausgefeilte Szene. Jede Szene kriegt ihre eigene Karteikarte.

Anschließend markiere ich mit den Buntstiften, welche Charaktere, die für die Geschichte wichtig sind, in dieser Szene vorkommen.

Am Ende habe ich idealerweise irgendwas zwischen zwanzig und siebzig Szene-Ideen, wild durcheinander. Dieser Prozess kann sich über mehrere Tage hinziehen, schließlich muss das Chaos in meinem Kopf noch ein wenig köcheln.

Und wenn mir nichts mehr einfällt, überlege ich mir folgendes:

  1. In welcher Reihenfolge passieren diese Szenen?
  2. Was muss zwischen den einzelnen Szenen passieren, damit sich eine „runde“ Geschichte ergibt?

Aus diesen beiden Überlegungen entsteht nach einigem Hin und her ein „Legemuster“, in dem ich Sachen so lange hinzufüge, wegnehme und verschiebe, bis mir die Geschichte logisch vorkommt. Dazu gehört auch ein Überblick, ob einige Charaktere vielleicht für längere Strecken verschwinden oder gehäuft nur in einem Teil der Geschichte vorkommen. Am Ende nummeriere ich die Karten, und schon habe ich einen Plot. ^^

Bio-Logische Betrachtung zum frühen Vogel

Oder: Warum steht ihr morgens auf?

Eine Kollegin steht morgens früh auf, um sich hübsch zu machen. Sagt sie selbst. Die Idee, dass sie ihre Frisur und ihr Make-Up und das ganze Gedöns auf die Reihe kriegt, lässt sie mehr oder minder frühlich aus dem Bett hüpfen. (Ich bin nicht dabie, das „fröhlich“ unterstelle ich ihr also nur.) Und wenn sie doch mal spät dran ist, verzichtet sie eher auf das mitgebrachte Mittagessen als auf ihren perfekten Auftritt.

Mein Lieblingsmann hingegen steht erst auf, wenn er unbedingt muss. An einem freien Tag und wenn die Katzen (oder die Nachbarn) nicht nerven, bleibt er also auch ruhig liegen, bis Zeit zum Kaffee ist. Dafür ist er Abends superfit, wenn ich nur noch leise seufzend auf dem Sofa liege und an die Wand starre.

Ich mag es eigentlich auch, im Bett liegen zu bleiben. Nicht zum Schlafen, aber da ist es schön kuschelig und warm und ich kann mir selbst beim Denken zuhören oder ein gutes Buch lesen. Wenn allerdings morgens mein Wecker klingelt, rolle ich mich meistens bereitwillig über die Bettkante, denn: Ich kann schreiben. Und je früher ich aufstehe, desto mehr Zeit habe ich zum Schreiben.

Diese morgendliche Schreibphase will übrigens auch möglichst in die Länge gezogen werden. Kann durchaus passieren, dass ich um viertel nach acht noch im Pyjama auf dem Sofa sitze, das kaputte Notebook auf dem Schoß, wenn ich um neun Uhr als verantwortungsbewusster, respekteinflößender Erwachsener im Büro sein muss. Erwachsensein ist irgendwie nicht mein Ding.

Es gibt eine zweite Schreibphase pro Tag, Abends, wenn alles andere erledigt ist, aber die erinnert mehr an Arbeit als das Loslegen am Morgen. Woraus wir schließen können: Der frühe Vogel tickt nicht richtig.

Der frühe Vogel tickt auch nicht richtig

Aufstehen, Katzenfutter, Menschenfutter, Schreiben.

An den meisten Tagen klappt das ganz hervorragend.

An Tagen wie heute hingegen … Gut, wir hätten nicht unbedingt bis ein Uhr morgens aufbleiben müssen. Aber Familienbesuche haben oft diesen Effekt auf uns, da wird dann Abends noch ein wenig Nachlese betrieben. Okay, das ist gelogen. Schlummertrunk … mehr sag ich dazu nicht.

Ein wenig nerven mich bei diesen Gruppenbespaßungen immer diese (mehr oder minder versteckten) Anspielungen darauf, wann wir denn wohl endlich … *Geste auf meinen Bauch* – oder besonders schön, wenn ich vollgefressen auftauche: „Oh, du hast ja ein wenig zugenommen. Oder bist du etwa … ?“ *hoffnungsvoller Blick*

Ja, schade. Wir sind jetzt schon soooo lange zusammen und haben immer noch nicht raus, wie man sich mit so einem Schreihals die Wochenenden ruiniert. ^^

Echt jetzt. Ich mag Kinder. Die sind mit Schokolade gefüllt. Aber eigene … muss ich nicht. Ich bin völlig zufrieden damit, meine Nichten und Neffen und die ganze Ehren-Pampers-Brigade mit Süßigkeiten und dummen Ideen vollzustopfen und dann, völlig überdreht, den Eltern wieder in die Hand zu drücken. Macht mich das zu einem schlechten Menschen? Vielleicht. Vor allem macht mich das aber zu einem Menschen, der viel Zeit zum Übersetzen und Schreiben hat.

