








Christina und ich vergessen immer, werbewirksame Selfies zu machen. Aber wir hatten sehr viel Spaß.









Christina und ich vergessen immer, werbewirksame Selfies zu machen. Aber wir hatten sehr viel Spaß.
Gewiss habe ich schon das eine oder andere Mal erzählt, dass ich beim Roman-Schreiben am liebsten mit Plot vorgehe. Ich verbringe mehrere Tage, manchmal Wochen damit, alle relevanten Szenen zusammenzustückeln und mir genau zu überlegen, was wohin gehört und was wann passieren muss, damit das dann passieren kann.
Bei Kurzgeschichten mache ich das genaue Gegenteil. Die schreibe ich fast immer für Ausschreibungen oder Wettbewerbe. Das Thema rolle ich eine Weile in meinem Kopf herum, bis ich eine Idee habe – eine Ausgangsszene, eine Atmosphäre, einen Charakter. Und damit setze ich mich direkt hin und fange an zu schreiben, bis mir das „was kommt als nächstes?“ ausgeht. Manchmal mache ich so über mehrere Tage weiter, bis die Geschichte fertig ist, manchmal reicht eine einzige Sitzung. Aber ja, Kurzgeschichten entstehen auch bei mir „im Blindflug“, da bin ich Pantserin (von „writing by the seat of your pants“, also quasi ohne Plan drauflosschreiben).
Dabei sind Kurzgeschichten gar nicht notwendigerweise weniger komplex als Romane. Aber sie sind kürzer und leichter zu überblicken. Wenn mir mittendrin einfällt, dass ich am Anfang etwas falsch verstanden oder dargestellt habe, kann ich fix zurückgehen und das mit einem oder zwei Sätzen geradebiegen.
Beim Roman geht das nicht so einfach. Da muss man oft ganze Kapitel umschreiben, die Reihenfolge ändern, komplette Figuren herausnehmen oder ändern. Deswegen findet dort die „Entdeckung“ beim Plotten statt, wenn ich noch mit wenig Aufwand Dinge ändern kann.
Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Manchmal plane ich eine komplexe Geschichte, für die es eine schwierige Zeichen- oder Wortzahl-Begrenzung gibt, detailliert vor, damit alles im richtigen Rhythmus passiert. Und auch im schönsten geplanten Roman schmeiße ich gelegentlich mittendrin alles um, wenn mir eine bessere Idee kommt oder die Geschichte sich anders entwickelt hat, als ich erwartet hatte.
Und das Schöne ist: Niemand wird es je erfahren. Schließlich seht ihr immer nur das Endprodukt. Ob das ein Glücksgriff war oder ein dampfender Ideenhaufen oder das Ergebnis akribischer Planung, bleibt mein Geheimnis. ^^









Das war mein Sonntag. Ich habe viel gekocht und gebacken, denn das entspannt mich. Die Suppe wurde später mit Feta verfeinert und püriert, die ergibt vier Portionen Mittagessen im Büro. Die Kürbisbutter wartet jetzt in zwei Einmachgläsern auf ihren Einsatz, die kann man auf Brot streichen oder in Gebäck füllen. Schmeckt wie Winter. Und zu der Sache mit dem Ei: So erkennt man bei Eiern fragwürdigen Alters, ob sie noch gut sind. Ganz frische Eier liegen unten, ältere Eier stehen auf der Spitze, und wenn sie oben schwimmen – lieber wegwerfen. Nur falls du den Trick noch nicht kennst.
Mit diesem offenbar noch brauchbaren Ei habe ich Waffeln gemacht, weil ich Waffeln wollte. Mit laktosefreier Schlagsahne. Die Welt geht eh vor die Hunde, also: Waffel dir einen! (Heute morgen habe ich direkt noch einmal welche gemacht, weil die Idee so genial war.)
Die Federn sind für ein Gruppenprojekt, dazu erzähl ich irgendwann mal mehr. Ich hab ja diese Papierstanze, und da gibt es nur zwei Zustände:
Abends war ich dann noch spazieren. Am Altkleidercontainer und am Briefkasten vorbei. Dann haben wir zusammen einen Film geguckt und Götterspeise gegessen, weil wir es können.
