Autorenwahnsinn Tag 5: Urlaub mit deinen Protagonisten

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Urlaub? Keine Ahnung, wie man das schreibt, dachte ich und kraulte Strega geistesabwesend hinter den schwarzroten Katzenohren. Eigentlich hatte ich immer gut zu tun. Dieser Ausflug war Falks Idee gewesen – „Meine Schwester hat diese Waldhütte, und wir könnten nach dem Stress der letzten Wochen einen kurzen Tapetenwechsel gebrauchen.“

Pah, als ob so eine polizeiliche Ermittlung, ein Rudel beinahe getöteter Jugendlicher und eine psychotische Hexe mich so leicht aus der Fassung bringen könnten! Aber ein Wochenende in der Eifel klang wirklich verlockend, ich war schon lange nicht mehr wandern gewesen. Und da Falk versprochen hatte, sich um die Verpflegung zu kümmern …

Gerade war er damit beschäftigt, die Taschen in den Kofferraum meines kleinen grünen Wägelchens zu verfrachten. Er ächzte theatralisch unter der Last. „Was hast du da drin, Backsteine?“

„Bücher“, antwortete ich fröhlich, „vielleicht komme ich endlich mal wieder zum Lesen.“

„Dir ist schon klar, dass wir Sonntag Abend wieder zurück sind.“

Dieser Mann hatte keine Ahnung von Büchern. Woher sollte ich wissen, was ich lesen wollte? „Ach ja, und mein Reisealtar ist da auch irgendwo, also sei vorsichtig!“

„Wir haben meiner Schwester versprochen, nicht die Bude abzufackeln.“

„Keine Sorge – alles, was gefährlich wird, mache ich draußen im Garten.“

Diese Ansage schien ihn nicht zu beruhigen, aber er diskutierte nicht weiter. Stattdessen kam er noch einmal zum Haus zurück, drückte mir im Vorbeigehen einen Kuss auf die Stirn und schnappte sich die Kühlbox aus der Küche. „Bist du soweit?“

„Sicher.“ Mit einem liebevollen Zwei-Finger-Klapps verabschiedete ich mich von Strega und zog die Tür von außen ins Schloss.

Die Zwerge auf dem Rasen vor dem Haus sahen aus, als könnten sie auch einen Urlaub gebrauchen. Ungewöhnlich starker Sommerregen hatte in den letzten Wochen die Farben ausbleichen lassen. Vielleicht sollte ich mir die Zeit nehmen und sie neu anmalen. Das Schild hingegen – „MAGIE HINTER DEN SIEBEN BERGEN“, ein Geschenk meiner Sekretärin – war noch strahlend weiß, wie am ersten Tag.

Ehe wir ins Auto stiegen, drehte Falk sich noch einmal zu mir um und streckte die Hand aus. „Gib schon her.“

„Was?“ Ich tat unschuldig. Verflixt, diesen Teil unserer Vereinbarung hatte er nicht vergessen.

„Dein Telefon. Ein Wochenende ohne Arbeit und ohne lästige Klienten.“

„Diese lästigen Klienten bezahlen deinen Gemüseluxus.“

„Und den Käse. Gib mir dein Telefon.“

Wenn er nicht mit sich verhandeln ließ … widerwillig zog ich das Gerät aus der Tasche. Seit ich ein Smartphone gefunden hatte, das unter dem Ansturm von Magie nicht direkt in die Knie ging, war ich in die moderne Technick fast ein wenig verliebt. „Und was, wenn uns unterwegs etwas passiert?“

„Dann werden wir verhungern und sterben“, bestimmte er entspannt und brachte das Gerät ins Haus zurück.

Das waren ja herrliche Aussichten.

Während wir den Berg hinunter fuhren, merkte ich, wie mit jedem Atemzug die Anspannung ein wenig schrumpfte. „Wie lange fahren wir?“

„Bis zum Laacher See ist es vielleicht eine Stunde, und danach ist es nicht mehr weit“, erklärte Falk und lenkte den Corsa schwungvoll um die Kurve. „Ich war auch noch nicht da, aber die Gegend soll sagenhaft schön sein.“

Das hoffte ich. Ein Wochenende ganz allein als verliebtes Pärchen in einer einsamen Waldhütte, fernab von allem Trubel … da konnte doch eigentlich nichts schiefgehen, oder?