Falls allerdings irgendwer einen Teenager zu vermieten hat … meine Fenster müssten dringend mal wieder geputzt werden.

Nur so zwischendurch

Inzwischen ist es ja fast schon notwendig, zwischendurch zu sagen: Ich bin nicht tot! Seit gestern morgen hat es in Bonn und Umgebung nämlich mindestens drei Bombendrohungen gegeben. Die Polizei sieht gut beschäftigt aus, die Leute gucken auf der Straße nervös und generell bekommt man das Gefühl, jetzt ist es aber genug.

Die Drohung im Baumarkt um die Ecke von Büro, angeblich sei eine Bombe im Laden versteckt, hat sich nach mehreren Stunden gründlicher Suche wohl als haltlos erwiesen.

Der herrenlose Koffer in der Linie 18 der Bonner U-Bahn war nicht nur herrenlos, sondern leer.

Ws es mit der per SMS durchgegebenen Bombendrohung gegen eine Erstaufnahme für Flüchtlinge auf sich hat, ist noch nicht öffentlich gemacht worden.

Nicht cool, sag ich euch. Gar nicht cool.

Natürlich muss man dazu sagen, dass die Menschen nach dem schrecklichen Attentat in Paris in der letzten Woche auch nervöser sind als sonst. Und es wäre ja nicht das erste Mal, dass in Bonn Bombenalarm ausgegeben wird, der Prozess gegen den Menschen, der 2012 eine präparierte Sporttasche am Bahnhof abgestellt hat, läuft gegenwärtig noch.

Richtig nervös bin ich im Moment nicht – allerdings muss man auch dazu sagen, dass kurz nach meinem Eintritt in mein aktuelles Büro (das ist schon laaaange her!) ein Rundschreiben vom Auswärtigen Amt eintraf, dass es berechtigte Sorgen gebe, an die Botschaften in Bonn könnten präparierte Sprengsätze geschickt werden. Passiert ist, schnell auf Holz klopfen, bis jetzt nichts. Vielleicht stumpft so etwas ein wenig ab.

Ich finde es gut, dass Politik und Polizei im Moment vorsichtig vorgehen, auch wenn es dadurch im Alltag dann die eine oder andere Verspätung oder Unannehmlichkeit gibt. Hoffentlich sind die ganzen Mühen völlig überflüssig.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich lebe noch. Passt auf euch auf. Und vergesst nicht, dass die meisten Menschen von Grund auf gut sind. Dumm, aber gut.

Verfrühtes Geburtstagsgeschenk Nr. 2

Hier habe ich euch ja schon meine grandiosen neuen Stiefel gezeigt, die ich mir selbst viiiiel zu früh zum Geburtstag geschenkt habe.

Heute gibt es ein zweites verfrühtes Geburtstagsgeschenk – allerdings ist das von mir für euch: Ich habe zwölf meiner Kurzgeschichten zu einem Erzählband zusammengefasst, den ihr hier finden könnt.

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Klappentext:

Monster und Feen, mystische Wesen und Menschen mit einzigartigen Begabungen bevölkern die Seiten dieses Buches. In filigranen Splittern werden andere Realitäten präsentiert, um den Leser nicht nur zu ent-, sondern auch um ihn zu verführen.

Zwölf Geschichten, zwölf Wahrheiten. Welche ist wahrer als die andere? Oder sind alle vielleicht am Ende gleich und warten nur auf Abenteurer, um weiter erkundet zu werden?

Kurze Lesevergnügen für zwischendurch, jetzt auch mit Magie.

*** Was hat Helena Weide, Slogan: „Magic Consultant and Solutions“, zwischen „Allerseelenkinder“ und „Spiegelsee“ getrieben? Die Antwort auf diese Frage (und vieles mehr) lest ihr in diesen Buch: Ratatöskr! ***

Das Wohlfühl-Magazin

IMG_1987„Was, du liest die FLOW?“ Die Bekannte guckt ungläubig.

Ich nicke. Leugnen wär auch unsinnig, ich hab das Magazin aufgeschlagen auf dem Tisch liegen.

„Von dir hätte ich das nicht erwartet“, sagt sie und klingt ein wenig enttäuscht. „Das ist so ein … na, so ein Wohlfühl-Magazin.“

Da könnte ich jetzt eine Menge zu sagen. Dass die FLOW eine Mischung aus Kunst, Psychologie und Lifestyle schreibt. Ein wenig wie die typischen Frauenmagazine, nur ohne Kosmetiktipps, Diäten oder Klamottenwahn. Stattdessen mit wunderschönen Bildern, Buchtipps und Reiseberichten. Und wenn Rezepte drin sind, steht da garantiert nicht neben: „Schöne Haut und pappsatt mit diesen 30-Kalorien-Sellerie-Keksen!!!“

Stattdessen denke ich an gestern.