Was nicht stattgefunden hat: Häkeln, schreiben. So ein freier Tag ist einfach zu kurz. Im Gegensatz zu Büro-Tagen, die dauern manchmal ewig. Seltsam, dass fünf 200-Stunden-Tage nur eine 40-Stunden-Woche ergeben, oder?
Es hätte ja so schön sein können. Egal, wie zerstritten und garstig gegeneinander giftend die deutschen Parteien, in einem sind sie sich einig: Niemand spielt mit den Nazis.
Bis gestern.

Jetzt sind Autor*innen (und Künstler*innen generell) ja durchaus politisch motivierte, freidenkende und streitbare Geschöpfe. Innerhalb weniger Tage hat sich jetzt allerdings, in Reaktion auf all die absurden Dinge, die in der Politik und in der Welt aktuell geschehen, ein Zusammenschluss gefunden: Die Autor*innen gegen Rechts. Egal, was wir uns sonst so denken: Darauf können wir uns einigen.
Jetzt mag man anmerken, nur „gegen“ etwas zu sein, sei noch keine Haltung, doch ich werfe ein: „Kein Rosenkohl“ ist eine genau so valide Haltung wie „keine Nazis“. Ob wir stattdessen eine Basisdemokratie haben wollen, das Königreich der Drachen oder doch lieber ein Matriarchat zur Anbetung des großen Hummergottes, darüber können wir später streiten. Wenn gerade nicht deutsche Politiker*innen mit Kanzlerschaftsanspruch mit der AfD gemeinsam Mehrheiten ergaunern (ich sehe Sie an, Herrn Merz!), Gewalttaten nur zur politischen Stimmungsmache ausgeschlachtet werden und Gedenkveranstaltungen zu den Gräueltaten der 30er und 40er Jahre von irgendwelchen Blitzbirnen gestört werden, für die „nie wieder ist jetzt“ nur gilt, wenn sie über ihre eigene Reflektionsfähigkeit nachdenken sollen – haben wir noch nie gemacht, fangen wir jetzt nicht mit an.
Einige denken jetzt vielleicht: Toll, da stellt sich eine hin und schreibt was, interessiert doch keinen. Möglicherweise ist das wahr. Ich erwarte jedoch, dass sich ganz viele hinstellen und Dinge schreiben, malen, sagen, dichten, herausbrüllen, … – und dass diese einzelnen Handlungen einen kumulativen Effekt entwickeln. Wenn du also kannst: Geh zu Demos. Schreib deinen Abgeordneten. Schreib der CDU im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Schreib Blog Posts, SoMe-Beiträge und Forenrants. Positionier dich öffentlich. Sprich mit deinen Mitmenschen – sonst wachst du in nicht allzu ferner Zukunft auf und hast sehr viel weniger von denen, und die alle in der gleichen langweiligen Geschmacksrichtung.
Und sag jetzt nicht, ich sei eine Schwarzseherin. Wir haben all den Käse vor nicht einmal hundert Jahren schon gehabt. Wir sehen in anderen Staaten, wie es ausgeht, wenn faschistische Kräfte plötzlich „Verantwortung“ übernehmen. Das können und (hoffentlich) wollen wir uns nicht noch einmal erlauben.
Genug gerantet. Demnächst wieder Katzen und Blümchen und Zeug.
Als Autorin liebe ich Rezensionen. Also, die guten. Für meine Bücher. (Die schlechten auch, aus anderen, sehr komplizierten Gründen, die ich vielleicht später oder auch nie ansprechen werde.)
Als Leserin liebe ich Rezensionen – oft und vor allem auch die negativen, wenn sie denn gut begründet sind. Und auch negative Rezensionen können mich zum Buchkauf verleiten. Wenn etwa jemand sagt, ihm fehle die Romantik in einem Buch, ist das für mich eher ein Kaufargument. Oder wenn einer sagt, die Geschichte werde nicht mit dem nötigen Ernst behandelt.
