Fragt ihr euch auch manchmal, was in den Köpfen von Werbemenschen und Verpackungsdesignern vorgeht? Fühlen die sich auch wohl manchmal missverstanden so wie Büromenschen, die eine völlig überflüssige E-Mail schreiben, bei der sie schon wissen, dass der Inhalt für dem Empfänger nicht hilfreich ist?
„Wir müssen diese Tomaten, die rot und völlig durchschnittlich sind, irgendwie von allen anderen roten und völlig durchschnittlichen Tomaten absetzen!“
Und dann hat man sie … die CHEF-TOMATE.
Wobei, wenn ich leichtfertig einen halben Tag in der Sonne verbringe, könnte ich mir das auch ans Revers heften. ^^
Der Mann und ich sind inzwischen seit dreizehn Jahren zusammen. Wie jedes gute Paar haben wir im Lauf der Zeit eine Art Arbeitsteilung entwickelt:
Ich kümmere mich um die Mahlzeiten, er bringt den Müll raus.
Ich füttere morgens die Katzen, er schickt mir tagsüber aus dem Home Office lustige Katzenbilder.
Ich plane andauernd neue absurde abwegige Dinge, er bremst mit allen vier Extremitäten fest in die Erde gestemmt und würde am liebsten gar nichts verändern.
Stellt euch das so vor, als würde ein enthusiastischer großer sabbernder Hund mit aller Macht vorwärts zerren, während am anderen Ende der Leine ein kleiner sturer Esel hängt.
Wir kommen vorwärts, aber langsam. Was nicht unbedingt blöd ist, denn so fallen wir auch nicht über unerwartete Klippen. Ich glaube, ab und zu hat des Mannes Vorsicht mich schon vor spannenden, aber unglücklichen unfreiwilligen Abenteuern bewahrt. Er wiederum ist, mir sei Dank, immer mal wieder gezwungen, etwas Absurdes Neues auszuprobieren. Das ist mein komplett selbstloser Beitrag zur Alltagsverbesserung. Denn wie heißt es so schön in „Findet Nemo“? „Du kannst ihm doch nicht versprechen, dass ihm nie etwas passiert. Dann passiert ihm ja nie etwas!“
Die Staycation naht. Das Büro macht Donnerstag und Freitag wegen Opferfest dicht, die Beste hat noch Urlaub. Und wenn wir schon nicht wegfahren können, machen wir eben hier die Gegend unsicher.
(Notiz: Mir ist klar, dass wir wegfahren DÜRFTEN. Wir haben auch lange überlegt, ob wir irgendwas in die Richtung machen wollen – Hausboot im Naturschutzgebiet oder kleine Insel, auf der nur Schafe wohnen. Da wir aber beide mit Risikopatienten zu tun haben und auch so ganz gerne atmen, lassen wir die Kurzreise dieses Jahr trotzdem ausfallen. Nur weil man etwas tun darf, heißt das nicht, dass man es tun MUSS.)
Auf jeden Fall werden wir uns von Mittwoch Abend bis Samstag Morgen eher nicht altersgemäß verhalten und dabei hoffentlich viel Spaß haben. Drückt mal die Daumen, dass das Wetter mitspielt.
Bis dahin ist allerdings noch zwei Tage richtig Gasgeben angesagt. Zum einen hat sich das Büro/Gästezimmer/Schneckenrefugium mal wieder in eine Gerümpelkammer verwandelt, und wenigstens das Bett sollte ich freiräumen. Ein Großeinkauf ist auch noch angesagt, damit ich mich bis zum Wochenende nicht mehr kümmern muss. Außerdem findet die jährliche Zahnreinigung statt, damit ich auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann, und IRGENDWER hat mal wieder die Steuererklärung bis zur letzten Minute aufgeschoben. Ist ja nicht so, als ob die jedes Jahr gemacht werden müsste. Oder als ob ich nicht fast schon sieben Monate dafür Zeit gehabt hätte. Tja.
