Der größte Spaß, den man angezogen haben kann …

… findet gut angezogen statt: Mädelsabend in unserer liebsten Cocktailbar.

Ja, dafür mache ich mich zurecht. Nicht, um irgendwen aufzureißen (wär mir viel zu anstrengend, außerdem guckte da der Mann bestimmt ziemlich sparsam ^^ ), sondern für meine Freundinnen. Einige von denen legen nämlich großen Wert auf das Erscheinungsbild, und denen mache ich diese Freude auch ohne Hintergedanken sehr gerne.

(„Zurechtgemacht“ bedeutet in dem Fall, dass ich mein Haar gestylt und zehn Minuten auf meine Entschuldigung für Makeup verwendet habe. Keine Absätze. Ich muss noch Welten erobern, das geht in flachen Stiefeln besser.)

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An dem Abend war ich nicht mit den üblichen Verdächtigen unterwegs, deswegen gab es ein Selfie mit dem Besten Barkeeper(TM) als Gruß an die anderen.

Natürlich haben wir einige bevorzugt frequentierte Lokalitäten. Nicht im Moment, aber unter normaleren Umständen gehen wir gerne dorthin, wo man unsere Vorlieben kennt und die Kellner und Barkeeper den schrillen alternden Fregatten gegenüber nachsichtiger sind. Ich weiß nicht, ob es für den eigenen Ruf gut oder schlecht ist, wenn man vom Personal mit Vornamen und Umarmung begrüßt wird – aber letztendlich kommt es ja darauf an, wie viel Spaß man hat, oder?

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Ein Mädelsabend der etwas anderen Art, mit Steampunk und Lesung. Natürlich kann ich stylistisch nie mit den beiden Grazien Anja und Andrea mithalten.

Meistens sind wir übrigens ganz gesittet. In unserem Alter überlegt man sich jeden Akt der Rebellion ganz genau. Und ehe ihr glaubt, dass wir uns jedesmal unglaublich betrinken würden – nein, manchmal gehen wir auch essen. Gegen Mitternacht dann verwandeln wir uns zurück in Kürbisse sind wir für gewöhnlich schon wieder auf dem Heimweg. Man soll es mit den Vergnügungen ja nicht übertreiben.

(Auf der Suche nach Fotos ist mir übrigens aufgefallen, dass wir offenbar schon länger keinen schicken Mädelsabend mehr hatten. Wenn die Kontaktsperre und all das Zeug vernünftig gelockert werden können, müssen wir das unbedingt nachholen.)

Was mich zu meinem letzten Punkt bringt: Kommt ihr aus der Nähe von Bonn? Oder seid gelegentlich dort? Dann besorgt euch doch einen Gutschein fürs Voyager (Facebook-Link zum Shop), und wenn die wieder offen haben, verabreden wir uns dort und hauen die gemeinsam auf den Kopf. Ja, ich habe schon einen. Gibt Brettspiele, tolle Biersorten und ordentliches Fingerfood. Und natürlich die nettesten Leute, die ihr euch vorstellen könnt. Ich habe meinen Gutschein schon! :-)

Schreibgerüchte: Rückblenden sind böse

Vorhin unterhielt ich mich kurz mit einer befreundeten Autorin über Rückblenden. Viele Ratgeber sind sich in dieser Angelegenheit einig: Lass es einfach. Angeblich reißen Rückblenden einen aus dem Geschehen, langweilen den Leser und dienen nur als Infodump für Faule.

Hmm, tja.

Ich sehe das ein wenig anders. Natürlich kann man eine Geschichte völlig chronologisch erzählen, aber dann hat man ein Problem: Man setzt entweder viel zu früh ein, damit der Leser wirklich alles Wissenswerte erfährt – oder dem Leser gehen interessante Details verloren, weil sie vor der eigentlichen Geschichte passiert sind.

Dann wenigstens keine Rückblenden direkt am Anfang der Geschichte, nicht wahr?