Den Umgang mit Rezensent*innen mag ich auch. Bis jetzt hatte ich da immer Glück, der Kontakt war sehr freundlich und am Ende alle mit der Interaktion zufrieden. Und in dem Zusammenhang habe ich auch gelernt, dass Rezensionen durchaus Schöpfungshöhe haben und unter das Urheberrecht fallen. Das heißt, man darf sie nicht ohne weiteres zitieren, kopieren oder anderweitig verwenden. Manchmal geht das Autor*innen im Eifer des Gefechts durch (mir auch schon), doch die meisten Rezensent*innen sehen das nicht so wild, solange sie namentlich genannt werden. Lohnt sich natürlich immer, vorher das Einverständnis einzuholen, ehe man z. B. einen Screenshot von einer Rezension auf eine Werbegrafik bappt.
Warum ich davon erzähle? Nun, ich wundere mich. Ein österreichischer Verlag hat nämlich eine Sammlung von Ein-Stern-Rezensionen zu Werken der Weltliteratur veröffentlicht. (Nein, ich habe keine Sorge, dass man mich in diesem Buch findet – weder als Rezensentin noch als Autorin. ^^ ) Und ich frage mich, inwieweit die Rezensent*innen zu dieser Verwendung ihrer Texte ihre Zustimmung gegeben haben.
Jetzt kann es sein, dass die Rechtsprechung in Österreich eine andere ist, mit der Juristerei kenne ich mich nur rudimentär aus. Und ja, ich bin natürlich neugierig auf das Buch – immerhin sind wir alle mit Schullektüre „belesen worden“, für die wir eigentlich nicht das Zielpublikum waren. („Homo Faber“, anyone?) Aber ich glaube, im Zweifel klicke ich mich doch lieber zu Fuß durch die Bewertung und suche auf eigene Faust nach den Perlen. Woolfe, Shakespeare oder Bachmann wird es wohl weniger jucken, was Lesende heutzutage von ihnen denken.
Und weil ich natürlich neugierig bin – welchem Werk der Weltliteratur würdest DU mit einem Stern bewerten?
Jetzt warten nur noch der Buchsatz und die letzten Feinheiten am Cover, dann ist die überarbeitete Version vom „Hirschkönig“ endlich fertig. Eigentlich mach ich das ja nicht, mich ewig an alten Geschichten reiben. Aber bei der hier war ich irgendwie schon der Meinung, sie verdiene ein neues Cover. So ein richtiges, das nach Buch aussieht und nicht nach Arbeitsbeschaffungmaßnahme im Deutsch-Grundkurs in der Oberstufe, wenn der Kunstlehrer als Vertretung einspringt. Und wenn es schon ein neues Cover geben soll, kann ich auch gleich die Tippfehler rausmachen, oder etwa nicht?
Am Inhalt habe ich nicht viel gefeilt, das sage ich direkt dazu. Ein paar unschöne Anfänger-Fehler ausgebügelt, einige Wiederholungen reduziert, an anderen Stellen etwas ausgebaut oder der Klarheit zuliebe umformuliert. Danach habe ich mir hart auf die Finger geklopft. Die fließenden Perspektivwechsel beispielsweise habe ich behalten, obwohl sie heute weniger gebräuchlich sind.
Heute würde ich die Geschichte natürlich ganz anders schreiben. Aber dann wäre es auch ein anderes Buch. Also, klar wäre es ein anderes Buch. Ich bin ja auch nicht mehr die gleiche Person wie vor zwölf Jahren. Verstehst du, was ich meine?
Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich den neuen „Hirschkönig“ zur Leipziger Buchmesse mitbringen kann. Den leicht verbesserten Klappentext könnt ihr auf der Buchseite schon sehen, das neue Cover kommt auch noch. Meine Patreont*innen kennen eine Version schon, aber das ist noch nicht die finale, darum lade ich sie hier nicht hoch. Ein wenig muss es ja spannend bleiben, nicht wahr?
Welche Geschichte würdest du komplett neu schreiben, wenn du könntest? Oder von welcher Geschichte wünschst du dir eine neue, modernisierte und/oder verbesserte Version?