Gestern morgen bin ich um sechs Uhr aufgestanden, um vor dem normalen Bürojob noch ein wenig schreiben zu können. Sonst passt das oft nicht in meinen Tag. Stattdessen hab ich dann allerdings vierzig Minuten das Wohnzimmer geputzt, denn beide Katzen waren krank – eine hatte Durchfall, die andere hat alles vollgekotzt. Offenbar etwas falsches gefressen. Oder zuviel. Oder zuviel falsches. Während Ronja keinerlei schlechtes Gewissen zeigte, sah Greebo ganz elend aus. Nach dem Putzen also den Mann geweckt. Der hat Home-Office, kann folglich die Biester besser morgens zum Tierarzt fahren als ich. Den Kater musste trotzdem ich in die Transportkiste hexen, denn meine beiden Männer kommen nicht gut miteinander aus. Inzwischen war jedenfalls der Zeitplan komplett im Eimer. Schnell noch Frühstück gemacht, Mittagessen in die Tasche gepackt und Richtung Bus gehetzt. Mit viiiiiiiel Glück gerade noch rechtzeitig gekommen – und von einem Haufen Arbeit begrüßt worden.

Während der Arbeit natürlich immer mit einem Auge auf dem Telefon, was denn jetzt wohl mit dem armen Kater sei. Berge von Papier bearbeitet, in der Mittagspause den Einkaufszettel geschrieben, denn einige elementare Dinge fehlten in unserer Küche.

Nach der Arbeit vepasste ich natürlich prompt die erste Bahn. Zum Glück wartete der Supermarkt – wo soll er denn auch hin? Allerdings war er nicht der einzige, der wartete. Die Kunden schlängelten sich von der Kasse einmal quer bis ans andere Ende. Auch nicht zu ändern. Dann hatte natürlich noch der Bus Verspätung.

Zuhause warteten zwei hungrige Katzen und ein hungriger Mann. Es gab Pizza. (Für die Menschen, wohlgemerkt.) Dann kriegte ich den Zettel mit den Futter-Empfehlungen für die Katzen in den nächsten Tagen – also noch einmal raus zum Laden, denn wir hatten weder Tartar noch Hähnchenbrust im Kühlschrank, und so ein empfindlicher Katzenmagen will natürlich verwöhnt werden.

Um kurz vor acht Abends war ich wieder zu Hause und konnte mit der Kochorgie für die Katzen anfangen. Und parallel für den nächsten Tag vorkochen, denn mit den Kolleginnen war ein Outing geplant, und spätes Abendessen passte nicht in den Terminkalender.

Schnell noch Nachrichten lesen, denn ich will ja informiert bleiben: Unbekannte haben unten im Ort in einer Bankfiliale einen Automaten gesprengt. Viele Deutsche jammern über die grausame Realität des Sommermärchens, das wohl ein Bezahl-Abenteuer war. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht, worüber hunderttausende andere Menschen aus verschiedenen Gründen nicht glücklich.

Inzwischen war es zwanzig nach neun, und ich hatte noch nicht ein Wort zu meinem aktuellen Projekt geschrieben. Die Wohnung roch dezent nach Katzenausscheidungen und gekochtem Reis, und der Mann kam gerade erst von seinem Schreibtisch weg, wo er wegen des Tierarztbesuchs am Morgen länger als üblich festgesessen hatte. Um den Tag nicht völlig abzuschreiben, schaltete ich noch schnell den Computer ein und schnitt mir fünfhundert Wörter aus den Rippen. Besser als nichts, nicht wahr? Dann schlief ich völlig erschöpft auf dem Sofa ein, um kurz nach Mitternacht zombiegleich Richtung Bett zu schlurfen.

Ja, ich lese ein Wohlfühl-Magazin. Und ich finde das auch gar nicht verkehrt.

Es ist da!!!

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Es ist da! Es ist da! Okay, eigentlich seit gestern schon, aber da ich den ganzen Tag auf Achse war, kann ich euch erst heute auf den Wecker fallen mit der frohen Botschaft.

Für die Tolino-taugliche Version müsst ihr euch noch ein paar Wochen gedulden, aber wem das zu schwer fällt (verstehe ich total), für den habe ich einen kleinen Tipp: Da meine Bücher kein DRM haben (wie neulich wortreich erklärt), könnt ihr „Waldgeflüster“ auch einfach bei Amazon kaufen, auf euren Computer herunterladen und dann beispielsweise mit der kostenlosen Software Calibre in jedes gewünschte Format konvertieren. Ich bin euch dann auch nicht böse, versprochen.

Eigentlich sollte jetzt die aufregend-nervöse Phase beginnen, in der ich auf die ersten Rückmeldungen und Rezensionen warte. Allerdings habe ich den Tisch voll mit aufregenden neuen Projekten, so dass mir eigentlich gar keine Zeit bleibt, mich zu fragen, wie ihr „Waldgeflüster“ wohl findet. Sagt es mir trotzdem, okay? ^^

Über die neuen Projekte erzähle ich euch beizeiten mehr in meinem Newsletter, und ich überlege auch noch, ob ich zu allem Übel die Zeit habe, ein kleines Schmankerl extra für die Abonnenten zu schreiben. Und falls ihr euch darum sorgt: Der Newsletter wird keine recycleten Blog-Posts etc. enthalten. Also: Ganz frische, großartige Neuigkeiten und Wahnsinn, wann immer ich etwas Zeit übrig habe.