Ich zitiere aus einem Buch, dass ich gerade fertiggelesen habe:

„Ich weiß einiges über Gifte. Meine Mutter war eine Vergolderin, aus Neigung und von Beruf: Mit Zyankali verwandelte sie unedles Metall in Gold.“ (Leslie Forbes, „Bombay Ice“)

Und obwohl dieses Buch eine Menge Schwächen hat, die es mir unnötig schwer gemacht haben, die knapp 600 Seiten zu bewältigen, war es dieser Anfang, der mich ausreichend gereizt hat, es überhaupt in Angriff zu nehmen. Mit einer Rückblende in Satz Zwei.

Gut, Lesegeschmäcker sind unterschiedlich.

Kommen wir zu den Tricks und Kniffen:

Natürlich muss eine Rückblende eine Bedeutung für die Geschichte haben. Die muss nicht unbedingt sofort sichtbar werden – aber je obskurer die Bedeutung am Anfang ist, desto knackiger sollte die Rückblende sein. Im oben genannten Beispiel erfüllt die Rückblende gleich mehrere Funktionen:

  1. Sie zeigt die Erzählstimme der Protagonistin.
  2. Sie gibt einen ersten Hinweis auf die außergewöhnliche Familiengeschichte.
  3. Sie liefert eine Art Vorahnung auf zukünftige Handlungen – Stichwort „Foreshadowing“.

Soviel Wumms muss man erst einmal in einen einzelnen Satz bekommen! Und das gilt nicht nur für Rückblenden. Vor einiger Zeit las ich mal, eine Szene in einem spannenden Buch dürfe nicht nur eine einzelne Funktion haben, sondern müsse die Geschichte auf mindestens zwei Ebenen weiterbringen: Beispielsweise müsse sie zur Charakterisierung der Figuren beitragen UND einen Hinweis auf das plotzentrale Geheimnis geben. Oder sie müsse den Leser auf eine falsche Fährte locken UND Hintergrundinformation präsentieren. Lokalkolorit heraufbeschwören UND den Antagonisten bei der Arbeit zeigen.

Mit dieser Regel kann ich mich schon eher anfreunden. Und wenn man sie beherzigt, sind auch Rückblenden nicht so lahm.

Worauf sollte man achten, wenn man Rückblenden einbauen möchte?

  1. Sie brauchen einen Bezug zur erzählten Gegenwart – einen Aufhänger, quasi eine Art Abzweigung Richtung „Memory Lane“.
  2. Sie dürfen sich nicht lesen wie eine öde Schutthalde mit Hintergrundinfo. Als sie aufwachte, hämmerte ihr Schädel. Sie hatte am Abend zuvor zuviel getrunken, wie jeden Samstag. klingt weniger beeindruckend als Als sie aufwachte, hämmerte ihr Schädel. Der letzte Captain Morgan war wohl zuviel gewesen. Wieder einmal hatte sie den Trainingszustand ihrer Leber überschätzt.
  3. In der Kürze liegt die Würze. In einem haben die oben kritisierten Ratgeber nämlich Recht: Der Leser interessiert sich nur begrenzt für die Vergangenheit.Schreib, was du ihm schreiben willst, und kehre direkt zur Geschichte zurück. Langweile ihn nicht mit ausschweifenden Sagen und Nostalgiemärchen.

Letztendlich gelten für Rückblenden ganz ähnliche Regel wie für Beschreibungen und Zusammenfassungen. Oder wie seht ihr das – Rückblenden hurra? Oder lieber mit dem Blick nur Richtung Zukunft schreiben?

Kommt „Kunst“ von „können“?

Wenigstens was die Wortherkunft angeht, stimmt das wohl. Aber wenn das auch für Kunst an sich (und nicht nur als Wort) gelten tät, wer täte dann bestimmen, was Kunst sein täte und was nicht?

Kunstkritiker? Bitte nicht.

Der allgemeine Volksgeschmack? Puh.

Ein Gremium? Ich geh mal pupsen.

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Ursprünglich entstand dieser Gedankengang bei mir zuhause während einer Diskussion mit dem Mann darüber, ob Pornographie Kunst sei. (Er meint: Nein.)