Sorry für den Ohrwurm. ^^
Das war der langsamste Abflug in der Geschichte der Menschheit, aber mein Insta- und Facebook-Konto sind gelöscht. In der heutigen Zeit ist das eine verdammt leichtfertige Idee, wenn man, ich weiß ja nicht, etwa Bücher verkaufen will. Das meiste Marketing findet über SoMe statt, und dort treiben sich die Zielgruppen herum. Zum Glück bin ich in der privilegierten Position, dass ich mit meinen Büchern eh kein nennenswertes Geld verdiene, also kann ich mir eine grandiose moralische Geste leisten.
Wo man mich aktuell stattdessen findet? Auf Tumblr, BlueSky, Mastodon, und TikTok. Auf Tiktok bin ich richtig lustlos und peinlich, da sieht man am ehesten, dass ich keinen Plan habe. Aber wenigstens bin ich da. Und wenn FB und IG wegfallen, hab ich vielleicht öfter mal Zeit für ein ordentliches Video? Ich glaube nicht.
(TikTok ist auch nicht über jede Kritik erhaben – welche Plattform ist das schon? – aber ich muss irgendwo eine Grenze ziehen, und die ist bei FB und IG halt überschritten.)
Wer also will – komm und finde mich, Vernetzung ist toll. Und wenn du ein Blog oder eine Website hast, die dringend in meine Weiterlesen-Liste aufgenommen werden soll, sag mir Bescheid!
Demnächst dann wieder Katzenbilder und Buchcontent.
Ich: „Orrr, ich mach zuviel, ich brauch mal wieder ein Wochenende zum Faulenzen. Ich glaub, ich sag alle Termine ab und lieg morgen und übermorgen nur rum!“
Er: „Gute Idee. Ich hab schon überlegt, wie ich dir das sage, ohne dass du mir im Vorbeigehen den Kopf abreißt.“
Damit war es also beschlossen. Ein Wochenende nur mit gemütlichen Gut-Tu-Sachen und ohne Verpflichtungen. Starring Kurt, Mara und das Sofa.










Gut, im Wald war ich auch. Einmal für einen Spaziergang, einmal zum Laufen. Ich kann halt nicht nur Sofa – das haben die Katzen mir definitiv voraus. Wenn es gerade nichts zu spielen oder zu futtern gab, haben sie gepennt. Meine Güte, was für ein Leben! Solche Wochenenden wird es ab jetzt definitiv öfter geben. Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen pflanzen!
Hier sieht man übrigens auch: Katzen sind die überlegenen Haustiere. Die wollen nämlich nicht bei diesem usseligen Wetter unbedingt spät Abends noch im Nebel spazieren gehen. (Dafür stehen sie alle zehn Minuten maunzend an der Balkontür. Wenn du die öffnest, strecken sie die Nase in die kalte Luft und schauen dich vorwurfsvoll an: Warum machst du es nicht warm???)
Ich mag es nicht, wenn Leute erzählen, ihre Figuren hätten ein Eigenleben und kämen quasi fertig zu ihnen – das mag sich manchmal so anfühlen. Eigentlich offenbart so eine Aussage aber nur begrenztes Verständnis des eigenen Schreibprozesses.
Und weil mich das so ärgert, erzähle ich euch heute von der Sache mit Tina.
Wer „Willkommen in Schattenfall“ gelesen hat, kennt und liebt Tina wahrscheinlich – eine kleine blonde Schrottplatzbesitzerin mit schnoddrigem Mundwerk und wenig Geduld. Ich behaupte mal ganz dreist, im endgültigen Buch wirkt sie, als hätte sie genau so an genau diese Stelle gehört und da eigentlich schon immer gelebt. Dabei hat gerade Tina eine komplizierte Entstehungsgeschichte.