Eine leise Stimme kicherte in meinem Hinterkopf. Liebe Helena, du hast keine Ahnung, wie so ein Urlaub zu zweit funktioniert …

Im Nachhinein würde sich allerdings herausstellen, dass Kabbeleien unter Liebenden unsere geringste Sorge sein sollten.

Autorenwahnsinn Tag 4: Ein sommerliches Zitat

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„Am Rande des Hofgartens sah ich mich um. Es war früher Nachmittag, und wer nicht gerade in den Vorlesungen saß, genoss die Sonne auf der von altehrwürdigen Bäumen umstandenen Wiese. Überall sah man bleiche oder auch gebräunte Beine, bloße Arme, die ersten roten Schultern des anstehenden Sommers.“

(Auszug aus „Knochenblues“, „Magie hinter den sieben Bergen“ Band 6, unveröffentlicht)

Autorenwahnsinn Tag 3: Wo verbringst du den Sommer?

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Wo ich meinen Sommer verbringe? Na, im Büro! Das hat Tradition – bei uns ist in den Sommermonaten am meisten los, also herrscht Urlaubssperre. Aber wir haben es uns gemütlich eingerichtet – mit Kaffee- und Tee-Ecke, ein paar lustigen Bildern an den Wänden und Musik aus der Konserve. Es lohnt sich das letzte Büro ganz hinten in der Ecke neben den Toiletten zu haben, da wird man wenigstens nie gestört.

(Geschrieben wird zu Hause am Schreibtisch oder auf dem Sofa, aber das kennt ihr ja schon vom Sehen.)IMG_6537

Autorenwahnsinn Tag 2: Dein Schreibziel für den August

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Schreibziele … das ist schwer. Feste Ziele setze ich mir selten, weil ich nie genau weiß, was als nächstes passiert oder wie hektisch der Alltag genau wird. Aber natürlich habe ich Ideen, was idealerweise alles in nächster Zeit passieren sollte. Für August sieht das ungefähr so aus:

  1. Jeden Tag wenigstens eine der folgenden Aufgaben erledigen: Schreiben, Überarbeiten, Recherchieren, Marketing
  2. „Knochenblues“ mindestens zur Hälfte fertigkriegen – ich peile insgesamt etwa 60.000 Wörter an, den Rest könnt ihr euch ausrechnen. ^^
  3. Wenigstens einen weiteren Abschnitt des „Ziegenmädels“ mit dem Newsletter rausschicken – das ist ein seichter, fantastischer Serienroman, der seit einiger Zeit auf meiner Festplatte dümpelt.
  4. Herausfinden, wie das Cover für Bob aussehen soll, und es mit euch teilen, sobald ich darf.
  5. Mindestens einen Artikel oder eine Kurzgeschichte „außer der Reihe“ schreiben.

Tja, das sind so grobe Ideen. Was daraus wird, sehen wir Ende des Monats. Ich weiß jetzt schon von jeder Menge Terminen außer der Reihe, und das Training für den „Muddy Angel Run“ am 17. September in Köln geht auch in die Endphase, das wird also in den nächsten Wochen etwas mehr Zeit fressen als bislang … aber ich bin frohen Mutes. Schlaf ist für Leute ohne Fantasie.

Und ihr so?

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Autorenwahnsinn Tag 1: „Woran schreibst du diesen Sommer?“

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Woran ich schreibe, wisst ihr ja hoffentlich alle – Band 6 der „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe soll bis Ende des Jahres fertigwerden, und alle anderen Projekte liegen derzeit auf Halde. Der Arbeitstitel lautet „Knochenblues“, und wir werden einigen alten Bekannten begegnen, von denen Helena länger nichts gehört hat. Wollt ihr wissen, worum es geht? Na, es geht um …

… Musik … Liebe … Tod… Loyalität …

– und natürlich MAGIE. (Wer hätte das gedacht?)