Meiner Meinung nach ist Kunst ungefähr alles, was keinen anderen Zweck erfüllt, als den Konsumenten emotional zu bewegen. Ob es einen erfreut oder schockiert oder anekelt, ist dabei zweitrangig. Es ist auch egal, ob ich persönlich etwas für künstlerisch wertvoll halte oder nicht. Manche Dinge, die ich in Museen gesehen habe, halte ich schon für eher banal (oder schlimmer: maniriert). Ich bin ja auch keine Kennerin. Ich kann sagen, was Dinge mit mir machen. Aber etwas, das ich für blöd/langweilig/überflüssig/… halte, ist trotzdem möglicherweise Kunst.

Der Mann sieht „Kunst“ gerne für hochgelobte und supertalentierte Menschen und deren Werke reserviert. Was all die anderen Leute mit Pinsel und Farbe, Videokamera, oder Knete machen, dafür hat er kein alternatives Wort vorgeschlagen. Vielleicht schwebt ihm „Geschmiere“ vor? (Ja, ich bin ein bisschen garstig.). Er meint, eine Vermischung würde den Kunstbegriff beliebig machen.

Beliebig?

Finde ich nicht. Beim Sport ist ja auch klar: Wenn ich mich ins Fitnessstudio begebe oder eine Runde durch den Wald jogge, mache ich dort Sport. Und das, obwohl meine Fähigkeiten meilenweit von denen der Olympioniken und Profifußballer entfernt sind.

In dem Sinne: Macht Kunst. Ob gut oder schlecht, ist mir dabei völlig egal – solange sie gut für eure Seele ist. Zeigt der Welt, dass man kein ultratalentiertes, langjährig erprobtes und trainiertes Genie sein muss, ehe man öffentlich einen Buntstift in die Hand nehmen oder ein Lied singen darf.

Macht schlechte Kunst.

Entscheidet euch doch mal!

Jahrelang heißt es, Menschen müssten ihre Gefühle zulassen. Vielleicht sogar offen zeigen. Das sei gesund und so. Für einen selbst und für die Gesellschaft.

Und jetzt haben wir den Coronasalat.

Stellt euch mal vor: Einige Leute, denen es – objektiv betrachtet – gar nicht so schlecht geht, WAGEN es, trotzdem Gefühle zu haben. Die Kinderbetreuung rund um die Uhr schlaucht, obwohl man einen Garten hat. Zwar arbeitet man nach wie vor in einem sicheren Job, jetzt aus dem Homeoffice, aber man vermisst den Kontakt zu seinen Eltern. Der Supermarkt hat noch alles, aber die Sicherheitsleute am Eingang bereiten einem Unbehagen.

Schon kommen aus ihren Löchern die Pamüsepampel, die uns erklären: Uns Deutschen geht es doch sowieso viel zu gut. Und den privilegierten Deutschen erst! Also denen mit Balkon oder Garten, Homeoffice und Familie. Die sollen mal wagen, in dieser Situation ein negatives Gefühl zu haben! Die meisten von denen haben doch sogar noch beide Beine! Undankbares Pack!

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Wisst ihr, was ich davon halte?

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(Ich liebe diese Foto-Seiten. So praktisch!)

Aber darum geht es gar nicht.

Liebe Pamüsepampel, haltet doch bitte einfach die Fresse. Findet ihr, wir sind nicht dankbar genug? Oder zu verweichlicht? Dann geht doch bitte in die sibirische Einöde und leckt an einer Fichte.

Natürlich dürfen auch privilegierte Menschen Gefühle zur aktuellen Situation haben. Sogar negative, wenn es denn so ist. Niemand hat mit dieser Entwicklung gerechnet. Niemand konnte sich auf so eine Katastrophe vorbereiten. Folglich ist das für JEDEN unerwartet und schwierig zu bewältigen. Das ist kein Wettbewerb, wer es am schlimmsten hat (oder wer es am besten wegsteckt, wenn sich von heute auf morgen beinahe alles ändert). Es ist eine Herausforderung für die Gesellschaft, und die verträgt es durchaus, wenn auch „die Bessergestellten“ mal ein wenig jammern. Ich schwör, danach krempeln wir wieder die Ärmel hoch und fassen mit an, so gut wir eben können.