Beispielsweise wusste ich früh, dass ich eine Schrottplatzbesitzerin mit Dobermann habe. Aber wie sie redet oder aussieht, was ihre Hintergrundgeschichte ist – das pingte so vor sich hin und änderte sich andauernd. Ich konnte sie einfach nicht fassen. Aber das liegt nicht daran, dass sie keinen Bock gehabt hätte, mit mir zu reden. Nee, ich hatte mir einfach nicht ausreichend Gedanken darüber gemacht, wer unter diesen Umständen einen Schrottplatz in Schattenfall führen würde. Am deutlichsten wurde das an der Haarfarbe, die änderte sich in den ersten drei Entwürfen andauernd. Auch meine Testleser*innen wurden mit Tina nicht warm. Es war ziemlich deutlich, dass sie ein Stand-In war – ein Pappaufsteller mit der Aufschrift: „Hier könnten Sie einen voll entwickelten Charakter sehen!“
Jetzt taucht Tina nur am Rand auf. Das, was sie für die Geschichte tut (dafür sorgen, dass Holger Thomas nicht direkt wieder aus Schattenfall vertreibt) hätte eine beliebige Menge anderer Charaktere auch tun können. Jedoch hat es mich geärgert, dass ich keine bessere Tina auftreiben konnte. Bis mein Unterbewusstsein, das erstaunlich fleißig an Schreibproblemen herumkaut, ehe ich auch nur ahne, dass ich ein Schreibproblem habe, die Lösung ausspuckte:
Tina ist eine Walküre.
Logisch!
Auf einmal hatte ich ihre Haarfarbe, ihre Sprechweise, eine Erklärung für ihre ungeduldige Art. Einfach alles passte zusammen.
Einmal mehr: Tina ist kein ätherisches Wesen, das in der Phantasiewelt darauf gewartet hat, dass ich sie hervorlocke. Tina ist definitiv ein Produkt meiner eigenen kleinen verdrehten Phantasie. Aber erst, als ich genügend Informationen über ihren Hintergrund hatte, konnte sie in der Geschichte richtig Raum einnehmen.
Dass dabei Thomas‘ Fuß unter ihrem Hammer gelandet ist, war ein unbeabsichtigter Nebeneffekt.
Aber irgendwas ist ja immer.

Normalerweise übernimmt der Mann bei uns das Staubsaugen – ich hab da keine Lust drauf. Heute war der Tag allerdings etwas vollgestellt, mit Terminen und Vorbereitungen. Und für später hatte sich Besuch angesagt, der gegen Katzen allergisch ist. Während der Mann also unterwegs war, um wichtige Dinge zu tun, habe ich großzügig verkündet: „Ich staubsauge schon einmal, wegen der Katzenhaare.“
Gut, meinte der Mann, aber ich solle mich darauf einstellen, dass der Staubsauger nicht mehr so recht funktioniere, die Saugleistung sei ganz, ganz schlecht.
„Hast du den Beutel denn getauscht?“
„Ja, neulich erst. Das Ding ist einfach hinüber.“
Jetzt ist das gut möglich, denn diesen Staubsauger haben wir länger als unsere aktuelle Wohnung, und nach mehr als einer Dekade nähert sich auch bei hochwertigen Geräten irgendwann das unausweichliche Ende. Ich also, auf das Schlimmste vorbereitet, schreite zur Tat.
Nee, der saugt wirklich kaum noch. Vielleicht liegt es an den Filtern. Klapp ich doch mal das Gerät auf.
Gut. Ich weiß nicht, wann der Mann den Beutel gewechselt hat. Dieser hier ist nicht nur voll, sondern massiv. Kurzer Blick auf die Filter, die sind in Ordnung. Beutel gewechselt, Gerät zugeklappt, wieder eingeschaltet.
Holla die Waldfee!
Ich will ja nicht sagen, dass der Motor zu stark ist, aber da ist jetzt ein Loch im Teppich, der Weihnachtsbaum hat keine Nadeln mehr und ich fürchte, ich habe zwei Hobbits aufgesaugt.
Wenigstens hat das Ungetüm es nicht geschafft, mein Hauskleid aufzufressen. War aber knapp. Die Wohnung ist jetzt also einige Pfund leichter und um etliche Katzenhaare ärmer.
Bei Nachfragen stellt sich übrigens heraus, dass das „neulich“ vom Beutel-Tauschen in der Woche war, in der ich das Bad gestrichen habe. Das war im September.
Fragt sich nur, wer den neuen Staubsaugerbeutel jetzt nach Mordor zum Schicksalsberg trägt, Hobbits inklusive.