Also heute und morgen Vollgas, damit wir danach ohne schlechtes Gewissen ein paar schöne Abenteuer erleben können. Ich halte euch auf dem Laufenden! ^^
Es gab so viele Dinge, die ich heute hätte tun können. Stattdessen habe ich auf dem Sofa gelegen, Podcasts gehört und „Frankenstein“ ausgelesen. Ein sehr wortlastiges Buch – gut, das klingt lächerlich. Man merkt bei der Lektüre, dass es damals weniger Konkurrenz um die Aufmerksamkeitsspanne von Leuten gab. Im Vergleich zum Rest des Buches wirkt das Ende dann fast schon gehetzt – die letzten zwanzig Prozent hätten ruhig detaillierter und doppelt so lang sein können, auch wenn ich dann heute mit dem Lesen nicht fertiggeworden wäre.
Sogar ums Laufen habe ich mich heute gedrückt, denn ich finde: Faul sein muss auch mal. Außerdem hat meine bequeme Hose sich jetzt schon so an mich gewöhnt, und man soll ja auch nicht zu spät zu Abend essen. Ab morgen bin ich dann wieder vollkommen erwachsen und vernünftig. Vorher gibt es heute Abend allerdings noch Würstchengulasch.
Es ist reiner Zufall, dass wir gerade diese Woche den Film „Arac Attack“ (Original: Eight Legged Freaks) gesehen haben, ich schwör! Auf jeden Fall drang aus dem Badezimmer vor wenigen Minuten ein nicht ganz damenhafter Schrei. Und das, obwohl er von mir kam! In dem Korb, in dem wir unsere 30-Grad-Wäsche sammeln, hatte ich nämlich etwas mit Beinen entdeckt, das definitiv keine Stumpfhose war. Das Krabbeltierchen hatte wahrscheinlich Glück, dass es nicht mit den Klamotten in der Waschmaschine gelandet war. Andererseits – und nu?
Wer mich kennt, weiß: Ich habe Angst vor Spinnen. Da Spinnen da allerdings nichts für können, haue ich sie in den meisten Fällen nicht platt, sondern entlasse sie in die Freiheit außerhalb unserer Wohnung, die ihnen eh nicht gefallen würde – allein diese Wandfarbe! Wer würde sich schon weiß aussuchen??? Da sieht man doch sämtliche Fußspuren drauf!
Der Mann reagierte auf meinen Schrei auf die vertraute Art – er brachte Glas und Pappe und leuchtete mir die Ecken aus, damit ich besser sehen könne, wer mir da ins Gesicht springt. Kurz darauf hatte ich unsere kurzfristige Mitbewohnerin unter (Glas-)Dach und Fach, sorgfältig mit Pappe versiegelt, und mehrfach fotografiert. Dann brachten wir sie hinunter vors Haus.
(Normalerweise entlassen wir Viecher auf den Balkon, aber dafür war diese uns zu lebhaft und so.)
Und jetzt muss ich sagen: Das Biest hatte Glück. Nämlich insofern, als dass ich sie erst gegooglet habe, NACHDEM wir sie rausgesetzt hatten. Das Internet verriet uns nämlich, dass es sich bei der Nicht-so-Kleinen vermutlich um eine sogenannte Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) handelt. Die sind in Deutschland noch gar nicht so lange heimisch, erst seit etwa 2005. Und sie neigen dazu, Menschen zu beißen. Das finde ich gar nicht cool, muss ich sagen. Was soll ich mit Spinnensuperkräften? Ich habe Höhenangst und würde mich ständig vor mir selbst erschrecken. Und die Ernährung ist auch etwas einseitig …
Sei dem wie auch immer, einige Leute vermuten, dass die Wanderung der Nosferatu-Spinne gen Norden mit dem Klimawandel zu tun haben könne, denn eigentlich ist sie in wärmeren Mittelmeergefilden und in Nordafrika heimisch.
Ob diese Info Leute überzeugt, sich endlich stärker für den Klimaschutz einzusetzen?
Wir wissen alle, Reisen ist im Moment nicht so empfehlenswert. Vielleicht in ein paar Wochen, oder ein paar Monaten, oder sicher nächstes Jahr? Doch auch wenn die Vernunft mitspielt – das Herz will weg.
Vorhin habe ich Bilder aus den letzten Jahren durchgeblättert. Die hat man heute ja immer in der Hosentasche. Prag, Brugge, Dublin, Catania, Den Haag – tja, und jetzt? Wir bleiben zuhause. Ganz kurz haben wir noch überlegt, ob wir den Freundinnenurlaub nicht in eine grüne Einöde verlegen und dem Gesang der Schafe lauschen wollen, aber auch das war uns letzten Endes zu riskant – wir haben schließlich Risikopatienten in der Familie, und aktuell weiß man nie, wie die Situation sich in den nächsten zwei Wochen verändert. Also machen wir auch aus dem Freundinnenurlaub eine Staycation und schauen uns stattdessen ein wenig Natur in der näheren Umgebung an. (Auch daran werde ich euch mit Fotos teilhaben lassen, keine Bange!)