 

Durch das Fenster der PPNV betrachtet

PPNV ist natürlich der Private Personen-Nah-Verkehr – mit den Öffis zu fahren wird im Moment ja eher nicht empfohlen, wenn man es verhindern kann.

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Photo by Inga Seliverstova on Pexels.com

Und da der Mann gegenwärtig von daheim arbeiten kann, schnappe ich mir für die knapp sieben Kilometer zur Arbeit im Moment morgens das Auto. Ja, eigentlich könnte man die Distanz auch mit dem Fahrrad zurücklegen, aber erstens habe ich keins und zweitens ist da ein fieser Berg mit einer Zwei-Kilometer-Steigung von knapp zehn Prozent, dafür müsste ich erst trainieren – wenn ich denn ein Fahrrad hätte.

Und obwohl ich gerne Auto fahre, vermisse ich die Öffis. Vor allem wegen der jetzt fehlenden Lesezeit. Das geht so schlecht, wenn man selbst am Steuer sitzt. Und Podcasts o.ä. fallen mir beim Autofahren schwer, weil ich mich doch ein wenig auf den Restverkehr konzentriere.

Im Moment bin ich übrigens doppelt so schnell am Büro wie sonst. Die Staus fallen nämlich weg. Schon erstaunlich, wer alles eigentlich nicht auf der Straße sein müsste. Zugegeben, wir auch nicht unbedingt, aber erklär das mal einer dem Chef. Wahrscheinlich sind viele der Leute, die sonst die Hauptverkehrsadern verstopfen, im Home Office. (Das stelle ich mir so vor, weil die Alternative wäre, dass all diese Leute ihre Stelle verloren hätten, das wäre nicht so schön.) Ich bin jedenfalls gespannt, ob diese modifizierte Arbeitsweise – inklusive freier Straßen – nach der Krise beibehalten bleibt. Und ja, dann fahre ich auch wieder mit Bus und Bahn. Irgendwann muss ich die ganzen Bücher ja auflesen, die sich bei mir stapeln.

Die Lage ist ERNST!

Von diversen Seiten kam deswegen die Aufforderung, dieses Jahr keine Aprilscherze zu machen.

Echt jetzt? Wenn wir nicht einmal mehr lachen dürfen, können wir doch gleich draußen die Laternenpfähle ablecken gehen.

Und während ich den Wunsch nach ein wenig Vernunft bei der Possenreißerei verstehe, möchte ich euch doch nicht die schönsten Aprilscherze, die ich heute gefunden habe, vorenthalten. Wird eventuell ergänzt.

Achtung, einige der folgenden Links führen auf SoMe-Seiten, und auch sonst weiß das Internet alles über euch. Klickt bitte mit Verstand. (Oder mit der Maus.)

Der Zauberfeder-Verlag kündigt auf Facebook ein ganz spezielles Kochbuchan.

Dr. Oetker kommt mit dieser Pizza– wenigstens auf Twitter – diversen Kundenanfragen nach.

George Takei kündigt u.a. auf Facebook an, er sei zum Fackelträger für die Olympischen Spiele in Tokio 2021 gekürt worden.

Auch der Ritterladen hat die Gunst der Stunde erkannt und bietet auf der eigenen Homepage das, was man zum Leben braucht.

Der Postillon hingegen, einigen bestimmt bekannt, hat auf der Homepage eine Meldung in eigener Sache.

Und zu guter Letzt erzählt das Natural History Museum auf Twitter von einer ganz speziellen Vogelspezies.

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Photo by Bich Tran on Pexels.com

Lieschen Müller rettet die Welt

Aber wie genau tut sie das? Und wie sieht die Welt aus, die Lieschen Müller rettet?

Ändert die gerettete Welt sich, wenn sie nicht von Lieschen Müller, sondern von Horatio Schmitz-Krallenbach gerettet wird?