Ich plane, Helena und Falk in Lebensgefahr zu bringen, einige Leute zu verstümmeln und generell ganz unglaublich viel Schabernack zu treiben – diesmal in der schönen Stadt Köln am Rhein. Eigentlich war Paris geplant, aber die Recherchereise kann ich mir im Moment leider nicht leisten. Und wenn ich euch schon den Mund nach einer Stadt wässrig mache, soll sie wenigstens so real sein wie möglich. An einem der nächsten Wochenenden geht es also nach Köln. Ist ja auch nicht so weit.

In diesem Zusammenhang möchte ich übrigens noch einmal darauf hinweisen, dass ich eure Knochen will! Natürlich ganz harmlos, für das Cover.

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Die Füllung für das Sommerloch – der #Autorenwahnsinn

Da ich ja eh zu wenig Zeit habe, hier eine kleine Vorschau auf das, was im kommenden Monat auf euch wartet … kurze, komplett triviale Beiträge zu den oben genannten Zielen. Und falls ihr wissen wollt, wer sonst noch alles mitmacht, könnt ihr hier gucken – oder ihr sucht die entsprechenden Hashtags auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen.20292833_1203500483129769_4868186793054811788_n

Einsiedlerausflüge

Ich bin ja recht schüchtern und mag eigentlich keine großen Menschenmengen. Deswegen sieht man mich auch nie auf Buchmessen oder so. Ganz selten allerdings mache ich eine Ausnahme. Die FeenCon etwa findet direkt vor unserer Haustür statt, ist gut besucht, abwechslungsreich und der Eintrittspreis ist nicht besonders hoch. Und wenn dann noch so liebe Leute wie Anja da lesen und ich die Chance habe, Freunde zu treffen, schäle ich mich schonmal Sonntags Morgens aus meiner Höhle, um – auch noch unkoffeiniert!!! – unter Menschen zu gehen. Und bei den ganzen Nerds ist das auch nicht so unheimlich, viele von denen sind sozial nämlich genau so unbeholfen wie ich. ^^

Außerdem hatte ich heute die Gelegenheit, einen Kaffee mit meiner Verlegerin zu trinken – wenn man einander einmal begegnet ist, weiß man eher, ob man auf einer Wellenlänge ist und wie man im echten Leben klingt, beim Schreiben und Chatten merkt man das ja nicht immer direkt. Auf jeden Fall war es ein gemütlicher Vormittag – und zu allem Überfluss habe ich mein Autoren-Exemplar der „Aetherwelt“-Ausgabe der „Steampunk-Chroniken“ bekommen. Da habe ich nämlich auch zwei Geschichten drin. Ist das Buch nicht hübsch?

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Zwischenstand

Das Jahr ist ja schon ein bisschen mehr als halb rum, also wollte ich mir mal anschauen, was ich so geschafft habe …

  • Ich habe bislang einundzwanzig Bücher gelesen. Das ist vielleicht nicht viel, aber für mich reicht es. Erstmal. Ach was, das ist gelogen – ich habe nie genügend gelesen.
  • Ich bin laut „Zombies, run!„-App etwa 320 Kilometer gelaufen. Also gejoggt. Davon das meiste (knapp 77 Kilometer) im März. Keine Ahnung, was da los war.
  • Letzten Sonntag hatten Richard und ich unser zehnjähriges Jubiläum. Wir sind immer noch ganz eklig zusammen, unsere Freunde können uns als Paar kaum ausstehen.
  • Ich habe ein Buch fertiggeschrieben, bei einem Verlag untergebracht und lektoriert (mit einer grandiosen Lektorin); die vier letzten „Magie hinter den sieben Bergen“-Bände sind geplant, eines davon schon angefangen; die Ideen für fünf weitere Bücher sind notiert und halbwegs sortiert; ein älteres Manuskript erfährt gerade ein fantastisches Makeover.

Und was soll noch alles stattfinden?