Wenigstens habe ich einen Eimer Reiseführer, die mich daran erinnern, was noch alles auf dem Plan steht. Oder was man gerne noch einmal machen könnte. Wir wollten mal nach Skandinavien, und London war fest geplant. Prag wäre schon fast für einen Revival-Besuch dran (dahingehend bearbeite ich den Mann ja schon seit längerem) und auch einen zweiten Trip nach Island würde ich durchaus unternehmen. Hach, all diese Möglichkeiten … nächstes Jahr dann, gell?
Hand aufs Herz – wieviel Zeit verbringt ihr in der Buchhandlung damit, in Reiseführern zu schmökern?
Natürlich muss es auch die andere Liste geben. Zehn Dinge, die ich an mir mag. Spontan behaupte ich mal, diese Liste dürfte mir leichter fallen. Im Gegensatz zu vielen Leuten, die ich kenne, bin ich mit mir selbst überwiegend im Reinen. Schauen wir mal.
Ich bin lustig.
Mir fallen oft absurde Geschichten ein. (Und am Ende sind sie immer alle tot.)
Meine Sommersprossen sind toll.
Außerdem bin ich sehr hilfsbereit.
Ich glaube an das Gute im Menschen. (Um genau zu sein, glaube ich, dass Menschen nicht per se böse sind, sondern meistens höchstens dumm.)
Ich kann gut mit Sprache und Sprachen umgehen. Natürlich ist noch Luft nach oben, aber wenn ich ein ausdrückliches Talent habe, dann dieses hier.
Meine Selbstdisziplin ist auch nicht ohne – nicht nur im Schreiben, sondern auch wenn es um Sport geht, zum Beispiel. Ich bin vielleicht nicht die Beste, aber ich tauche immer wieder auf.
Oh, und ich kann ziemlich gut kochen und backen. Eigentlich sollte ich mir dafür mehr Zeit nehmen, aber es gibt so viele spannende Dinge zu tun!
Ich mag meine Augen – die Farbe, die Form und die Tatsache, dass sie mich nur gaaaaaaaaaaaanz langsam im Stich lassen. (Dafür sehe ich mit Brille unglaublich clever aus.)
Und zu guter Letzt bin ich Optimistin. Sogar an schwierigen Tagen. Sogar wenn alles ätzend aussieht. Und meistens gibt die Entwicklung mir Recht.
Das wusste schon die „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory (nach der ich meine Elisaschneck benannt habe). Gerüchten zufolge badete sie regelmäßig im Blut schöner junger Frauen, um sich ihr jugendliches Aussehen zu bewahren. Dafür wurde sie im Jahr 1611 zu lebenslanger Haft verurteilt.
Jetzt kann man dieses ungewöhnliche Hausmittel gutheißen oder nicht (Scherz! Natürlich heiße ich es NICHT gut, Leute als wandelnde Einweg-Lotionsspender zu verwenden!), die bildliche Vorstellung ist eher unappetitlich – der Geruch! Die Sauerei! Wie das klebt! Und wohin mit den ganzen leeren Jungfern?
Auch beim Schreiben ergeben sich gelegentlich ähnliche Fragen, wenn es um Gewalt geht. Zeigen oder lieber nur andeuten? Wie explizit sollte man werden? Darf man sich blumiger Ausschmückungen bedienen? Ist das, was ich da schreibe, überhaupt realistisch möglich?
(Lustigerweise gelten die gleichen Fragen auch für Sexszenen.)
Manche Leser verprellt man mit expliziter Gewaltdarstellung. Andere haben weniger Probleme mit Gewalt, solange das Haustier überlebt. Und für noch andere wird es durch explizite Szenen erst so richtig spannend. Den einen „richtigen“ Weg gibt es also nicht.