Worauf ich hinaus will: Namen haben Macht. Wenigstens – und vor allem – in Geschichten. Deswegen ist es einer meiner liebsten Pet Peeves, wenn Autor*innen online nach „cool klingenden Namen“ für ihre Charaktere suchen. Cool alleine reicht nicht. Was für eine Welt schreibst du? Wann und wo spielt die Geschichte? Aus was für einer Familie stammt der Charakter? Denn mal im Ernst, niemand hier glaubt so recht, dass der schwäbische Tischler seinen Sohn Damian Wallace nennt.

Im Folgenden habe ich, weil ich ein hilfsbereiter Mensch bin, eine kleine, nicht-exklusive Liste mit Fragen, die man sich bei der Benennung von Charakteren stellen könnte. Natürlich greift nicht jede Frage für jede Geschichte oder jede Welt, und es gibt bestimmt Dutzende noch besserer Fragen, aber als ersten Anlaufpunkt kann ich sie euch nur empfehlen (logo, darum schreibe ich die hier ja auf). Sie hilft euch auch, zu checken, ob ihr schon genug über eure Welt und eure Charaktere wisst, und eventuell ein paar neue aufregende Details zu entdecken.

  1. In welcher Epoche spielt die Geschichte?
  2. Und auf welchem Kontinent?
  3. In welcher Gesellschaft?
  4. Was wisst ihr über die Ethnie des Charakters?
  5. Oder über seinen ökonomischen Hintergrund?
  6. Gibt es in der jeweiligen Kultur bestimmte Regeln zur Namensvergabe? (Heiligennamen, vererbte Familiennamen, Benennung nach Wochentag oder Omen, glückbringende Namen, … )
  7. Sind die Eltern eher …
    1. konservativ?
    2. gläubig?
    3. Hipster?
    4. medial beeinflusst? (Man denke an all die Kinder, die „Khaleesi“ oder „Daenerys“ getauft wurden.)
    5. geltungssüchtig?
  8. Ist die Gesellschaft matri- oder patrilinear? (Hilft bei ererbten Namen.)
  9. Wie funktioniert die Nachnamenvergabe?
    1. Kriegt das Kind den Nachnamen des Vaters?
    2. Der Mutter?
    3. Einen gemischten Nachnamen?
    4. Lautet der Nachname „Tochter/Sohn von …“ (wie z.B. auf Island)?
    5. Gibt es überhaupt Nachnamen?
    6. Vielleicht Doppelnamen?
    7. Suffixe oder Präfixe, um Verwandschaftsverhältnisse auszudrücken?
    8. Spielt die Schreibweise eine Rolle?
  10. Drückt sich der gesellschaftliche Rang im Namen aus?
  11. Oder gibt es andere Dinge, die man aus einem Namen in der jeweiligen Gesellschaft ablesen kann (Religionszugehörigkeit o.ä.)?
  12. Wechselt man in der jeweiligen Gesellschaft je nach Alter/Initiationsstatus/Heldentaten/… Vor- oder Nachnamen?
  13. Wie funktionieren Spitznamen in der jeweiligen Kultur?
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Kaffeeklatsch bei Autor*innen

Im Moment ist ja viel Zeit für Tagträumereien. Heute ganz groß im Geschäft: Welche Autor*innen würde ich gerne zum Kaffee einladen? (Alternativ auf einen richtig verwahrlosten Tequila-Cocktail, ihr kennt das. Frühstück geht auf mich.)

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Ich habe das große Glück, viele tolle Autor*innen schon persönlich getroffen zu haben – wenigstens konnte ich mich auf Messen an ihnen reiben, das ist doch auch mal was wert. Deswegen muss ich mal fix überlegen, was ich mir noch Lustiges vorstellen könnte …

  1. Neil Gaiman treffen und stotternd befangirlen. Mit quietschroten Wangen, ihr werdet mich von Weitem sehen.
  2. Frances Hardinge beim Recherchieren für ihre Geschichten stalken. Da sind immer so viele tolle Details drin, ich stelle mir das sehr aufregend vor.
  3. Anja Bagus habe ich schon getroffen, aber mit der muss ich irgendwann in Ruhe mal ein Stück Mandarinenkäsesahnetorte essen. (Richtiger Kuchen?)
  4. Nnedi Okorafor würde ich gerne im Detail über nigerianischen Aberglauben ausquetschen. Unter anderem.
  5. Gilt es als leichtfertig, wenn ich gerne mit Stephen King wandern gehen wollte?