Ich werde …

  • … mit meiner besten Freundin das zwanzigjährige „Friendiversary“ feiern, das ist jetzt ein Ding. Unser Plan: Nach Brügge fahren – und NICHT sterben.
  • … am „Muddy Angel Run“ teilnehmen. Am 17.09. Also in fast genau zwei Monaten. Und ich bin in Form – in BIRNENFORM! Aber das wird schon, was meint ihr?
  • … mit Richard in Urlaub fahren. Wohin genau, das ist noch nicht klar, aber wahrscheinlich geht es Richtung Sonne und/oder Mittelmeer. Wir lassen uns überraschen.
  • … auf der Buchmesse Convent sein, wenigstens kurz und als Gast. Mit ein wenig Glück darf ich da auch vor Leuten lesen. Natürlich werdet ihr rechtzeitig informiert. In meinem Newsletter erfahrt ihr solche Sachen übrigens noch etwas eher als auf dem Blog. Sagt man. Alles nur ein Gerücht.
  • … meinen Geburtstag mit einer Buch/Lesungsparty im Voyager feiern. Wenigstens ist das im Moment in der Planung. Noch nix Konkretes. Aber klingt gut, oder? Sollte aus diesem ungelegten Huhn ein richtiges Ei werden, lasse ich es euch wissen.

Und das sind nur die Sachen, von denen ich weiß!

Seid froh, dass ich die Röntgenbilder nicht gekriegt habe ^^

Heute morgen war ich nämlich beim Zahnarzt, Wurzelbehandlung. Leider leben die Familienzähne nach dem Motto „Preisreduziertes Mängelexemplar“ – Nüsschen knacken kann ich mit denen definitiv nicht mehr. Zum Glück habe ich eine begnadete Zahnärztin mit göttlichen Betäubungsfähigkeiten und dem richtigen Sinn für Humor.

Auf jeden Fall bin ich berufshalber schon sehr neugierig und wollte natürlich auch unbedingt die zwischendurch angefertigten Röntgenbilder sehen. Da kann einem schon anders werden, wenn man draufguckt, wie einem lange Metallpins im Mund stecken! Aber ich liebe es, wenn meine Zahnärztin mir meine Fragen beantwortet und ganz genau erklärt, was sie warum macht. Als medizinische Übersetzerin brauche ich das gelegentlich sogar, denn nur, wenn ich weiß, was der Arzt da genau gemacht hat, kann ich das auch richtig übersetzen.

Zum Abschied meinte meine Zahnärztin dann noch: „Dann sehen wir uns in nächster Zeit ja öfter. Ist das nicht schön? Wenigstens findet sie mich sympathisch. ^^

Lektoratsleiden

Wie viele Runden sind es jetzt schon?

Einige Autoren schwärmen davon. Andere – so wie ich – leiden ganz fürchterlich.

Die Rede ist vom Lektorat.

Immer wieder höre ich, dass die ganzen Überarbeitungen doch das Schönste seien, denn am Ende stünde eine wirklich logische, polierte, in sich geschlossene Geschichte, die man getrost der Außenwelt präsentieren könne.

Mir geht es da anders. Den ersten Entwurf schreibe ich mit Feuereifer. Es juckt mich in den Fingern, an die Tastatur zu kommen, damit ich mich austoben kann. Alles ist neu und aufregend! Die Überarbeitungsrunden … nicht so sehr. Eigentlich, finde ich heimlich, könnte ich diese lästigen Nebensachen durchaus meinem persönlichen Sekretär überlassen.

Diese Idee hat leider zwei Haken:

Erstens habe ich keinen persönlichen Sekretär. (Ich prangere das an!)

Und zweitens handelt es sich bei den Überarbeitungen eben nicht nur um „lästige Nebensachen“. Ich weiß nicht, wie oft ich es schon gesagt habe, aber: Nur weil etwas in meinem Kopf Sinn ergibt, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch den Erstkontakt mit der Realität überlebt. Und da kommen meine heißgeliebten Helferlein ins Spiel – Lektoren, Testleser, kluge Köpfe. Die gucken sich das alles an, ziehen eine Augenbraue hoch – oder auch beide – und dann geht die echte Arbeit los.

Heute morgen ist Bob das nächste Mal ins Lektorat zurückgekehrt. Und ich hoffe wirklich, da bleibt er erst einmal. Ich will nämlich unbedingt an der nächsten Geschichte mit „Magie hinter den sieben Bergen“ arbeiten!