Ein paar Dinge kann man aber bedenken:
Brauche ich die Gewalt für meine Geschichte? Manchmal passieren eben schlimme Dinge, und die können sogar plotrelevant sein. Dann ist es oft keine Lösung, sie auszublenden. Fies ins Detail gehen muss man natürlich trotzdem nicht. Früher wurden aufwändige Szenen im Theater beispielsweise oft nur indirekt durch Späher wiedergegeben (spontan fällt mir dazu „Götz von Berlichingen“ ein, da müsste das so gewesen sein). Anstatt das blutige Gemetzel also auf drei Seiten auszubreiten, könnt ihr auch einen Boten davon erzählen lassen.
Welches Alter haben meine Leser? Tendenziell sollte es immer weniger explizit sein, je jünger die Zielgruppe ist. Kinder wissen zwar auch schon, dass schlimme Dinge passieren können, aber für sie ist Gelesenes (oder Gesehenes) oft noch unmittelbarer real, also sollte man ihnen einige Dinge wenigstens auf dem Papier ersparen.
Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob etwas so funktioniert, wie ihr meint, dass es funktionieren könnte, stellt es nach. Bitte nicht am lebenden Objekt, aber beispielsweise mit Actionfiguren oder Salzstreuern. So könnt ihr wenigstens herausfinden, wer wann wo ist und wie es ihm danach gehen könnte.
Und bleibt ein bisschen realistisch. Der unsportliche Nerd, der die Welt retten muss, wird sich mit größter Wahrscheinlichkeit NICHT durch kilometerlanges Herumhangeln vor der Sternenschlange retten. Ich habe es probiert. Ich habe Nerd-Ärmchen. Wenn mein Leben davon abhinge, irgendwohin zu hangeln, würde ich einfach gefressen. Isso.
MPA – Im Rahmen der anstehenden königlichen Hochzeit und Krönungszeremonie sind die Umstände, unter denen die zukünftige Königin aufgewachsen sind, ins Interesse der allgemeinen Öffentlichkeit gerückt. Besorgte Insider geben zu bedenken, die angehende Königin sei aufgrund ihrer zurückgezogenen Kindheit und Jugend möglicherweise nicht in der Lage, repräsentative Aufgaben zu übernehmen. Diese fragwürdigen Zustände werden auch dafür verantwortlich gemacht, dass beide Stiefschwestern unter physischer Verstümmelung ihrer Füße leiden, welche offensichtlich mit einer scharfen Waffe verursacht wurde.
Obwohl von den Verdächtigen in dieser Angelegenheit bislang kein offizielles Statement veröffentlicht wurde, weisen die Indizien auf die Mutter der beiden jungen Frauen hin. Anonyme Zeugen haben bestätigt, die Dame Dumont sei nach den jüngsten Feierlichkeiten bei Hofe von der Fußform ihrer Töchter geradezu besessen gewesen.
Die jungen Frauen befinden sich in medizinischer Betreuung. Es wird nicht erwartet, dass sie an den in Kürze stattfindenden Zeremonien teilnehmen werden.
Puh, das ist schwierig. Eigentlich hasse ich gar nichts an mir. Aber manche Dinge sind schon lästig. Ich denk mal drüber nach …
Meine Haut ist eine kleine Diva. Coronamaskenpickel? Ja bitte! Also, danke nein, aber ja bitte! Dabei dachte ich, ich hätte meine Hautpflege zur Abwechslung endlich mal im Griff.
Ich bin oft unentschlossen und verpasse dadurch Gelegenheiten.
Ich bin extrem schüchtern. Fast schon verklemmt. (Höre ich da wen lachen?)
Manchmal bin ich unfair zu Leuten, einfach weil ich einen schlechten Tag habe.
Und diesen Altpapierhaufen werde ich nie besiegen. Ja, ich bin eine schlechte Hausfrau.
Es fällt mir schwer, emotionale Nähe auszudrücken.
Außerdem bin ich ziemlich vergesslich.
Meine Knie sind irgendwie lappig und ein wenig unförmig. Ich fürchte, im Alter gewinnt die Schwerkraft an ungewöhnlichen Orten.
Und ich habe einen etwas ungleichmäßg wachsenden, dafür tiefschwarzen Vollbart. Darauf hat mich auch niemand vorbereitet.
Ich bringe viele Dinge nicht zuende. (Im Gegensatz zu dieser Liste.) Mein Schreibtisch und sämtliche Schubladen sind voll mit angefangenen Projekten.
Ach, also, eigentlich ist das alles gar nicht so schlimm. Was meint ihr? ^^