Ihr seht, ich habe noch Pläne. Welche Autor*innen würdet ihr gerne treffen?

Die Macht der Gewohnheit

Gerade im Moment, wo sich so viele Dinge ändern, sind Gewohnheiten etwas Merkwürdiges. Ich meine, in meinem Alltag ändert sich gar nicht soviel – noch müssen wir ins Büro, in den Wald darf man auch noch und ich schreibe sowieso allein zuhause. Für mich fallen die Fitnessstudiotermine und ein bis zwei Treffen mit Freunden aus, aber es gibt so viele Dinge zu erledigen, dass mir das bis jetzt noch gar nicht auffällt. Vielleicht braucht mein Gehirn auch nur länger, um zu begreifen, wie ätzend gerade alles ist.

Andere Gewohnheiten vermisse ich schon – Leute zur Begrüßung zu umarmen, nach dem Sport fix noch eine Kleinigkeit essen gehen. Und manche Dinge mache ich noch, obwohl man sie wahrscheinlich im Moment unterlassen sollte, wie etwas Tee oder Kaffee für die Kolleginnen mitzukochen oder die Handcremetube zu teilen. Es fällt mir auch schwer, mir nichts ins Gesicht zu fassen – das ist da halt! Ich habe sogar leichtfertig Bananenbrot für die Kolleginnen gebacken. Sind Backwaren sicher? Wer weiß. Soweit ich weiß, sind wir alle gegenwärtig gesund (schnell auf Holz klopfen!) und das Bananenbrot war ja im Ofen.

Zum Glück gehen diese Zeiten auch vorbei. Und bis dahin denke ich mir auch ein paar andere Dinge aus, um euch ein wenig aufzumuntern und abzulenken. Katzenfotos gehen immer, habe ich gehört.

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„Keine Paparazzi!“

Noch mehr neumodischer Umweltsch***

Mir ist da noch eine Kleinigkeit zu dem ganzen Umweltgedöns eingefallen, die ich euch beichten sollte – nur der Vollständigkeit halber.

Manchmal bin ich ein schlechter Mensch.

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einer Freundin über Make-Up, und sie erzählte mir, dass sie möglichst nichts mehr kaufen wolle, was Mica enthalte, wegen der Abbaubedingungen. Jetzt musste ich erst einmal nachschauen, was Mica ist – Überraschung, ein fancy Wort für Glimmer. Nicht Glitzer-Glimmer – also, indirekt auch, sondern Mineralien-Glimmer. Und wie die meisten hübschen Dinge, die man tief unter der Erde findet, wird Mica/Glimmer unter eher problematischen Bedingungen abgebaut. (Stichwort: Kinderarbeit, Umweltverschmutzung.) Hatte ich ja schon erwähnt, dass Mineralienabbau eines meiner Lieblings-Schimpfthemen ist.

Habe ich mich also gefreut, dass wieder jemand auf dieses Thema aufmerksam geworden ist? Ja … aber erst mit Verspätung. Im ersten Moment dachte ich mir nämlich: Did I fucking stutter? Hört mir eigentlich irgendwer zu, wenn ich rante? Braucht es zwangsläufig ein schickes Logo, damit solche Probleme plötzlich interessant werden? Ich denk mir diesen ganzen Mist doch nicht aus!

Diese Verzögerung bereitet mir ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Aber manchmal ist es anstrengend, wenn man das Gefühl hat, man redet jahrelang gegen Gleichgültigkeit an, und plötzlich stolpert jemand andernorts über das Thema und findet es plötzlich ultrarelevant. Na ja, letzten Endes ist es egal, woher die Bemühung für die Umwelt kommt. Hauptsache ist doch, sie kommt.

Und ich schwöre, ich werde mich zukünftig schneller freuen.